Hohenstein-Ernstthal

n.f.
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Hohenstein-Ernstthal

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Die soeben erschienene neue Ausgabe der "Karl May Haus Information" (Nr. 21; erstmals durchgehend farbig gedruckt) hält auch für Interessierte am Bühnengeschehen rund um Karl May einen interessanten Artikel bereit: Auf elf Seiten widmen sich Kerstin Orantek und Henry Kreul "Karl-May-Aufführungen in Hohenstein-Ernstthal" und fördern dabei nach eigenen Recherchen auch Neues zutage, etwa die spannenden Planungen Werner Legères, in den 1930er-Jahren in Hohenstein-Ernstthal ein "Karl-May-Naturtheater" ins Leben zu rufen. Bereits 1932 hatte er im dortigen Hotel "Drei Schwanen" Winnetou auf die Bühne gebracht (und auch selbst verkörpert; der Beitrag in der "Karl May Haus Information" dokumentiert hiervon ein Foto; siehe zu diesem Thema auch KARL MAY & Co. Nr. 72), später sollte es eine eigene Naturbühne am Serpentinit-Steinbruch werden. Das Vorhaben, das, wie Orantek und Kreul schreiben, recht konkret war, ließ sich letztlich allerdings nicht in die Tat umsetzen - "wahrscheinlich [bedingt] durch die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs, an dem auch Legère teilnehmen musste". Die Autoren berichten darüber hinaus auch von einem "Öffentlichen Karl-May-Abend" am 28. Februar 1942 mit einer Winnetou-Aufführung in der Ernstthaler Turnhalle ("Die Jugend spielt 'Winnetou'").

So spannend der Beitrag in puncto frühe May-Bühnen-Aktivitäten in und um Hohenstein-Ernstthal ist, so bedauerlich empfinde ich die etwas eindimensionale Bewertung der letzten Aufführungen (2004/2006) auf der Bühne am Stausee Oberwald, die in dem Beitrag einen Schwerpunkt einnehmen. Einerseits werden hier wichtige frühe Beteiligungen - siehe etwa den zeitweisen künstlerischen Leiter Klaus-Hagen Latwesen - nicht erwähnt, ebenso wenig die Pressekonferenz 1997 am Stausee, bei der der erste künstlerische Leiter Herbert Graedtke sogar sein Wunschensemble in Kostümen präsentierte (darunter Roland Seidler als Winnetou, siehe hierzu Text und Foto in KARL MAY & Co. Nr. 70), andererseits werden kritische Stimmen zur Qualität der späteren Aufführungen ausgeblendet, vielmehr der zweifelhafte Eindruck vermittelt, es habe "durchgängig zufriedene Besucher" gegeben. Die jüngsten - einschneidenden - Insolvenzen der Betreibergesellschaften blenden die Autoren, die bei den letzten Aufführungen selbst als Akteure mitwirkten, leider ebenso aus.

Die "Karl May Haus Information" Nr. 21, die weitere interessante Beiträge rund um Karl May enthält (etwa zu Karl Mays Wohnsitzen in Hohenstein-Ernstthal), kann über das Karl-May-Haus bezogen werden. Siehe: http://www.karl-may-haus.de" onclick="window.open(this.href);return false;