Old Firehand als neues Karl-May-Hörspiel

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Joerg
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Old Firehand als neues Karl-May-Hörspiel

#1 Beitrag von Joerg » 3. Nov 2015, 12:54

Am 27.11.2015 erscheint das neue Karl-May-Hörspiel „Old Firehand“ als Doppel-CD (und als Download) beim Label Ohrenkneifer.
Ich hatte das Vergnügen, das rund zweistündige Hörspiel inkl. Making of schon vorab hören zu können ... und ich bin begeistert!

Dirk Hardegen vom Label Ohrenkneifer hat sehr textnah gearbeitet. Das Hörspiel verzeichnet neben einigen ruhigen Szenen (Biberjagd) auch lautere Kampfszenen im modernen Sound-Gewand.

Eine tolle Mischung und mein absolutes Hörspiel-Highlight der letzten Jahre.

Das Hörspiel ist sowohl beim Label Ohrenkneifer (http://www.ohrenkneifer.info) als auch bei Amazon vorbestellbar. Die CD-Version bietet (im Unterschied zum reinen Download) auch ein informatives Making of.

Und nein! Ich wurde nicht zu dieser Werbung gezwungen ;-)
Einen ausführlichen Bericht und mehr gibt es in KARL MAY & Co. Heft 143 (Februar 2016).

Cinemascope
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Re: Old Firehand als neues Karl-May-Hörspiel

#2 Beitrag von Cinemascope » 24. Jul 2020, 23:34

Die Ohrenkneifer-Hörspiele sind sicherlich sehr sorgfältig, liebevoll sowie technisch und sprecherisch gut gemacht, was aber geradezu enervierend ist, ist die ständige Musikuntermalung mit völlig unpassenden und viel zu langen , die Dialoge überlagernden Einblendungen. So beginnen neue Kapitel oft mit Musikpassagen, um dann 20 Sekunden nach Einsetzen von Erzählpassagen wieder sämtliche Dialoge und Geräuschkulissen zu zerstören. Für mein Empfinden geht das wirklich bis zur Unerträglichkeit. Die Sensibilität für die richtige Musik in den richtigen Passagen fehlt völlig. Eine Unart, die auch heute bei vielen Filmproduktionen vom Kinderfilm bis zum Actionblockbuster zu finden ist und dazu dient die heutigen Kinobesucher der Generation "Überfluss" bei der Stange zu halten.Da denke ich mit Wohlwollen an die kurzen einprägsamen Einspielungen bei den Europa-Produktionen zurück. Wie sagte schon Horst Wendlandt " nur ein Käuzchenruf" das reicht.

Joerg
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Re: Old Firehand als neues Karl-May-Hörspiel

#3 Beitrag von Joerg » 25. Jul 2020, 11:41

Hm, das empfinde ich komplett anders. Eine ständige Musikuntermalung ist hier nicht vorhanden.
Die eigens komponierte Musik unterstreicht die Handlung und passt m.E. ideal zum Hörspiel.

Vielleicht meist Du eher die Geräusche, Dein Beispielsatz von Horst Wendtlandt (der ja Martin Böttcher als Filmkomponisten für die Karl-May-Filme gewonnen hat) bezieht sich ja eher auf Geräusche.
Höre doch zum Vergleich mal in die Orientzyklus von Walter Adler hinein, da sind Musik und Geräusche extensiv eingesetzt.

Bei EUROPA wurde immer wieder dieselben Musikuntermalungen eingesetzt, das fand ich eher störend. Du findest viele der eingesetzten Musikstücke auch in anderen EUROPA-Produktionen.

Cinemascope
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Re: Old Firehand als neues Karl-May-Hörspiel

#4 Beitrag von Cinemascope » 25. Jul 2020, 12:31

Ich kann doch sehr wohl zwischen Musik und Geräuschen unterscheiden.
Und auch Herr Wendlandt bezog sich auf die Musik in heutigen Film und nicht auf Geräusche!

