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Edelmensch
Verfasst: 10. Mär 2007, 14:50
von Reiner
In der Tageszeitung DIE WELT ist heute ein kritischer Artikel über die Bücherwelt Karl Mays erschienen (in dem Beitrag wird auch Erich Kästner aus heutiger Sicht ähnlich kritisch betrachtet). Es sollen Bücher sein, die "nicht standgehalten" haben:
http://www.welt.de/welt_print/article75 ... knabe.html
Verfasst: 10. Mär 2007, 15:06
von Rüdiger
Über den Schwachsinn gibt es unter Karl-May-Bilder.de auch einen Thread. Dort hat sich mein alter Freund Elias Parker gerade geäußert.
Verfasst: 10. Mär 2007, 16:53
von n.f.
Über den Schwachsinn gibt es unter Karl-May-Bilder.de auch einen Thread.
Warum müssen da eigentlich die, die sich nicht registrieren wollen, draußen bleiben?
Verfasst: 10. Mär 2007, 20:32
von IDDOC
Wieso ist denn irgendein ein duemmlicher Kommentar in einer drittklassigen Zeitung einer Antwort wert ?
Wer ist Elias Parker ?
Verfasst: 10. Mär 2007, 20:37
von Reiner
DIE WELT ist sicher keine drittklassige Zeitung!
Verfasst: 10. Mär 2007, 20:50
von Rüdiger
Wieso ist denn irgendein ein duemmlicher Kommentar in einer drittklassigen Zeitung einer Antwort wert ?
Wer ist Elias Parker ?
Die Ansichten sind verschieden und dürfen dies auch durchaus sein, aber hier möchte ich Tom alias IDDOC zustimmen: die "WELT" würde ich auch als drittklassig bezeichnen. Eigentlich ist sie noch schlimmer als die "Bild"; eine, sagen wir, gewisse Mentalität ohne Anspruch geht ja noch, aber in etwa die gleiche Mentalität gepaart mit Anspruch, das ist denn doch einer zuviel.
- Elias Parker muß man nicht kennen, das ist, wie gesagt, ein alter Spezi von mir, etwas ferkelig, benimmt sich auch schon mal daneben, aber eigentlich ganz nett. Mannheimer, you know; proletarische Ader.
;-)
Verfasst: 10. Mär 2007, 21:49
von Reiner
Meinungen sind verschieden, aber DIE WELT als drittklassig zu bezeichnen und auch noch mit BILD zu vergleichen ist schon eine interessante, vielsagende Darstellung.
Es ist immer sehr schade, wenn Ignoranz und eigene fehlende Bereitschaft andere Meinungen zu akzeptieren und als Diskussionsanlass zu nehmen, gleich mit Betitelungen wie "drittklassig" enden.
Also nicht gleich mit "Kanonenlärm" auf "angebliche Spatzen" schiessen.
Verfasst: 10. Mär 2007, 22:22
von Rüdiger
Kanonenlärm, woher denn. Ach wo.
Ist halt klassische Springerpresse, wer's mag, bitteschön.
Und der Vergleich mit "Bild" liegt doch auf der Hand, es steckt die gleiche "geistige Haltung" dahinter, bzw. man will die Leser in der gleichen Richtung beeinflusen bzw. in diese lenken. Mit ein wenig anderen Mitteln, weil es schon eine etwas andere Zielgruppe ist. Aber eigentlich dasselbe in grün.
Kann übrigens sein, daß ich mir morgen die Bild am Sonntag hole. Gelegentlich mag ich auch einfach nur ein wenig unterhalten werden. Egal wie und von wem.
So sagte (oder zitierte) schon Frick Turnerstick: Tue was immer Du willst, aber tue es bewußt.
;-)
Verfasst: 10. Mär 2007, 22:35
von Rolf Dernen
Schon vor 30 Jahren hieß es: "Bild" ist das Blatt für Lieschen Müller, die "Welt" das für Dr. Lieschen Müller. Die "Welt" war vor ewigen Zeiten, in den fünfziger Jahren, mal ein angesehenes Blatt. "Es stand in der 'Welt'" war damals ein Ausdruck dafür, daß man der abgedruckten Nachricht trauen konnte. Das änderte sich im nächsten Jahrzehnt, als so ziemlich alle Produkte der Springerpresse, zu der eben "Bild" und "Welt" gehören, zu Zentralorganen, sogar Kampfblättern konservativster Gesinnung wurden. Das ging mit gewaltigem Qualitätsverlust zusammen, von dem sich das Blatt bis heute genau so wenig erholt hat wie etwa der "Stern" von der Geschichte mit den gefälschten Hitlertagebüchern.
Grüße
Rolf
Verfasst: 10. Mär 2007, 23:05
von IDDOC
Sorry,ich wollte keine Diskussion ueber die Produkte des fragwuerdigen Springer Verlags vom Zaune brechen.
