Rekord in Bad Segeberg: 320.339 Zuschauer

Angel
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Re: Rekord in Bad Segeberg: 320.339 Zuschauer

Beitrag von Angel »

SirRichard hat geschrieben: Viele (insbesondere Film-) Freunde aus der Karl May Szene vergöttern ja bis heute Pierre Brice als DIE Winnetou-Verkörperung schlechthin. Nun, für die Filme mag dies ja noch gelten, für die Bühnenjahre vermag ich das nicht nachzuvollziehen.
Entschuldigung, muß sofort ein Veto einlegen ...
Ich habe PB weder in den K.M.Film Entstehungszeiten vergöttert und tu's auch bis heute nicht.
Er spielte bei mir immer nur die 2.Geige, eine untergeordnete Rolle, schon vergessen ich bin und bleibe bis in alle Ewigkeit, eingeschworener, eingefleischter Sexy-Hexy-Lexy-Fan.
Neben LB verblasst Pierres Ruhm, er konnte ihm zu keiner Zeit das Wasser reichen. Neben ihm, dem g'standnen Mannsbild, wie die Bayern sagen, wirkte er wie ein Schatten seiner selbst ...
SirRichard
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Re: Rekord in Bad Segeberg: 320.339 Zuschauer

Beitrag von SirRichard »

Nun, eine für mich sehr nachvollziehbare Darstellung. Ich wollte zu Karneval auch unbedingt ein Old Shatterhand-Kostüm, allein schon die schweisstreibende Perücke machte für mich den Indianereinsatz unattraktiv! :-)
markus
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Re: Rekord in Bad Segeberg: 320.339 Zuschauer

Beitrag von markus »

SirRichard hat geschrieben:Warum sollte Karl May kein Family Entertainment sein?
Die Spiele sinds vieleicht (kanns nicht beurteilen), Karl May nicht. Überhaupt habe ich so meine Probleme mit diesem Begriff, klingt irgendwie englisch. Übersetzt das mal auf deutsch, gibts bestimmt eine gute Übersetzung dafür;-).
Rüdiger

Re: Rekord in Bad Segeberg: 320.339 Zuschauer

Beitrag von Rüdiger »

Familienunterhaltung. - Nein, dann doch lieber englisch ...

:-)
markus
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Re: Rekord in Bad Segeberg: 320.339 Zuschauer

Beitrag von markus »

Nscho-tschi hat geschrieben:
[quote="
markus hat geschrieben:
Family Entertainment
Dieser Begriff in Verbindung mit Karl May - da sträuben sich mir die Nackenhaare.;-)
Das ist seit Jahren in Bad Segeberg so. Damit haben die aber ziemlichen Erfolg.
Außerdem heißt es: "Frei nach Karl May".
In naher Zukunft wird es heißen: "Frei nach Schnauze", da brauchen die nicht mal mehr Karl May.
Nscho-tschi hat geschrieben:Zur Info für Markus und alle die es sonst noch wissen wollen: Preise lagen (!) zwischen 13,00 Euro (Platzgruppe II) und 24,00 Euro (Bühnenplatz)
Wer lesen kann ist klar im Vorteil, denn ich hatte weiter oben schon geschrieben daß ich mitlerweile nachgeschaut habe;-).
markus
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Re: Rekord in Bad Segeberg: 320.339 Zuschauer

Beitrag von markus »

Rüdiger hat geschrieben:Familienunterhaltung. - Nein, dann doch lieber englisch ...

:-)
;-)))

Am besten gar nicht, oder wirklich wie ich grad schon schrieb, Karl May ganz ausklammern, "Cowboy und Indianer Festspiele", das wärs;-).
SirRichard
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Re: Rekord in Bad Segeberg: 320.339 Zuschauer

Beitrag von SirRichard »

Für mich nicht nachvollziehbar. Warum sollte Karl May keine Familien Unterhaltung darstellen?
Liegen dort nicht seine Wurzeln? Adressierten sich nicht gerade die als Fortsetzungsgeschichten konzipierten Kolportageromane an den kleinen Bürger, weckten nicht gerade diese Geschichten die Fantasien von Kindern (oder wie man wohl zu Mays Zeiten sagte: Buben und Mädel)?