Bitte nicht einfach alles so Drehen, wie es einem passt ;)

Vielleicht mals wahllos rausgepickt zwei Beispiele: Kapitel 7 in "Old Firehand". Insgesamt über 4,5 min Musikuntermalung bei Gesamtlänge von 10,53 min.
Dabei beginnt das Kapitel mit einem Intro , genau 57 sec.. Das Intro verstummt. Der 1.Erzähler beginnt. Nach genau 3 sec. ohne Musik setzt erneut eine andere Musik ein, untermalt Erzähler 1, dann Erzähler 2 und dudelt weiter über ersten Handlungsdialog über weitere 50 sek. Bei Minute 3:36 dann erneut fast 1 Minute belanglose Untermalungsmusik im Dialog Old Firhand/Shatterhand. Wie schön wäre hier eine Naturgeräuschkulisse gewesen. Ab 5:45 wieder 1 Minute und 11 sek.Musik ohne Sinn. Gegen 10:12 dann erneut.



2. Beispiel Unter Geiern (hier in meinen AUgen noch unerträglich sinnlosere Musikdaueruntermalung)
Kapitel 3 "Helmers Home" . Beginn mit 42 sec. belangloser Musik. Dann immerhin 1 MInute Pause, um erneut bei 1:46 für eine Minute den Dialog zu nerven. Warum hier z.b Musik? Dann nach sage und schreibe 12 sec. Musikpause bei 2:58min erneut Musikgedröhne im Dialog bis zum Ende des Kapitels bei 3:57 min mit Musikübergang in das nächste Kapitel.
Das sind allein hier ca 2 min 42sek Musik bei einer Geamtlänge des Kapitels von 3:58 min. Und dann über weite Strecken der Handlungsdialoge. Das stört die Diaologe ungemein.

Mir ist schleierhaft, wie einem das nicht negativ auffallen kann. Hinzu kommt die verständlicherweise aus Kostengründen produzierte pseudoorchestrale EDV Musik, die Ihr Eigenes zur Entnervung beiträgt.

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Re: Old Firehand als neues Karl-May-Hörspiel

#5 Beitrag von Jfmamjjasond » 25. Jul 2020, 13:31

Natürlich werden Geräusche und Musik heuzutage wesentlich extensiver eingesetzt als zu Halvers oder gar Offenbachs Zeiten, manchmal auch wirklich zu viel und zu laut. Bei den Ohrenkneifer-Mays war mir der übermäßige Gebrauch der Musik bisher nicht negativ aufgefallen. Habe mir daraufhin dein Geier-Beispiel nochmal angehört und… nun ja, das kann man vermutlich so empfinden, wie du sagst, muss man m.E. aber nicht so zwangsläufig, wie du meinst. Die dunklen Streicher werden eingesetzt, als die Sprache auf die Geier kommt, um deren Bedrohlichkeit herauszuheben, das will mir durchaus passend vorkommen. Zumindest die Mischung, soll heißen: die Lautstärke der Musik, kann ich nicht als störend und auf keinen Fall als Gedröhne oder die Dialoge überlagernd empfinden. Der pseudoorchestrale EDV-Sound der Musik ist natürlich unschön, aber gerade in diesem Beispiel jetzt nicht so herausstechend (Streicher, vor allem tiefe, lassen sich elektronisch offenbar wesentlich überzeugender nachmachen als z.B. Blechbläser) und, wie du ganz richtig sagst, aus Kostengründen wohl schwer vermeidlich.

Wesentlich mehr gestört hat mich bei einem der neuen Hörspiele der Ohrenkneifer, „Der Schatz im Silbersee“, dass die – wie Hardegen betont – extra geschriebene Musik doch arg bei Böttcher abgekupfert ist. Vermutlich sollte sie ein wenig nach den alten May-Filmen klingen (was ja auch in Ordnung – wenn auch nicht sonderlich originell – wäre), aber gerade der erste Auftritt Winnetous und die Musik, die Brinkley und den Tramps unterlegt ist, sind eigentlich nicht mehr als kaum verhohlene Variationen des Winnetou- und des Tramp-Themas aus dem Silbersee-Film. Wenn ich Böttcher (oder der noch am Leben) wäre, also ich würde Anteile verlangen.

