Neuer Winnetou Film

guenni
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Re: Neuer Winnetou Film

Beitrag von guenni »

Als Filmfan der 60ger muss man sich von der Vorstellung befreien das es ein Kopie dieser Filme würde.
Kein Pierre Brice oder Ralf Wolter werden in dem Film auftauchen und kein Böttcher seine Melodie ertönen lassen. Auch Kroatien ist nicht das Land in dem der Film gedreht werden soll.
Nun sucht eine Frau in den USA die Möglichkeit doch noch einmal einen Winnetou über die Leinwand galoppieren zu lassen.
Warum nicht?
Zugegeben der erste Auftritt, mit der Ankündigung solch ein Projekt zu stemmen war nicht sehr glücklich umgesetzt.
Aber was wissen wir den von der Geschichte? Eigentlich zu wenig um darüber Meckern zu können!
Warten wir erst einmal ab!
Sich jetzt hier die Mäuler zu zerreißen ist Müssig, macht aber einigen sichtlich Spaß.
Nscho-tschi
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Re: Neuer Winnetou Film

Beitrag von Nscho-tschi »

Ich verfolge die Diskusion über dieses Projekt nun schon einige Zeit.
Zumal dieser Treat schon der 2. Beitrag dazu ist.

Es spricht nichts dagegen daß der Stoff der Karl May Bücher erneut verfilmt werden soll. Das die Drehorte dann auch nicht Kroatien sind und die Musik auch nicht von Martin Böttcher kommt, ist nur verständlich. Es soll nur nicht einfach eine Kopie oder ein Remarke sein. Wenn der oder die Filme gut gemacht sind und auch Niveau haben, könnte ich mir gut vorstellen diese auch zu akzeptieren und anzusehen.

Ob der Film allerdings zustande kommt, steht in meinen Augen in den Sternen.
Was gibt es bisher? Nur die Fotos aus einer Fotosession, mehr nicht.

Es "soll" der Film auf der im Februar 2010 stattfindenden Berlinale vorgestellt werden.
Dazu die Frage: Wie kann ein Film vorgestellt werden, auch nur mit Ausschnitten, wenn noch nicht einmal eine einzige Szene gedreht wurden sein soll, bzw. noch nicht einmal die Finanzierung stehen soll? Geschweige den auch noch 2010 ins Kino kommen soll?

Sollte der Film tatsächlich in Berlin in Ausschnitten oder Komplett vorgestellt werden, dann müßten die Dreharbeiten noch geheimer sein als bei James Bond.

Ich bin zwar nicht beim Film, aber an so einem Projekt steckt deutlich mehr Arbeit dahinter als manche glauben. Sollte der Film 2010 doch noch gedreht werden, dann kommt er aber 2010 mit größer Wahrscheinlichkeit nicht mehr ins Kino.

Ich habe mir einmal auf der HP die Darsteller angesehen.
Für die Rolle des Old Shatterhand gibt es eine große "Wunschliste" und die sieht so aus:
Aaron Eckart / Paul Walker / Taylor Kitsch / Ryan Reynolds / Vigo Mortensen und Hugh Jackman.
Die übrigen Rollen-Darsteller kenne ich dagegen nicht. Diese wären:
Wes Stud, Tonantzin Carmelo, Marcus Akiaten, Jay Tavare, Cherylin Silva, Sean Vasquez, Qorianka Kilcher, Rick Mora, Rodney A. Grant, Rudy Youngblood, Christian Oliver, Sebastian Koch, Guido Foehrweiser, Joaquim De Almeida, Faz Brahimi und Thuma Riefenstein.
Ok, das hat nicht viel zu sagen, denn wer kannte vor dem gro0en Erfolgen in den 60er Jahren die ganzen Darsteller schon? Ein Pierre Brice wurde auch erst durch diese Filme bekannt.

