ZDF:21.10.07, 09.02 - 09.30 Uhr Sendung: Sonntags (geplant)

BernhardT
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ZDF:21.10.07, 09.02 - 09.30 Uhr Sendung: Sonntags (geplant)

Beitrag von BernhardT »

In dieser Sendung ist ein Interview mit dem neuen Vorsitzenden der KMG, Dr. Johannes Zeilinger geplant. Dies war die Information eines ZDF-Mitarbeiters, der auf dem KMG-Kongress in Berlin anwesend war.
Erika
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Beitrag von Erika »

sonntags
Schwerpunkt: Winnetou ist ein Sachse - Neues von Karl May
Studiogast: Johannes Zeilinger, Karl-May-Gesellschaft, Kurator der Ausstellung 'Imaginäre Reisen' im Deutschen Historischen Museum Berlin dazu Einspielfilme: Old Shatterhand lebt - Spurensuche in Radebeul 'Ave Maria' für Winnetou - Karl May und die Religion
Johannes Zeilinger
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Beitrag von Johannes Zeilinger »

Eine Vorschau zu diesem Termin gibt es unter:

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/11/0,187 ... 51,00.html
dazu weiter interessant
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/11/ ... 91,00.html

Gunnar Petrich, Mitarbeiter des ZDF, hat da recht ausgiebig und angenehm das Thema Karl May und seine Gesellschaft an die Öffentlichkeit gebracht. Die Frage, ob die KMG auch Öffentlichkeitsarbeit leisten soll, wurde ja auf dem Kongress recht kontrovers diskutiert.
Man sieht aber: Es funktioniert auch ohne eine Satzungsänderung.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Zeilinger
Rüdiger

Beitrag von Rüdiger »

Mal eine schöne, erfreuliche Sendung zum Thema May. Sehr schön ausgewählte Textzitate, vom Sprecher wirklich hervorragend vorgetragen. Und Herrn Dr. Zeilinger gelang es, die Sache May im Interview überzeugend und seriös zu vertreten.

Eine Kleinigkeit aber:

Hadschi Halef hat angerufen und in Sachen seiner Konfessionszugehörigkeit darum gebeten, aus einer Textrezension zu "Mater dolorosa" zu zitieren; dem Wunsch sei hiermit entsprochen:

Am Ende gibt es einige vollständig bekehrte, und auch Hadschi Halef hat es erwischt (»Sihdi, einst wollte ich dich zum Moslem machen; es ist das Gegenteil erfolgt. Auch ich glaube, daß das Kreuz mächtiger ist als Mohammed. Ich werde mit Hanneh, meinem Weibe, der schönsten unter den Töchtern aller Mütter, reden. Wenn ich auch nicht Priester werde, aber etwas anderes, als ich jetzt bin, werde ich!« - Dieser Schluß ist übrigens in der bearbeiteten Fassung in Band 48 gestrichen).

;-)
Johannes Zeilinger
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Beitrag von Johannes Zeilinger »

Lieber Halef, ich kenne diese Textstelle, sie berührt ja ein grundsätzliches Problem, das wir bei May gut kennen: wir finden Zitate, mit denen wir uns manchmal um 180° drehen und es ist immer noch der gleiche May. Wir wissen auch, dass gerade in den Marienkalendergeschichten May häufig dem christkatholischen Leserpublikum genau das erzählte, was sie lesen wollten, rührende Geschichten von Bekehrung, die hart am Kitsch vorbeischrammen.
Nun kann man sich in einem kurzen Redebeitrag fürs Fernsehen nicht mit solchen Auslegungen herumschlagen, hier sind zusammenfassende, prägnante Aussagen gefragt. Und da ist für mich das Werk "Et in Terra Pax" schon wichtiger als eine Marienkalendergeschichte. Denn hier schrieb er wie er wollte, und wenn es sein musste, auch gegen den herrschenden Mainstream (Militarismus und bigotte Religiosität).