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Re: Old Firehand als neues Karl-May-Hörspiel

#6 Beitrag von mich » 28. Jul 2020, 18:42

Hallo,

nach Probehören im Internet würde annehmen, das in der Tat eine Vereinbarung mit dem Musikverlag SMV (Beco) hinsichtlich der Winnetou Musik von M.B. notwendig wäre. Die Musik ist zwar etwas anders aber doch sehr ähnlich. Da gibt es genaue Regeln. Ich denke hier ist das zu ähnlich. Leider konnte ich die Rückseite der CD nicht finden. Hier müsste ja ggf. etwas stehen. Wenn z.B. SMV (Beco) erwähnt wird, wäre wohl alles okay.

Peter Thomas z.B. hat sich wiederholt darüber ausgelassen- spaßig aber doch letztendlich ernst und unerbittlich (Anwalt), das seine Musik einfach überarbeitet/wieder verwendet wird - ohne Abstimmung/Vertrag und Geldzahlung.

Viele Grüße
Michael

Joerg
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Re: Old Firehand als neues Karl-May-Hörspiel

#7 Beitrag von Joerg » 30. Jul 2020, 11:26

@mich
Dirk Hardegen hat mit seiner Musik etwas Neues mit eigenen musikalischen Charakter geschaffen. Die musikalischen Anleihen erinnern in einigen Teilen an Martin Böttcher, hier aber mit anderen Melodien. Die inspirierende Quelle (M.B.) bleibt im Hintergrund. Eine Inspiration bei einer musikalischen Neuschöpfung ist im Rahmen einer „freien Nutzung“ erlaubt.

@Cinemascope
Musik und Geräusche bei den EUROPA-Hörspielen der 1960er und 1970 er Jahre waren sehr limitiert. Für viele Geräusche (Pferde, Schüsse, Wasser usw.) gab es maximal 1-2 Variationen, bei den Musikeinspielungen griffen die damaligen Macher auf immer dieselben Tonschnipsel zurück.

Ähnlich wie bei den meisten heutigen Blockbustern sind die musikalischen Anteile gewachsen, auch bei Geräuschen kann man auf einen größeren Fundus zurückgreifen. Das muss man nicht gut finden und in vielen Filmen kann so eine Dauerbeschallung auch nerven.

Die von Dir genannte „sinnlose Musikuntermalung“ bei den aktuellen Ohrenkneifer-Hörspielen kann ich absolut nicht nachvollziehen. Ich finde Musik, Geräusche und Stimmen hier sehr gut ausbalanciert, die Dialoge werden nach meinem Hör-Empfinden nicht überlagert. Hör Dir die Produktionen vielleicht mal auf dem Kopfhörer an.

Nochmals zu dem Zitat von H. Wendlandt:
Ich kenne den Zusammenhang, in dem dieser Satz gefallen sein soll, nicht, finde Deine Argumentation aber sehr widersprüchlich.
Wenn Du Musik im Hörspiel nicht magst, kannst Du Dir auch ein Hörbuch anhören, der KMV hat schon viele qualitativ hochwertige Lesungen als MP3-Hörbuch veröffentlicht. Aber Achtung: Oft gibt es zwischen den Kapiteln musikalische Zwischenstücke, die teilweise noch in die Lesung hineinspielen…

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Re: Old Firehand als neues Karl-May-Hörspiel

#8 Beitrag von Tramp » 31. Jul 2020, 06:33

Die Ansichten von Produzent Horst Wendlandt zur Filmmusik stammen wohl aus der Dokumentation "Ein Produzent hat Seele oder er hat keine":
https://www.youtube.com/watch?v=OExgEZgICwM
Timecode: ca. 35:00 bis 40:00

mich
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Re: Old Firehand als neues Karl-May-Hörspiel

#9 Beitrag von mich » 9. Aug 2020, 16:11

Joerg hat geschrieben:
30. Jul 2020, 11:26
@mich
... Eine Inspiration bei einer musikalischen Neuschöpfung ist im Rahmen einer „freien Nutzung“ erlaubt.
Hallo,

wenn man sich mit dem Thema mal auseinandersetzt, also z.B. mal "googled" kommt man relativ schnell auf die Idee, dass das so, d.h. im allgemeinen, nicht unbedingt richtig ist. (Wir sind ja auch in Deutschland. Es muss zwingend kompliziert werden).