Nun wird es aber interessant. Es gibt im Internet eine sehr Große Filmdatenbank (http://www.imdb.com bzw. http://www.imdb.de) auf der werden auch zukünftige Projekte bei den Darstellern, Regisseuren usw. eingetragen. Wenn mann dort bei Jay Tavare (soll als Winnetou feststehen) und bei Markus Nispel (soll als Regisseur feststehen) nachsieht, wird man feststellen daß das Projekt "The Legend of Winnetou" weder für 2009 oder 2010 geplant ist geschweige denn geplant war. Auch bei den übrigen Darstellern (siehe oben) ist da Projekt unbekannt. Es gibt z.B. Stephen King Verfilmungen, die stehen schon für 2012 in der Datenbank. Das Projekt "The Legend of Winnetou" ist in keiner Form erfaßt. Auch bei Co-Produzent Mike Nedavoy ist dieses Projekt nicht vermerkt. Eine Produzentin Sabine Niederberghaus-Lesavoy ist dort noch nicht einmal erfaßt und daher gänzlich unbekannt.

So, mit diesen Infos kann sich nun jeder selbst Gedanken machen, ob mit dem Projekt was wird.

Soweit ich mich erinnern kann, war vor gar nicht all zu langer Zeit geplant einen weiteren Orient Film zu verwirklichen. Dieses Projekt ist anscheinend gestorben, bleibt nur zu hoffen daß es bei "The Legend of Winnetou" nicht auch der Fall ist.
markus
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Re: Neuer Winnetou Film

Beitrag von markus »

Daß ein Film bei der Berlinale vorgestellt wird, heißt ja nicht unbedingt daß dort unbedingt Ausschnitte gezeigt werden. Das Projekt an sich wird erstmal vorgestellt.

Sebastian Koch unbekannt? Das nenn ich mal eine Bildungslücke. Staufenberg, "Das Leben der anderen", "Der Seewolf", um nur die letzten Sachen zu nennen.
Rodney A. Grant ist Indianer und hat seinerzeit schon in "Der mit dem Wolf tanzt" mitgespielt.
Harty
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Re: Neuer Winnetou Film

Beitrag von Harty »

So sehr ich diese Idee begrüsse, aber ich habe meine Zweifel. Vor einigen Monaten hatte ich auch die Idee einer realistischen Indianerverfilmung vorgestellt, aber:

Winnetou ist eine dt. Erfindung und nunmal nicht Chingachgook von Fenimore Cooper, dessen Romane weltweit bekannt sind. Würde ein Hugh Jackmann in einer Winnetou Verfilmung mitspielen oder eher in "Der letzte Mohikaner" ?

Daran wird dieses Projekt mit gewünschter internationaler Besetzung finanziell scheitern. Eine neue zeitgenössische dt. Verfilmung liesse sich sicherlich leichter realisieren. Aber Winnetou from Hollywood - no way. Aber lasse mich gerne eines Besseren belehren.
Harty
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Re: Neuer Winnetou Film

Beitrag von Harty »

Nachtrag: wie wir aber von Tarantino wissen, er ist ein Winnetou Fan. Ein Film unter seiner Regie könnte durchaus seinen Reiz haben ;-)
Duke
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Re: Neuer Winnetou Film

Beitrag von Duke »

Harty hat geschrieben:So sehr ich diese Idee begrüsse, aber ich habe meine Zweifel. Vor einigen Monaten hatte ich auch die Idee einer realistischen Indianerverfilmung vorgestellt, aber:

Winnetou ist eine dt. Erfindung und nunmal nicht Chingachgook von Fenimore Cooper, dessen Romane weltweit bekannt sind. Würde ein Hugh Jackmann in einer Winnetou Verfilmung mitspielen oder eher in "Der letzte Mohikaner" ?

Daran wird dieses Projekt mit gewünschter internationaler Besetzung finanziell scheitern. Eine neue zeitgenössische dt. Verfilmung liesse sich sicherlich leichter realisieren. Aber Winnetou from Hollywood - no way. Aber lasse mich gerne eines Besseren belehren.
Wobei in Sachen Cooper anzumerken wäre, dass Hollywood sich auch immer sehr bemüht hat, die Bücher als Vorlage möglichst zu ignorieren und ihre Aussagen völlig verdreht auf die Leinwand zu bringen. Die beste, weil vorlagennächste, Verfilmung entstand 1971 bei der BBC (fast ein Kammerspiel), gefolgt in der Qualität vom Advents-Vierteiler von 69, der zumindest in den ersten beiden Folgen sehr nahe an den Romanen bleibt, wenn es da auch andere Kritikpunkte gab.

