Karl May Nachlass

abukital
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Re: Karl May Nachlass

Beitrag von abukital »

Er sei darüber "ganz überrascht", sagte Schmid, "das habe ich nicht erwartet, aber dann geht's halt nicht". Allerdings drohe nun eine Zersplitterung des Nachlasses.

Der große Karl-May-Kenner und -Freund Roland Schmid (der Bruder von Lothar Schmid) dreht sich vermutlich gerade im Grab um!
Denn diese Zersplitterung um des schnöden Mammons Willen hätte er vermutlich nicht gewollt.

Es bleibt aber natürlich Lothar Schmids gutes Recht. Genau so, wie er all diese Hinterlassenschaften zu einem Haufen stapeln kann um damit dann ein zünftiges Lagerfeuer zu entzünden...
markus
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Re: Karl May Nachlass

Beitrag von markus »

Etwas aktuelles zur Lage der (May-) Nation:

http://www.bild.de/BILD/news/vermischte ... 39424.html" onclick="window.open(this.href);return false;
markus
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Re: Karl May Nachlass

Beitrag von markus »

Ich frage mich ohnehin warum es sich ein Land Sachsen leisten muß ein hohes deutsches Kulturgut wie der Nachlaß Karl May´s zu kaufen. Muß es nicht die Bundesrepublik im ganzen sein? Für den Freistaat Sachsen sind 15 Millionen kein Pappenstil, zumal sie aus Steuergeldern berappt werden müssten, aber der Bund könnte sowas eher übernehmen, auch wenn Deutschland derzeit nicht mit Reichtum überschüttet ist und wir noch andere Probleme haben.
Aber Karl May ist nicht nur ein rein sächsisches Phänomen, sondern er ist DER deutsche Volksschriftsteller schlechthin und damit deutsches Kulturgut.
Trotzdem wären auch dann die 15 Millionen garantiert zu hoch, auch wenn ich den Gesamtwert als Laie schwer einschätzen kann.
In meinen Augen hat der KMV auch viel zu schnell aufgegeben, trotz Ultimatum und langer Bekanntgabe vorher. Daß er jetzt den Nachlaß beleidigt schnell an den Mann bringen will, wobei es ihm egal erscheint was mit ihm geschieht und daß er in alle Winde verstreut wird, zeigt daß es ihm (KMV, ich unterstelle das jetzt einfach mal) nur ums reine Geschäft geht.
Das ist erstmal nicht zu kritisieren, denn man sollte nicht vergessen daß der KMV ein Unternehmen ist wie (fast) jedes andere und es das wichtigste für ein Unternehmen ist möglichst viel Geld zu verdienen. Nur so funktioniert unser Wirtschaftssystem.
Nur das was da jetzt ab geht ist sicher nicht im Sinne des Erfinders, schon gar nicht Karl May´s.
Somit sehe ich den KMV eindeutig in einem Interessenskonflikt.

Markus
karmaqueen
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Re: Karl May Nachlass

Beitrag von karmaqueen »

wenn winnetou iv in ähnlicher aufmachung erscheinen würde, wie die beiden historisch-kritischen wollschläger bände von ardistan & dschinnistan, wäre mir herzlich egal, wem nun das manuskript gehört ;-)
Helmut
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Re: Karl May Nachlass

Beitrag von Helmut »

Markus, zur Korrektur:

Der Nachlass ist nicht(!) Eigentum des Karl-May-Verlags, und der verhandelt auch nicht, sondern Eigentum der Person Lothar Schmid.

Helmut
markus
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Re: Karl May Nachlass

Beitrag von markus »

Helmut hat geschrieben:Markus, zur Korrektur:

Der Nachlass ist nicht(!) Eigentum des Karl-May-Verlags, und der verhandelt auch nicht, sondern Eigentum der Person Lothar Schmid.

Helmut
Entschuldigung, ich wollte ihn nicht persönlich angreifen, aber wenn das doch erlaubt ist, werde ich es von nun an tun:-)).

