Babel&Bibel DVDs - Rezensionen
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Paroun
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Babel&Bibel DVDs - Rezensionen
So, die DVDs sind an alle Interessenten ausgeliefert und nun mache ich einfach mal ein neues Thema auf in dem Versuch, positive und konstruktive Kritiken zu der Aufführung zu sammeln. Alle, die die DVD bekommen haben, sind herzlichst aufgefordert, alles, was sie dazu zu sagen haben und loswerden wollen, hier niederzulegen.
Vielleicht kann ich einige der Schauspieler dazu motivieren, sich an der Diskussion zu beteiligen, die hoffentlich sehr rege sein wird.
Mit lieben Grüßen aus dem WW
Peter Wayand
P.S. Ich weise nochmals auf meine e-mail-Adressänderung hin. Neue Adresse ist nun:
petway@online.de
Vielleicht kann ich einige der Schauspieler dazu motivieren, sich an der Diskussion zu beteiligen, die hoffentlich sehr rege sein wird.
Mit lieben Grüßen aus dem WW
Peter Wayand
P.S. Ich weise nochmals auf meine e-mail-Adressänderung hin. Neue Adresse ist nun:
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Sylvia
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- Registriert: 29. Dez 2005, 10:43
Babel und Bibel
Hallo zusammen!
Ich habe ja meine Eindrücke bereits im Karl-May-Bücherforum geschildert und würde auch gerne wissen, was andere zu der Aufführung sagen.
Eine Schwierigkeit ist wahrscheinlich, dass man die Leistung der Darsteller in einem anderen Rahmen würdigen muss, als man es bei einer professionellen Schauspielertruppe tun würde.
Wenn man nur mit theaterkritischen Maßstäben misst, dann gibt es sicherlich viele Kritikpunkte, die nicht nur die Schauspieler, sondern auch das Stück selber betreffen. Das Stück ist zu lang, es ist streckenweise langweilig, es gibt wenige Höhepunkte, die Darsteller bewegen sich kaum von ihren Plätzen weg ...
Es würde mich interessieren, ob jemand, der das Drama vorher nicht kannte, verstehen kann, worum es dabei überhaupt geht.
Und wie würde jemand, der von Theater Ahnung hat, das alles angehen, wo muss man ansetzen, was muss man verbessern? Die Hachenburger haben den Anfang gemacht, haben sich an ein Stück getraut, das ja an sich nicht DER große Renner ist, nun sollte es weitergehen und daran gearbeitet werden.
..mein' ich.
Sylvia
Ich habe ja meine Eindrücke bereits im Karl-May-Bücherforum geschildert und würde auch gerne wissen, was andere zu der Aufführung sagen.
Eine Schwierigkeit ist wahrscheinlich, dass man die Leistung der Darsteller in einem anderen Rahmen würdigen muss, als man es bei einer professionellen Schauspielertruppe tun würde.
Wenn man nur mit theaterkritischen Maßstäben misst, dann gibt es sicherlich viele Kritikpunkte, die nicht nur die Schauspieler, sondern auch das Stück selber betreffen. Das Stück ist zu lang, es ist streckenweise langweilig, es gibt wenige Höhepunkte, die Darsteller bewegen sich kaum von ihren Plätzen weg ...
Es würde mich interessieren, ob jemand, der das Drama vorher nicht kannte, verstehen kann, worum es dabei überhaupt geht.
Und wie würde jemand, der von Theater Ahnung hat, das alles angehen, wo muss man ansetzen, was muss man verbessern? Die Hachenburger haben den Anfang gemacht, haben sich an ein Stück getraut, das ja an sich nicht DER große Renner ist, nun sollte es weitergehen und daran gearbeitet werden.
..mein' ich.
Sylvia
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Rüdiger
Den Text Zeile für Zeile wirklich richtig nachvollziehen und wirklich ausfüllen, nicht aufsagen.wo muss man ansetzen, was muss man verbessern?
Das ist natürlich nun leichter gesagt als getan, und selbst professionelle Darsteller im passenderen Lebensalter kriegen das nicht immer überzeugend hin. Geschweige denn junge Leute, die vielleicht zum ersten Mal Theater spielen, in einem wirklich nicht leichten Stück.
