Wenn man so will, ja.Karl May hat seinen Hang zur Hochstapelei, durch
seine Bücher "legalisiert".
Ja.Hat er nicht seine Leser jahrelange belogen und betrogen?
Ja.Hat er nicht behauptet... wieviele Sprachen waren es noch...?
zu sprechen?
Ja.Wollte er nicht Kritikern, seine "Wunden" zeigen, die er im Kampf
zugefügt bekam?
Nein. Das eine (seine Münchhauserei) hat mit dem anderen (dem Schildern von Selbsterlebtem in 'überhöhter' Form) nichts zu tun.Nee, erst als sich die (Lügen) Schlinge um seinen Hals zusammen
zog, viel ihm die Lösung ein.
Ja. Mindestens.Karl May war sicherlich kein geborener Verbrecher, aber
ein netter kleiner Hochstapler.
Und das ist auch gut so.Aber wir kommen vom Thema ab.
:-)
Es geht aber um ganz andere Dinge, wenn er, mit Recht, sagt, er habe alles selber erlebt.
Die Figuren in seinen Werken, das ist alles er selber, bzw. seine Umgebung, seine Erlebniswelt. Halef verkörpert seine Anteile von Aufschneiderei, Geltungsbedürfnis, menschlichen Schwächen, Winnetou seine Wunschvorstellung von Liebe, Edelmut und dergleichen, Lindsay Großmütigkeit, Loyalität, Integrität usw., Mohammed Emin seinen eigenen und andere Väter, Old Surehand den Grübler und Sucher, die Edelschurken seinen denkbaren Lebenslauf als Großkrimineller und die kleinen Schurken wiederum oft entsprechende Anteile in ihm selber. Seine erste Frau begegnet uns in verschiedenen Gestalten und Variationen, andere Damen seines Lebens dergleichen, seine Verleger, seine falschen und wenigen echten Freunde, die Gesellschaft, die Staatsgewalt vom Herrscher bis zum dödeligsten Vasallen, Gescheiterte, Gereifte, Irrende, Sucher und Finder, sie sind alle, alle da. Es geht nicht um Indianer, Scheichs oder sonst etwas. Überhaupt nicht.
Das ließe sich alles noch beträchtlich umfangreicher ausführen (wozu mir im Moment denn doch die Zeit fehlt). Hermann Wohlgschaft z.B. hat 2000 Seiten über das Thema geschrieben.
;-)