Gänsehaut-Szenen

Karl-Heinz Becker
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Gänsehaut-Szenen

Beitrag von Karl-Heinz Becker »

Unter den "Openings" klang es schon an: Viele erinnern sich an besonders herausragende "Gänsehaut-Szenen" in den Karl-May-Filmen.

Immer wieder genannt wurde die eröffnende Reitpassage der Blutsbrüder im Schatz im Silbersee.
Außerdem: Winnetous rettende Hand, die er Old Shatterhand am Rande des brennenden Talkessels in Winnetou II entgegen streckt.

Für mich immer wieder beeindruckend ist auch der erste Auftritt Old Shatterhands in Winnetou I. Soeben noch von Santer als Greenhorn tituliert, hat Shatterhand/Barker dann seinen großen Aufritt mit dem Treck, begleitet von den heldischen Klängen der Old-Shatterhand-Melodie. Junge weg, da haben sogar bei einer Wiederauführung in den 1990er Jahren die Zuschauer tief und befreit durchgeatmet.

Karl-Heinz
Waldläufer
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Beitrag von Waldläufer »

Wiederaufführung in den 90ern??????????
Tramp
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Beitrag von Tramp »

Lieber Karl-Heinz Becker,

für mich war ebenfalls die "Gänsehaut-Szene" die aus Winnetou I, als der Treck, angeführt von Old Shatterhand durch die karge Karst-Landschaft Jugoslawiens zog, nachdem Mario Adorf soeben leichtes Spiel mit dem Helden vermutete.
(Das hat sehr viel mit der Böttcher-Musik zu tun)

Weitere:

Die Intros zu (in dieser Reihenfolge) Schatz im Silbersee, WI, WIII, WII.

Allerdings gabs auch etliche "peinliche" Szenen, die man vielleicht auch mal hier behandeln sollte.

Happy New Year wünscht
Tramp
guenni
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Beitrag von guenni »

Gänsehaut.... Eindeutig beim Schatz im Silbersee. Die Musik und die ersten Bilder des Silbersee´s. Der in der Handlung endlich gefundene See, die Farben, einfach alles war bei mir als Kind "Gänsehaut".
Johnny
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Beitrag von Johnny »

Die Kanufahrten!
Das sind auch so Szenen, mit großartiger Musik, Winnetou und Shatterhand im Bild und tollen Landschaftsaufnahmen!

Ich meine die Fahrten in Der Schatz im Silbersee sowie Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten.

Bei Winnetou I ist das ja anders.


Und überhaupt sind beim Silbersee die Szenen um ebenjenen See einfach toll:
Der Abstieg durch die Höhlen.
Nachher dann das, wo Fred Engel gehängt werden soll und plötzlich die Retter auftauchen.
Auch das, wo er Cornel im Loch versinkt ist toll...
Einfach eine super Atmosphäre, was den Silbersee ja auch in meinen Augen zum besten Mayfilm macht.


Auch "gänsehäutig" ist die Szene im Schut, wo Kara hinter dem Wagen hergezogen wird. Ich fiebere da immer mit und denke: jetzt rette ihn schon, Tschita, sonst stirbt er noch, obwohl ich doch genau weiß, dass das niemals passieren würde und der heldenhafte Kara das selbstverständlich unverletzt und mit unramponierter Kleidung übersteht.
Tja... er ist halt kugelfest, Halef hat's durchschaut!
Johnny
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Beitrag von Johnny »

Habe gestern nochmal Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten gesehen.
Dabei sind mir noch zwei Gänsehaut-Szenen aufgefallen:

