Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
-
Marlies
- Beiträge: 343
- Registriert: 26. Jan 2009, 01:44
- Wohnort: Tasmania
- Kontaktdaten:
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Mohrenkopf gibts nicht mehr? ??? WAT? Das war mein liebstes --- so klebrig --- aber aus dem Eisschrank war die Schokolade drum herum ganz schoen zum dreinbeissen, und dann am ende noch den Waffelboden sauber schlecken befor man den auch noch verknabberte. Hach ... schade ... die Welt wurde um einiges aermer.
-
Rehkitz
- Beiträge: 348
- Registriert: 4. Jan 2006, 15:10
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
keine Angst, die gibts schon noch, heißen bloß politisch korrekter...
http://de.wikipedia.org/wiki/Schokokuss
http://de.wikipedia.org/wiki/Schokokuss
-
markus
- Beiträge: 1764
- Registriert: 20. Sep 2007, 14:22
- Wohnort: Crähenfeld
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Ich hasse diese Political Correctness, oder wie es sich schimpft.
-
Marlies
- Beiträge: 343
- Registriert: 26. Jan 2009, 01:44
- Wohnort: Tasmania
- Kontaktdaten:
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Dem Manitou sei dank!
Schokokuss ... no jo ... eigentlich ein schoeneres 'Bild' als ein zerbissener Mohrenkopf ... sozusagen. Hab ich den thread auch schon wieder auf ein niedrigeres Niveau heruntergezogen? Jetzt muss ich doch mal schnell was suesses aus dem Kuehlschrank holen ... Mohrenkopf hin, Schokokuss her ... hm ... (Schokokuss - wer hat sich denn das ausgedacht?).
Schokokuss ... no jo ... eigentlich ein schoeneres 'Bild' als ein zerbissener Mohrenkopf ... sozusagen. Hab ich den thread auch schon wieder auf ein niedrigeres Niveau heruntergezogen? Jetzt muss ich doch mal schnell was suesses aus dem Kuehlschrank holen ... Mohrenkopf hin, Schokokuss her ... hm ... (Schokokuss - wer hat sich denn das ausgedacht?).
-
markus
- Beiträge: 1764
- Registriert: 20. Sep 2007, 14:22
- Wohnort: Crähenfeld
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Ein Karl-May-Bearbeiter sicher nicht. Aber sowas ähnliches;-)).Marlies hat geschrieben:Schokokuss - wer hat sich denn das ausgedacht?
-
Werner Fleischer
- Beiträge: 299
- Registriert: 6. Mär 2006, 20:02
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Ich denke, einige sind auf der richtigen Spur. Sprache verändert sich, das Sprachgefühl von Menschen ebenfalls. Und ich habe den Eindruck das es Petzel um dieses veränderte Sprachgefühl das ganze Generationen betrifft geht. Und hier ist denke ich die Frage legitim wie gehen Verlage die Bücher verkaufen wollen damit um. Bücher die ihre Leser nicht mehr erreichen werden nicht mehr gedruckt. Die Folge hiervon ist das die Werke und die Autoren in Vergessenheit geraten. Sicherlich kein Problem für die Menschen die eh wissen das der Papst in Rom residiert. Sehr wohl ein Problem für diejenigen die das nicht wissen und dieses Wissen auch nicht kennenlernen werden infolge eines mangelnden Angebotes.
Ich glaube das es an der Zeit über eine Modernisierung in Leseausgaben nachzudenken. Es hat schlißelich niemand geschrieben - weder ich noch Petzel - das der Urtext nicht mehr gedruckt werden soll. Natürlich soll er gedruckt werden, schon aus wissenschaftlichen Gründen ist dies sehr wichtig. Aber sehen wir uns doch einmal die unterschiedlichen Bibeltexte an und vergleichen sie mit dem Urtext. Auch hier ist aus guten Gründen immer wieder modernisiert worden.