Was macht Deiner Meinung nach Karl May untauglich für die Familienunterhaltung? Abgesehen davon - die über eine halbe Million Besucher sämtlicher Karl May Bühnen (inkl. der immer wieder für ihre Karl May Treue gelobte Rathener) werden wohl kaum alles kinderlose Singles gewesen sein... :-)
markus
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Re: Rekord in Bad Segeberg: 320.339 Zuschauer

Beitrag von markus »

Ich wiederhol mich ja immer wieder gerne - Karl May ist das eine, die Festspiele sind das andere. Beides zusammen geht nur wenn mehr Bezug auf Karl May genommen wird (was ja in Rathen allen Anschein nach geschieht). Wenn aber so ein Unterhaltungstralala wie in Segeberg oder Elspe (wo ich dieses Jahr war) stattfindet, dann hat das ganze nur wenig mit Karl May zu tun (im Grunde gar nix). Lediglich einige Figuren werden aus dem Werk verwendet (und meist bloß die Namen, nicht der Charakter), die Titel, das wars aber auch schon, das meiste ist frei erfunden und noch nicht einmal gut.

Mag sein daß es in Segeberg vielen gefallen hat, der Zuschauerrekord lügt ja nicht (wobei Quantität für mich noch lange nicht Qualität ist). Jedoch unterstelle ich jetzt einfach mal daß viele der Zuschauer nicht in erster Linie wegen Karl May dort waren, sondern wegen dem Spektakel an sich. Ich glaube auch daß die wenigsten von denen jemals ein Karl-May-Buch in den Händen hatte, geschweigedenn gelesen.

Aber darum gehts ja nicht. Es geht lediglich darum daß Karl May und sein Werk und die (vor allem die bekannten) Festspiele zwei verschiedene Paar Schuhe sind.

Ach und eh ichs vergesse: Daß Karl May kein Jugendschriftsteller war dürfte mittlerweile jedem klar sein, auch kein Onkel für die Familienunterhaltung, das war er auch alles, aber nicht nur. Aber in erster Linie, da schrieb er nur...für sich!!! Wer das nicht begreifft...

Und Kolportageromane für Kinder...??? Glaub jetzt sträuben sich wieder meine Nackenhaare daß es nur so knistert;-)).
Rüdiger

Re: Rekord in Bad Segeberg: 320.339 Zuschauer

Beitrag von Rüdiger »

Karl May (in Sachen Knistern) hat geschrieben: Ich hörte es von Marah Durimeh, die meine Lehrerin gewesen ist, so lange ich lebe. Sie liebt dies Knistern sehr; sie pflegt es sogar; sie wird besorgt, wenn es sich einmal mindert. Sie spricht von ihm, wenn sie aus alter Zeit erzählt, als noch kein Mensch von Krankheit etwas wußte. Hat sie dir nicht gesagt von jenem fremden Dichter, der seine Poesie, die er verloren hatte, an diesem Knistern, als sie dann wiederkam, sofort erkannte? Das war das Roß der Himmelsphantasie, der treue Rappe mit der Funkenmähne, der keinen andern Menschen trug als seinen Herrn, den nach der fernen Heimat suchenden. Sobald sich dieser in den Sattel schwang, gab es für beide nur vereinten Willen. Die Hufe warfen Zeit und Raum zurück; der dunkle Schweif strich die Vergangenheiten. Des Laufes Eile hob den Pfad nach oben. Dem harten Felsen gleich ward Wolke, Dunst und Nebel, und durch den Aether donnerte das Rennen hinauf, hinauf ins klare Sternenland. Dort flog die Mähne durch Kometenbahnen, und jedes Haar klang knisternd nach der Kraft, die von den höchsten aller Sonnen stammt und drum auch nur dem höchsten Können dient. Und thaten sich die Thore wieder auf, die niederwärts zur Erdenstunde führen, so tranken Roß und Reiter von dem Bronnen, der aus der Tiefe jenes Lebens quillt, und kehrten dann im Schein der Sterne wieder. Der Reiter hüllte leicht sich in den Silbermantel, den ihm der Mond um Brust und Schultern warf, und seiner Locken Reichtum wallte ihm vom Haupte. Des Rosses düstre Mähne aber wehte, im Winde flatternd wie zerfetzte Strophen, schwarz auf des Mantels dämmerlichten Grund. Und jene wunderbare Kraft von oben, die aus den höchsten aller Sonnen stammt, sprang in gedankenreichen Funkenschwärmen vom wallenden Behang des Wunderpferdes, hell leuchtend, auf des Dichters Locken über und knisterte versprühend in das All.
:-)
SirRichard
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Re: Rekord in Bad Segeberg: 320.339 Zuschauer