1. Die Hand.
Nachdem Shatterhand die Murdock-Bande in die Bienenfalle gelockt hat, will er zurück zum Lager. 5 Banditen sind aber seinen Spuren gefolgt und stellen ihm ein Falle.
In dem Moment, wo geschossen wird erkennt Old Shatterhand die Falle und springt von Iltschi.
Doch da ist ein Abgrund, er kann sich gerade noch an einem Krüppelbaum festhalten.
Nun kommen die Gauner auf ihn zu. Doch da knallt aus dem Nichts ein Schuss - ein Bandit fällt. Die andern hauen sofort ab, klar - wer würde nicht die Beine in die Hand nehmen, wenn aus heiterem Himmel ein Schuss fällt?!
Aber zunächst sind sie verwirrt und ein weiterer Schuss - mit deutlichem Abstand zum ersten - fällt. Während die drei Übrigen fliehen, knallt es nocheinmal.
Alle drei Schüsse haben eine Pause zum nächsten - das macht das Ganze so spannend.
Dann sind die beiden Überlebenden weg und man sieht Shatterhand da rumhängen in einer Totenstille.
Wieder vergehen ein paar quälend lange Sekunden, bis sich eine Hand ins Bild reckt, Melodie ertönt und man natürlich weiß, wem diese Hand gehört. Nämlich dem Schützen: Winnetou.
Er zieht seinen Blutsbruder hoch, während beiden zwar die Anstrengung ins Gesicht geschrieben steht, die Züge aber von einem Lächeln beherrscht werden.
Sonderlich spannend klingt das jetzt nicht, denn es ist klar - ebenso wie bei der "verwandten" Szene in Winnetou II -, dass Shatterhand niemals sterben würde.
Aber das Tolle an der Szene sind die Stille und die Länge:
Die Pausen zwischen den Schüssen, das Warten auf die rettende Hand und die Stille bei der ganzen Sache sowie das Einsetzen der Musik im richtigen Augenblick.
Da bekommt man einfach eine Gänsehaut!
(Ähnlich ist da die Szene mit dem Adler in Apanatschi.)

2. Die Osagen.
Einige Szenen spielen bei den Fischgründen der Osagen.
Man sieht da eine Indianeridylle und grandiose Landschaftsaufnahmen (beim Fischen und dann auf dem Plateau vor den grünen Schluchten).
Überhaupt nicht spannend, aber trotzdem habe ich beim Sehen eine Gänsehaut bekommen.
Nicht für jeden mag das überzeugend klingen, doch ich fand es atemberaubend!



Um mal Etwas aufzugreifen, das in diesem Thread schon genannt wurde: Es gibt auch lächerliche Szenen oder solche, die nicht gut gefallen.
Dafür mache ich jetzt mal ein Thema auf, denke dass sich das lohnt.
guenni
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Beitrag von guenni »

Ich muss immer in meine Kindheit zurück, heute haben die Szenen nichts mehr mit Gänsehaut zu tun. Schon tausend mal gesehen, also Spannung kommt da nicht auf. Ich fand als Kind die Verfolgungsjagd auf Winnetou in W3 spannend, hatte ich doch nicht die Info so wie heute bei Filmen. Wann und wie stirbt Winnetou? Am Ende dieser Jagd auf ihn? Da war schon Spannung ! Dann die rettenden Schüsse von Old Shatterhand. Im Kino wurde gejubelt, und das mit Erleichterung. Uff, ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut, denke ich an die Zeit zurück.
Rüdiger

Beitrag von Rüdiger »

Bei MOBY DICK mit Gregory Peck kriege ich jedesmal wieder mehrere Gänsehäute, auch wenn ich ihn schon ca. 10 mal gesehen habe. Mehr als früher, vielleicht versteht man ein bissel mehr. - Oder bei einigen Sachen mit Hans Albers, die sagen einem mit 51 gelegentlich auch mehr als in der Jugend.

Bei Karl May Filmen kriege ich keine Gänsehäute mehr, nicht die Bohne. Allenfalls welche der anderen Art, wenn die da bei Halbblut Apanatschi ihr Liedlein anstimmen und man das Gefühl hat, jetzt kommt gleich Frau Marjan um die Ecke.

;-)
andrea
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Beitrag von andrea »

Wer ruft nach mir?? *gggggg* "Fallensteller stellen Fallen...." *träller*

Gänsehaut-Feeling tritt dann auf, wenn eine gute Szene mit einer tollen Musik zusammentrifft.
Insofern stimme ich *scrollscroll* Jonny zu, beim "Tal der Toten" die Szene am Abgrund. Jawohl, das ist gut gemacht.
Hm. Welche Szene ich auch noch gut finde, ist die erste Begegnung von Winnetou, der eben von Klekih Petra vorgestellt wird und dann der Blick von OS auf Winnetou. Dann kommt mir nämlich gleichzeitig die Szene der ersten Begegnung im Buch in den Sinn. Kleine, feine Szene.
Lok fährt in den Saloon rein - tolle Szene, wenn auch totaler Quark. Die bauen Schienen bis an die Hütte und keiner merkt´s?? Aber der Effekt war grandios. Und ohne Luft zu holen folgt der Indianerüberfall. Uiii, da war Tempo drin.