Vorbemerkung: Ich besitze die Ohrenkneifer Hörspiele nicht - ich kenne nur die Werbung von der Homepage.

- Die Tramp Melodie ist keine "Inspiration", allenfalls ein neues Arrangement / Cover-Version.
- In den zwei Minuten Hörpielanteil ist zu viel des Guten gleichzeitig drin - gesprochenes Wort, Geräusche und dann noch Musik. Weniger wäre mehr.

Das ganze ist von meiner Seite ein gut und wohlwollend gemeintes persönliches Feedback. Ich habe kein Problem damit, wenn das mehrheitlich anders gesehen wird. Dazu ist ein Forum da. Informationen, Meinungen, Ansichten sachlich austauschen, Standpunkte andererTeilnehmer wahrzunehmen und auf jeden Fall zu respektieren.

Die meisten Rezensionen im Internet die ich zu den Ohrenkneifer Hörspielen finden konnte sind extrem positiv. Mir generell eher schon zu positiv.

Mehrfach kam aber die Anmerkung, das die Musik zum Schatz im Silbersee nah - zu nah ? - an der Musik von Martin Böttcher dran ist. Genau da wird es lizenzrechtlich m.E. dann kritisch.

Gerade Martin Böttcher war zumindest Fanprojekten (?) gegenüber immer sehr wohlwollend gestimmt und hat seine Musik samt Noten zur Verfügung gestellt. Ich gehe davon aus ohne Bezahlung.
Wie das die Erben (Frau/Tochter?) sehen ist mir nicht klar. Seit dem Tod von Martin Böttcher sind mir generell keine Aktivitäten in irgendeiner Art bekannt geworden. CD' Produktionen gibts gegenwärtig keine.

Es wäre dringend anzuraten das im Vorfeld zu klären. Sobald Anwälte nachträglich loslegen wird es immer sehr unangenehm und teuer (Jeder Brief "Mit kollegialen Grüßen" signiert kostet richtig Geld).

Nur meine Meinung zu dem Thema.

Viele Grüße
Michael

Sir David
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Re: Old Firehand als neues Karl-May-Hörspiel

#10 Beitrag von Sir David » 14. Aug 2020, 08:16

Hallo in die Runde.

Ich bin durch Bekannte auf die Debatte in diesem Forum aufmerksam gemacht worden und finde die Stoßrichtung mancher Beiträge beachtlich.

Was haben wir?

Zynische Erbschleicher, die ein schnittiges Rennpferd namens "Karl May" abreiten, es gnadenlos zu Tode schinden, allein um Profit aus Marke und Ansehen zu schlagen, um des schnöden Mammons Willen?

Ich denke nicht. Vielmehr:

Einen kleinen drei-Mann-Indiependant Hörspielverlag, der im Nebenerwerb arbeitet, und der sich anno 2020 den insgesamt in punkto popkultureller Breitenwirkung arg ins Hintertreffen geratenen Themenkreisen Karl May und Winnetou annimmt. Und zwar auf eine recht May-Vorlagen-getreue Weise, im Gegensatz zu den meisten Festspiel-Inszenierungen.

Allein dafür gebührt dem Verlag aus meiner bescheidenen Fan-Sicht etwas Respekt. Nochmal: Ob sich mit May noch wie ehedem große Umsätze erwirtschaften lassen, wage ich persönlich zu bezweifeln. Von der CD "Unter Geiern" gibt es jedenfalls keine mehr und eine Neupressung scheint laut Verlag nicht lohnend zu sein.

Ich stelle dazu fest: einige Kritiker hier kennen die Hörspiele jedenfalls überhaupt nicht, sondern leben von den Trailern der Ohrenkneifer-Seite, die (so kann ich sagen, der ich die Hörspiele besitze) aber eben Trailer sind, also keine 1:1-Originalausschnitte, sondern Verdichtungen aus der Produktion, die Musik spielt hier durch, nicht aber im eigentlichen Hörspiel.

