Brice / Granger

MarkusKuerbitz
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Brice / Granger

Beitrag von MarkusKuerbitz »

Hi Leute, ich bin der festen Überzeugung, daß Horst Wendlandt mit der Besetzung mit Stewart Granger einen Riesenfehler gemacht hat. Erstmal passt Granger gar nicht zu der Rolle des "Surehand". Schon von Alter her. Auch was die Beziehung zwischen Pierre Brice und Granger betrifft, das war nicht das gleiche wie bei Brice und Barker. Die Abneigung der beiden hat sich meiner Meinung nach auch auf die 3 Filme übertragen. Wer die Filme genauer betrachtet, dürfte man merken, daß von Freundschaft oder Synpatie wenig zu merken ist. Auch finde ich es verkehrt, daß man für den "Firehand" - Film Rod Cameron verpflicht hat und nicht Walter Barnes. Er hätte doch laut Karl May einen besseren Firehand abgegeben, da er auch in Unter Geiern einen Bärenjäger gespielt hat.
Bärentöter
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Re: Brice / Granger

Beitrag von Bärentöter »

Guter Gedanke das mit WALTER BARNES als FIREHAND. So hab ich eigentlich nie gedacht. Oder doch lieber
VLADIMIR MEDAR?! Nein kleiner Scherz. Wäre sicherlich eine gute Idee gewesen. Zumal dieser Schauspieler
ja beim Publikum auch ziemlich beliebt gewesen ist. Vielleicht dazu noch eine neue Musik von MARTIN
BÖTTCHER und ne andere Story...dann wärs vielleicht was geworden...! STEWART GRANGER fand ich trotzdem
schon gut in dieser Rolle. Wobei eigentlich besser der HELLMUT LANGE oder auch JOACHIM FUCHSBERGER
gepasst hätten. Erstgenannter war vielleicht auch für die CONSTANTIN zu unbekannt. Ich fands eigentlich ganz
witzig wie locker STEWART GRANGER mit der Rolle umgegangen ist!
Cinemascope
Beiträge: 114
Registriert: 20. Mai 2012, 13:23

Re: Brice / Granger

Beitrag von Cinemascope »

Stewart Granger und wie er die Rolle anlegte war in meinen Augen genau die richtige Wahl und ein notwendiger Kontrapunkt zu Lex Barker. Es ist natürlich nicht May-treu, aber was ist schon in den Filme wirklich May-treu? Die Filme musste auch wirtschaftlichen Erfolg bringen, also musste etwas "Neues" her.
Ich persönlich mag natürlich auch den edelmütigen, selbstlosen "Old Shatterhand" lieber und die Freundschaft zwischen beiden, so wie sie von Harald Reinl so großartig in Szene gesetzt wurde! Trotzdm ist die Figur des Old Surehand etwas erfrischend andersartiges.
Einer meiner Söhne z.b mag insbesondere Old Surehand, seine Coolness und seine Art mit dem Pferd zu sprechen. Ich kann mich erinnern, das es auch vor 35 Jahren schon Klassenkameraden gab, die Old Surehand einfach toll fanden.
Old Surehand so zu typisieren wie Lex Barker wäre vermutlich für die Reihe und deren Dramaturgik eher kontraproduktiv gewesen. Und so wie Karl May Old Surehand beschrieben hat undenkbar filmisch in die 60er Jahre umzusetzen. Wenn ich heute noch drei Lex Barker Filme gesehen habe, freue ich mich jedesmal auf Granger. Danach aber wieder auf Lex Barker! Es ist die Abwechslung, die es ausmacht.
Für die ganze Filmreihe schlimmer und wesentlich ärgerlicher finde ich die immer weniger sorgfältige Inszenierung der Filme (abgesehen von Reinl). Die Schauplätze waren immer wieder die selben, die Nebenschauspieler und selbst die Requisiten. Das fällt sogar meinem 6 Jährigen Sohn auf. Es ist traurig, wenn man sich ausmalt, was für ein Potential theoretisch in einem Film wie "Der Ölprinz" oder "Old Firehand" gesteckt hätte. Ganz besonders merkt man es,wenn man nach Winnetou 3.Teil Old Surehand 1.Teil anschaut.
Selbe Stadt, selbe Zelte, selbe Kostüme. Auch die Interpretation des strahlenden Winnetous von Harald Philipp ist für mich ein wesentlich schwerwiegenderer Fehler der Reihe, als die eigentlich mutige ARbeit von Vohrer in "Firehand"! Da der Film auch hier wenigstens versucht neue Wege zu gehen, mag ich ihn auch irgendwie.
Rüdiger

Re: Brice / Granger

Beitrag von Rüdiger »

Granger bringt eine erfrischende Farbe in die Filme. Er ist zwar kein Old Surehand, aber er stellt eine Figur dar wie May sie kreiert haben könnte.
Hermesmeier

Re: Brice / Granger

Beitrag von Hermesmeier »

An Granger scheiden und schieden sich schon immer die Geister. Die Kollegen hatten über ihn nicht viel Nettes zu berichten - auf menschlicher Ebene. Schauspielerisch muss man feststellen, dass er seiner Figur unzweifelhaft den Stempel aufgedrückt hat. Er hat die Figur komplett von der literarischen Vorlage emanzipiert und sie sich zu eigen gemacht. Das konnte man schon immer positiv oder negativ sehen. Dazu gehört die spezielle, nur ihm eigene Gewehrhaltung, dazu gehört kumpel- bis onkelhafte und dabei unerträglich arrogante Umgang mit allen Figuren in seiner Umgebung (außer Winnetou). Ich muss gestehen, dass mir Granger in seiner Darstellung schon immer der prägnanteste unter den Akteuren war. Wenn ich mich an meine Kindheit und Jugend zurückerinnere, als ich die Filme zuletzt sah, würde ich sogar sagen, dass er mein Lieblingsdarsteller war. Er bringt unzweifelhaft Qualität in eine zu großen Teilen laien- und stümperhafte Produktion - aber eben auf eine Weise, die mit May nichts zu tun hat. Wie auch? Er wird May nie gelesen haben und konnte nur auf die Drehbücher reagieren, die ihrerseits mit May schon kaum noch was zu tun hatten. Meiner Ansicht nach hat er das Beste draus gemacht und etwas Eigenes mit eingebracht, was ja wohl auch der Anspruch eines jeden Schauspielers sein sollte, der seinen Beruf ernst nimmt.
Ich habe volles Verständnis dafür, wenn das andere anders sehen. Menschlich war er offenbar schwierig, wie Karl May selbst auch (was ihn dann doch wieder mit ihm verbindet) und daraus leiten sich zwangsläufig Antiphathien ab, denen man die Berechtigung nicht wird absprechen können.
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