Ich glaube das es an der Zeit über eine Modernisierung in Leseausgaben nachzudenken. Es hat schlißelich niemand geschrieben - weder ich noch Petzel - das der Urtext nicht mehr gedruckt werden soll. Natürlich soll er gedruckt werden, schon aus wissenschaftlichen Gründen ist dies sehr wichtig. Aber sehen wir uns doch einmal die unterschiedlichen Bibeltexte an und vergleichen sie mit dem Urtext. Auch hier ist aus guten Gründen immer wieder modernisiert worden.
-
markus
- Beiträge: 1764
- Registriert: 20. Sep 2007, 14:22
- Wohnort: Crähenfeld
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Und werden diese modernen Bibeln mehr gelesen als früher die alten?
Also wie gesagt, gegen Bearbeitungen bin ich keineswegs, nur sehe ich keinen Sinn darin. Man bekommt die Leute, wenn überhaupt, bestenfalls zum bearbeiteten May, von dieser Handvoll würden sich vieleicht 2-3 zum wahren May verlaufen.
Mal angenommen in einigen Jahren haben Döner, Hamburger und Co. es doch geschafft der guten alten deutschen Currywurst den Rang abzulaufen (ich weiß, es wird nie geschehen, ich male nur den Teufel anschauungsmäßig an die Wand). Urplötzlich wird weniger der beliebten Wurst gegessen. Was fällt denen dann ein? Sie ersetzen mal eben die scharfe Soße durch eine süß-saure Soße. Wenn das nicht hilft wird die Wurst durch eine vegetarische Wurst ersetzt. Zum Schluß kommt anstatt Curry, Zimt drüber. Fertig. Wird diese Kreation es schaffen daß wieder mehr Currywurst gegessen wird? Ein paar wenige die alles gerne weichgespült haben wollen, werden vermutlich auf die bearbeitete Wurst anspringen. Und von denen werden eventuell so knapp fünf wissen wollen wie die Ur-Currywurst geschmeckt hat, von denen wiederum ein bis zwei dran hängen bleiben.
Also wie gesagt, gegen Bearbeitungen bin ich keineswegs, nur sehe ich keinen Sinn darin. Man bekommt die Leute, wenn überhaupt, bestenfalls zum bearbeiteten May, von dieser Handvoll würden sich vieleicht 2-3 zum wahren May verlaufen.
Mal angenommen in einigen Jahren haben Döner, Hamburger und Co. es doch geschafft der guten alten deutschen Currywurst den Rang abzulaufen (ich weiß, es wird nie geschehen, ich male nur den Teufel anschauungsmäßig an die Wand). Urplötzlich wird weniger der beliebten Wurst gegessen. Was fällt denen dann ein? Sie ersetzen mal eben die scharfe Soße durch eine süß-saure Soße. Wenn das nicht hilft wird die Wurst durch eine vegetarische Wurst ersetzt. Zum Schluß kommt anstatt Curry, Zimt drüber. Fertig. Wird diese Kreation es schaffen daß wieder mehr Currywurst gegessen wird? Ein paar wenige die alles gerne weichgespült haben wollen, werden vermutlich auf die bearbeitete Wurst anspringen. Und von denen werden eventuell so knapp fünf wissen wollen wie die Ur-Currywurst geschmeckt hat, von denen wiederum ein bis zwei dran hängen bleiben.
-
Helmut
- Beiträge: 741
- Registriert: 29. Dez 2005, 17:58
- Wohnort: Nürnberg
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Warum nur fällt mir in dem Zusammenhang immer wieder der Spruch der Verlegerswitwe Schmid ein, den sie Arno Schmidt gegenüber, auf Mays Texte bezogen, äußerte? Er lautete:
"Mit Karl May können wir doch schließlich machen, was wir wollen."
Helmut
"Mit Karl May können wir doch schließlich machen, was wir wollen."