Auf einen Winnetou im "zeitgenössischen" Stil von Michael Mann kann ich jedenfalls gut verzichten, eigentlich sowieso auf einen neuen Film. Zumindest, wenn er die Bücher als Vorlage nimmt und dann vergewaltigt. Dann besser noch eine freie Verwendung der Figuren in einer neuen Geschichte. Wenn es denn ohne Film nicht geht, der freilich als Werbeträger für den Namen May in der heutigen Zeit so schlecht vielleicht wirklich nicht wäre..

Michael
markus
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Re: Neuer Winnetou Film

Beitrag von markus »

Harty hat geschrieben:Würde ein Hugh Jackmann in einer Winnetou Verfilmung mitspielen oder eher in "Der letzte Mohikaner" ?
Weder noch.
Duke hat geschrieben:Zumindest, wenn er die Bücher als Vorlage nimmt und dann vergewaltigt. Dann besser noch eine freie Verwendung der Figuren in einer neuen Geschichte.
Wo ist denn da der Unterschied? Das ist mir zu hoch.
Duke
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Re: Neuer Winnetou Film

Beitrag von Duke »

Duke hat geschrieben:Zumindest, wenn er die Bücher als Vorlage nimmt und dann vergewaltigt. Dann besser noch eine freie Verwendung der Figuren in einer neuen Geschichte.
Wo ist denn da der Unterschied? Das ist mir zu hoch.[/quote]

Ist doch gar nicht so schwierig. Wenn der Film sich auf ein bestimmtes Buch bezieht und - wie zum Beispiel die May-Filme der 60-er oder auch die meisten "Mohican"-Bearbeitungen- ohne jeden Grund völlig eigene Handlungen entwickelt, ist es nicht nur für den Freund der Vorlage ärgerlich.

Bei James Bond weiß ich andererseits, dass die Filme seit langem nichts mehr mit Flemings Geschichten zu tun haben, kann aber zum Beispiel bei Dalton oder auch Craig durchaus den Flemingschen Charakter wiedererkennen. Und das wäre mir dann auch in einem neuen "May"-Film wichtig. Die Charaktere zu erkennen, am liebsten in einer völlig neuen Geschichte, die auf eine Verballhornung der Vorlage verzichten kann. Das so etwas funktioniert, zeigt sich seit einigen Jahren im Medium Buch.

Die May-Vorlagen lassen sich im Kino einfach nicht adäquat umsetzen, auch die angedachte Schut-Verfilmung war doch wieder als kompakte Action-Geschichte nach Art der Sixties oder der Freilichtstücke angelegt. Dann lieber gleich etwas Neues, das sich vielleicht auch international verkaufen lässt, die alten Leser nicht verärgert und ein paar neue vielleicht neugierig auf die Vorgeschichte macht.

Oder noch besser einen der Münchmeyer-Romane als Dauerserie fürs TV aufbereiten.
markus
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Re: Neuer Winnetou Film

Beitrag von markus »

Duke hat geschrieben:Die May-Vorlagen lassen sich im Kino einfach nicht adäquat umsetzen...
Doch, die ließen sich adäquat umsetzen, jedoch würde man damit sicher nicht die Kinos voll kriegen. Doch wenn diese Machart nicht viel Geld kostet, würde man vielleicht noch Gewinn machen.
Duke hat geschrieben:Oder noch besser einen der Münchmeyer-Romane als Dauerserie fürs TV aufbereiten.
Diese Idee hatte ich vor einiger Zeit auch schon (auch den Winnetou könnte man in einer TV-Serie viel ausführlicher bringen). Wenn es schon jeden Tag auf allen Sendern von früh bis spät Seifenoper sein muß, dann kann da auch ein bischen May-Kolportage nichts schaden.