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Sylvia
- Beiträge: 231
- Registriert: 29. Dez 2005, 10:43
Jutta: "Grundsätzlich stimme ich Sylvia aber in allem zu."
Das freut mich aber :-)))
Du kannst aber zur BB-Aufführung bestimmt besser Stellung nehmen und detaillierter beurteilen.
Irgendwie gefällt mir das Stück doch immer besser, und ich sehe es vor mir in seiner orientalischen Aufmachung, mit ernsten und nachdenkenswerten Textpassagen, die Geisterschmiede als Vision, ein bisschen Liebesgeschichte (Ben Tesalah und Schefaka), ein gräßlicher Abu Kital, der allmählich weichgehämmert wird. Das mit dem Abendland und mit dem Morgenland gefällt mir noch nicht. Irgendwie weiß man jetzt nicht, was besser ist. Und dann hat man wieder den Eindruck, dass die Bibel über den Koran siegt (siegen soll)- da ist noch irgendwie der Wurm drin..
Das freut mich aber :-)))
Du kannst aber zur BB-Aufführung bestimmt besser Stellung nehmen und detaillierter beurteilen.
Irgendwie gefällt mir das Stück doch immer besser, und ich sehe es vor mir in seiner orientalischen Aufmachung, mit ernsten und nachdenkenswerten Textpassagen, die Geisterschmiede als Vision, ein bisschen Liebesgeschichte (Ben Tesalah und Schefaka), ein gräßlicher Abu Kital, der allmählich weichgehämmert wird. Das mit dem Abendland und mit dem Morgenland gefällt mir noch nicht. Irgendwie weiß man jetzt nicht, was besser ist. Und dann hat man wieder den Eindruck, dass die Bibel über den Koran siegt (siegen soll)- da ist noch irgendwie der Wurm drin..
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Jutta
- Beiträge: 38
- Registriert: 29. Dez 2005, 17:08
Hi, Sylvia!
Das ist es ja, als so gräßlich empfinde ich diesen Abu Kital gar nicht. Da hat May schon ganz andere Schurken erfunden. Und weitaus interessantere Charaktere als in Babel und Bibel - meiner Ansicht nach (Schut, Old Death u.a.).
Aber, wie gesagt, ich schau mir das Ganze noch einmal an. Das ist mir das Drama wert - und natürlich auch die Aufführung.
Gruß - Jutta
Das ist es ja, als so gräßlich empfinde ich diesen Abu Kital gar nicht. Da hat May schon ganz andere Schurken erfunden. Und weitaus interessantere Charaktere als in Babel und Bibel - meiner Ansicht nach (Schut, Old Death u.a.).
Aber, wie gesagt, ich schau mir das Ganze noch einmal an. Das ist mir das Drama wert - und natürlich auch die Aufführung.
Gruß - Jutta
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Jutta
- Beiträge: 38
- Registriert: 29. Dez 2005, 17:08
Bei Abu Kital hatte ich schon früher das Gefühl, ein ganz hässliches Bild von ihm müsse dazu herhalten, das man ihn auch als böse erkennt. Ansonsten wäre er nur ein Mensch mit Fehlern, wie wir sie alle haben. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger vorhanden, aber irgendwie doch noch verzeihlich. Als reinen Gewaltmenschen sehe ich ihn nicht. Und das hat nichts mit der Darstellung durch den Schaupieler zu tun, der übrigens mit der Beste war - abgesehen von kleineren Schwächen.
Gruß - Jutta
Gruß - Jutta
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Jutta
- Beiträge: 38
- Registriert: 29. Dez 2005, 17:08
Nun, hier ist meine Meinung zum Stück und zur Aufführung.