Und bei "Moby Dick" war es die Szene, wenn´s auf dem Meer so unheimlich still wird und dann der weiße Hai, nee Wal, urplötzlich auftaucht. Wuuuaahhh. Oder wenn der Wal auftaucht und Käpt´n Ahab winkt nochmal aus der Hölle. Die Szene fanden mein Vater und ich immer ganz toll. - Aber hier waren ja May-Szenen gemeint.
Rolf Dernen
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Beitrag von Rolf Dernen »

Rüdiger hat geschrieben:ich keine Gänsehäute mehr, nicht die Bohne. Allenfalls welche der anderen Art, wenn die da bei Halbblut Apanatschi ihr Liedlein anstimmen und man das Gefühl hat, jetzt kommt gleich Frau Marjan um die Ecke.
Um die Ecke? Sagt man nicht "Um die Ecke bringen", wenn es um Mordabsichten geht? Da reicht mir "Apaknatschi" vollauf.
Johnny
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Beitrag von Johnny »

Es gibt auch die sogenannte "Wutgänsehaut":

Früher, in den Jahren, in denen ich noch ein naives Kleinkind war^^, sah ich zwar die Mayfilme immer mit Begeisterung aber - Bancroft!
Wie der sich anstellte! So ein Dummkopf!
Du sollst nich einfach zu Santer wechseln! Hau ihm eine^^
Ich konnte das damals einfach nicht verstehen und wusste schon bald genau, an welcher Stelle der Schwachkopf wieder auftaucht. Habe dann immer gestöhnt und es war vollkommen klar dass Santer, wenn ich Bancroft wäre, schon tot am Boden läge.
Er darf doch nicht dazu kommen, Intschu tschuna und Nscho-tschi zu töten!
Bei solchen Szenen stellte sich dann immer auch eine Art Gänsehaut ein - aber aus Wut und vielleicht auch Ohnmacht, weil ich nicht eingreifen konnte.


Tja, mit Kindesaugen sieht man vieles anders;)
guenni
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Beitrag von guenni »

Bancroft hat nun eben den Charakter des Feiglinges. Der Mut kam mit der Verzweiflung und leider zu späht. Wie im richtigen Leben!
andrea
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Beitrag von andrea »

Sam Hawkens in W 3:
Die Szenen im Saloon, wo er auf alle Fragen nur "Jaa" sagt und dann den Schießwettbewerb gewinnt. Da wirkt er clever und gewitzt. Nur als er von OS vom Baum abgehangen wird ;-), da wird er überheblich, redet dummes Zeug und wird von OS daraufhin zurecht gewiesen.
Aber ansonsten finde ich seine Darstellung in diesem Film gut gelungen.
Nur so nebenbei. Für Gänsehaut reicht es dann doch nicht.
andrea
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Beitrag von andrea »

Nachdem ich gestern auf der Mexiko-Box die Trailer angesehen habe - wo man wirklich gut sehen kann, wie diese Filme unrestauriert aussehen würden - fiel mir noch eine Szene ein, die ich immer ganz dramatisch und gänsehautig fand: W 1, der Kampf am Schluss gegen Santer. Winnetou kämpft gegen einen Banditen, OS kommt hinzugesprungen und schlägt den Gangster mit einem Faustschlag nieder. Die dramatische Musik, das Gesicht von OS, auf dem sich das Entsetzen über diesen Überfall spiegelt (zumindest sah ich das immer so) - eine ganz kleine, aber gelungene Szene.
guenni
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Beitrag von guenni »

Ja Andrea, mir gehen solche Szenen oder Bilder immer durch den Kopf wenn ich an den Drehorten stehe. Dann wird man ein Stück weit zum Kind. Aber es ist schön und macht Gänsehaut, aber echte, mit Pickeln auf dem Fell!!!!
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