Edelmensch

HGS
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Registriert: 28. Dez 2005, 08:24
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Beitrag von HGS »

Man sollte sich hüten, aus heutiger Sicht -wir sind ja heute so schlau und haben die Weisheit mit Löffeln gefressen- über diese Menschen Urteile zu fällen. Hinterher kann man immer gut Schlamm werfen.
Danke Andreas, ein richtiger Satz und das noch zur richtigen Zeit! ich möchte mir nicht ausmalen, was man über uns in fünfzig Jahren schreibt. Es ist m. E. nach eine Frechheit über Mensche zu Urteilen, nur weil sie zu Zeiten gelebt haben, die ein dunkles Licht auf unser Land werfen. Pfui sag ich da nur. Normalerweise dürfte man dann heute nicht in die USA reisen, denn man mußte jedem Staatsbürger der Vereinigten Staaten unterstellen "Kriegsgeil" zu sein...

LG
IDDOC
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Registriert: 20. Jul 2006, 03:00

Beitrag von IDDOC »

Wer ist dieser Kurzke eigentlich ?
Eine ehrliche,unbeschoenigte Autobiografie ist doch ein oxymoron,oder ?
"kriegsgeil",tolles Wort.
Schneffke
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Registriert: 12. Jan 2007, 16:01

Beitrag von Schneffke »

Ich kann dem Schreiberling der "Welt" in einem gewissen Rahmen durchaus zustimmen. Nur die Krise, die er als Erwachsener hat, hatte ich bereits mit 14. Mich hat auch dieser Tausendsassa Old Shatterhand oder Kara Ben Nemsi zunehmend genervt, der immer und überall recht hatte und nie einem anderen gegönnt hat, wenigstens gleich gut zu sein. Auch Winnetou hält bei Schmetterhand nicht mit. Halef und andere sind stets - so sympathisch sie auch gezeichnet sein mögen - unter May Stehende oder waren nette Witzfiguren.

Mein schlaues Väterchen hat mir zu diesem Thema mal erklärt, May hätte so unter Druck gestanden, er habe sich einfach in "seine" Welt retten müssen, habe sehr viel sehr schnell geschrieben und daher müsse man eben verstehen, das manches immer wieder auftauche. Also habe ich tief durchgeatmet, 10 Jahre keinen May-Band angerührt, mit viel Emphase Karl May vor irgendwelchen Ignoranten verteidigt und lese ihn heute wieder sehr gern und über die Klischees nostalgisch hinweglächelnd.

Amüsiert habe ich mich bei dem Artikel aber, daß er einerseits Mays Christentum bzw. seinen Missionierungseifer kritisiert, andererseits aber Kästner mangelnden religiösen Bezug vorwirft. Was darfs denn nun sein, damit es "richtig" wird?
Rüdiger

Beitrag von Rüdiger »

Nur den Tausendsassa zu sehen, der alles weiß und alles kann, wäre ja auch eine sehr oberflächliche, eindimensionale Betrachtungsweise (ich las heute andernorts sinngemäß in etwa "Wenn Dir die Besserwisserei nicht liegt, warum liest Du dann Karl May ?"). Wenn man sich mit Karl Mays Leben beschäftigt, weiß man ja, daß er im Grunde sozusagen ein armer Hund war, und schreibenderweise allerhand wegkompensiert hat. Und da wird's doch interessant. Finde ich wenigstens. Wenn er wirklich der große Macker gewesen wäre, als den er sich zu verkaufen versucht hat, würde ich mich vermutlich gar nicht mit ihm beschäftigen, das wär' ja fad ...
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