Helmut
-
Werner Fleischer
- Beiträge: 299
- Registriert: 6. Mär 2006, 20:02
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Ich denke fast alle Leser von Karl May haben ihr erstes Leseerlebniss mit diesem Autor durch eine Bearbeitung bekommen.
-
Werner Fleischer
- Beiträge: 299
- Registriert: 6. Mär 2006, 20:02
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Helmut hat geschrieben:Warum nur fällt mir in dem Zusammenhang immer wieder der Spruch der Verlegerswitwe Schmid ein, den sie Arno Schmidt gegenüber, auf Mays Texte bezogen, äußerte? Er lautete:
"Mit Karl May können wir doch schließlich machen, was wir wollen."
Helmut
Der Satz ist sicherlich von Arno Schmidt, der zudem ja alle Bearbeitungen besessen hat aus dem Zusammenhang gerissen worden. Aber weder Schmidt noch Schmids können sich heute dazu äußern.
-
Helmut
- Beiträge: 741
- Registriert: 29. Dez 2005, 17:58
- Wohnort: Nürnberg
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Der Zusammenhang war, dass Arno Schmidt (in den 50'ern des letzten Jahrhunderts) das Spätwerk Mays im Originaltext herausgeben wollte, der KMV, der damals noch die alleinigen Rechte an Mays Texten besass, aber seine Zustimmung verweigerte, dabei fiel dann dieser Satz. Man kann das z.B. im Briefwechsel Arno Schmidts mit Hans Wollschläger nachlesen.
Diese ganze Geschichte mit den "neuen Bearbeitungen" ist auch schon deshalb kontraproduktiv, denn man wird dadurch keine neuen Leser gewinnen (die Gründe dafür habe ich ganz am Anfang diesen Threads beschrieben), dafür aber eine Reihe bisheriger, treuer Leser verärgern.
Helmut
Diese ganze Geschichte mit den "neuen Bearbeitungen" ist auch schon deshalb kontraproduktiv, denn man wird dadurch keine neuen Leser gewinnen (die Gründe dafür habe ich ganz am Anfang diesen Threads beschrieben), dafür aber eine Reihe bisheriger, treuer Leser verärgern.
Helmut
-
Helmut
- Beiträge: 741
- Registriert: 29. Dez 2005, 17:58
- Wohnort: Nürnberg
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Wenn ich polemisch werden wollte (was ich natürlich nicht will), würde ich mir die Frage selbst folgendermaßen beantworten:Helmut hat geschrieben:Warum nur fällt mir in dem Zusammenhang immer wieder der Spruch der Verlegerswitwe Schmid ein, den sie Arno Schmidt gegenüber, auf Mays Texte bezogen, äußerte? Er lautete:
"Mit Karl May können wir doch schließlich machen, was wir wollen."
Helmut
"Weil es heute zu viele gibt, die meinen, sie könnten mit May machen machen, was sie wollen, weil der ja nur ein "Jugendschriftsteller" ist, den man weiter nicht ernst nehmen muss."
Helmut
-
Rüdiger
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Arno Schmidt (1956) an Roland Schmid:Werner Fleischer hat geschrieben: Der Satz ist sicherlich von Arno Schmidt, der zudem ja alle Bearbeitungen besessen hat aus dem Zusammenhang gerissen worden.
"So lange im Karl May Verlag also der Text als frei knetbare Masse betrachtet wird, so lange werden wir uns nicht verständigen können (die Äußerung Ihrer Frau Mutter: 'Mit den Büchern können wir doch machen, was wir wollen!' erhellte die Situation wie ein Blitz; sie faßte die ganze bei Ihnen herrschende Anschauungsweise in einer grausamen Kurzformel zusammen!) / Es mag Ihnen unangebracht-lächerlich erscheinen, wenn sich Germanisten und Philologen um Kommata und Textvarianten balgen: ohne solchen lobenswürdigen Eifer jedoch könnten wir heute wahrscheinlich Schiller und Edgar Wallace nicht mehr auseinanderhalten. (Beide haben ja grundsätzlich Kriminalfälle behandelt. )"
Dies und einiges Interessantes mehr nachzulesen unter
http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg ... 990/12.htm
-
Marlies
- Beiträge: 343
- Registriert: 26. Jan 2009, 01:44
- Wohnort: Tasmania
- Kontaktdaten:
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
(mehrere extra posts inzwischen ... an und fuer sich (und technisch gesehen) kann man mit May schon machen was man will, heute, seit 1963, gehts hier darum? Ich glaube nicht.)
