"Unter Geiern"

Rene Grießbach
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"Unter Geiern"

Beitrag von Rene Grießbach »

In der KARL MAY & Co. Nr. 134 findet sich u.a. der Teil 3 von Michael Petzels Artikelreihe "Alle meine Karl-May-Filme", der diesmal behandelte Teil beschäftigt sich mit "Unter Geiern".

Wie schon die vorigen zwei Teile finde ich den Text gut geschrieben und gut begründet. (was nicht heißt, dass ich zu allen Punkten die gleiche Meinung habe, aber das ist ja auch gut so.)
Auf jeden Fall hat mich diese Artikelreihe dazu animiert, für mich zuhause auch meine ganz persönliche May-Film-Hitliste zu erstellen (und da kommt bei mir "Unter Geiern besser weg)
Ich freu mich schon auf die nächsten Folgen und bin auf die weitere Hitliste gespannt.

Eine Anmerkung möchte ich aber doch loswerden, und das ist die Ausführung Michael Petzels zu der Szene, wo die Geierbanditen den Treck angreifen. Hier lesen wir:
Hier aber klappert die Drehbuchdramaturgie, und zwar so laut, dass es der Zuschauer merkt und - beleidigt ist, weil er sich verschaukelt fühlt.
(...)
Der Bärenjäger reitet mit seinen Freunden schleunigst zum Treck; er weiß ja, in welcher Gefahr sich Martin und die anderen befinden. Obwohl auch Winnetou weiß, dass der Treck unbedingt Hilfe braucht und Old Surehand auf ihn wartet, nimmt er sich dennoch die Zeit, um im Tal des Todes zu bleiben und die Toten zu bestatten. Das ist edel, aber natürlich leichtsinnig und auch rücksichtslos, denn auf diese Weise kommen die Indianer erst in letzter Sekunde, nachdem viel Blut geflossen ist und Richter Leader sein Leben ausgehaucht hat.
Nun, der Grund für die Verzögerung der Indianer ist in meinen Augen spekulativ. Dass Winnetou erst im Tal der Toten (nicht "des Todes") die Toten bestattete, kann sein, ist aber in meinen Augen wenig wahrscheinlich. Vielmehr könnte für mich die Verspätung der Indianer daran liegen, dass ihr Trupp bedeutend größer ist und der Bärenjäger mit seinen Freunden nur vorausgeritten ist, weil dieser kleine Trupp bedeutend schneller war.

Und hier haben wir den Hauptpunkt: Die Indianer kommen "erst in letzter Sekunde". Ein filmischer Fehler? Ich denke, eher nicht. Vielmehr halte ich das für eine bewusste und filmdramaturgisch gelungene Entscheidung der Filmemacher. Die Rettung in letzter Sekunde, als alles verloren scheint, finden wir auch in anderen Filmen, am für mich bedeutend besser und eindrucksvoller inszeniert im "Herr der Ringe", wo wir vergleichbare Situationen haben.
Ein
kapitaler Bock zum Schluss
ist diese Szene in meinen Augen nicht.

Ein Wort noch zu einer Bildunterschrift im selben Beitrag.
Da steht "Götz George kommt zu der Überzeugung, dass die meisten jugoslawischen Kaskadeure entlassene Sträflinge sind." Wie kommt bzw. kam der Mann zu einer dermaßen überheblichen und arroganten "Überzeugung"? Minuspunkt für Herrn George.