Nscho Tschi und Old Shatterhand in Dresden

Rüdiger

Nscho Tschi und Old Shatterhand in Dresden

Beitrag von Rüdiger »

(eine Anregung aus einem alten Jahrbuch aufgreifend)

Wäre Nscho Tschi mit Old Shatterhand glücklich geworden und umgekehrt ? Nein. Das wird einer der Gründe sein, warum ihr Autor sie so früh hat sterben lassen … Über Zulässigkeit, Form, Voraussetzungen, Familienrecht, Staatsangehörigkeit, BGB, Hautfarben und was dergleichen mehr ist, wollen wir hier nicht sprechen, das machen schon andere. Beschäftigen wir uns mit Wesentlicherem.

Im Gegensatz zu Judith Silberstein, die zwar im Gegensatz zu der Dame aus dem ‚Silberlöwen’ nicht ganz „hohl“, aber doch offensichtlich sozusagen auch nicht allzu angefüllt war, ist Nscho Tschi unserem Shatterhand möglicherweise intellektuell gar überlegen, zumindest was Gedankenschnelligkeit und Vortragsvermögen anlangt. Man schaue im Weltbild-Band, im Reprint oder Internet nach, die Stelle wo es um die Tierversuche u.a. geht, da spricht sie viel und er wenig, und was sie sagt hat Hand und Fuß, und er weiß nicht immer wirklich überzeugendes zu entgegnen.

Außerdem neigt unser Freund nicht nur geistig zu einer gewissen altfränkischen Behäbigkeit (zum „altfränkischen Zug“ bitte ich bei Ludwig Klages a.a.O. nachzulesen), und es ist vielleicht nicht nur die intellektuelle Wachheit, wo er der temporären Dame seines Herzens auf die Dauer vermutlich nicht gewachsen wäre …(wie schrieb Hemingway irgendwo sinngemäß über eine junge Indianerin seiner Jugend, keine habe es je besser gemacht, und ob so ein flottes Naturkind (wir sind so um 1880, da war so eine Formulierung noch möglich) dann unbedingt mit einem treudeutschen Piesepampel gut bedient wäre (Formulierungen sind doch manchmal was Schönes), sei durchaus dahingestellt.)

Nscho Tschi ist eine selbständig denkende junge Frau mit, wie sagte mal eine Kollegin sehr hübsch, Rasierklingen an den Ellenbogen, das verträgt Old Shatterhand nicht. Klug darf sie schon sein, aber letzten Endes möchte er sich ihr schon noch ein bisserl überlegen fühlen, wo kämen wir denn sonst hin. Und allzu unweiblich hart und schroff und unbequem, Neenee, immer schön dosieren bittschön, sonst wird’s eng, warte warte nur ein Weilchen, dann wird dich der Santer holen mit dem Schießgewe – he - her.

Sie hätte in St. Louis u.a. westeuropäisch kochen gelernt … und ihm dann vielleicht nur noch Vegetarisches vorgesetzt (wenn überhaupt; kochen, vorgesetzt, na hörnsemal, in was für einem Film sind wir denn hier …) …unser Freund konnte sich zwar gelegentlich wollschlägersch über dieses und jenes durchaus entsetzten, aber sein Hühnchen mit Reis oder sein Jägerschnitzel hat er aber dann doch immer wieder gern gegessen …wer ist schon so konsequent, Winnetou vielleicht, aber den gibt’s ja gar nicht …

Und außerdem hat er eigentlich ganz gern seine Ruhe, seine kleine, überschaubare Welt und seinen bescheidenen häuslichen Frieden, auch wenn er sich im Wilden Westen scheinbar so oft ganz rauhbeinig und gelegentlich wie ein wildgewordener Handfeger gibt … und passt sich an und sagt sich bei aller Quengelei und Querulanterei bei sich selber, gebt dem Kaiser undsoweiter und lasst den lieben Gott einen guten Mann sein, während sie möglicherweise Bürgerinitiativen gegründet, sich in ihnen engagiert und das auch noch ernstgenommen hätte. Und dann diese Gespräche über Kindergartenplätze, Ungerechtigkeiten, den neuen Bebauungsplan, die Luftverschmutzung und Strahlenbelastung, Mängel des Schulsystems, unzureichende Kinderermäßigungen bei der Radebeuler Straßenbahn, oder Abstimmungsunstimmigkeiten, Formfehler und sonstnochwas bei den Roten, die zuvor mal eine Umweltpartei waren und auch eine Friedenspartei, und als das beides nicht geklappt hat haben sie es dann mal mit Indianerpartei versucht ... (Kaum war Der-im-Schafspelz-unschuldig-guckt Vorsitzender, vernahmen wir schon eigenartige Botschaft und hingen die Plakate in Apache, das ging aber wirklich ratzfatz, und die Gesichtszüge sahen da plötzlich auch schon ganz anders aus, oder haben einige tendenziell bangbüchsig-flöhehustenhörende und einigermaßen verblüffte Dresdener (die erdachte Geschichte spielt um 1880 dorten, in diesem Fall lege ich ausnahmsweise größten Wert auf die konkrete Zuordnung von Ort und Zeit; ich hoffe die Straßenbahn gab's schon) sich das mal wieder eingebildet)

