Karl May konnte übrigens, nur mal so zur Information, auch ganz andere Töne anschlagen (nicht immer tut alles gut im Leben ...),
„Daß der Blut- und Länderdurst der Bleichgesichter nur eine Zuchtrute in der Hand des großen, weisen Manitou war, deren Schläge euch aus dem Schlaf zu wecken hatten“ habe ich gerade in Winnetou IV gelesen (im vierten Kapitel). Na guck einer an.
Eckehard Koch schrieb in den letzten KMG-Mitteilungen, bezüglich entsprechender Stellen aus dem zweiten Kapitel des gleichen Buches, es könne einen „der Schauer“ überfallen, aber es sei ja symbolisch gemeint ... Naja ... ich finde es klingt schon recht konkret, selbst wenn es zusätzlich symbolisch gemeint gewesen sein sollte, Karl May wird gewußt und in Kauf genommen haben, daß die Mehrzahl der Leser es auf der ganz „konkreten Ebene“ liest ...
Ist halt nicht so einfach, von wegen Pazifismus, Humanität usw. ... Koch schreibt „Die wörtliche Auslegung würde aber dem von May vor allem in seinem Alterswerk vertretenen Pazifismus und seiner Humanität derart widersprechen, daß sie schlicht an seinem Anspruch und seiner Grundtendenz vorbeiginge“. Ich denke, ein wenig anders wird ein Schuh draus: ein Werk und ein Autor kann halt auch schon mal in sich widersprüchlich sein. Für diese These bzw. Erscheinung ist Karl May ja geradezu ein Paradebeispiel. Und ihn, auch im Alterswerk, auf Pazifismus und Humanität zu reduzieren, bzw., diese Begriffe mit einem Ausschließlichkeitsanspruch zu verbinden, der anderes, [scheinbar] unpassendes einfach ausklammert, hieße die Augen vor der Realität verschließen ... Diese Tendenz kann man bei May allzu Wohlgesonnenen indes öfter mal beobachten: alles, was nicht so recht „in den Kram“ paßt, wird gern ein wenig heruntergespielt ...
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Sätze wie
IDDOC hat geschrieben:
Ich muss allerdings zugeben,dass mich ein Urteil us-amerikanischer Indianer relativ wenig beeinflusst,die meisten die ich sehe sind entweder Alkoholiker oder arbeitsscheu oder beides.
sind natürlich gruselig undifferenziert schwarzweiß. Das kann ja eigentlich so nicht sein Ernst sein. Manchmal glaube ich, er will uns ein wenig provozieren mit solchen überspitzten Formulierungen.
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