gestern war ich in Dasing und muss Elke besonders im folgenden recht geben. So sehe ich es auch:
Die Handlung war zwar etwas frei von Karl May, trotzdem machte es mir ordentlich Spaß.Mathias M. dagegen ist Mays edler Haeuptling wie er im Buche steht. Auch wenn er manchmal nicht den tollsten Text hat, kommt er noch glaubwuerdig rueber. Und seine Zweikaempfe sind auch erste Sahne. Gut, Dasing hat Schwaechen, aber die haben andere Buehnen auch. Das darf man meiner Meinung nach nicht ganz so eng sehen, jede Buehne hat ihren eigenen besonderen Reiz. Uebrigens Jansons Tochter fand ich ebenso hervorragend!
Das ist einer der Gründe, warum ich mir wünsche, dass es gerade die kleinen Bühnen besser machen als die großen, damit sie eine Chance haben, zu überleben. Dann dürfen wir Fans endlich mehr gelungene UND Karl-May-gerechte UND spannende Aufführungen erleben. Auch wenn ich es nicht so eng oder so streng sehen will, doch sind es gerade die Kleinigkeiten, die noch stören, sonst würde ich eindeutig behaupten, dass Dasing besser ist, als manche große Bühne. (Ach wäre das schön !!!)
So mag es erbsenzählerisch erscheinen, wenn ich hier einiges am Handlungsablauf bemängele:
- Zu Beginn taucht Sam aus dem Bergstollen auf, weil er nach Gold gesucht hat, ein paar Minuten später kommen Männer des Ku-Klux-Klans aus dem gleichen Stollen, die ihn überfallen. Es ist schon merkwürdig, dass er sie vorher nicht drinnen im Stollen getroffen hat.
- Der gleiche Indianer, der zusammen mit Winnetou die tote Ribanna hinausträgt, kämpft Minuten später plötzlich wieder gegen Winnetou. Ungereimtheiten dieser Art gab leider noch einige.
- Selbst Kindern fällt auf, dass ein zu Beginn erschossener Indianer später wieder quicklebendig herumsteht. Vermutlich leidet er aber jetzt an Gedächtnisverlust.
- Bei Forster kommt es gegen Ende aus heiterem Himmel zu einem Sinneswandel, so dass Old Firehand plötzlich in dem ehemaligen Feind Forster einen Verbündeten findet. Das ganze kommt sehr, sehr plötzlich und ist kaum nachvollziehbar.
Einen weiteren Umstand finde ich schade. Die Zuschauertribühne steht im Osten, so dass bei der Aufführung um 17 Uhr die Zuschauer durch die Abendsonne im Westen geblendet werden. Die Sicht ist getrübt, der Sonnenbrand ist abonniert und die Fotos leiden.
Wenn Fred Rai es sich leistet, die Bühne um 180 Grad zu drehen, und um mehrere Meter den Hang hinunterzuverschieben, dann könnte er den aufsteigenden Hang ähnlich wie in Elspe nutzen.
Sei es, wie es will: ich freu mich auf nächstes Jahr in Dasing.
Grüße
Bernhard