Markus
abukital
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Re: Karl May Nachlass

Beitrag von abukital »

Markus,
natürlich muss Herr Schmid damit Leben,
wenn er für sein Vorhaben kritisiert wird,
den Karl-May-Nachlass zu verkaufen.
Aber es ist und bleibt sein gutes Recht,
auch wenn es bedauerlich ist,
daß dabei eine Zersplitterung billigend in Kauf genommen wird.

Man könnte zwar von einer gewissen Verantwortung
sprechen, einen derart großen Schriftstellernachlass
nicht einfach in alle Winde zu zerstreuen.
(Wie gesagt, sein Bruder hätte das so wohl nicht gewollt!)
Es ist und bleibt aber Herrn Schmids gutes Recht.
Hermesmeier

Re: Karl May Nachlass

Beitrag von Hermesmeier »

Er selbst will auch keine Aufteilung. Deshalb hat er ja die beiden Anteile seines Bruders Joachim und der Witwe seines Bruders Roland gekauft. Und deshalb versucht er - nach eigenen Angaben - seit 14 Jahren einen Käufer für den kompletten Nachlass zu finden. Das ist bisher gescheitert. Die Gründe für das Scheitern liegen ausschließlich in unterschiedlichen Preisvorstellungen.

Man mag ein wenig den Eindruck gewinnen, dass sich Lothar Schmid dabei ein bisschen selbst im Wege steht. Andererseits ist aber auch auffällig, dass ernsthafte Gespräche offenbar erst stattfinden, seit die Presse Wind von der Sache hat. Das erzeugt anscheinend auch Druck auf der Käuferseite. Zuvor gab es Kontakt nur zu subalternen Deligierten, die keine Befugnisse hatten. Teils wurden Briefe nicht beantwortet.

Das wirklich bedenkliche ist, dass Schätzergutachten so unendlich weit auseinanderliegen. Das lässt diese Branche erst einmal als abgrundtief unseriös erscheinen. Auch kann man nicht wirklich glauben, dass die Schätzungen unabhängig sind. Ich fürchte, die Angelegenheit kann nur zu einem guten Ende geführt werden, wenn sich beide Parteien zuerst auf einen unabhängigen Schätzer verständigen, den sie beide akzeptieren. Und dann muss im vorhinein verabredet werden, dass dessen Schätzung die Grundlage für den Kaufpreis ist. Vermutlich ist aber auch das nur ein frommer Wunsch, denn welcher Schätzer kann angesichts der Vorgeschichte und der bereits vorliegenden Schätzungen noch unabhängig urteilen? Und wer möchte sich freiwillig zwischen beiden Parteien zerreiben?
Angel
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Re: Karl May Nachlass

Beitrag von Angel »

Ich sagte doch schon, der Hick Hack um den Nachlass geht noch soweit, daß trotz angeblicher Unmöglichkeit ihn ins Ausland zu verkaufen, dieser Umstand vielleicht doch noch in Betracht gezogen wird?
Wäre wirklich absurd, wenn ein betuchter Japaner oder einer der Wüstensöhne das Vermächtnis erwerben würden?
Wie schaut es eigentlich mit finanziellen Angeboten vom weißblauen Freistaat Bayern aus, der müßte doch eigentlich auch irgendwie an der Sache interessiert sein?
Für alles mögliche haben die Bundesländer und auch die BRD allgemein Kohle, aber für die Hinterlassenschaft, eines, wenn auch von vielen belächelnden Märchenerzählers und Phantasten, sind keine Moneten vorhanden ... traurig aber wahr.
abukital
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Re: Karl May Nachlass

Beitrag von abukital »

für die Hinterlassenschaft, eines, wenn auch von vielen belächelnden Märchenerzählers und Phantasten, sind keine Moneten vorhanden ...
Vielleicht gerade deshalb, weil er von vielen belächelt wird,
und weil auch viele Politiker bei Karl May nur noch an bunte Filmchen aus den 1960er Jahren denken?
sandhofer
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Re: Karl May Nachlass

Beitrag von sandhofer »

Nun bleiben wir doch auf dem Teppich ...