Nun da ich weiss worum's geht im Petzel Text (Dank dem Spender; habe versprochen mal was Gescheites zu schreiben, so schwer's mir auch faellt :-) ), geht mein erster Bemerk dahin: (Ist Karl May noch zu retten?) "Wenn der Leser nicht (mehr) zu Karl May kommt, dann muss man Karl May zum Leser bringen. Warum? Weil Karl May es verdient.
Mir aus dem Herzen gesprochen.
Auch meine 'observations' (im Petzel Text) stimmen mit denen von W Fleischer ueberein. Es geht um die Modernisierung der Sprache. Ich glaube wenn man mal nachguckt was ich so durch die paar Jaehrchen hindurch zusammengeschwatzt habe, dann findet man dass auch ich davon schon gesprochen habe ... nur ... man kann es auf verschiedene Arten tun. (Eine Uebersetzung z.B. ist zwangslaeufig eine Bearbeitung, nur eben halt in eine andere Sprache). Ein Karl May Text, modernisiert fuer die Sprache die im 2010 gang und gaebe sein wird. ist nun wirklich auch kein 'original' May mehr. Doch die 'Modernisierung' eines Textes muss keine Todsuende sein, im Gegenteil, sie kann, muss und soll dem Werk neuen Wert geben (auch den Wert gelesen zu werden by Jugendlichen [doch weiss ich nicht wo Babel und Bibel da hinpassen wuerde]). Romeo und Juliette werden auch immer wieder 'modernisiert' und vermarktet, nicht zuletzt auch 'auf See'. Auch die Deckelbilder, das Format, die Werbung fuer Karl May soll angepasst werden - kein Jugendlicher ist an einem Museums-Stueck interessiert.
Abgesehen vom 'Harry Potter' phenomenon als Vorlage, gibt es Markt-Studien die erforscht haben unter welchen Bedingungen Jugendliche Karl May naeher schreiten wuerden? (Ich uebersetze fuer mich, Sammler und 'Grosseltern' - die 'ganz alten' Texte, somit muss ich mich schon mal vom Kommentieren ueber WIE man es machen sollte ausschliessen - da gibts sicher besser-qualifizierte (Jugend)-Experten fuer.)
Doch scheint es mir logisch dass man die Jugend fragen sollte wie sie den May haben will. Einfach nur drauflos 'bearbeiten' und dann den Jugendlichen vorsetzen, wenn's was ganz anderes essen wollen, ist zum scheitern verurteilt. Heute 'gehorchen' sie anderen Gesetzen als damals wo man dem 'Herrn Vater' noch ohne Frage gehorchte und las was man unterm Christbaum vorgestreckt bekam. Doch soll man solche Bearbeitungen dann auch nicht als 'original May' verkaufen, die Unuebersichtlichkeit der bisherigen 'Bearbeitungen' die kaum identifizierbar sind nervt schon irgendwie. Im Zeitalter von microchips fuer jedes und alles das da kreucht und fleucht und anderen elektronischen 'gadgets' kann das auch mit barcode erzielt werden ohne die Karl May Buecher mit einem Vermerk dass sie 'nicht ganz von May' sind zu 'entwerten', falls von Entwertung gesprochen werden kann.