*

Ich glaube ich habe das vor einiger Zeit hier oder woanders schon gesagt. Es wäre glaube ich gar keine so schlechte Idee wenn man "Winnetou" so verfilmen würde wie seinerzeit den "Seewolf" mit Harmstorf. Auch als TV-Serie, wegen der Ausführlichkeit. Diese Serie zeichnete sich ja aus daß sie ziemlich nah an der Romanvorlage war, auch viele Dialoge stimmten fast 1:1 überein. Ein Pluspunkt war auch Humphrey van Weiden als Erzähler aus dem Off. Das man sich bei der Verfilmung an mehrere Romane Londons bediente, machte das ganze keinen Abbruch. Im Gegenteil. Wer den Roman vorher nicht kannte so wie ich, dem ists natürlich kaum aufgefallen. Und für den Kenner wars sicher trotzdem schlüssig erzählt. Sicher, der Schlußteil wo sich Brewster und van Weiden auf eine einsame Insel retten und sich gegen Larsen wehren, hätte man gut für die Verfilmung gebrauchen können, immerhin macht er fast 1/3 des Buches aus. Aber dieser Mix aus verschiedenen Erzählungen ist sehr gut gelungen.

Warum macht mans nicht so mit May? Die Winnetou-Trilogie 100%ig hintereinander abzufilmen ist doch nicht zwingend notwendig. Es reicht wenn man als Fixpunkte das Kennenlernen zwischen Winnetou und Old Shatterhand nimmt und den Tod Winnetous. Dazwischen kann man einige Erzählungen verfilmen die gar nicht mal in der Trilogie vorkommen, May hat da doch einiges geschrieben. Z.B. was aus "Old Surehand", oder warum nicht eine Episode aus dem Waldröschen, aus Bärenherz wird dann Winnetou und aus Donnerpfeil Old Shatterhand (ich glaub jetzt werd ich von den Puristen erschlagen;-)) ). Jedenfalls gibt es einige Erzählungen die man zwischen dem Kennenlernen Winnetous und Old Shatterhands und Winnetous Tod setzen kann und es trotzdem in sich stimmig ist. Auf jeden Fall sollten alle Erzählungen die verwendet werden möglichst nah am Roman sein, sowohl die Dialoge, als auch der Text, den ich mir hier und da als Off vom Shatterhand-Darsteller gesprochen vorstellen könnte. So kommt das Gefühl rüber es handelt sich um ein Hör-Seh-Buch. In so einer Verfilmung würde ich gerne gehen bzw. würde sie gerne im TV schauen, auch wenn die Einschaltquote gering ausfällt. Aber dafür gibts ja arte oder 3-sat;-).
Duke
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Re: Neuer Winnetou Film

Beitrag von Duke »

Dummerweise richten sich heute selbst die Öffentlich-rechtlichen überwiegend nach den Quoten und kümmern sich einen Dreck darum, dass sie eigentlich ein Programm für ALLE Zwangsgebührenzahler anbieten müssen, selbst wenn nur einer oder zwei zuschauen sollten. Und May im Original, "unentstaubt", um eines dieser unappetitlichen Worte aufzugreifen, dass immer wieder in solchem Zusammenhang auftaucht, dürfte vielen der Herren und Damen in den Aufsichtsräten wahrscheinlich als attraktives Programm gar nicht vorstellbar sein..

Obwohl ich mir durchaus vorstellen kann, dass eine solche Produktion letztlich ihre Zuschauer finden würde. Aber wirklich nur im TV. Im Kino ist das in 90 oder auch 120 Minuten nicht zu leisten. Schon gar nicht bei diesem unsinnigen Ansatz, den Schurken jedesmal am Ende der Geschichte umzubringen und dann für die angebliche Fortsetzung wieder einen neuen erfinden zu müssen, wie es bei Master Wendlandt üblich war. Aber in Zeiten der Dauer-Sequel sind ja inzwischen sogar die Freilichtbühnen dabei, auf diese Dummheit zu verzichten. Allein die fortgesetzte Jagd auf Santer hätte die Winnetou-Trilogie in den 60-ern so viel interessanter machen können. Aber ich schweife ab...