Beim Lesen des Dramas habe ich mich nicht gelangweilt, beim Anschauen leider sehr oft. Da will einfach kein Funke überspringen, da kommt nur wenig Spannung auf. Es mag durchaus sein, dass sich das Publikum im Saal stärker und unmittelbarer angesprochen gefühlt hat. Darum würde ich mir wünschen, jemand, der das Stück live erlebt hat, würde sich dazu äußern. Aber ich war doch enttäuscht. Die Regieanweisungen Karl Mays empfand ich nicht selten als verunglückt. Der Vorbeter z. B. wird beinahe zu einer Witzfigur und die Mitbetenden ebenfalls. Der Iman, der ja den Glauben repräsentiert, stellt mit seinem großen Turban und dem (notgedrungen künstlichen) Bauch alles andere als eine Respektsperson dar. Schefaka läuft zu viel hin und her. Die Handlung hat so gut wie keine Höhepunkte, es fehlt an einem guten, fesselnden Monolog. Wenn Abu Kital den Vorbeter zwingt, das Gebet zu sprechen, das er ihm kurz vorher noch verboten hat, dann wirkt das irgendwie aufgesetzt, nicht wirklich nachvollziehbar. Und seine Bösartigkeit erschöpft sich ja schon fast in der (lahmen) Auspeitschung. Als Gewaltmensch, als „Vater des Krieges“ ist er mir zu wenig glaubwürdig. Auch bleibt alles ein bisschen zu vordergründig, der Konflikt zwischen Christentum und Islam, Abendland und Morgenland hat keinen Biss, keine Schärfe, ist wie ein stumpfes Messer. Und die einführenden Worte haben bestimmt nicht ausgereicht, den Zuschauern die Symbolik verständlich zu machen, falls sie sich nicht schon im Vorfeld mit dem Stück beschäftigt hatten. Diese ganze Geisterschmiede-Dramatik halte ich ohnehin für misslungen, mögen auch andere anders darüber denken. Das ist nichts als das frühere Fegefeuer, das in den Köpfen der Katholiken spukte. In meinen Augen ist die Geisterschmiede kein Läuterungsprozess, sondern ein Racheakt. Und nicht der grausame Gewaltmensch ist der Urheber dieser Qualen, sondern Marah Durimeh, die personifizierte Güte! Ein Sadist oder ein Masochist hätten wahrscheinlich ihre helle Freude an diesem Text! Statt Geisterschmiede (oder zumindest zusätzlich) hätte ich mir dagegen dieses angekündigte Schachspiel gewünscht. Das hätte dem Stück sicherlich gut getan! Es mag auch sein, dass die hin und wieder aufgetretene Langeweile am immer gleichen, unveränderten Bühnenbild lag. Denn irgendwann ertappte ich mich bei dem heißen Wunsch, Hadschi Halef Omar möge erscheinen und ein bisschen Leben in die Bude bringen.
Zur Aufführung äußere ich mich noch.
Viele Grüße - Jutta
Beim Lesen des Dramas habe ich mich nicht gelangweilt, beim Anschauen leider sehr oft. Da will einfach kein Funke überspringen, da kommt nur wenig Spannung auf. Es mag durchaus sein, dass sich das Publikum im Saal stärker und unmittelbarer angesprochen gefühlt hat. Darum würde ich mir wünschen, jemand, der das Stück live erlebt hat, würde sich dazu äußern. Aber ich war doch enttäuscht. Die Regieanweisungen Karl Mays empfand ich nicht selten als verunglückt. Der Vorbeter z. B. wird beinahe zu einer Witzfigur und die Mitbetenden ebenfalls. Der Iman, der ja den Glauben repräsentiert, stellt mit seinem großen Turban und dem (notgedrungen künstlichen) Bauch alles andere als eine Respektsperson dar. Schefaka läuft zu viel hin und her. Die Handlung hat so gut wie keine Höhepunkte, es fehlt an einem guten, fesselnden Monolog. Wenn Abu Kital den Vorbeter zwingt, das Gebet zu sprechen, das er ihm kurz vorher noch verboten hat, dann wirkt das irgendwie aufgesetzt, nicht wirklich nachvollziehbar. Und seine Bösartigkeit erschöpft sich ja schon fast in der (lahmen) Auspeitschung. Als Gewaltmensch, als „Vater des Krieges“ ist er mir zu wenig glaubwürdig. Auch bleibt alles ein bisschen zu vordergründig, der Konflikt zwischen Christentum und Islam, Abendland und Morgenland hat keinen Biss, keine Schärfe, ist wie ein stumpfes Messer. Und die einführenden Worte haben bestimmt nicht ausgereicht, den Zuschauern die Symbolik verständlich zu machen, falls sie sich nicht schon im Vorfeld mit dem Stück beschäftigt hatten. Diese ganze Geisterschmiede-Dramatik halte ich ohnehin für misslungen, mögen auch andere anders darüber denken. Das ist nichts als das frühere Fegefeuer, das in den Köpfen der Katholiken spukte. In meinen Augen ist die Geisterschmiede kein Läuterungsprozess, sondern ein Racheakt. Und nicht der grausame Gewaltmensch ist der Urheber dieser Qualen, sondern Marah Durimeh, die personifizierte Güte! Ein Sadist oder ein Masochist hätten wahrscheinlich ihre helle Freude an diesem Text! Statt Geisterschmiede (oder zumindest zusätzlich) hätte ich mir dagegen dieses angekündigte Schachspiel gewünscht. Das hätte dem Stück sicherlich gut getan! Es mag auch sein, dass die hin und wieder aufgetretene Langeweile am immer gleichen, unveränderten Bühnenbild lag. Denn irgendwann ertappte ich mich bei dem heißen Wunsch, Hadschi Halef Omar möge erscheinen und ein bisschen Leben in die Bude bringen.