Beitrag von SirRichard »

Ich wiederhol mich ja immer wieder gerne - Karl May ist das eine, die Festspiele sind das andere. Beides zusammen geht nur wenn mehr Bezug auf Karl May genommen wird (was ja in Rathen allen Anschein nach geschieht).
Sicherlich gibt es den Ur-May auf keiner Bühne zu sehen (selbst Rathen muss in seiner Interpretation des "Schatz im Silbersee" Zugeständnisse an die beschränkten Möglichkeiten der Spielstätte machen). Aber die Werte von Treue, Freundschaft und Ehrlichkeit bekommt auch eine Bühne wie Segeberg oder Elspe vermittelt.
Mag sein daß es in Segeberg vielen gefallen hat, der Zuschauerrekord lügt ja nicht (wobei Quantität für mich noch lange nicht Qualität ist). Jedoch unterstelle ich jetzt einfach mal daß viele der Zuschauer nicht in erster Linie wegen Karl May dort waren, sondern wegen dem Spektakel an sich. Ich glaube auch daß die wenigsten von denen jemals ein Karl-May-Buch in den Händen hatte, geschweigedenn gelesen
Ich möchte es so sagen: die Qualität war ausreichend genug, ein Rekordergebnis zu erzählen - also war sie immerhin hoch genug, um eine historisch einmalige Zahl von Besuchern nach Bad Segeberg zu locken.
Tatsächlich würde es sich bestimmt lohnen, einmal die Motive für den Besuch einer Karl May Bühne zu ermitteln - das wäre doch mal ein lohnenswertes Projekt für die KM Magazin Redaktion - und damit wohl auch der einzige Weg, Behauptungen und Theorien durch entsprechende Fakten zu ersetzen.
Nun, zumindest meine Kinder fühlten sich erst nach dem Besuch einer Karl May Bühen motiviert, auch mal ein Buch des Maysters zu lesen. Für den Rest der Welt kann ich nicht sprechen.
Aber darum gehts ja nicht. Es geht lediglich darum daß Karl May und sein Werk und die (vor allem die bekannten) Festspiele zwei verschiedene Paar Schuhe sind.

Ach und eh ichs vergesse: Daß Karl May kein Jugendschriftsteller war dürfte mittlerweile jedem klar sein, auch kein Onkel für die Familienunterhaltung, das war er auch alles, aber nicht nur. Aber in erster Linie, da schrieb er nur...für sich!!! Wer das nicht begreifft...

Und Kolportageromane für Kinder...??? Glaub jetzt sträuben sich wieder meine Nackenhaare daß es nur so knistert;-)).
Stimmt, das Werk Mays ist zu vielschichtig, seine Motive zu wechselhaft und auch seine Zielsetzung zu variierend - trotzdem finde ich, dass sich Teile seines Schaffens und seiner Botschaften unverändert deutlich auf den Bühnen wiederfinden.

Wieso ist May kein Jugendschriftsteller? Hat er für sich in Anspruch genommen, nur für eine bestimmte Altersklasse zu schreiben?.. Ach moment, da hast Du ja schon selbst relativert.
Wieso sollte überraschend sein, dass der Autor primär für sich selbst und den eigenen Geldbeutel gearbeitet hat... das dürfte wohl bei der Mehrheit aller Autoren zu allen Zeiten gegolten haben.