Ansonsten ist dein Ansatz natürlich sehr reizvoll. Vor allem würde auch den "Durchschnittszuschauern" endlich wieder - oder überhaupt - bewusst, das Shatterhand/Kara tatsächlich Karl May ist, das Zentrum der Geschichte, und nicht nur ein austauschbarer Reitpartner für Winnetou, zu dem der Charakter leider seit den Tagen Lex Barkers geworden ist.

Happy Trails

Michael
markus
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Re: Neuer Winnetou Film

Beitrag von markus »

Shatterhand/Kara sind nicht Karl May, bzw. es sind nur Anteile von ihm plus Wunschdenken von ihm, d.h. er wäre gerne so gewesen wie sie. So wie er privat nicht immer Edelmensch war, nicht perfekt (wer ist das schon), so wäre er aber gerne so gewesen (hätte er länger gelebt, hätte er es vielleicht geschafft).
Duke
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Re: Neuer Winnetou Film

Beitrag von Duke »

markus hat geschrieben:Shatterhand/Kara sind nicht Karl May, bzw. es sind nur Anteile von ihm plus Wunschdenken von ihm, d.h. er wäre gerne so gewesen wie sie. So wie er privat nicht immer Edelmensch war, nicht perfekt (wer ist das schon), so wäre er aber gerne so gewesen (hätte er länger gelebt, hätte er es vielleicht geschafft).
Wunschdenken oder nicht, späteres Verneinen oder Symbolisieren oder nicht, in Satan und Ischariot, Weihnacht, den Freuden und Leiden oder Winnetou IV ist das Ich eindeutig identisch mit Karl May. Oder dem, was sich in seiner Vorstellung abspielt. Die Leser jedenfalls sollten gleichsetzen und haben es auch getan. Was ja letztlich dann auch zu den ganzen fatalen Folgen geführt hat.

Der heutige Shatterhand aber hat diese eindeutige Identität verloren, und das macht den Charakter eben beiläufig und weniger interessant. Entsprechend leicht fällt es da ja auch, ihn auf der Bühne durch Firehand oder Surehand zu ersetzen. (Die Zuschauer stört sein Fehlen genauso wenig, wie jeden komischen Charakter erst einmal als Sam Hawkens zu begrüßen. Auch wenn Tante Droll im Programmheft steht...) Ich könnte wesentlich leichter auf Winnetou verzichten.
markus
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Re: Neuer Winnetou Film

Beitrag von markus »

Duke hat geschrieben:Wunschdenken oder nicht, späteres Verneinen oder Symbolisieren oder nicht, in Satan und Ischariot, Weihnacht, den Freuden und Leiden oder Winnetou IV ist das Ich eindeutig identisch mit Karl May. Oder dem, was sich in seiner Vorstellung abspielt.
Das stimmt (lese grade "Weihnacht"). Aber zu einem großen Teil ist es eben nicht Karl May, sind es Wunschbilder die er sich erträumt hat und die er in OS/KBN hineinprojeziert hat. Es gibt andere Figuren in Mays Werk die viel eher Mays wahren Charakter entsprechen, wie Hadschi Halef Omar, Carpio, Old Death...
Duke hat geschrieben:Die Leser jedenfalls sollten gleichsetzen und haben es auch getan. Was ja letztlich dann auch zu den ganzen fatalen Folgen geführt hat.
Daß die Leute dümmer waren als heute, mag ich kaum glauben. Wobei sie heute auch nicht wesentlich inteligenter sind. Jedenfalls ist es schon erstaunlich. Einer Autobiographie traut man nicht, einem Roman schon. Irrer gehts nimmer.
Duke hat geschrieben:...wie jeden komischen Charakter erst einmal als Sam Hawkens zu begrüßen. Auch wenn Tante Droll im Programmheft steht...
Mir ist bei der diesjährigen Vorstellung in Segeberg auch erst nach längerer Zeit bewußt geworden daß es sich um Tante Droll handelt. Erst dachte ich an Hobbel-Frank.
Duke hat geschrieben:Ich könnte wesentlich leichter auf Winnetou verzichten.
Ganz verzichten vielleicht nicht, aber er ist für mich zumindest nicht die Hauptfigur, auch nicht in der gleichnamigen Trilogie. Er ist einer der Hauptfiguren. Quantitativ ist er eher eine Nebenfigur.

