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Segeberger Rückblick
Verfasst: 21. Mär 2007, 02:10
von Rolf Dernen
In diversen Paralleluniversen wird über die vermutete "noch nie dagewesene" Anfangsszene der diesjährigen Aufführung von "Winnetou I" gemutmaßt. Gut unterichtete Kreise sprechen gar davon, daß es eine Art Rückblick geben soll. Nun wird überlegt, ober man mit Intschu-tschunas und Nscho-tschis Tod anfangen soll oder gleich mit dem Tod der Titelfigur. Ich hingegen denke mir Folgendes:
New Mexico heute. Kulisse: Eine Fastfoodstation am Rande eines Highways. Name des Ladens: "MacNugget-Tsil". Ein richtig vollfetter amerikanischer Wagen fährt vor, aus der eingebauten Musikanlage klingt stampfender Ethno-Pop, gerne mit pseudo-indianischen Elementen, zumindest so, daß das Publikum gleich mitklatschen kann. Ein junges Pärchen steigt aus, bestellt sich den handelsüblichen Fraß und wundert sich über den seltsamen Namen der Abfütterungsstation. Dann kommt von irgendwoher ein uralter, aber wirklich ganz uralter Indianer angekrochen und beginnt, die Geschichte von Winnetou etc. zu erzählen.
Nur so eine Idee...
Grüße
Rolf
Verfasst: 21. Mär 2007, 06:29
von JennyFlorstedt
Der uralte Indianer ist natürlich Winnetou selbst, der seinen Tod überlebte und nun berichtet, wie es damals wirklich war.... O:-)
gab's schon
Verfasst: 21. Mär 2007, 09:44
von Torsten Greis
Rolf, du wirst es kaum glauben, aber so etwas ähnliches gab es tatsächlich schon mal, allerdings in Elspe. Ich meine, es war 1980 und 1986 bei "Winnetou III" (es könnte aber auch "Winnetou I" gewesen sein). Das Stück begann mit einer Einführung von Jochen Bludau alias Old Shatterhand / Karl May, der erzählte, wie schlecht es der roten Rasse heute gehe. Passend dazu fuhr ein allter Pick-Up über die Bühne, in dem besoffene Indianer saßen. Dann kam die Überleitung, dass früher alles besser war und die Geschichte ging los.
Man sieht, es ist schwierig, etwas auf die Bühne zu bringen, was es wirklich noch nie gab...
Verfasst: 21. Mär 2007, 10:05
von Rolf Dernen
JennyFlorstedt hat geschrieben:Der uralte Indianer ist natürlich Winnetou selbst, der seinen Tod überlebte und nun berichtet, wie es damals wirklich war.... O:-)
Wäre natürlich eine Möglichkeit, Pierre Brice nochmal zu aktivieren.
@Torsten: Du nimmst mit die letzten Illusionen ;-))).
Verfasst: 21. Mär 2007, 10:20
von Rüdiger
Es gab auch schon Gladiatorenkämpfe, Mord und Totschlag auf offener Bühne usw. Gesellschaft & Theater sind zwar noch nicht wieder dort angekommen, aber auf dem Weg dorthin. Aber das ist dann auch nichts neues.
;-]
Verfasst: 21. Mär 2007, 12:10
von Sylvia
Liese man doch endlich mal Karl May ein wenig in den Vordergrund treten! Mein Vorschlag: Wenn es um die Winnetou- Geschichte geht, Karl May, mit 40 nicht mehr ganz taufrisch, aber mutig als Schriftsteller arbeitend, hat das Häftlingsleben hinter sich und seine junge Frau Emma neben sich und träumt sich in ein fernes Abenteuerleben. Er lernt den Verleger Fehsenfeld kennen und seine ersten Bücher werden herausgegeben. Vielleicht ist das nicht ganz so hipp wie eine Fastfoodstelle in New-Mexico, aber es wäre interessanter.
Sylvia
Verfasst: 21. Mär 2007, 13:37
von Rolf Dernen
Hilfe! Das mit der Fastfoodhütte war nun wirklich nicht ernst gemeint. Sollte eigentlich nur bedeuten: Denen ist alles zuzutrauen. Aber was Sylvia schreibt ist ein wirklich guter Vorschlag. Kleine Korrektur allerdings: Beim Alter von May mußte noch 10 Jahre drauflegen.
Verfasst: 21. Mär 2007, 14:12
von Rüdiger
Beim Alter von May mußte noch 10 Jahre drauflegen.
Nö. Da steht dann zwar auch was von Fehsenfeld, aber vorher steht da allerhand anderes, und das paßt alles auf 40.
Einigen wir uns auf 40 ff.
;-)
Verfasst: 21. Mär 2007, 14:41
von Rüdiger
Das wird übrigens oft gemacht am Theater, dass man den Autor oder Komponist (im Fall von Karl May wäre es ja eher so etwas wie ein Ideengeber) mit einbaut in die Aufführung. Hatten wir jetzt gerade in Mannheim wieder, Hofmannsthal/Strauss, Die Frau ohne Schatten, da geisterte Hugo von Hofmannsthal (in Gestalt eines Statisten) den ganzen Abend über die Bühne, und eine Figur im Stück (Barak) sah dann auch noch genau so aus wie der, dank Kostüm und Maske. Da sollte sich also der Autor in seiner Figur spiegeln. Kann durchaus schlüssig sein, sowas.
„Winnetou“, ohne Ziffer, Szenen aus seinem Leben, vom ersten Kennenlernen bis zum einstürzenden Denkmal Jahrzehnte später, mit Karl May / Old Shatterhand, Klara / Herzle u.a., wie wär’s ? Vielleicht nicht gerade im actiongewöhnten Bad Segeberg, aber z.B. Hohenstein-Ernstthal erscheint vor meinem geistigen Auge …
Verfasst: 21. Mär 2007, 16:41
von Sylvia
Nennt man sowas nicht einen Cameo-Auftritt, wenn bekannte Personen, die jetzt nicht direkt mit dem Handlungsablauf was zu tun haben, mit eingebaut werden?
Vorstellen könnte ich mir auch sowas: Der Schriftsteller und "Erfinder" des Winnetou schaut bei dem Festspiel zu. Immer wieder mal schüttelt er den Kopf.. :-)) oder muss korrigierend in die Handlung eingreifen.
Sylvia
Verfasst: 21. Mär 2007, 16:45
von Rüdiger
Immer wieder mal schüttelt er den Kopf.
... oder er macht den Kinski: "Tragt ihn raus !"
(Bearbeitung: "Tragt sie raus ! Alle !!")
;-]
Verfasst: 21. Mär 2007, 16:51
von Rüdiger
Cameo-Auftritt (ich kannte den Ausdruck gar nicht, habe gegoogelt) ist wieder was anderes. Ob es für das was ich meinte auch einen Fachbegriff gibt weiß ich nicht.
Verfasst: 23. Mär 2007, 10:15
von Dine
In Rathen hat ja bei Winnetou I der Mr. Henry auch stark an Karl May erinnert und in Winnetou III wurde ja quasi Karl May aus dem Off eingespielt, der einen Teil des Vorwortes vom Buch Winnetou I gesprochen hat. Das gab dem Ganzen dann auch so einen Rückblickeffekt. Hat mir sehr gut gefallen.