Nscho Tschi und Old Shatterhand in Dresden
Verfasst: 28. Nov 2008, 16:01
(eine Anregung aus einem alten Jahrbuch aufgreifend)
Wäre Nscho Tschi mit Old Shatterhand glücklich geworden und umgekehrt ? Nein. Das wird einer der Gründe sein, warum ihr Autor sie so früh hat sterben lassen … Über Zulässigkeit, Form, Voraussetzungen, Familienrecht, Staatsangehörigkeit, BGB, Hautfarben und was dergleichen mehr ist, wollen wir hier nicht sprechen, das machen schon andere. Beschäftigen wir uns mit Wesentlicherem.
Im Gegensatz zu Judith Silberstein, die zwar im Gegensatz zu der Dame aus dem ‚Silberlöwen’ nicht ganz „hohl“, aber doch offensichtlich sozusagen auch nicht allzu angefüllt war, ist Nscho Tschi unserem Shatterhand möglicherweise intellektuell gar überlegen, zumindest was Gedankenschnelligkeit und Vortragsvermögen anlangt. Man schaue im Weltbild-Band, im Reprint oder Internet nach, die Stelle wo es um die Tierversuche u.a. geht, da spricht sie viel und er wenig, und was sie sagt hat Hand und Fuß, und er weiß nicht immer wirklich überzeugendes zu entgegnen.
Außerdem neigt unser Freund nicht nur geistig zu einer gewissen altfränkischen Behäbigkeit (zum „altfränkischen Zug“ bitte ich bei Ludwig Klages a.a.O. nachzulesen), und es ist vielleicht nicht nur die intellektuelle Wachheit, wo er der temporären Dame seines Herzens auf die Dauer vermutlich nicht gewachsen wäre …(wie schrieb Hemingway irgendwo sinngemäß über eine junge Indianerin seiner Jugend, keine habe es je besser gemacht, und ob so ein flottes Naturkind (wir sind so um 1880, da war so eine Formulierung noch möglich) dann unbedingt mit einem treudeutschen Piesepampel gut bedient wäre (Formulierungen sind doch manchmal was Schönes), sei durchaus dahingestellt.)
Nscho Tschi ist eine selbständig denkende junge Frau mit, wie sagte mal eine Kollegin sehr hübsch, Rasierklingen an den Ellenbogen, das verträgt Old Shatterhand nicht. Klug darf sie schon sein, aber letzten Endes möchte er sich ihr schon noch ein bisserl überlegen fühlen, wo kämen wir denn sonst hin. Und allzu unweiblich hart und schroff und unbequem, Neenee, immer schön dosieren bittschön, sonst wird’s eng, warte warte nur ein Weilchen, dann wird dich der Santer holen mit dem Schießgewe – he - her.
Sie hätte in St. Louis u.a. westeuropäisch kochen gelernt … und ihm dann vielleicht nur noch Vegetarisches vorgesetzt (wenn überhaupt; kochen, vorgesetzt, na hörnsemal, in was für einem Film sind wir denn hier …) …unser Freund konnte sich zwar gelegentlich wollschlägersch über dieses und jenes durchaus entsetzten, aber sein Hühnchen mit Reis oder sein Jägerschnitzel hat er aber dann doch immer wieder gern gegessen …wer ist schon so konsequent, Winnetou vielleicht, aber den gibt’s ja gar nicht …
Und außerdem hat er eigentlich ganz gern seine Ruhe, seine kleine, überschaubare Welt und seinen bescheidenen häuslichen Frieden, auch wenn er sich im Wilden Westen scheinbar so oft ganz rauhbeinig und gelegentlich wie ein wildgewordener Handfeger gibt … und passt sich an und sagt sich bei aller Quengelei und Querulanterei bei sich selber, gebt dem Kaiser undsoweiter und lasst den lieben Gott einen guten Mann sein, während sie möglicherweise Bürgerinitiativen gegründet, sich in ihnen engagiert und das auch noch ernstgenommen hätte. Und dann diese Gespräche über Kindergartenplätze, Ungerechtigkeiten, den neuen Bebauungsplan, die Luftverschmutzung und Strahlenbelastung, Mängel des Schulsystems, unzureichende Kinderermäßigungen bei der Radebeuler Straßenbahn, oder Abstimmungsunstimmigkeiten, Formfehler und sonstnochwas bei den Roten, die zuvor mal eine Umweltpartei waren und auch eine Friedenspartei, und als das beides nicht geklappt hat haben sie es dann mal mit Indianerpartei versucht ... (Kaum war Der-im-Schafspelz-unschuldig-guckt Vorsitzender, vernahmen wir schon eigenartige Botschaft und hingen die Plakate in Apache, das ging aber wirklich ratzfatz, und die Gesichtszüge sahen da plötzlich auch schon ganz anders aus, oder haben einige tendenziell bangbüchsig-flöhehustenhörende und einigermaßen verblüffte Dresdener (die erdachte Geschichte spielt um 1880 dorten, in diesem Fall lege ich ausnahmsweise größten Wert auf die konkrete Zuordnung von Ort und Zeit; ich hoffe die Straßenbahn gab's schon) sich das mal wieder eingebildet)
Nein ! Es hat nicht sollen sein mit den beiden, und das ist auch gut so …
:-))
Wäre Nscho Tschi mit Old Shatterhand glücklich geworden und umgekehrt ? Nein. Das wird einer der Gründe sein, warum ihr Autor sie so früh hat sterben lassen … Über Zulässigkeit, Form, Voraussetzungen, Familienrecht, Staatsangehörigkeit, BGB, Hautfarben und was dergleichen mehr ist, wollen wir hier nicht sprechen, das machen schon andere. Beschäftigen wir uns mit Wesentlicherem.
