Einen schönen guten Morgen zusammen
Ich fand heute morgen online folgenden Artikel:
http://www.az-badkreuznach.de/region/ob ... id=2877233
Eine gute Kritik, wie ich finde.
Viele Grüße
oldray
Mörschied
-
Rüdiger
Ich finde die Kritik schlichtweg sozusagen unerträglich; so unterschiedlich können Ansichten und Wahrnehmungen sein …
„spektakulären Effekte“ waren es eben nicht, die seinerzeit den Reiz von Mörschied ausmachten, sondern der Charme der Ursprünglichkeit, der im sehr guten Sinne Naivität und Liebe zur Sache, der nicht von kommerziellem Denken und Effekthascherei geprägten „Unschuld“.
„prächtige Stimmung“, Nunja, ich würde das, was ich seinerzeit dort wahrgenommen habe, etwas anders bezeichnen, eine entspannte, gute Atmosphäre, eine gute „Schwingung“; „prächtige Stimmung“ indes lässt sich bei jedem Jux & jeder Dollerei mitnehmen, das klingt und ist deutlich anspruchsloser.
„Wildwest-Stimmung pur“, wenn es Karl May jeweils darum gegangen sein sollte, freß’ ich drei Besen.
„Die Luft war wieder enorm bleihaltig. Die Inszenierung des Klassikers "Im Tal des Todes" ließ für eingefleischte Action-Freunde keine Wünsche offen. Denn geschossen und gekämpft wurde überall, sei es in der Prärie, in einer Missionarsstation oder in einer Quecksilbermine.“
Ob Blei in der Luft, Schießereien und Kämpfe nun so eine erfreuliche Angelegenheit sind, hat vielleicht bald jeder selber Gelegenheit, festzustellen, wenn wir es denn auch vermutlich eines Tages nicht mehr mit Blei, sondern ganz anderen Scherereien zu tun haben werden … Jedenfalls ist mir so eine plunp-blauäugige Betrachtungsweise nicht nachvollziehbar, es ist mir unbegreiflich, wie man das so schreiben kann.
„menschenunwürdige Unterdrückung und Intrigen, insbesondere gegenüber leichtgläubigen und nach Feuerwasser gierenden Rothäuten.“
Wie hieß es doch neulich andernorts in anderem Zusammenhang, „Rindsgemüt“, das wäre hier noch freundlich ausgedrückt …
„Für ihre Pläne gehen sie über Leichen und schrecken selbst vor Morden an Unschuldigen und Kriegstreiberei nicht zurück.“
Das mag durchaus sein, nicht nur auf der Freilichtbühne, aber ob das so locker-flockig schönzureden ist, darf hinterfragt werden.
„Mitten drin statt nur dabei - so macht der Wilde Westen Freude. Kurzum, ein Vergnügen für die ganze Familie“; mit Verlaub, mich ekelt es, wenn ich so etwas lese (aus oben erläuterten Gründen).
Das ist die Sache mit den Worthülsen: so wie wir heute offenbar nicht mehr wissen, was Glück, Liebe, Vertrauen, Glauben usw. wirklich ist, so wissen wir auch nicht mehr, was Krieg, Schießen, Kämpfen, Sterben, Elend usw. wirklich bedeutet. Aber das kann noch wiederkommen. Beides.
„spektakulären Effekte“ waren es eben nicht, die seinerzeit den Reiz von Mörschied ausmachten, sondern der Charme der Ursprünglichkeit, der im sehr guten Sinne Naivität und Liebe zur Sache, der nicht von kommerziellem Denken und Effekthascherei geprägten „Unschuld“.
„prächtige Stimmung“, Nunja, ich würde das, was ich seinerzeit dort wahrgenommen habe, etwas anders bezeichnen, eine entspannte, gute Atmosphäre, eine gute „Schwingung“; „prächtige Stimmung“ indes lässt sich bei jedem Jux & jeder Dollerei mitnehmen, das klingt und ist deutlich anspruchsloser.
„Wildwest-Stimmung pur“, wenn es Karl May jeweils darum gegangen sein sollte, freß’ ich drei Besen.
„Die Luft war wieder enorm bleihaltig. Die Inszenierung des Klassikers "Im Tal des Todes" ließ für eingefleischte Action-Freunde keine Wünsche offen. Denn geschossen und gekämpft wurde überall, sei es in der Prärie, in einer Missionarsstation oder in einer Quecksilbermine.“
Ob Blei in der Luft, Schießereien und Kämpfe nun so eine erfreuliche Angelegenheit sind, hat vielleicht bald jeder selber Gelegenheit, festzustellen, wenn wir es denn auch vermutlich eines Tages nicht mehr mit Blei, sondern ganz anderen Scherereien zu tun haben werden … Jedenfalls ist mir so eine plunp-blauäugige Betrachtungsweise nicht nachvollziehbar, es ist mir unbegreiflich, wie man das so schreiben kann.
„menschenunwürdige Unterdrückung und Intrigen, insbesondere gegenüber leichtgläubigen und nach Feuerwasser gierenden Rothäuten.“
Wie hieß es doch neulich andernorts in anderem Zusammenhang, „Rindsgemüt“, das wäre hier noch freundlich ausgedrückt …
„Für ihre Pläne gehen sie über Leichen und schrecken selbst vor Morden an Unschuldigen und Kriegstreiberei nicht zurück.“
Das mag durchaus sein, nicht nur auf der Freilichtbühne, aber ob das so locker-flockig schönzureden ist, darf hinterfragt werden.
„Mitten drin statt nur dabei - so macht der Wilde Westen Freude. Kurzum, ein Vergnügen für die ganze Familie“; mit Verlaub, mich ekelt es, wenn ich so etwas lese (aus oben erläuterten Gründen).
Das ist die Sache mit den Worthülsen: so wie wir heute offenbar nicht mehr wissen, was Glück, Liebe, Vertrauen, Glauben usw. wirklich ist, so wissen wir auch nicht mehr, was Krieg, Schießen, Kämpfen, Sterben, Elend usw. wirklich bedeutet. Aber das kann noch wiederkommen. Beides.
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Sven Margref
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Rüdiger hat geschrieben:
„Für ihre Pläne gehen sie über Leichen und schrecken selbst vor Morden an Unschuldigen und Kriegstreiberei nicht zurück.“
Ja, Zustimmung. Worthülsen vermitteln nicht das, was sie sollen, nämlich eine Wiedergabe dessen, was da wirklich passiert ist, denn das würde der Leser ja wissen wollen bzw. es wäre der Auftrag des Schreibenden und nicht ein vermeintlicher Werbetext, den die Mörschieder so schon mal gar nicht in Auftrag gegeben hätten.
Aber wenn ich sowas lese, genügt mir schon ein Blick auf Syntax, Grammatik und Orthographie, um zu wissen, mit welchem Rindsgemüt man es da zu tun hat.
Den "Mord an der Kriegstreiberei" fand ich da noch einen unfreiwillig humanen Lichtblick.
;-)
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Rüdiger
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