Was die Kolportageromane angeht: es dürfte doch wohl illusorisch sein zu glauben, dass Kinder und Jugendliche, wenn sie merken, dass ihre Eltern von einem Schriftstück gefesselt sind, nicht eigene Neugier entwickeln... vor 100 Jahren genauso wie heute. Kinder und Jugendliche mögen nicht die ersten Adressaten oder Käufer gewesen sein. Aber die spannenden Inhalte haben sie genauso wahrgenommen wie ihre älteren Geschwister oder Eltern. Auch wenn hier 100 Jahre und mehr vergangen sind - Kinder sind und waren neugierig!
Sven Margref
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Re: Rekord in Bad Segeberg: 320.339 Zuschauer

Beitrag von Sven Margref »

Photos der letzten Vorstellung des Jahres 2009 gibt es jetzt auch in der KARL MAY & Co.-Galerie
Duke
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Re: Rekord in Bad Segeberg: 320.339 Zuschauer

Beitrag von Duke »

markus hat geschrieben:Ich wiederhol mich ja immer wieder gerne - Karl May ist das eine, die Festspiele sind das andere. Beides zusammen geht nur wenn mehr Bezug auf Karl May genommen wird (was ja in Rathen allen Anschein nach geschieht). Wenn aber so ein Unterhaltungstralala wie in Segeberg oder Elspe (wo ich dieses Jahr war) stattfindet, dann hat das ganze nur wenig mit Karl May zu tun (im Grunde gar nix). Lediglich einige Figuren werden aus dem Werk verwendet (und meist bloß die Namen, nicht der Charakter), die Titel, das wars aber auch schon, das meiste ist frei erfunden und noch nicht einmal gut.

Mag sein daß es in Segeberg vielen gefallen hat, der Zuschauerrekord lügt ja nicht (wobei Quantität für mich noch lange nicht Qualität ist). Jedoch unterstelle ich jetzt einfach mal daß viele der Zuschauer nicht in erster Linie wegen Karl May dort waren, sondern wegen dem Spektakel an sich. Ich glaube auch daß die wenigsten von denen jemals ein Karl-May-Buch in den Händen hatte, geschweigedenn gelesen.

Aber darum gehts ja nicht. Es geht lediglich darum daß Karl May und sein Werk und die (vor allem die bekannten) Festspiele zwei verschiedene Paar Schuhe sind.

Ach und eh ichs vergesse: Daß Karl May kein Jugendschriftsteller war dürfte mittlerweile jedem klar sein, auch kein Onkel für die Familienunterhaltung, das war er auch alles, aber nicht nur. Aber in erster Linie, da schrieb er nur...für sich!!! Wer das nicht begreifft...

Und Kolportageromane für Kinder...??? Glaub jetzt sträuben sich wieder meine Nackenhaare daß es nur so knistert;-)).
Warum sollten Kinder keine Kolportageromane gelesen haben, die Wirkung dürfte kaum schlimmer gewesen sein, als die von Rinaldo R. auf den werten Herrn May. Seine Kolportage ist bunt, laut und manchmal ein bisschen wirr, aber letztlich für jedes Alter lesbar. Wenngleich vielleicht auch nicht so pädagogisch wertvoll wie seine Kamerad-Erzählungen. Dafür sind die aber auch lange nicht so unterhaltsam. Find ich wenigstens.

Eigentlich wollt ich aber etwas zur Familienunterhaltung anmerken. Der dramatische May ist doch von Anfang an Familienunterhaltung gewesen, schon zu Hans Ottos Zeiten und dann auch in den ersten Rathener Jahren. Und damals wäre wohl niemand auf die Idee gekommen, darin etwas Negatives zu suchen. Seit Jahren gibt es Diskussionen und Bedauern über die Fragmentisierung des Publikums, dass es lange her ist, dass Familien gemeinsam vor dem TV saßen, um Serien wie Bonanza, Gunsmoke oder auch noch Dallas anzusehen. Ab und an gibt es noch eine, wie Brisco County jr. oder aktuell Smallville, aber die meisten Serien und Filme sprechen nur noch ein sehr spezielles Publikum an. Sollten wir da nicht dankbar sein, wenn allein der Name Karl May es schafft, an einem Dutzend Orten im deutschsprachigen Raum jeden Sommer so viele tausend Besucher anzuziehen, und darunter eben auch viele Familien, zum Teil mit mehr als zwei Generationen. Kinder, die ansonsten das Wort Western wahrscheinlich nicht einmal kennen, haben Spaß an Pfeil und Bogen, aber auch am Sieg der gerechten Helden. Das ist ein sehr simplifizierter May, den haben wir aber auch schon in den Filmen der sechziger Jahre.