Zur Aufführung äußere ich mich noch.
Viele Grüße - Jutta
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Jutta
- Beiträge: 38
- Registriert: 29. Dez 2005, 17:08
Die Aufführung hat natürlich unter den Schwächen des Stückes gelitten. Und die schlechte Aufzeichnung hat das Ganze nicht besser gemacht. Eine zeitweilig wacklige Kameraführung, beinahe durchgehende erhebliche Mängel in der Tonqualität müssen unbedingt erwähnt werden, weil dadurch der positive Gesamteindruck bedauerlicherweise sehr beeinträchtigt wurde.
Die Musik passt zum Stück, zieht sich aber zu Beginn extrem lange hin, während man auf eine menschenleere Bühne starrt. Dann kommen langsam die Schauspieler – das hätten sie besser schon viel früher tun sollen. Es fängt alles ziemlich schleppend an. Erst als die An’allah alles für sich fordern, belebt sich das Ganze.
Schlimm finde ich persönlich die Schmiedehämmer, die wie Weihnachtsglöckchen klingen, wie die Faust aufs Auge zum Text!
Der Schluss dann kommt zu abrupt. Einige wenige Sekunden des Verharrens hätten besser gewirkt.
Ich werde noch etwas zu den Schauspielern schreiben.
Gruß - Jutta
Die Musik passt zum Stück, zieht sich aber zu Beginn extrem lange hin, während man auf eine menschenleere Bühne starrt. Dann kommen langsam die Schauspieler – das hätten sie besser schon viel früher tun sollen. Es fängt alles ziemlich schleppend an. Erst als die An’allah alles für sich fordern, belebt sich das Ganze.
Schlimm finde ich persönlich die Schmiedehämmer, die wie Weihnachtsglöckchen klingen, wie die Faust aufs Auge zum Text!
Der Schluss dann kommt zu abrupt. Einige wenige Sekunden des Verharrens hätten besser gewirkt.
Ich werde noch etwas zu den Schauspielern schreiben.
Gruß - Jutta
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Jutta
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- Registriert: 29. Dez 2005, 17:08
Loben möchte ich hauptsächlich die männlichen Darsteller, und das aus einem bestimmten Grund: Es sind die Stimmen! Die weiblichen Stimmen sind durchweg viel zu hoch, zu schrill, das laute Sprechen wird zum Schreien, die Betonung leidet darunter. Mit der Zeit ist man genervt, vor allem deshalb, weil auch die meisten Scheiks von weiblichen Darstellern gemimt werden. Wären es nur stumme Statisten, dann ginge es ja noch. Aber Sprechrollen? Ganz besonders übel klang das beim Iman, der dadurch wie ein Eunuch wirkte. Und Marah Durimeh verlor viel an Ausstrahlung durch die so gar nicht zu einer alten, noch dazu geheimnisvollen Frau passenden Stimme. Ein bisschen besser klang Bent’ullah, die Bibel. Bei Schefaka wäre die Stimme zum Alter passender gewesen, aber da sie (wie auch Abu Kital) in fast jeder Szene auftaucht, nervt auch ihre Stimme. Da war es geradezu ein Labsal, Ben Tesalah zuzuhören! Im kurzen Dialog mit ihm – das fiel mir auf - wurde auch Schefaka ruhiger und betonter.