Wenn's richtig verpackt und vermarktet werden, werden's auch nicht als 'Bibel' angesehen, sondern als etwas das 'unter der Hand' empfohlen und gelesen wird. Doch dafuer braucht's etwas Einsatz (nicht zuletzt auch $$$) um die noetigen Recherchen zu machen. Der Karl May hat dafuer eben die 'Namenserkennung' ist ein 'brand name' - und damit sollte sich eigentlich was anfangen lassen, oder?
Den 'alten' May kann man nach wie vor den 'Grosseltern' 'Sammlern' 'Forschern' ueberlassen, schliesslich werden aus Jugendlichen auch mal welche, die sich dann vielleicht nach 40 Jahren fuer den 'origial' May interessieren koennten (da darf ich mich ruhig als Beispiel hinstellen - als ein Filmgucker in der Jugend interessierten mich die Buecher nicht - nun interessieren mich [nebst den Filmen] NUR die 'alten' Mays - ich will wissen was ER schrieb und wie ich das interpretieren soll). Da gibts viele Ueberkreuzungen - Petzel hat auch eine Auswahl an solchen gebracht (Filmguckern vs Buchleser).
Der jugendliche Leser ist begeisterunsfaehig (schreibt Petzel), stimmt schon; wie bringen die Hersteller anderer Jugend-Unterhaltung ihre Kreationen an den Jugendlichen? Nicht mit: 'da koennt ihr etwas davon lernen ...' wie gesagt, ich bin kein 'Jugend Experte'. Damit waere ich wieder am anderen Gebetsmuehlen Punkt ... war May ein Jugendschriftsteller? Nein. Er schrieb nur 8 Romane die auf die Jugend gezielt waren, oder? Der 'Rest' war 'sowohl als auch'. Die Alterswerke schon gar nicht.
Somit waere ich am Ende meiner Gescheitheit fuer heute; doch finde ich, er hat es verdient, ich uebersetze ihn, da darf ich auch ab und zu mal so meine Meinung kundtun.
Nun da ich weiss worum's geht im Petzel Text (Dank dem Spender; habe versprochen mal was Gescheites zu schreiben, so schwer's mir auch faellt :-) ), geht mein erster Bemerk dahin: (Ist Karl May noch zu retten?) "Wenn der Leser nicht (mehr) zu Karl May kommt, dann muss man Karl May zum Leser bringen. Warum? Weil Karl May es verdient.
Mir aus dem Herzen gesprochen.
Auch meine 'observations' (im Petzel Text) stimmen mit denen von W Fleischer ueberein. Es geht um die Modernisierung der Sprache. Ich glaube wenn man mal nachguckt was ich so durch die paar Jaehrchen hindurch zusammengeschwatzt habe, dann findet man dass auch ich davon schon gesprochen habe ... nur ... man kann es auf verschiedene Arten tun. (Eine Uebersetzung z.B. ist zwangslaeufig eine Bearbeitung, nur eben halt in eine andere Sprache). Ein Karl May Text, modernisiert fuer die Sprache die im 2010 gang und gaebe sein wird. ist nun wirklich auch kein 'original' May mehr. Doch die 'Modernisierung' eines Textes muss keine Todsuende sein, im Gegenteil, sie kann, muss und soll dem Werk neuen Wert geben (auch den Wert gelesen zu werden by Jugendlichen [doch weiss ich nicht wo Babel und Bibel da hinpassen wuerde]). Romeo und Juliette werden auch immer wieder 'modernisiert' und vermarktet, nicht zuletzt auch 'auf See'. Auch die Deckelbilder, das Format, die Werbung fuer Karl May soll angepasst werden - kein Jugendlicher ist an einem Museums-Stueck interessiert.
Abgesehen vom 'Harry Potter' phenomenon als Vorlage, gibt es Markt-Studien die erforscht haben unter welchen Bedingungen Jugendliche Karl May naeher schreiten wuerden? (Ich uebersetze fuer mich, Sammler und 'Grosseltern' - die 'ganz alten' Texte, somit muss ich mich schon mal vom Kommentieren ueber WIE man es machen sollte ausschliessen - da gibts sicher besser-qualifizierte (Jugend)-Experten fuer.)