Natürlich haben die wenigsten der Besucher in Segeberg oder anderswo ein May-Buch gelesen, und manche Anmerkung oder Reaktion der Nachbarn im Freilichttheater kann einen May-Leser schon zur leichten Verzweiflung treiben. Aber wenn auch nur ein paar dieser Zuschauer vielleicht hinterher im Shop von Ekkehard Bartsch landen und doch einmal ein Buch in die Hand nehmen, wenn sie für zwei Stunden Western-Klischees und Kalauer gar nicht wenig Geld ausgeben und mit sichtlichem Spaß - gerade die Jungen - hinterher nach Hause gehen und auch über frühere Aufführungen sinnieren, ist es - bei aller Kritik, die an den Inszenierungen geübt werden kann -dennoch kein soo schlechtes Zeichen. Wenn nur ein paar der Werte hängenbleiben, die auch in diesen inhaltlich so May-fernen Stücken vermittelt werden, ist es die Sache schon wert gewesen. Und bei aller Freiheit der Bearbeitungen, es sind schon Winnetou und Charly, die in Segeberg und Elspe, Mörschied oder Pluwig locken und selbst kleinere Kinder auch um 23.30 Uhr noch still auf den Sitzen halten. Nicht "irgendwelche Cowboys und Indianer". Wenn es auch den Literatur-Puristen das Herz aus der Brust reißen mag, was sie auf den Bühnen sehen, es hält Karl Mays Namen lebendiger, als alle Bücher es vermögen. Und damit geht es ihm immer noch besser als Möllhausen, Gerstäcker, Zane Grey, Owen Wister oder Clarence Mulford. Und von dessen Hoppy ist in den Verfilmungen seiner Bücher gar nichts geblieben, der ist noch weit schlimmer gefahren als Karl May.

So, das reicht jetzt

Happy Trails

Michael
markus
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Re: Rekord in Bad Segeberg: 320.339 Zuschauer

Beitrag von markus »

Das Bild von Karl May das viele nach so einer Vorstellung mit nach Hause nehmen ist ein anderes, als das was man aus seinen Erzählungen wahrnimmt. Jeder nimmt da etwas anderes wahr, aber in jedem Fall ist es etwas anderes als bei den Bühnen, auch wenn dort gute Werte vermittelt werden, die ich auch hoch anrechne. Aber wie so immer hat das eine mit dem anderen nichts zu tun.

Es ist halt wie es ist, die Puristen (welche garstig Wort) haben ihre Meinung (untereinander streiten die aber auch), die Filmfreunde ihre und die Bühnenfans ihre. Was soll man sich da lange aufregen. Das ist als ob der Elefant sich mit ner Ameise streitet wer denn von beiden das bessere und wichtigere Geschöpf ist.

Es ist nur immer wieder amüsant festzustellen wenn man ein Begriff, noch dazu ein englischer (wir sind ja alle hip), nicht unbedingt in Verbindung mit Karl May sehen will, weil er sowas einfach nicht verdient hat, daß sich dann einige dabei auf den Schlipps getreten fühlen und dann groß und breit erklären müssen daß man sich mal wieder irrt und man es zu eng sieht usw. usf..., anstatt es ruhig auszusitzen und sich sein Teil zu denken "...der hat sie ja nicht mehr alle;-))".

(und daher schleich ich mich denn mal still und leis zurück, denn dieses langweilt mich so langsam...)

;-)
Duke
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Re: Rekord in Bad Segeberg: 320.339 Zuschauer

Beitrag von Duke »

markus hat geschrieben:Das Bild von Karl May das viele nach so einer Vorstellung mit nach Hause nehmen ist ein anderes, als das was man aus seinen Erzählungen wahrnimmt. Jeder nimmt da etwas anderes wahr, aber in jedem Fall ist es etwas anderes als bei den Bühnen, auch wenn dort gute Werte vermittelt werden, die ich auch hoch anrechne. Aber wie so immer hat das eine mit dem anderen nichts zu tun.