;-)
Rüdiger

Re: Neuer Winnetou Film

Beitrag von Rüdiger »

markus hat geschrieben: Daß die Leute dümmer waren als heute, mag ich kaum glauben. Wobei sie heute auch nicht wesentlich inteligenter sind. Jedenfalls ist es schon erstaunlich.
Viele Leute denken auch, der Mario Barth (z.B.) sei so wie die Figur die er spielt ... (dann müßte man ihn wirklich ... (sonstwas))

Oder Herbert Knebel oder die Frau vom Heinz Becker in der Fernsehserie, beides Fälle, in denen die jeweiligen Darsteller völlig anders aussehen und auch völlig anders sind ... Bei der Lilo Wanders habe ich auch jahrelang nicht gewußt, daß das ein Mann ist ...

Zurück zu „Neuer Winnetou Film“. Wie wär’s mit Mario Barth als Santer (ich spiele dann einen der Apachen ...), Herbert Knebel als Mr. Henry (irgendwie müssen wir ihn unterbringen) und der Frau vom Heinz Becker als die Gastgeberin in der Familie, wo der spätere Old Shatterhand als Hauslehrer arbeitet ... Lilo Wanders als Gast tritt als Kliuna-ai auf, alternierend mit Angel alias Vollmond.

;-)
markus
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Re: Neuer Winnetou Film

Beitrag von markus »

Beim Mario Barth glaub ich schon daß der Privat so in etwa ist wie auf der Bühne. Da passt zwischen Figur und Person kein Löschpapier mehr.
Bei Hape Kerkeling oder beim viel zu früh verstorbenen Dieter Krebs ist das anders. Die sind eigentlich, vor allem der Krebs war so, privat eher nach innen gekehrt und gehen meist nur im Beruf aus sich heraus. Was nicht heißt daß sie privat nicht lachen können und nur miesepetrig drauf sind. Aber alles zu seiner Zeit. Ein Komiker der pausenlos auch bei Interviews (so wie Otto, obwohl ich ihn früher sehr gemocht habe) den Clown abgibt, ist mir suspekt. Genauso schlimm finde ich es, wenn man Komikern ala Kerkeling oder Krebs, also privat eher ruhigere Vertreter, bei Interviews oder in Fernsehshows, oder einfach nur auf der Straße nötigt einen Witz zu erzählen. Oder so "...mach doch mal ein bischen Spaß.". Da könnt ich wie seinerzeit Eddi Arendt...(was ja nur bildlich gesprochen war)...meine MG hervorholen und...

Herbert Knebel und die Frau vom Becker sind großartig (also ich meine die Rollen die sie spielen, privat kenne ich sie weniger, auch wenn ich den Knebel schon ohne Maske gesehen habe, z.B. bei "Ja Uff erstmal. Winnetou unter Comedygeiern").

Als ich die/der Lilo Wanders das erstemal so Anfang der 90er Jahre in "Wahre Liebe" gesehen habe (die ältere Generation hatte ihren Schulmädchenreport und Oswald Kolle, meine Generation hatte die "Liebe Sünde", "Wahre Liebe" und "...da werden Sie geholfen" "Peep" ;-)) ), war mir gleich klar, das ist ein Kerl. Und unverkleidet habe ich den erst vor ein paar Jahren auf einem Bild gesehen. Ansonsten ist er/sie doch eher eine Art Kunstfigur, ohne Unterscheidung zwischen Beruf und Privat. So wie Atze Schröder (wobei ich jetzt nicht beide von der Qualität her vergleichen wollte;-) ).
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