Peter Fischer (Ben Tesalah) war ohnehin ein guter Schauspieler, der nuanciert spielen konnte. Auch Manuel Engels (Babel) gefiel mir, sein nüchternes, sachliches Auftreten harmonierte mit dem modernen Anzug. Lobenswert unbedingt Michael Hintz (der Kadi), dem ich nur eben einen männlichen Iman an die Seite gestellt hätte. Und schade deshalb um Vanessa Löchner, die sich zwar Mühe gab, aber in dieser Rolle nicht glänzen konnte. Sebastian Wunder (warum verlangt May eigentlich, dass der Vorbeter ein Schwarzer sein muss?) trifft ebenfalls keine Schuld daran, dass er beinahe zu einer Witzfigur wurde (übrigens auch nicht Sie, Herr Wayand). Ich finde es ziemlich daneben, dass ausgerechnet der Vorbeter und der Glaube durch die Anweisungen bezüglich ihres Äußeren von May beinahe karikiert wurden. Der Hakawati (Matthias Kneusel) kam leider wie ein orientalischer Nikolaus daher. Beim Anblick seines wallenden Bartes wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Bei ihm, beim Iman und bei Marah Durimeh hätte man vielleicht besser die Anweisungen Mays nicht so wörtlich befolgen sollen. Denn Julia Sassenrath wirkte auf mich wie die Gretel aus dem Märchen. Vielleicht hätte man ihr einen langen durchsichtigen Schleier umhängen sollen und dadurch die „Karnevalsperücke“ deutlich abgemildert. Julias Haltung aber war perfekt, würdevoll und königlich. Stefanie Steub als Bibel gab sich rollengemäß genauso würdevoll zurückhaltend. Vanessa Gleiß als Schefaka (es muss mir mal endlich jemand erklären, warum sie das Schreckenskind genannt wird) brachte das Vorlaute, Teenagerhafte gut rüber, sie lief mir aber zu viel herum und wirkte oft ablenkend.
Zuletzt der Hauptdarsteller Yves Sandro Fuhrmann (Abu Kital). Auch ihm hätte ich gerne zugerufen: Nun bleib doch mal sitzen! Das nervöse Hin- und Hergehen (nicht nur am Anfang) und die gleichbleibend laute, erregte Stimme (erst in der Schluss-Szene war es dann bedeutend besser), sind aber das Einzige, was mich gestört hat. Seine Gesamtleistung war ausgezeichnet, war er doch fast immer auf der Bühne präsent. Dennoch gab es keine Textunsicherheiten, auch rein äußerlich machte er etwas her.
Fazit: Trotz aller Schwächen ein Kompliment an alle, die mitgewirkt haben. Bei einer nochmaligen Aufführung ließen sich problemlos viele der erwähnten Schwächen ausmerzen. Schließlich war es die erste Aufführung überhaupt, es gab also kein Vorbild und die Darsteller waren Schüler. Hoffen wir, dass es nicht bei diesem ersten Versuch bleibt.
Viele Grüße, ganz besonders nach Hachenburg!
Jutta
Peter Fischer (Ben Tesalah) war ohnehin ein guter Schauspieler, der nuanciert spielen konnte. Auch Manuel Engels (Babel) gefiel mir, sein nüchternes, sachliches Auftreten harmonierte mit dem modernen Anzug. Lobenswert unbedingt Michael Hintz (der Kadi), dem ich nur eben einen männlichen Iman an die Seite gestellt hätte. Und schade deshalb um Vanessa Löchner, die sich zwar Mühe gab, aber in dieser Rolle nicht glänzen konnte. Sebastian Wunder (warum verlangt May eigentlich, dass der Vorbeter ein Schwarzer sein muss?) trifft ebenfalls keine Schuld daran, dass er beinahe zu einer Witzfigur wurde (übrigens auch nicht Sie, Herr Wayand). Ich finde es ziemlich daneben, dass ausgerechnet der Vorbeter und der Glaube durch die Anweisungen bezüglich ihres Äußeren von May beinahe karikiert wurden. Der Hakawati (Matthias Kneusel) kam leider wie ein orientalischer Nikolaus daher. Beim Anblick seines wallenden Bartes wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Bei ihm, beim Iman und bei Marah Durimeh hätte man vielleicht besser die Anweisungen Mays nicht so wörtlich befolgen sollen. Denn Julia Sassenrath wirkte auf mich wie die Gretel aus dem Märchen. Vielleicht hätte man ihr einen langen durchsichtigen Schleier umhängen sollen und dadurch die „Karnevalsperücke“ deutlich abgemildert. Julias Haltung aber war perfekt, würdevoll und königlich. Stefanie Steub als Bibel gab sich rollengemäß genauso würdevoll zurückhaltend. Vanessa Gleiß als Schefaka (es muss mir mal endlich jemand erklären, warum sie das Schreckenskind genannt wird) brachte das Vorlaute, Teenagerhafte gut rüber, sie lief mir aber zu viel herum und wirkte oft ablenkend.