Doch scheint es mir logisch dass man die Jugend fragen sollte wie sie den May haben will. Einfach nur drauflos 'bearbeiten' und dann den Jugendlichen vorsetzen, wenn's was ganz anderes essen wollen, ist zum scheitern verurteilt. Heute 'gehorchen' sie anderen Gesetzen als damals wo man dem 'Herrn Vater' noch ohne Frage gehorchte und las was man unterm Christbaum vorgestreckt bekam. Doch soll man solche Bearbeitungen dann auch nicht als 'original May' verkaufen, die Unuebersichtlichkeit der bisherigen 'Bearbeitungen' die kaum identifizierbar sind nervt schon irgendwie. Im Zeitalter von microchips fuer jedes und alles das da kreucht und fleucht und anderen elektronischen 'gadgets' kann das auch mit barcode erzielt werden ohne die Karl May Buecher mit einem Vermerk dass sie 'nicht ganz von May' sind zu 'entwerten', falls von Entwertung gesprochen werden kann.
Wenn's richtig verpackt und vermarktet werden, werden's auch nicht als 'Bibel' angesehen, sondern als etwas das 'unter der Hand' empfohlen und gelesen wird. Doch dafuer braucht's etwas Einsatz (nicht zuletzt auch $$$) um die noetigen Recherchen zu machen. Der Karl May hat dafuer eben die 'Namenserkennung' ist ein 'brand name' - und damit sollte sich eigentlich was anfangen lassen, oder?
Den 'alten' May kann man nach wie vor den 'Grosseltern' 'Sammlern' 'Forschern' ueberlassen, schliesslich werden aus Jugendlichen auch mal welche, die sich dann vielleicht nach 40 Jahren fuer den 'origial' May interessieren koennten (da darf ich mich ruhig als Beispiel hinstellen - als ein Filmgucker in der Jugend interessierten mich die Buecher nicht - nun interessieren mich [nebst den Filmen] NUR die 'alten' Mays - ich will wissen was ER schrieb und wie ich das interpretieren soll). Da gibts viele Ueberkreuzungen - Petzel hat auch eine Auswahl an solchen gebracht (Filmguckern vs Buchleser).
Der jugendliche Leser ist begeisterunsfaehig (schreibt Petzel), stimmt schon; wie bringen die Hersteller anderer Jugend-Unterhaltung ihre Kreationen an den Jugendlichen? Nicht mit: 'da koennt ihr etwas davon lernen ...' wie gesagt, ich bin kein 'Jugend Experte'. Damit waere ich wieder am anderen Gebetsmuehlen Punkt ... war May ein Jugendschriftsteller? Nein. Er schrieb nur 8 Romane die auf die Jugend gezielt waren, oder? Der 'Rest' war 'sowohl als auch'. Die Alterswerke schon gar nicht.
Somit waere ich am Ende meiner Gescheitheit fuer heute; doch finde ich, er hat es verdient, ich uebersetze ihn, da darf ich auch ab und zu mal so meine Meinung kundtun.
-
reinhardhh
- Beiträge: 220
- Registriert: 24. Jan 2006, 15:43
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
selbst ein Karl May, der immer modern war, würde in der heutigen Sprache schreiben. Und es ist so: Wie viele meiner jüngeren Leser sagen, Sie finden die Sprache in meinen (Nachahmergeschichten) besser und moderner und.darum lesen sie sie lieber als einen "Original Karl May". Das Erstaunliche ist nur, dass nach einem Reifeprozess dann auch zu einem erst bearbeiteten und dann zu einem Original - Karl May gegriffen wird. Gehört da vielleicht doch ein gewisses Alter zu? Also Karl May heute kein Kinder bzw. Jugendschriftsteller mehr?