Soweit ich das vermuten kann (ich habe keine Ahnung, was da genau im Nachlass nun zum Verkauf steht; ich habe nie eine genaue Aufstellung gesehen, und ich scheine nicht der einzige zu sein ...), soweit sich das also vermuten lässt, sind die echten Filetstücke gar nicht vorhanden: die Manuskripte der Kolportage z.B., oder auch nur der grossen Reiseerzählungen. Mays Alterswerk ist, auch wenn wir von der May-Gemeinde das anders sehen, nicht wirklich wichtig. Andere Manuskripte gibt es aber m.W. kaum. Und Briefe und Postkarten Mays ... nun ja: für einen Autographenjäger interessant, aber ansonsten ...
Angel hat geschrieben:Ich sagte doch schon, der Hick Hack um den Nachlass geht noch soweit, daß trotz angeblicher Unmöglichkeit ihn ins Ausland zu verkaufen, dieser Umstand vielleicht doch noch in Betracht gezogen wird?
Wer - ausser es ist ein im Ausland lebender Deutscher, Schweizer oder Österreicher (gerne auch weiblichen Geschlechts) - kennt denn schon Karl May? Geschweige denn, dass er Millionen für den Nachlass eines Schundliteraten ausgibt. Nein, man kann wohl einen Maybach, aber nicht einen MayKarl exportieren.

Abgesehen davon, was wäre daran so schlimm? Oder zumindest schlimmer, als wenn's ein deutscher Privater in die Hände bekäme? Man erkläre mir das sorgfältig und bedenke dabei, dass ich kein Deutscher bin ... bzw. nur zu 3/8 ...
abukital
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Re: Karl May Nachlass

Beitrag von abukital »

Ich persönlich hätte mit einem Ausländer,
der den Karl-May-Nachlass kauft, gar keine Probleme -
sofern er den gesamten Nachlass möglichst geschlossen aufkauft und diesen gut pflegt und bei Bedarf für die Öffentlichkeit erschließt (damit meine ich vorallem die Karten und Briefe, die nach wie vor noch nicht zur Gänze veröffentlicht wurden).

Für mich persönlich spielt es keine so gigantische Rolle,
ob nun ein Privatmann in Bamberg oder in Wien den Karl-May-Nachlass verwahrt. Ich habe nur etwas gegen eine Zersplitterung und ich weiß eben definitiv noch von ihm, daß Roland Schmid das auch nicht gewollt hätte...
Hermesmeier

Re: Karl May Nachlass

Beitrag von Hermesmeier »

Sandhofer hat geschrieben:Abgesehen davon, was wäre daran so schlimm? Oder zumindest schlimmer, als wenn's ein deutscher Privater in die Hände bekäme? Man erkläre mir das sorgfältig und bedenke dabei, dass ich kein Deutscher bin ... bzw. nur zu 3/8 ...
Wenn digitale Sicherungen des Nachlasses der May-Philologie zur Verfügung stehen, wäre es mir sozusagen ziemlich wurscht, wo die Originale sich aufhalten, ob in Dresden, München oder Berlin, ob in Spelle, Beesten oder Genua. Im übrigen ist mir als Sammler bewusst - und das mag den in dieser Hinsicht Unbeleckten durchaus mal gestanden werden -, dass man eine Sammlung nicht besitzt, sondern von ihr bessen wird. Von daher möchte ich den Nachlass nicht geschenkt haben. Der damit verbundenen Verantwortung könnte ich gar nicht gerecht werden.
(( Für bibliografisch auswertbare Geschäftspost hingegen hätte ich sehr wohl Verwendung. Manch eine Publikation ließe sich daraus erarbeiten ))

