13.7.: 50 Jahre 'Karl-May-Spiele' in Elspe

Erika
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13.7.: 50 Jahre 'Karl-May-Spiele' in Elspe

Beitrag von Erika »

WDR, Sonntag, 13.7.08, Magazin/Regionales 19:30 - 20:00 Uhr
Lokalzeit-Geschichten: 50 Jahre 'Karl-May-Spiele' in Elspe
markus
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Re: 13.7.: 50 Jahre 'Karl-May-Spiele' in Elspe

Beitrag von markus »

Grade gesehen. Dachte es gäbe einen Rückblick auf die letzten 50 Jahre. Es gab da
nichts was ich nicht schon wüßte. Schade.

Markus
Rüdiger

Re: 13.7.: 50 Jahre 'Karl-May-Spiele' in Elspe

Beitrag von Rüdiger »

„Es tut nicht weh“ wurde in dem Bericht gesagt, bezüglich einer Schlägerei-Szene. Und das ist eben der Unterschied zu Karl May, da tut’s weh, und das manchmal ganz beträchtlich.

Hat uns schon ein Lehrer gesagt, Herr Grossmann, vor vierzig Jahren, wenn wir meinten, mit Peng Peng usw. Cowboy und Indianer oder dergleichen spielen zu müssen: das wäre in der Realität alles anderes als schön, dieses Geräusch von peitschenden Schüssen zu hören, er kenne es recht gut aus dem Krieg und wisse, wovon er spreche. Wir sollten das mal lassen, wir hätten keine Ahnung wie das wirklich sei. Hat mich schon damals überzeugt, der Mann, Recht hatte er.
markus
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Re: 13.7.: 50 Jahre 'Karl-May-Spiele' in Elspe

Beitrag von markus »

Rüdiger hat geschrieben:„Es tut nicht weh“ wurde in dem Bericht gesagt, bezüglich einer Schlägerei-Szene. Und das ist eben der Unterschied zu Karl May, da tut’s weh, und das manchmal ganz beträchtlich.

Hat uns schon ein Lehrer gesagt, Herr Grossmann, vor vierzig Jahren, wenn wir meinten, mit Peng Peng usw. Cowboy und Indianer oder dergleichen spielen zu müssen: das wäre in der Realität alles anderes als schön, dieses Geräusch von peitschenden Schüssen zu hören, er kenne es recht gut aus dem Krieg und wisse, wovon er spreche. Wir sollten das mal lassen, wir hätten keine Ahnung wie das wirklich sei. Hat mich schon damals überzeugt, der Mann, Recht hatte er.
So wie heutzutage einige neo-autoritäre Elternverbände (die vieleicht zuviel "Super-nanny" geguckt haben) Kinderpistolen an Karneval und Kaugummi- und Schokoladenzigaretten verbieten wollen? Ahja, hab ich alles als Kind gemacht und mir hats nicht geschadet. Habe bisher niemand ermordet und zum Raucher wurde ich auch nicht. Ist aber jetzt blöd was?;-)
Laßt die Kinder doch spielen wie und was sie wollen.

Ich glaube das sind auch die gleichen Eltern die gegen Impfung sind weil sich sonst angeblich keine Abwehrkräfte bilden und dann sowas unverantwortliches wie Masernpartys veranstalten.

Markus
Rüdiger

Re: 13.7.: 50 Jahre 'Karl-May-Spiele' in Elspe

Beitrag von Rüdiger »

Nicht alles durcheinanderschmeißen. Was mich stört ist diese Verharmloserei. Bei Karl May geht es, durchaus ernstzunehmen, um Leben und Tod, und ganz bestimmt nicht um bunte Unterhaltung für die ganze Familie.
markus
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Re: 13.7.: 50 Jahre 'Karl-May-Spiele' in Elspe

Beitrag von markus »

Das schon, oder sagen wir zum Teil. Denn Karl May´s Erzählungen sind Märchen und
"wirklich" um Leben und Tod geht es da sicherlich nicht. Man muß da schon unterscheiden können zwischen Fiktion und Realität. Im übrigen glaube ich auch nicht daß die Gewalt in May´s Erzählungen zu realer Gewalt beiträgt. Kein Kind/Jugendlicher der Karl May liest wird dadurch später gewalttätig. Die Gewalt ist schon da oder nicht.(Würde meinen Sohn aber trotzdem erst mit 10 oder 12 Jahren ein Karl May-Buch in die Hand geben [Wenn er mag;-)], nicht wegen der Gewalt, sondern des Verständnises so ein Buch zu lesen)

Markus
Rüdiger

Re: 13.7.: 50 Jahre 'Karl-May-Spiele' in Elspe

Beitrag von Rüdiger »