Zuletzt der Hauptdarsteller Yves Sandro Fuhrmann (Abu Kital). Auch ihm hätte ich gerne zugerufen: Nun bleib doch mal sitzen! Das nervöse Hin- und Hergehen (nicht nur am Anfang) und die gleichbleibend laute, erregte Stimme (erst in der Schluss-Szene war es dann bedeutend besser), sind aber das Einzige, was mich gestört hat. Seine Gesamtleistung war ausgezeichnet, war er doch fast immer auf der Bühne präsent. Dennoch gab es keine Textunsicherheiten, auch rein äußerlich machte er etwas her.
Fazit: Trotz aller Schwächen ein Kompliment an alle, die mitgewirkt haben. Bei einer nochmaligen Aufführung ließen sich problemlos viele der erwähnten Schwächen ausmerzen. Schließlich war es die erste Aufführung überhaupt, es gab also kein Vorbild und die Darsteller waren Schüler. Hoffen wir, dass es nicht bei diesem ersten Versuch bleibt.
Viele Grüße, ganz besonders nach Hachenburg!
Jutta
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Rolf Dernen
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Paroun
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- Registriert: 4. Jan 2006, 12:18
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1. Summarium ex laudatio
So, meine Lieben, habe mir jetzt etwas Zeit gelassen, um die unterschiedlichen Reaktionen auf die DVD und damit auf unsere Aufführung zu sammeln.
Um eines mal gleich vorweg klarzustellen: Ich bin niemandem böse, wenn er seine offene konstruktive Kritik hier äußert, im Gegenteil. Ich/wir kann/können daraus nur lernen, und die hier dargestellten Meinungen teile ich im Großen und Ganzen auch. Ja, auch die eher negativeren.
Hier zur Verdeutlichung mal einige Punkte, die mir aufgefallen sind.
1. Die Qualität der DVD! Leider waren es nur Laiencamcorderaufnahmen, die entsprechend auch bei mir Anlass zu Klage gegeben haben. Aber das Problem haben wir dann bereits bei der nächsten (diesjährigen) Aufführung unserer AG gelöst, in dem wir die Kamera erhöht auf ein Podest stellten und die Einstellung ständig auf die Bühne gerichtet war.
2. Die Unverständlichkeit des Textes oder die Tontechnischen Probleme! Auch das wurde dieses Jahr geändert, in dem direkt vor die Bühne Mikrophone gestellt wurden und die Kamera während der Aufnahme mit der PA, über die die Mikrophone ausgesteuert wurden, verbunden wurde.
3. Die dramaturgischen Schwächen des Stückes selbst, die ich erkannte, aber aus Respekt vor May's Text nicht zu verändern wagte. Dahingehend sollte bei einer erneuten Aufführung durchaus ein mutiger Versuch gewagt werden, den ich mir in etwa so vorstelle:
Ich sehe May's Text wie die Rohfassung eines Orchesterstücks an, dass am Klavier komponiert und als Klaviersatz aufgeschrieben wurde. Nun muss es entsprechend der gewünschten Klangfarben orchestriert werden. Die von May vorgenommene Orchestrierung seines Textes ist in weiten Teilen dramaturgisch gesehen misslungen, will heißen der ordentliche theaterpraktische Fluss des Textes ist so in dieser Form nur selten gegeben. Die Orchestrierung des Textes gilt es nun zu überdenken und gegebenenfalls behutsam zu verändern, allerdings darf der Text selbst dabei - eben als Mays Werk - nicht angetastet werden. Dieses Ziel ließe sich in etwa durch eine Veränderung/Verschiebung der entsprechenden Einsätze der Schauspieler erreichen. Dies ist jedoch bisher nur Theorie. Vielleicht versuche ich mich im Winter mal an einer entsprechenden Umgestaltung.
