Und noch mal Neues aus Hohenstein-Ernstthal:
Mitte/Ende der 1980er-Jahre betrieb der Holstermacher und Western-Sammler Harry Maacken in Bad Segeberg ein Westernmuseum im "Speicher Lücken". Mit Segebergs damaligem Winnetou und Intendanten Klaus-Hagen Latwesen verließ auch Maacken Segeberg und wechselte mit seiner großen Ausstellung rund um die amerikanische Pionierzeit in den Hansa-Park Sierksdorf. Dort traf er Ende der 1990er-Jahre auf Wolfgang Hallmann aus Hohenstein-Ernstthal, der als Chef der Karl-May-Freilichtspiele GmbH seine damals noch groß angelegte Karl-May-Bühne am Stausee Oberwald plante. "Die Maackens waren begeistert und verkauften", berichtete die Chemnitzer Morgenpost am 23. September 2005. Und weiter: "Hallmann zahlte. Aber nur 50000 Euro, knapp 20 Prozent der Summe. Dann war seine Kasse klamm. Noch schlimmer: 2002 ging der Saloon [in dem ein Teil der Exponate am Stausee Oberwald ausgestellt worden war] in Flammen auf. Die Kripo ermittelte wegen Brandstiftung - ohne Ergebnis." Bis zu seinem Tod im Januar 2006 versuchte Harry Maacken in einem Rechtsstreit, an einen Großteil des Kaufpreises zu gelangen, den er angeblich nicht erhalten hatte. Die Chemnitzer Morgenpost hierzu am 23.09.05: "Im November 2004 entschied das Chemnitzer Landgericht: Hallmann muss zahlen. 100000 Euro sofort, den Rest in Raten. Doch die Nordlichter [= Herr und Frau Maacken] haben bis heute keinen Cent gesehen."
Dem aktuellen Rundbrief des Silberbüchse e. V., des Fördervereins des Hohenstein-Ernstthaler Karl-May-Hauses, ist nun zu entnehmen, dass der Verein beabsichtigt, aufgrund einer größeren zweckgebundenen Geldspende etwa 5.000 Wildwest-Gegenstände aus der umfassenden Maacken-Sammlung zu erwerben. Es bleibt spannend abzuwarten, was der Verein mit den Exponaten anstellen wird.