Nein ! Es hat nicht sollen sein mit den beiden, und das ist auch gut so …

:-))
markus
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Re: Nscho Tschi und Old Shatterhand in Dresden

Beitrag von markus »

:-)) Köstlich;-))

Ich glaube Nscho Tschi hat doch einen weißen geheiratet, denn eine Nachfahrin von ihr sitzt heute in der Bundesregierung, Bundesfamilienministerin und Massenmama Frau Ursula von der Leyen;-)).
Obwohl, sie wurde ja auf dem Weg nach St. Louis erschossen (Nscho Tschi, nicht die Ursula;-))), von daher müßte es ja vor der Begegnung mit Charley gewesen sein. Darüber müßte uns der Film "Winnetou und sein Freund Old Firehand" Aufschluß geben, denn der spielt ja zeitlich vor der Begegnung mit Old Shatterhand.
So n Mist daß ich den gleich gelöscht habe, nachdem ich 10 Minuten gesehen hab;-))))))).
Rüdiger

Re: Nscho Tschi und Old Shatterhand in Dresden

Beitrag von Rüdiger »

Wann sollte noch gleich die Familienministerkonferenz in St. Louis sein ... oder verwechsle ich da grad was ...

Aber Du hast auch was verwechselt. Die Nachfahrin ist nicht die von der Leyen (zu der fällt mir auf Anhieb keine der interessanten Figuren bei May ein ...), sondern die Sarah Wagenknecht. Erst dachte ich, die Nahles, aber die scheint mir irgendwie doch einfacher gestrickt. Es muß die Wagenknecht sein.

;-)
Hermesmeier

Re: Nscho Tschi und Old Shatterhand in Dresden

Beitrag von Hermesmeier »

Ich weiß, es ist off topic. aber dieser Link hier ist für Rüdiger und kommt von Herzen. Wir sind ja im "Rest" hier ...
Hat sie Deine Forenbeiträge gekannt, die Lara?

Gruß
Wolfgang
Rüdiger

Re: Nscho Tschi und Old Shatterhand in Dresden

Beitrag von Rüdiger »

:-)

Wegen des Bezugs lustig (ohne überhaupt nicht), ansonsten sortiere ich die Frau gerne in die sogenannte Bauchbinde-Fraktion ein ... (hatten wir schon mindestens eine davon in diesem Thread)

Tja ... "Ich beneide immer alle Leute, die fließend sprechen, also flüssig, wie unsere Politiker, ... Aber ich kann eben nicht so schnell sprechen ... Ich muss so oft über das nachdenken, was ich sage. Das hält natürlich kolossal auf.“ (Werner Finck)
Hermesmeier

Re: Nscho Tschi und Old Shatterhand in Dresden

Beitrag von Hermesmeier »

ansonsten sortiere ich die Frau gerne in die sogenannte Bauchbinde-Fraktion ein
Habe ich da was übersehen? Blutet die Frau aus dem Nabel? [[ Sorry, folks, I just couldn't resist ]]
Rüdiger

Re: Nscho Tschi und Old Shatterhand in Dresden

Beitrag von Rüdiger »

Sagen wir so: eine von denen, die, selbst wenn man sie einem Bären aufbände, auch dadurch weder witziger, reizvoller noch interessanter würde.

Im Gegensatz zu Frau Wagenknecht, die Old Shatterhand zwar tunlichst auch nicht geheiratet hätte, aber vielleicht durchaus mal mit ihr Shoppen geritten wäre.
Hermesmeier

Re: Nscho Tschi und Old Shatterhand in Dresden

Beitrag von Hermesmeier »

Darf ich das so verstehen, dass, wenn man sie Dir auf den Bauch bände, die Dame (womit wir vermutlich wieder beim Klammern [respektve bei den Klammern] angelangt sind), sich bei Dir nichts regte? Ja, mit wem von Euch beiden muss ich denn da jetzt Mitleid haben?
Rüdiger

Re: Nscho Tschi und Old Shatterhand in Dresden

Beitrag von Rüdiger »

Weder noch (Mitleid).

(Dir zuliebe setze ich auch in einen Zwei - (bzw.Drei -) Worte - Satz eine Klammer).
markus
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Re: Nscho Tschi und Old Shatterhand in Dresden

Beitrag von markus »

Rüdiger hat geschrieben:Aber Du hast auch was verwechselt. Die Nachfahrin ist nicht die von der Leyen (zu der fällt mir auf Anhieb keine der interessanten Figuren bei May ein ...), sondern die Sarah Wagenknecht. Erst dachte ich, die Nahles, aber die scheint mir irgendwie doch einfacher gestrickt. Es muß die Wagenknecht sein.

;-)
Nscho Tschi war doch keine Kommunistin. Bürgerrechtlerin, also grün, aber nicht rot;-)
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