Im Gegensatz zu Judith Silberstein, die zwar im Gegensatz zu der Dame aus dem ‚Silberlöwen’ nicht ganz „hohl“, aber doch offensichtlich sozusagen auch nicht allzu angefüllt war, ist Nscho Tschi unserem Shatterhand möglicherweise intellektuell gar überlegen, zumindest was Gedankenschnelligkeit und Vortragsvermögen anlangt. Man schaue im Weltbild-Band, im Reprint oder Internet nach, die Stelle wo es um die Tierversuche u.a. geht, da spricht sie viel und er wenig, und was sie sagt hat Hand und Fuß, und er weiß nicht immer wirklich überzeugendes zu entgegnen.
Außerdem neigt unser Freund nicht nur geistig zu einer gewissen altfränkischen Behäbigkeit (zum „altfränkischen Zug“ bitte ich bei Ludwig Klages a.a.O. nachzulesen), und es ist vielleicht nicht nur die intellektuelle Wachheit, wo er der temporären Dame seines Herzens auf die Dauer vermutlich nicht gewachsen wäre …(wie schrieb Hemingway irgendwo sinngemäß über eine junge Indianerin seiner Jugend, keine habe es je besser gemacht, und ob so ein flottes Naturkind (wir sind so um 1880, da war so eine Formulierung noch möglich) dann unbedingt mit einem treudeutschen Piesepampel gut bedient wäre (Formulierungen sind doch manchmal was Schönes), sei durchaus dahingestellt.)
Nscho Tschi ist eine selbständig denkende junge Frau mit, wie sagte mal eine Kollegin sehr hübsch, Rasierklingen an den Ellenbogen, das verträgt Old Shatterhand nicht. Klug darf sie schon sein, aber letzten Endes möchte er sich ihr schon noch ein bisserl überlegen fühlen, wo kämen wir denn sonst hin. Und allzu unweiblich hart und schroff und unbequem, Neenee, immer schön dosieren bittschön, sonst wird’s eng, warte warte nur ein Weilchen, dann wird dich der Santer holen mit dem Schießgewe – he - her.
Sie hätte in St. Louis u.a. westeuropäisch kochen gelernt … und ihm dann vielleicht nur noch Vegetarisches vorgesetzt (wenn überhaupt; kochen, vorgesetzt, na hörnsemal, in was für einem Film sind wir denn hier …) …unser Freund konnte sich zwar gelegentlich wollschlägersch über dieses und jenes durchaus entsetzten, aber sein Hühnchen mit Reis oder sein Jägerschnitzel hat er aber dann doch immer wieder gern gegessen …wer ist schon so konsequent, Winnetou vielleicht, aber den gibt’s ja gar nicht …
Und außerdem hat er eigentlich ganz gern seine Ruhe, seine kleine, überschaubare Welt und seinen bescheidenen häuslichen Frieden, auch wenn er sich im Wilden Westen scheinbar so oft ganz rauhbeinig und gelegentlich wie ein wildgewordener Handfeger gibt … und passt sich an und sagt sich bei aller Quengelei und Querulanterei bei sich selber, gebt dem Kaiser undsoweiter und lasst den lieben Gott einen guten Mann sein, während sie möglicherweise Bürgerinitiativen gegründet, sich in ihnen engagiert und das auch noch ernstgenommen hätte. Und dann diese Gespräche über Kindergartenplätze, Ungerechtigkeiten, den neuen Bebauungsplan, die Luftverschmutzung und Strahlenbelastung, Mängel des Schulsystems, unzureichende Kinderermäßigungen bei der Radebeuler Straßenbahn, oder Abstimmungsunstimmigkeiten, Formfehler und sonstnochwas bei den Roten, die zuvor mal eine Umweltpartei waren und auch eine Friedenspartei, und als das beides nicht geklappt hat haben sie es dann mal mit Indianerpartei versucht ... (Kaum war Der-im-Schafspelz-unschuldig-guckt Vorsitzender, vernahmen wir schon eigenartige Botschaft und hingen die Plakate in Apache, das ging aber wirklich ratzfatz, und die Gesichtszüge sahen da plötzlich auch schon ganz anders aus, oder haben einige tendenziell bangbüchsig-flöhehustenhörende und einigermaßen verblüffte Dresdener (die erdachte Geschichte spielt um 1880 dorten, in diesem Fall lege ich ausnahmsweise größten Wert auf die konkrete Zuordnung von Ort und Zeit; ich hoffe die Straßenbahn gab's schon) sich das mal wieder eingebildet)
Nein ! Es hat nicht sollen sein mit den beiden, und das ist auch gut so …
:-))