Dem "Phänomen Karl-May-Filme" widmet sich neuerdings die FAZ. Viele, viele bunte Bildchen und auch einen Text gibt es hier:
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Darin heißt es u.a.:
Was fällt also ins Auge, wenn Winnetou (Pierre Brice) und Old Shatterhand (Lex Barker) doch noch einmal losreiten? [...] Es ist nicht viel. Allenfalls verblüfft beim Wiedersehen das Ausmaß, in dem die Filme von Harald Reinl, Alfred Vohrer oder Georg Marischka sich von Beginn an selbst nicht ernst nahmen. Fast durchweg sind die Nebenrollen besser im Gedächtnis geblieben, der Schmetterlingssammler Lord Castlepool vor allem als besonders ungeeigneter Westmann. Diese Spaßmacher (Ralf Wolter und Eddi Arent in erster Linie) wirken heute wie Symptome eines schlechten Gewissens darüber, dass sich hier eine Konsumkultur an einem Genre versucht, für das sie weder die mythologische Potenz noch die natürlichen Ressourcen hat. Sie helfen, das Unbehagen wegzulachen, das sich einstellt, wenn Winnetou und Old Shatterhand die Geschichte des Wilden Westens umschreiben.
Und:
Hier liegt vielleicht das eigentliche Kuriosum des Erfolgs der westdeutschen Karl-May-Filme: dass sie so weit hinter der Illusionsenergie der Vorlagen zurückblieben.
Und:
Im Rückblick auf Harald Reinl und Alfred Vohrer und nach Pierre Brice und Bully Herbig ist aber nicht zu übersehen, dass von Karl May nur eine Seite - die provinzielle, das Sächseln, wenn man so will - verfilmt wurde. Die andere, die universalmythologische und reservebiblische Seite, harrt noch eines Regisseurs, und es steht sehr in Frage, ob die Rocky Mountains dafür einen authentischeren Drehort abgeben würden als die kroatischen Nationalparks. Vielleicht sollte man einfach in Deutschland drehen.