Es ist halt wie es ist, die Puristen (welche garstig Wort) haben ihre Meinung (untereinander streiten die aber auch), die Filmfreunde ihre und die Bühnenfans ihre. Was soll man sich da lange aufregen. Das ist als ob der Elefant sich mit ner Ameise streitet wer denn von beiden das bessere und wichtigere Geschöpf ist.

Es ist nur immer wieder amüsant festzustellen wenn man ein Begriff, noch dazu ein englischer (wir sind ja alle hip), nicht unbedingt in Verbindung mit Karl May sehen will, weil er sowas einfach nicht verdient hat, daß sich dann einige dabei auf den Schlipps getreten fühlen und dann groß und breit erklären müssen daß man sich mal wieder irrt und man es zu eng sieht usw. usf..., anstatt es ruhig auszusitzen und sich sein Teil zu denken "...der hat sie ja nicht mehr alle;-))".

(und daher schleich ich mich denn mal still und leis zurück, denn dieses langweilt mich so langsam...)

;-)
Mir fehlt immer noch eine Erklärung, warum May es "nicht verdient hat" mit einem Begriff wie Familienunterhaltung in Verbindung gebracht zu werden. Er hat für den Hausschatz geschrieben, für die Feierstunden am Herd und hätte auch gern in der Gartenlaube gestanden. Wenn das nicht klassische Erbauungen für die wohlleibliche Bürgerlichkeit jeden Alters waren... Er hat sich liebend gern von Lehrern und Geistlichen empfehlen lassen. Für wen hat er denn geschrieben, wenn nicht für eine möglichst große Zielgruppe? Und das in erster Linie, um Geld zu verdienen, mit immer wieder recycleten Figuren und Plots, ohne sich groß um Details und Zusammenhänge zu kümmern. Nicht nur in den Kolportageromanen. Also bitte den Heiligenschein nicht zu groß machen..

Dass es in den Geschichten nicht um die reine Reduzierung auf Gut und Böse geht und die meisten Bühnen genau das tun, ist keine Frage. Andererseits bin ich aber auch ganz froh, nicht den arroganten selbstverliebten Egozentriker Shatterhand zu erleben, der jeden Begleiter zur absoluten Unterordnung zwingt, sich selbst an keine Regel hält und nur so lange ein Freund der armen Indianer ist, wie diese sich still verhalten und die andere Wange hinhalten. Das ist doch das Bild, das aus vielen Büchern erwächst. Und nicht nur den frühen.
Michael
Rüdiger

Re: Rekord in Bad Segeberg: 320.339 Zuschauer

Beitrag von Rüdiger »

Duke hat geschrieben:
Mir fehlt immer noch eine Erklärung
Vielleicht hat man halt auch irgendwann keine Lust mehr zu müßigen Debatten ...
Duke hat geschrieben:
Er hat für den Hausschatz geschrieben, für die Feierstunden am Herd und hätte auch gern in der Gartenlaube gestanden. Wenn das nicht klassische Erbauungen für die wohlleibliche Bürgerlichkeit jeden Alters waren... Er hat sich liebend gern von Lehrern und Geistlichen empfehlen lassen. Für wen hat er denn geschrieben, wenn nicht für eine möglichst große Zielgruppe? Und das in erster Linie, um Geld zu verdienen, mit immer wieder recycleten Figuren und Plots, ohne sich groß um Details und Zusammenhänge zu kümmern. Nicht nur in den Kolportageromanen.
Das ist ja alles richtig, ändert aber nichts an der Tatsache, daß auf Freilichtbühnen Thematiken wie Krieg - Genozid - Töten - Sterben verniedlicht und verkitscht werden bis zum Geht-nicht-mehr und sicherlich keine Angelegenheit für Familienunterhaltung bei Popcorn und Cola sind.
Duke hat geschrieben:
Also bitte den Heiligenschein nicht zu groß machen..


Macht keiner; hat damit nichts zu tun. May war alles andere als ein 'Heiliger'.

Seht Euch mit euren Kindern lieber Dinge wie Spielbergs "In den Westen" an wenn Interesse an Indianern u.ä. besteht ... Da lernen sie auch gleich allerhand, z.B. was vom Wahrheitsgehalt "freier Presse" manchmal so zu halten ist, das kam in Folge 6 "Geistertanz" sehr schön herüber ...
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