Seite 1 von 2

Welt Artikel vom 19.07.

Verfasst: 19. Jul 2007, 17:17
von reinhardhh
Das Geheimnis von Harry Potters Erfolg

... dies ist die wohl bedeutendste Leistung von J.K. Rowling: Sie hat Jugendlichen (und welcher Erwachsene will heute nicht forever young sein - selbst um den Preis, sich auf schwarze Magie einzulassen?) die Möglichkeit kanonischer Verständigung gegeben. Alle kennen Harry Potter - so wie ferne Generationen sich beim Kampf um Rom oder bei Winnetou und Old Shatterhand auskannten. Bemerkenswert ist, dass dieses kanonische Werk im Zeitalter entbundener Medien ein literarisches Werk ist. Die Gutenberg-Galaxis zeigt, dass sie so alt wie mächtig ist: Erst kommt das Buch, dann die Verfilmung... Das Imperim schlägt zurück. Es lohnt sich, eine gute Ausbildung

Verfasst: 19. Jul 2007, 18:43
von Rolf Dernen
Der passende Link wäre vielleicht noch hilfreich. Wenn es den im Internet gibt.

Grüße
Rolf

Verfasst: 20. Jul 2007, 10:54
von Rehkitz
Was sind denn "entbundene Medien"? (fachliches Interesse)

Verfasst: 20. Jul 2007, 10:58
von Gerald
Hier der Link zum Artikel

Die Welt

Verfasst: 20. Jul 2007, 11:10
von Rehkitz
Naja, der Begriff wird nicht erklärt. Und ist auch nicht im Netz zu finden.

Verfasst: 20. Jul 2007, 11:22
von Yateamatai
"Entbundene Medien" erkläre ich mir so:

Bücher sind in aller Regel gebunden. Von daher müssten "entbundene Medien" alle Medien sein, die keine Bücher sind, nicht gedruckt, nicht gebunden. Oder?

;-)

Ehrlich gesagt kommt mit der Begriff sehr komisch vor. Ist es wirklich ein Fachbegriff?

Verfasst: 20. Jul 2007, 11:38
von Rehkitz
Yateamatai hat geschrieben:Von daher müssten "entbundene Medien" alle Medien sein, die keine Bücher sind, nicht gedruckt, nicht gebunden.
Es gibt auch ungebundene Bücher.
Yateamatai hat geschrieben:Ist es wirklich ein Fachbegriff?
Wurde ja offensichtlich von einem Wissenschaftler übernommen, und solche reden nur Fachbegriffe.

Verfasst: 20. Jul 2007, 16:42
von Yateamatai
Rehkitz hat geschrieben:Es gibt auch ungebundene Bücher.
Ungebundene Bücher? *staunt* Wie sehen die dann aus?

Rehkitz hat geschrieben:Wurde ja offensichtlich von einem Wissenschaftler übernommen, und solche reden nur Fachbegriffe.
Lerne gerne dazu. :-)

Verfasst: 20. Jul 2007, 16:58
von Rolf Dernen
Yateamatai hat geschrieben:
Rehkitz hat geschrieben:Es gibt auch ungebundene Bücher.
Ungebundene Bücher? *staunt* Wie sehen die dann aus?
Loseblattsammlungen zum Beispiel.

Verfasst: 20. Jul 2007, 17:32
von sandhofer
rolfd hat geschrieben:
Yateamatai hat geschrieben:
Rehkitz hat geschrieben:Es gibt auch ungebundene Bücher.
Ungebundene Bücher? *staunt* Wie sehen die dann aus?
Loseblattsammlungen zum Beispiel.
Taschenbücher. (Selbst viele sog. "Hardcover"). Die sind nämlich geklebt und nicht gebunden ... ;o)

Verfasst: 20. Jul 2007, 17:34
von Rüdiger
... als welkten in den Himmeln ferne Gärten

;-))