All diese Punkte gilt es aufzugreifen und zu verbessern, daher freue ich mich über jedwede Kritik, ob positiv oder negativ, nur akzeptiere ich und werde ich nie eine rein destruktive Kritik akzeptieren. Aus allem anderen will ich und wollen wir gerne lernen und es dementsprechend bei einer eventuellen neuen Aufführung verbessern.
Also nur Mut und äußert eure Kritiken weiter!! Denn in diesem Sinne halte ich es mit Shakespeare:
"Wollt ihr geduldig euer Ohr dem leih'n,
Woll'n wir's von Mängeln, wo' noch Not, befrei'n."
Herzlichst, Euer
Peter Wayand
Um eines mal gleich vorweg klarzustellen: Ich bin niemandem böse, wenn er seine offene konstruktive Kritik hier äußert, im Gegenteil. Ich/wir kann/können daraus nur lernen, und die hier dargestellten Meinungen teile ich im Großen und Ganzen auch. Ja, auch die eher negativeren.
Hier zur Verdeutlichung mal einige Punkte, die mir aufgefallen sind.
1. Die Qualität der DVD! Leider waren es nur Laiencamcorderaufnahmen, die entsprechend auch bei mir Anlass zu Klage gegeben haben. Aber das Problem haben wir dann bereits bei der nächsten (diesjährigen) Aufführung unserer AG gelöst, in dem wir die Kamera erhöht auf ein Podest stellten und die Einstellung ständig auf die Bühne gerichtet war.
2. Die Unverständlichkeit des Textes oder die Tontechnischen Probleme! Auch das wurde dieses Jahr geändert, in dem direkt vor die Bühne Mikrophone gestellt wurden und die Kamera während der Aufnahme mit der PA, über die die Mikrophone ausgesteuert wurden, verbunden wurde.
3. Die dramaturgischen Schwächen des Stückes selbst, die ich erkannte, aber aus Respekt vor May's Text nicht zu verändern wagte. Dahingehend sollte bei einer erneuten Aufführung durchaus ein mutiger Versuch gewagt werden, den ich mir in etwa so vorstelle:
Ich sehe May's Text wie die Rohfassung eines Orchesterstücks an, dass am Klavier komponiert und als Klaviersatz aufgeschrieben wurde. Nun muss es entsprechend der gewünschten Klangfarben orchestriert werden. Die von May vorgenommene Orchestrierung seines Textes ist in weiten Teilen dramaturgisch gesehen misslungen, will heißen der ordentliche theaterpraktische Fluss des Textes ist so in dieser Form nur selten gegeben. Die Orchestrierung des Textes gilt es nun zu überdenken und gegebenenfalls behutsam zu verändern, allerdings darf der Text selbst dabei - eben als Mays Werk - nicht angetastet werden. Dieses Ziel ließe sich in etwa durch eine Veränderung/Verschiebung der entsprechenden Einsätze der Schauspieler erreichen. Dies ist jedoch bisher nur Theorie. Vielleicht versuche ich mich im Winter mal an einer entsprechenden Umgestaltung.
All diese Punkte gilt es aufzugreifen und zu verbessern, daher freue ich mich über jedwede Kritik, ob positiv oder negativ, nur akzeptiere ich und werde ich nie eine rein destruktive Kritik akzeptieren. Aus allem anderen will ich und wollen wir gerne lernen und es dementsprechend bei einer eventuellen neuen Aufführung verbessern.
Also nur Mut und äußert eure Kritiken weiter!! Denn in diesem Sinne halte ich es mit Shakespeare:
"Wollt ihr geduldig euer Ohr dem leih'n,
Woll'n wir's von Mängeln, wo' noch Not, befrei'n."
Herzlichst, Euer
Peter Wayand