Wir reden ein wenig aneinander vorbei. Ich habe überhaupt nichts dagegen, Gewalt darzustellen. Aber wenn man sie so darstellt, als sei es eine mehr oder weniger unterhaltsame Angelegenheit, die man mal eben bei Popcorn und Cola sich zu Gemüte führen, innerlich unbeteiligt an sich vorbei plätschern lassen kann, dann kann man sich das, m.E., in die Haare schmieren bzw. gleich bleiben lassen.
„wirklich" um Leben und Tod geht es da sicherlich nicht.
Aha. Na dann schauen wir uns doch z.B. das mal an:

„Ibn Asl war zu den Kindern zurückgekehrt. Er setzte seine Untersuchung fort. Diejenigen von ihnen, die er für kräftig genug fand, den weiten Transport auszuhalten, blieben liegen; die andern, die er mit einem verächtlichen Winke seiner Hand bezeichnete, wurden zur Seite getragen und dort niedergeworfen. Noch ahnte ich nicht, was er mit diesen Unglücklichen vornehmen werde. Da sie ihm als unbrauchbar erschienen, so war ich überzeugt, daß er sie ihrer Fesseln entledigen und einfach laufen lassen werde. Aber wie hatte ich mich da geirrt!

Als seine Untersuchung zu Ende war, hörte ich ihn einen Befehl aussprechen, und sogleich eilten mehrere seiner Leute zu den ausgeschiedenen Kindern - die Messer dieser Unmenschen blitzten - ich schrie laut auf und schloß die Augen - mehrere Peitschenhiebe zwangen mich, sie wieder zu öffnen - - als ich dort hinübersah, lebte keines von den Kindern mehr.

Die Mütter und Väter der Ermordeten schrieen und heulten vor Schmerz; sie sträubten sich gegen ihre Fesseln; sie wollten auf, um den Tod ihrer Kinder zu rächen. Die Armen! Man brachte sie durch Peitschenhiebe zum Schweigen, und einige, bei denen dieses Mittel nicht fruchten wollte, wurden einfach erschossen.

Ich fühlte eine Wut in mir, welche gar nicht zu beschreiben ist. Meine Glieder zitterten förmlich, nicht aus Schwäche, sondern infolge des inneren Grimmes. Wie oft hatte ich Ibn Asl und mehrere, ja alle seiner Mitschuldigen geschont! In diesem Augenblicke bereute ich dies auf das bitterste. Ich machte mir die schwersten Vorwürfe und nahm mir fest und heilig vor, nun nicht wieder so schwach und nachsichtig zu sein, falls ich in die Lage kommen Sollte, diesen Massenkindermord zu rächen.

Leider hatte ich noch nicht alles gesehen; es sollte, wenn auch nicht noch schlimmer, aber doch auch nicht besser kommen. Es ging nämlich jetzt an die Untersuchung der Erwachsenen. Dabei wurden die als untauglich erscheinenden gar nicht erst entfernt, sondern an Ort und Stelle getötet. Um nicht aufzubrüllen, preßte ich die Zähne zusammen; aber ich behielt die Augen offen, jetzt nicht aus Furcht vor der Peitsche, sondern ich wollte nun Augenzeuge dieser Schlächterei bis zum letzten Ende derselben sein.“

(„Im Lande des Mahdi“, III)

So geht’s zu bei Karl May, zum Beispiel. Soviel zum Thema „Es tut nicht weh“ usw.

Hingucken. Und nicht bewusstlos durchs Leben eiern und wenn’s dann wirklich mal unangenehm wird ist das Geschrei groß (wenn man vorher nur in Watte gepackt und eingelullt wird). Und wenn ich so einen Schnullitrallalabericht sehe wie den vorhin, dann könnte ich, mit Verlaub, in den Fernseher kotzen.

*

(Das kommt dabei heraus, wenn man einer harmlosen Fernsehempfehlung folgt ... hätte vielleicht besser lesen und mich raushalten sollen ... die Beklopptheit der Welt werde ich eh nicht ändern, ich vergeß' es immer wieder: die WILL ja bekloppt sein, die Welt, da stört man ja nur, wenn man etwas genauer hinguckt ...)

;-)
markus
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Re: 13.7.: 50 Jahre 'Karl-May-Spiele' in Elspe

Beitrag von markus »

Die reale Gewalt und die z.B. bei einer Aufführung kann ich schon unterscheiden und das May in seinen Erzählungen schon durchaus drastische Gewalt darstellt weiß ich auch. Aber auch hier ist es erfunden und ein halbwegs denkender Mensch kann sowas gut verarbeiten (deswegen sagte ich ja, für Kinder unter 10/12 Jahren eher gering als Lektüre geeignet).

Was ich eigentlich sagen wollte ist, daß es schade war daß nicht mehr aus den letzten 50 Jahren gezeigt wurde, denn im Titel hieß es ja so, und daß ich den Bericht recht kurz fand, denn ich habe vor dieses Jahr das erstmal seit 1982 mal wieder nach Elspe zu fahren (damals noch mit Schulklasse;-)).

Markus
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