Verfasst: 20. Jul 2007, 17:48
von Rolf Dernen
sandhofer hat geschrieben:
rolfd hat geschrieben:
Yateamatai hat geschrieben: Ungebundene Bücher? *staunt* Wie sehen die dann aus?
Loseblattsammlungen zum Beispiel.
Taschenbücher. (Selbst viele sog. "Hardcover"). Die sind nämlich geklebt und nicht gebunden ... ;o)
Wobei mir durchaus auch schon der Begriff "Klebebindung" untergekommen ist. Ein Paradoxon eigentlich. Und was "ungebundene Medien" sind, wissen wir immer noch nicht, oder? Da der Autor des Artikels diese aber in Bezug zu Gutenberg (= Buch) setzt - ich zitiere erst mal schnell den Satz: "Bemerkenswert ist, dass dieses kanonische Werk im Zeitalter entbundener Medien ein literarisches Werk ist. Die Gutenberg-Galaxis zeigt, dass sie so alt wie mächtig ist: Erst kommt das Buch und dann die Verfilmung, der alle Kenner die Fehler und Verfehlungen vorrechnen können" - , sollte eigentlich glasklar sein, daß eben die nicht-Buch-Medien gemeint sind.

Verfasst: 20. Jul 2007, 18:06
von Helmut
Logischerweise ("entbunden" und nicht "ungebunden") können damit ja nur Schauspiele, Hörspiele, Filme u.ä., die nach Büchern gemacht wurden, gemeint sein.
Wobei ja "entbunden" noch eine andere Bedeutung hat, die eher nichts mit Medien zu tun hat.

Helmut

Verfasst: 20. Jul 2007, 18:17
von Rolf Dernen
Helmut hat geschrieben:Logischerweise ("entbunden" und nicht "ungebunden") können damit ja nur Schauspiele, Hörspiele, Filme u.ä., die nach Büchern gemacht wurden, gemeint sein.
Wobei ja "entbunden" noch eine andere Bedeutung hat, die eher nichts mit Medien zu tun hat.

Helmut
Sorry, das würde ja bedeuten, daß bei den "entbundenen" Medien eine "gebundene" Vorlage existieren würde. Der Autor möchte aber mit seinem schrecklichen Gelaber sagen, daß es bemerkenswert sei, daß dieses Werk eben in Buchform erschienen ist und nicht zuerst als Film oder sonstwas Nicht-Gedrucktes.

Verfasst: 21. Jul 2007, 03:19
von Hermesmeier
Im Nachgang möchte ich vielem und so manchem widersprechen.

Hauptverursacher des Problems sind die Simplifizierungen des Marktes (und die Dummheit von Menschen und Buchhändlern, die alles alte Wissen - weil zu kompliziert - lieber ablegen und nur noch mit zwei Begriffen hantieren):
- gebunden
- Taschenbuch
((siehe bei Amazon))

(was Unsinn ist, weil natürlich auch Taschenbücher gebunden sind). Da ist das Englische Pendant schon zutreffender, wenn auch genauso simpel:
- Hardcover
- Softcover

Eine Leimbindung, angewendet auf Taschenbücher, die man blödsinnigerweise für "ungebunden" hält, ist kein Widerspruch in sich, sondern durchaus zutreffend, weil Bindung nämlich allgemein den Begriff umschreibt, der aus losen Teilen einen Verbund herstellt. Dabei spielt die Methode keine Rolle. Und vermutlich ist die Ursache der irrigen Annahme sowieso nur eine Verwechslung von "Bindung" und "Heftung". Letztere - speziell die Fadenheftung oder auch die veraltete Klammerheftung - gibt es bei Taschenbüchern freilich höchst selten.

Den Begriff des "Taschenbuchs" sollte man besser auch gar nicht erst anwenden (und ich weiß, ich kämpfe hier gegen Windmühlen), weil, wer z. B. Dubbel's "Taschenbuch für den Maschinenbau" bestellt, kein Taschenbuch erhält, sondern zwei Leinenbände (mit Schutzumschlag, wenn er Glück hat).
Kartoniert wäre der richtige Begriff für das, was man mit "Taschenbuch" meint und wozu einige Unwissende im ZVAB überflüssigerweise "broschiert" sagen.

Um das Ganze nun aber noch hübsch kompliziert zu machen. Die Leimbindung gibt es nicht nur bei Taschenbüchern, sondern auch bei "Hardcovern", woran man schon erkennt, dass dieses Unterscheidungskriterium gar keines ist. Alle diejenigen, die "Harry Potter and the Deathly Hallows" als "gebunden" vorbestellt haben, werden heute so was in der Post haben - oder haben es schon in Form der ersten sechs Bände. (Blimey - damit hätte ich durch die Brust ins Knie doch noch einen Bogen zum Startbeitrag dieses Threads geschlagen.)