Freundliche Grüße, Johannes Zeilinger
Rüdiger

Beitrag von Rüdiger »

wir finden Zitate, mit denen wir uns manchmal um 180° drehen und es ist immer noch der gleiche May. Wir wissen auch, dass gerade in den Marienkalendergeschichten May häufig dem christkatholischen Leserpublikum genau das erzählte, was sie lesen wollten, rührende Geschichten von Bekehrung, die hart am Kitsch vorbeischrammen.
Dem ist vorbehaltlos zuzustimmen.
Nun kann man sich in einem kurzen Redebeitrag fürs Fernsehen nicht mit solchen Auslegungen herumschlagen, hier sind zusammenfassende, prägnante Aussagen gefragt.
Auch richtig.
Und da ist für mich das Werk "Et in Terra Pax" schon wichtiger als eine Marienkalendergeschichte.
Nur kommt Halef in "Et in terra pax" nicht vor, und es ging um die in der Sendung gemachte Aussage, im Gegensatz zum bekehrten Winnetou bleibe Halef bis zum Schluß Moslem, und das ist wirklich nur bedingt richtig. Er tritt zwar nicht offiziell über, aber daß er im Herzen längst ein Christ geworden ist, wird des öfteren gesagt bei Karl May.
Elspe-Fan
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Re: ZDF:21.10.07, 09.02 - 09.30 Uhr Sendung: Sonntags (geplant)

Beitrag von Elspe-Fan »

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Teil 1 und Teil 2.
Rüdiger

Re: ZDF:21.10.07, 09.02 - 09.30 Uhr Sendung: Sonntags (geplant)

Beitrag von Rüdiger »

Ich hatte mich im Stillen darüber gewundert, daß Halef sich die Gelegenheit entgehen ließ, den Haddedihn den Verlauf des Kampfes zu erklären, und dies vielmehr dem Scheik überließ. Er war mit seinem Sohne an die Gräber der Kurden getreten, stand mit gefalteten Händen da und bewegte die Lippen im Gebete.
»Du betest?« fragte ich ihn, mich erstaunt stellend.
»Ja, Sihdi, ich und Kara Ben Halef, mein Sohn, haben auch hier gebetet.«
»An den Gräbern eurer Feinde?!«
»Nein, denn die Toten sind unsere Feinde nicht mehr; der Christ kennt überhaupt keine Feinde, er haßt keinen Menschen, sondern er liebt sie alle, alle; das hast du mir ja selbst gelehrt.«
»Was hast du gebetet? Die Fatiha?«
»Nein. Wer diese betet, ist ein Mohammedaner, und kein solcher betet am Grabe seines Feindes. Ich und mein Sohn haben als Christen hier gestanden und das heilige Abuna (* Vaterunser.) gebetet, welches ich von dir gelernt habe. Hanneh, die Perle unter den Frauen und Müttern, pflegt es auch mit uns zu beten. Wunderst du dich etwa darüber?«
»Nein, denn ich weiß, daß das Wort Gottes wie ein kleines Samenkorn ist, welches, in die Erde gelegt, sich zu einem Baume entwickelt, der mächtig und zugleich lieblich anzuschauen ist und immer neue Früchte und Samen entwickelt. Du hast ein solches Korn von mir empfangen; es wächst in dir und wird Früchte bringen. Gib die Samen davon weiter, mein guter Halef! Dann wirst du Gott wohlgefallen und viele, viele glückliche Menschen machen.«
»O, das weiß ich, Effendi; ich bin ja selbst so sehr glücklich geworden. Weißt du noch, was für Mühe ich mir gegeben habe, dich zum Islam zu bekehren? Ich habe da manch ein Wort gesprochen, welches wie der zweite Kopf eines Kamels war, das doch nur einen haben kann. Du hast dazu gelächelt und bist, wenn ich dann zornig wurde, immer gut und freundlich geblieben. Diese deine Güte hat mich besiegt. Ein einziges warmes Wort von dir hat mehr gewirkt, als alle meine langen Reden wirken konnten. Der Islam ist die Soka (** Distel.), die nur auf dürrem Boden wächst, das Christentum aber die Nachla (*** Palme.), welche hoch in die Lüfte ragt und viele Früchte bringt. Der Islam gleicht der Wüste, in welcher es nur hier und da einen Brunnen gibt, der schlechtes Wasser hat, das Christentum aber einem schönen Lande mit mächtigen Bergen, auf deren Höhen Glocken erklingen, und schönen Tälern, in denen Ströme fließen, welche Wälder und Felder und Gärten nähren und an deren Ufern Städte und Dörfer stehen, deren Bewohner gute und folgsame Kinder ihres himmlischen Vaters sind. Daß ich dieses weiß, habe ich dir zu danken; es sollen es aber auch von mir noch viele, sehr viele erfahren.«


(Karl May, Der Schut, Anhang)

M.E. noch ein wenig deutlicher als das lapidare "Winnetou ist ein Christ".
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