Ich denke in D gibt es keine erstklassige Tageszeitung,aber einige zweitklassige z.B. die SDZ,ergo ist die "Welt" drittklassig.
Verfasst: 10. Mär 2007, 23:24
von Rolf Dernen
Okay, sprechen wir lieber über diesen seltsamen Beitrag von Herrn Kurzke. Wie ist das denn mit den angeblich immer blonden und blauäugigen Helden? Winnetou? Habe ich da bei May was Falsches gelesen? All die positiven Personen aus dem Orientzyklus? Halef ein verkappter Germane? Dito Mohammed Emin, Omar, Osko?
Und Kästner nimmt sich der Herr auch zur Brust. Scheint ihm übel zu nehmen, daß er das "Dritte Reich" überlebt hat.
Mal wieder ein Beitrag, der einmal von keiner Kenntnis angekränkelt ist, zum anderen von der Gesinnung her schlicht und ergreifend ankotzt.
Das war das Wort zum Sonntag. Bessert Euch, Ihr Zeilenschinder, denn dereinst werdet Ihr vor Leuten wie Karl Kraus, Kurt Tucholsky oder E.E. Kisch Rechenschaft ablegen müssen und anschließend - bei negativem Urteil - eimerweise Druckerschwärze fressen. (Der Schreiber dieser Zeilen übt schon mal ;-))) )
Verfasst: 13. Mär 2007, 18:12
von Johnny
Um noch mehr diesen Artikel zu kritisieren:
...die ungeschriebenen Autobiographien von Karl May...
Den Artikel kann man nicht ernst nehmen, vollkommen ohne Kenntnisse geschrieben. Der Mensch, der das verfasst hat, hat wahrscheinlich auch nur die typischen Maybände gelesen. So jemanden darf man erst gar nicht an einen Artikel über May heranlassen.
Verfasst: 13. Mär 2007, 19:56
von andrea
Ich finde es immer besonders amüsant, wenn ein Mensch an andere Menschen, die in anderen, möglicherweise dunklen Zeiten gelebt haben, Ansprüche an deren Verhalten und deren Moral stellt, an welchen er selbst in ähnlicher Situation wahrscheinlich scheitern würde.
Es kann in meinen Augen überhaupt keiner nachvollziehen, was es heißt, z.B. in der Nazi-Zeit im öffentlichen Interesse gestanden zu haben. Es gab Personen, die konnten offenen Widerstand leisten, die konnten sich kritisch äußern. Aber es gab halt auch Personen, die dies z.B. aufgrund ihrer Persönlichkeit nicht konnten. Man sollte sich hüten, aus heutiger Sicht -wir sind ja heute so schlau und haben die Weisheit mit Löffeln gefressen- über diese Menschen Urteile zu fällen. Hinterher kann man immer gut Schlamm werfen.
Das Rückgrat, das diese Menschen von anderen erwarten, fehlt ihnen selbst meistens. Insofern sagt der Artikel wieder mehr über den Autor als über die kritisierten Schreiberlinge aus.
Verfasst: 13. Mär 2007, 20:26
von B.Schneider
Mein Sohn liest auch nicht Karl May; aber das tut meiner Liebe zu May keinen Abbruch, und ich kenne andere Jugendliche, die Mays Abenteuerromane genauso verschlingen wie ich früher. Die Wirkung der Bücher auf die Jugendlichen, die ihn heute lesen, hat sich also keineswegs verändert. Ganz anders als der Artikelverfasser denkt, hält Karl May heute durchaus stand, und ist anders als 99 % seiner schriftstellernden Zeitgenossen eben nicht vergessen. Dass der Artikelschreiber, der eine May'sche Autobiografie vermisst, keine Ahnung von Karl May hat, ist offenkundig. Aber auch von "Heldenmythos" und "Seelenreise des Helden" scheint er noch nichts gehört zu haben. Ist schon verwunderlich, was man in einer renommierten Zeitung von sich geben darf, obwohl man überhaupt keine Ahnung von seinem Thema hat. Das sagt schon etwas über das Niveau der Zeitung aus. Ich glaube, ich steige von der Welt am Sonntag auf die FAZ um.
Verfasst: 13. Mär 2007, 20:52
von Rüdiger
Mir gefiel der Artikel, wie gesagt, auch nicht. Aber was die Autobiographie betrifft, sollte man den betreffenden Satz schon etwas genauer lesen. Er lautete:
"Auf meinem Kanon stehen deshalb zwei imaginäre Bücher: die ungeschriebenen Autobiographien von Karl May und von Erich Kästner, in denen das Verschwiegene auf den Tisch gekommen wäre."
Das habe ich so verstanden, daß er eine ehrlichere, unbeschönigtere Autobiographie vermißt, und da wäre ihm nun m.E. durchaus zuzustimmen.