Der Verlag inszeniert (so lässt sich den auf CD erhältlichen Werkstattberichten entnehmen) im Bewusstsein, dass es zu den Stoffen bereits etliche Prodktionen gibt. Allein zum Silbersee finden sich um die 30 (!) Daten-Einträge bei http://karl-may-hoerspiele.info. Ohrenkneifer äußert den Wunsch bzw die Hoffnung, trotz der Vielzahl an vorhandenen Inszenierungen dennoch eine neue Facette uns, dem Publikum, zu offerieren.

Das Verlags-Rezept lautet offensichtlich neben neuen Sprechern und Geräuschen: "Melodrama" und impliziert eine starke Betonung von Szenen-unterlegter Musik (im Gegensatz / Ergänzung zu Musik zwischen den Szenen).
keineswegs eine Erfindung von Ohrenkneifer, wie etwa Kenner der opulenten WDR-Hörspielproduktion "Der Orientzyklus" bestätigen werden.
Ein Rezept, welches man mögen kann oder verdammen - aber eine stärkere Betonung der Zutat Musik ist in vielen aktuellen kommerziellen Hörspielproduktionen zu finden, stille Inszenierungen wie weiland aus den frühen 1960er Jahren gibt es dagegen kaum noch.

Hier hat sich der Geschmack (der Macher, offenbar auch des Publikums verändert, etwas was betagteren Hörspielfreunden aufstoßen kann, natürlich). Aber vergessen wir nicht: das Melodram ist eben KEINE Erfindung, keine Unart der neueren Kinogeschichte, wie hier einigermaßen dreist behauptet wurde, sondern eher ein Reflex auf das Kino der Großväter, zb eines Max Steiners, dessen Film-Scores auch über weite Strecken in den Streifen spielten (zum Vergleich: King Kong).

Unerträglich tendenziös wird hier mit dem H. Wendlandt Zitat verfahren. Ich habe mir dir Dokumentation angesehen- Nicht nur, dass fast JEDER Filmausschnitt der ersten 40 Minuten Musikuntermalung aufbietet. Wendlandt und sein reichlich selbstdarstellerischer Fragensteller Schlöndorff ergehen sich sogar in Schwelgerei über die additive Kraft von Musik - von richtig gesetzter Musik - für eine Filmhandlung.
Aus dieser - offensichtlichen - Fürsprache für Filmmusik und suggestiver Kraft der Musik im Film das Käuzchen-Zitat herauszubrechen hat niederträchtige Chuzpe. Aber offenbart offensichtlich keinerlei Kennerschaft.
Zuletzt geändert von Sir David am 14. Aug 2020, 09:19, insgesamt 3-mal geändert.

Cinemascope
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Re: Old Firehand als neues Karl-May-Hörspiel

#11 Beitrag von Cinemascope » 26. Sep 2020, 13:24

Joerg hat geschrieben:
30. Jul 2020, 11:26
.......
Wenn Du Musik im Hörspiel nicht magst, kannst Du Dir auch ein Hörbuch anhören,....
Was ist denn das für eine merkwürdige Logik? Zudem habe ich nirgendwo geschrieben, dass ich Musik im Hörspiel nicht mag.
Was sollen denn diese Pauschalisierungen? Ich habe einzig und allein einen Abneigung gegen schlechte permanente Musikdudelei.
Übrigens auch, wenn ich im Supermarkt einkaufe und den Character hat das hier für mich.
Aber lassen wir es einfach, nach Deiner Schlussfolgerung erübrigt sich das für mich hier.



@ Sir David

Herr Wendlandt äußert sich in diesem Filmausschnitt ganz eindeutig zu der Zerstörung von filmischer Atmosphäre durch Musikuntermalung. Das ist ein einfacher und unmissverständlicher Sachverhalt. Nirgendwo ist behauptet worden, Herr Wendlandt habe etwas gegen FIlmmusik generell. Aber nun gut. Und das die gewählten Filmmusikausschnitte Musik aufweisen, hat doch mit der zitierten Aussage gar nichts zu tun und ist einfach im Zusammenhang Blödsinn. Natürlich haben gerade seine Film immer wieder einen wunderbaren Musikscore, aber eben genau dann wenn es passend ist. Warum stirbt Winnetou wohl in den erste Minute leise?

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