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"Alles über Karl May" ...
Verfasst: 27. Feb 2007, 10:09
von n.f.
... wurde ausgeliefert. Siehe unsere Online-News vom 07.12.2006 ("Übersicht: Diese Bücher erwarten die Karl-May-Freunde 2007").
Zitat von S. 54 (schon im seinerzeitigen "Karl-May-ABC" zu lesen): "Brice – Den Käse kannte Karl May noch nicht." Na ja.
Verfasst: 15. Mär 2007, 18:47
von Rüdiger
Habe mir das Buch heute gekauft.
Sieht von Format und Rückenbreite her aus wie ein mittleres Rororo- oder Fischer-Taschenbuch; das Inhaltsverzeichnis (also die Begriffe von A-Z) liest sich wie seinerzeit beim May-ABC, aber der neue Band scheint mir umfangreicher zu sein.
Es sind auch aktuelle Dinge eingeflossen, wie der launige Satz „Welch ein Treppenwitz, dass die Historisch-kritische Ausgabe der Werke Karl Mays nach vielerlei Wechselfällen wohl zukünftig in eben jenem Verlag erscheinen soll, dessen meistverbreitete Ausgabe so kritisch zu bewerten ist !“ auf S. 36 zeigt.
Fairerweise: der lange Artikel „Bamberg“ (14 Seiten) ist gar bösartig geraten. So schlimm ist es ja, nach mancherlei Rückbearbeitungen und Ansätzen von erfreulichen Entwicklungen, nun auch nicht mehr.
Verfasst: 15. Mär 2007, 18:58
von Rolf Dernen
Rüdiger hat geschrieben:Fairerweise: der lange Artikel „Bamberg“ (14 Seiten) ist gar bösartig geraten. So schlimm ist es ja, nach mancherlei Rückbearbeitungen und Ansätzen von erfreulichen Entwicklungen, nun auch nicht mehr.
Vielleicht bist Du ja auch nur gutartiger geworden... ;-)
Verfasst: 15. Mär 2007, 19:20
von Rüdiger
Im Prinzip wäre sowas denkbar, klar, wenn z.B. einer schreibt, München ist auch nicht mehr das was es mal war, dann kann das durchaus auch an ihm selber liegen.
Im vorliegenden Fall ist es so: die Bearbeitungen gefallen mir keineswegs besser als früher, aber: da hat sich doch einiges getan in den letzten Jahren, wie gesagt, an (leider etwas halbherzigen) Schritten zurück Richtung Original, ansatzweise erfreulichen Entwicklungen usw. Und das ignoriert das ABC-Nachfolgebuch offenbar. Wenn z.B. aus der Eicke-Bearbeitung von Winnetou IV zitiert wird, ohne Hinweis darauf, dass die längst aus dem Verkehr gezogen ist (der Vermerk „z.B. 111. bis 135. Tausend“ sagt ja nun allenfalls Bibliographen etwas), dann ist das schlechter Stil, unfair.
Leider ist das ja [heute] usus, schwarz oder weiß, pro oder kontra, bei der Gegenseite genauso. Und Leute die differenzieren werden entweder nicht für voll genommen, oder nach Belieben auf EINE Sichtweise festgelegt, oder es heißt, sie seien indifferent …
Tja, ick säch jo, allens nich so einfach …
;-]
Verfasst: 15. Mär 2007, 19:49
von Rolf Dernen
Rüdiger hat geschrieben:Im vorliegenden Fall ist es so: die Bearbeitungen gefallen mir keineswegs besser als früher, aber: da hat sich doch einiges getan in den letzten Jahren, wie gesagt, an (leider etwas halbherzigen) Schritten zurück Richtung Original, ansatzweise erfreulichen Entwicklungen usw. Und das ignoriert das ABC-Nachfolgebuch offenbar. Wenn z.B. aus der Eicke-Bearbeitung von Winnetou IV zitiert wird, ohne Hinweis darauf, dass die längst aus dem Verkehr gezogen ist (der Vermerk „z.B. 111. bis 135. Tausend“ sagt ja nun allenfalls Bibliographen etwas), dann ist das schlechter Stil, unfair.
Das allerdings ist wirklich ein Argument. Diese Bearbeitung ist schon so lange vom Markt, daß sie wirklich nur noch von historischem Interesse ist. Mein alter Band 33 GW, irgendwann zwischen 1962 und 1965 gekauft, hat mit dieser Bearbeitung schon nichts mehr zu tun. (Übrigens 238.-257. Tausend.)
Verfasst: 18. Mär 2007, 14:01
von Rüdiger
Ich habe mal die alte und neue Ausgabe sozusagen vergleichgeblättert.
Neu sind die Artikel "Blutwurst", "Erinnerungsorte", "Veni, vidi, tutti" und "Verne", nicht mehr enthalten ist "Unerlaubt" (Nomen est omen).
Vereinzelt ist der eine oder andere Artikel etwas kürzer geworden ("Duden"), andere dafür etwas länger.
Das Buch gefällt mir, da es einerseits erkennbar Sympathie und Wohlwollen für Karl May zeigt, andererseits teilweise auch äußerst kritisch mit ihm umgeht. Genau so ist es, m.E., richtig.
Zwei Stellen noch, über die ich mich köstlich amüsiert habe:
S. 51 ("Blutwurst"): "Der Karl-May-Verlag sollte im Zuge der Modernisierung überall den Euro einfügen. Es hieße dann ja kaum anders: "Reden is bloß Silber, Schweigen aber is een Fufzigeuroschein !" Auf diese Weise stiege auch noch der unbezweifelbare Wert des Schweigens mit einem Schlag auf das 1,95583fache."
Und S. 177 in einer Bildunterschrift: "Karl May auf der Orientreise im April 1900 mit seiner Frau Emma (liegendes Kamel) und seiner späteren Frau Klara Plöhn (stehendes Kamel)."
;-))
Verfasst: 18. Mär 2007, 14:26
von Rolf Dernen
Das Buch macht wirklich Spaß. Und bei der Kamelunterschrift habe ich auch lachen müssen.
Verfasst: 18. Mär 2007, 15:57
von tainischoh
Diese Bildunterschrift ist ja der absolute Knaller. Selten so gelacht. Aber wenn ich das richtig sehe ist so wahnsinnig viel neues nicht unbedingt dazugekommen. Ich hatte schon überlegt mir die "neue" Version auch anzuschaffen, aber dann denke ich dass die alte wohl reichen wird.
Verfasst: 18. Mär 2007, 16:10
von Rüdiger
Die beiden Ausgaben dürften zu über 90 % völlig übereinstimmen. Das Schriftbild finde ich bei der neuen Ausgabe etwas angenehmer. Und das Deckelbild ist allerliebst. 7,95 € ist auch absolut ok.
Ich lese das Buch jetzt übrigens von vorne bis hinten komplett durch. Kann man auch gut, da die alphabetisch geordneten Einträge thematisch immer wieder völlig wechseln und es sich bei den Autoren offenbar um helle Köpfe handelt, die gut und originell schreiben können.
Verfasst: 18. Mär 2007, 17:35
von Rüdiger
Auf S. 66 habe ich einen Fehler gefunden. Die Klammer
[auch nie im Werk!]
(bezogen auf einen Ritt mit Rih über einen Salzsee) ist falsch.
In "Der Krumir" reitet der Ich-Erzähler auf Rih über den Salzsee.