In der FAZ ist heute der Artikel "Jeder Ort ist Kerbela - Das Grab des Imams Hussein ist die wichtigste Pilgerstätte der Schiiten" erschienen.
Den May-Lesern wird dieser Name aus den Büchern "Von Bagdad nach Stambul", "Im Reiche des silbernen Löwen" (Bd. 1 und 2) sowie Heinz Grills "Die Schatten des Schah-in-Schah" (dazu hier klicken) bekannt sein.
Der Mayster schreibt hierzu in "Von Bagdad nach Stambul":
Der Schiit glaubt, dass ein jeder Moslem, dessen Leiche in Kerbela oder Nedschef begraben wird, ohne alle weiteren Hindernisse sofort ins Paradies komme. Daum ist es der heißeste Wunsch eines jeden, an einem dieser beiden Orte begraben zu werden. [Weiteres dazu auf den Seiten 247 - 250 in der Ausgabe vom KMV]
In "Im Reiche des silbernen Löwen " steht:
Die Kuppel über Alis Grabmoschee wird Kuh-i-Sär ("Berg des Goldes") genannt. [...] In Kerbela sollen noch mehr Reichtümer als in Nedschef Ali liegen. Ein mit gediegenem Gold gedeckter Dom leuchtet den nahenden Pilgern entgegen. Wer dort ein Grab findet, dem werden selbst die schwersten Sünden vergeben und alle Tore des Himmels, selbst das siebente, sofort geöffnet. [siehe GW 27, S. 12 - 17]
Zu Hille steht im "Silberlöwen":
Hille ist ganz aus den Ziegeln der babylonischen Trümmerhaufen erbaut worden und bildet den Hauptort des Bezirkes Diwanije. Hier trennen sich für die Karawanen die Wege nach Kerbela und Nedschef Ali. [...] Die zehntausend Bewohner sind schiitische Perser und Araber und fanatisch gesinnt. [siehe GW 27, S. 43]
Soviel zum Text von May. In der FAZ steht:
"Jeder Tag ist Aschura, jeder Ort ist Kerbela!" Diesen Satz kann man oft hören, wenn am neunten und zehnten Tag des Trauermonats Muharram, an Tasua und Aschura, die Schiiten im Islam des Märtyrertodes Hussein Ibn Alis gedenken, des dritten ihrer zwölf Imame. Sie tun das überall, wo Schiiten leben; doch besonders intensiv tun sie es, oft verbunden mit mehr oder weniger blutigen Geißelunsriten, in der irakischen Stadt Kerbela, die ihnen als heilige Stätte gilt.
Zu den "Geißelungsriten" gibt es da von May die bekannte Passage mit dem Bettler am Wegesrand in "Von Bagdad nach Stambul" auf Seite 263 der KMV-Ausgabe.
Ferner heißt es in der FAZ:
Kerbela oder Maschhad al Hussein (Grab des Hussein) (Anm: bei May Meschhed Hussein) liegt etwa hundert Kilometer südlich der irakischen Hauptstadt Bagdad. Zusammen mit der Stadt al Hilla (bei May Hille oder Hilleh) und mit dem Pilger- und Lehrzentrum al Nadschaf, (May: Nedschef Ali) in dem Ali, der Vater des Imams Hussein, begraben ist, bildet es geographisch und spirituelle ein "schiitisches Dreieck", das alljährlich Ziel von Hunderttausenden von Wallfahrern ist. Kerbela birgt die Grabmoschee des Prophetenenkels Hussein, welcher einer der beiden Söhne von Ali Ibn Abi Talib gewesen ist, auf dendie schiitische Glaubensrichtung innerhalb des Ismals zurückgeht. [...] Die Stadt, am Rande der irakischen Wüste gelegen, wird von der Grabkuppel des Hussein beherrscht. Sie beherbergt allerdings noch ein anderes wichtiges schiitisches Sanktuarium: den Schrein des Abbas, eines Halbbruders von Hussein. Auch dessen Grabmoschee ist mir einer weit in das Land hinaus leuchtenden goldenen Kuppel versehen.
Später heißt es dann:
Die irakische Schiitenstadt al Nadschaf ist zwar als Ort der Lehre viel bedeutender als Kerbela und als Grabort Alis zudem das eigentliche Zentrum des Schiismus, doch Kerbela ist das unumstritten höchste Ziel der Pilger. Die kollektive Trauer um Hussein übersteigt noch jene um den Imam Ali.
Der weitere Artikel berichtet noch einiges über die gegenwärtige Situation in der Gegend, doch im Blickpunkt auf May ist das nicht wichtig. Das Ende ist höchstens noch interessant:
Auch gegenwärtig ist aus Anlass des Irak-Krieges der alte Gegensatz zwischen Sunna und Schia wiederaufgebrochen. Er hat zu bürgerkriegsähnlichen Wirren zwischen beiden Konfessionen gefürht, die an dem Pilgerzentrum Kerbela so wenig spurlos vorübergegangen sind wie an al Nadschaf und al Hilla. Doch auch außerhalb des Iraks ist dieser alte Gegensatz wieder stark zu spüren.
Es ist doch immer wieder interessant, etwas über die Handlungsorte Mays zu lesen. So auch hier, vor allem hier, denn die Gegend um den Turm von Babel taucht ja an mehreren Stellen auf.
johnny
(Der Artikel "Jeder Ort ist Kerbela" wurde von Wolfgang Günter Lerch geschrieben und erschien am 13. 3. 07 auf der Seite "Zeitgeschehen" in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
F.A.Z.: "Jeder Ort ist Kerbela"
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Johnny
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