AbuKital hat geschrieben:Ich habe nur etwas gegen eine Zersplitterung und ich weiß eben definitiv noch von ihm, daß Roland Schmid das auch nicht gewollt hätte...
Das wird nun schon zum wiederholten Male geäußert. I don't wanna rain on your parade, but ...
Es mag stimmen, dass Roland Schmid den Nachlass zusammenhalten wollte, aber
- das bedeutete immer eine Sekretierung für ihn allein. Zugriff für Dritte hat und hätte es nicht gegeben. Da ist Lothar Schmid doch ganz anders (siehe Chronik, siehe Briefbände)
- er trug selbst zur Zersplitterung bei (wenn auch möglicherweise unbeabsichtigt), denn die im Fehsenfeld-Reprint faksimilierten Handschriften Mays und sonstigen Dokumente sind nicht mehr da. Er mag sich das Material zur Arbeit mit nach Hause genommen haben. Aber diese Arbeit war 1984 abgeschlossen, und in den darauffolgenden sechs Jahren bis zu seinem Ableben haben die Archivalien ihren angestammten Platz nicht wiedergefunden und sind heute verschollen. Sie standen daher auch für Chronik und Briefband nicht zur Verfügung.
Zuletzt geändert von Hermesmeier am 11. Apr 2008, 21:46, insgesamt 1-mal geändert.
abukital
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Re: Karl May Nachlass

Beitrag von abukital »

Es mag stimmen, dass Roland Schmid den Nachlass zusammenhalten wollte, aber
- das bedeutete immer eine Sekretierung für ihn allein. Zugriff für Dritte hat und hätte es nicht gegeben.
Das stimmt allerdings leider!
Jedenfalls ist mir nicht bekannt,
daß Roland Schmid Anderen Zugang zum May-Nachlass gewährt hat.
Aber immerhin hat er den Nachlass weitgehend zusammengehalten.

Eine Digitalisierung des gesamten noch erhalten Nachlasses würde ich auch begrüßen.

Daß Teile des Nachlasses bereits seit ca. 1984 bei Roland Schmid verschollen sind, war mir bisher nicht bekannt. Ich kann das, nachdem was er mir persönlich gesagt hat, nicht wirklich verstehen, aber wer kann schon in einen Menschen hineinschauen und wer weiß schon, was damals passiert ist.
_Wagner_
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Re: Karl May Nachlass

Beitrag von _Wagner_ »

Hermesmeier hat geschrieben:Von daher möchte ich den Nachlass nicht geschenkt haben. Der damit verbundenen Verantwortung könnte ich gar nicht gerecht werden.

Ganz rational gefragt: Eine Privatperson erwirbt von einer anderen Privatperson etwas. Welche weitere Verantwortung, als die, daß man doch auf sein Eigentum aufpassen soll, halst man sich noch auf?
(augeklammert: Ihren Status als Wissenschaftler; Status "Kulturgut"; Gefahr für andere durch das Eigentum, die aber bei einem Packen Papiere eher gegen null geht)


Hermesmeier hat geschrieben:... denn die im Fehsenfeld-Reprint faksimilierten Handschriften Mays und sonstigen Dokumente sind nicht mehr da. (...) Aber diese Arbeit war 1984 abgeschlossen, und in den darauffolgenden sechs Jahren bis zu seinem Ableben haben die Archivalien ihren angestammten Platz nicht wiedergefunden und sind heute verschollen. Sie standen daher auch für Chronik und Briefband nicht zur Verfügung.

Was hätte dagegen gesprochen, das als Faksimile vorhandene Material auszuwerten?
Das entspricht doch quasi dem Original, oder? Gegen die evtl. Unvollständigkeit kann man ja nichts machen.


Ganz unabhängig von allem: Ich kann nicht nachvollziehen, warum der Wert der digitalen Kopie höher eingestuft wird als das Original. Nur das Original ist echt, ungefälscht, ein Unikat ... Die Datei ist nur eine Kopie, kann gefälscht sein/werden - mehr als die leichtere Transportierbarkeit und Nutzbarkeit am PC sehe ich nicht.
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