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Lächerlich, unbeliebt, wiederholt: über nicht so gute Szenen
Verfasst: 2. Jan 2007, 17:46
von Johnny
Im Thema "Gänsehautszenen" schon angesprochen:
Es gibt natürlich Szenen, bei denen man denkt: Ist das langweilig... oder Unlogisch! oder Das Wiederholt sich ja!!!.
Ich denke, es lohnt sich, dafür einen Thread aufzumachen und beginne auch gleich mit zwei solchen Szenen:
1. Das Tal der Schlangen.
In Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten gibt es das Tal der Schlangen.
Erst einmal: die Schlangen sehen harmlos aus. Allzu viele sind es nicht, sie scheinen aber schon lange dort zu leben, da die Felsen Rillen haben.
Beim Durchritt der Banditen sieht es einfach dumm aus, wie die da verrecken. Zudem schreien sie ziemlich bekloppt, soll wohl dramatisch sein, ist aber auch lächerlich.
Sie reißen ihre Pferde zu Boden, die wohl gebissen sein sollen, aber sie müssen die Pferde regelrecht unten halten, damit diese nicht wieder aufstehen.
Einige der Banditen sieht man auch sterben, mit Schlangen um den Hals. Diese dünnen Schlangen mögen hochgiftige sein, aber mit Sicherheit keine Würgeschlangen, dazu sind sie einfach zu dünn und kurz.
Der Ritt der Murdock-Bande durch das Schlangental ist also einfach schlecht inszeniert - ein bisschen mehr Mühe und Einfallsreichtum sowie Logik und die Szene wäre gut.
2. Die "Messer-am-Hals"-Pose
Man kennt ja Zweikämpfe mit Nahkampfwaffen. Ich habe nicht im Kopf, bei wie vielen May-Western das so vorkommt, auf jeden Fall aber beim Tal der Toten. Dann taucht mit Sicherheit auch immer die Szene auf, bei der der Held am Boden liegt und vom Gegner beinah den Hals durchgeschnitten bekommt. Eine alte Nummer. Soll man doch den Helden überlegen lassen (auf jeden Fall bei May) und es nicht so inszenieren, dass der Held nur gewinnen kann, nachdem er fast verloren hat.
Beim Tal der Toten ist der Zweikampf ansonsten recht gut, die Messer-Pose stellt dann den Makel dar.
Sowas kommt nicht nur bei May vor, aber leider auch.
Wäre interessant zu wissen, was andere von diesen Szenen halten, oder welche sonst noch schlecht sind.
Natürlich sollen hier nicht die May-Filme heruntergemacht werden, sonder nur einzene Szenen kritisiert (Diese Anmerkung, um jeglich Missverständisse zu vermeiden.).
Verfasst: 3. Jan 2007, 09:53
von Karl-Heinz Becker
Peinlich: Die Chris-Howland-Auftritte in Winnetou I, vielleicht ausgenommen die Saloon-Szene.
Leider rühmte Reinl sich einmal, er hätte die Szenen selbst erfunden. No Sir, kein Ruhmesblatt!
Karl-Heinz
Verfasst: 3. Jan 2007, 15:33
von Andy
Naja - Der Mara Durimeh-Tod bei IRdsL
find das mit das schlimmste was se machen konnten. Nicht may-echt, und wenn schon Tod dann anders - naja ich denke ihr wisst was ich mein.
lg Andy
Verfasst: 3. Jan 2007, 16:56
von Johnny
Kann beides nachvollziehen.
Howland: als ob man einen Kampf verschlafen könnte!
Soll wohl lustig sein - pah! Lächerlich!
Durimeh: Bin da bitter enttäuscht von den Produzenten...
Mal May lesen, bevor die Filme gemacht werden!
Verfasst: 3. Jan 2007, 18:54
von Philipp
Sehr albern finde ich die Darstellung von Lord Castlepool und Sam Hawkens in WuSiTdT.
Die Szene, wie Sam halbnackt im Saloon hockt, wie Castlepool mal wieder ausgelacht und ihm der Hut durchlöchert wird, wie Sam Hawkens völlig hirnlos den Offizier erschießen will, wie albern die beiden rumschreien als die Sioux kommen, wie sie von den Bienen angefallen werden und ihnen noch die Klamotten geklaut werden, ist einfach nur peinlich!!! Den Höhepunkt bietet allerdings die Szene, wie Sam Hawkens mal wieder einer rundlichen Indianerin hinterherläuft... Was in Winnetou 1 vielleicht noch witzig ist, ist hier einfach nur noch lächerlich!
Den listigen, selbstbewussten und ironisch- witzigen Sam Hawkens aus den ersten Filmen erkenne ich nicht mehr wieder... er wird der Lächerlichkeit preisgegeben. Schade!
Verfasst: 3. Jan 2007, 19:52
von andrea
Obwohl, die Szene, in der Howland sich selbst fotografiert - ihr wisst schon - die ist so dooof!!! Und trotzdem lache ich jedesmal darüber. Wenn der Pulverrauch weg ist und er aussieht wie ein gerupftes Huhn. Albern. Genau. Das isses. *gggg*
Verfasst: 3. Jan 2007, 20:24
von ulistetter
So gern ich die Karl-May-Filme mag, es gibt doch nicht wenige Peinlichkeiten, die stellenweise gar zum Ärgerniss werden.
Auf Anhieb fällt mir auch der SILBERLÖWE ein, für mich der schlechteste Streifen überhaupt.
Marah Durimeh ist schon angesprochen worden, die für mich mit ihren salbungsvollen Dialogen hier nur sehr schwer zu ertragen ist. Welch "grandioser" Drehbucheinfall an Hundeschwänzen Fackeln festzubinden. Da frag ich mich, was in den Köpfen der "Karl-May"-Verfilmer eigentlich vorging.
Viel besser ist auch DURCHS WILDE KURDISTAN nicht.
Die Musik nervt den ganzen Film über, der ewig andauernde Faustkampf am Schluss ist viel zu lange und spannungslos inszeniert, zudem schlecht synchronisiert. Hören sich so plump Faustschläge an??
Der Flug mit dem Heissluftballon dürfte auch für die damaligen Zuschauergewohnheiten eher lachhaft gewirkt haben.
Bestes Beispiel für angehende Filmstudenten wie man es nicht machen sollte. Statt "Special Effects" nur "Augsburger Puppenkiste".
Auch der oft gelobte OLD SHATTERHAND wird, wie ich finde, stark überschätzt. Klar, die Landschaften spielen schön mit, der Film ist farbenprächtig aber mit unsäglich dünnen Dialogen ausgestattet, die den Film ungemein hölzern und steif wirken lassen.
Insgesamt finde ich es auch sehr bedauerlich auf welche Weise die Karl-May-Filme, spätestens ab 1966 als die "Winnetou und....."-Filmtitel überhand nahmen, zu Grunde gerichtet wurden.
Ärgerlich neben den einfallslosen Geschichten die bemühte Sparsamkeit in diesen Produktionen.
Ein Karl-May-Film ist für mich ein Genre, das aufwändig inszeniert werden will. Und nicht mit Filmmaterial früherer Filme "angereichert" oder nach dem beliebten Brauner Motto "Aus eins mach 2-Filme".
Verfasst: 3. Jan 2007, 21:21
von Reiner
... es ist immer wieder "schön" anzusehen, wie Winnetous Tomahawk in "Im Tal der Toten" so schön ins Zelt der Indianer segelt und OS damit seine Fesseln lösen kann...
Analog einer anderen Erfolgsserie wäre Winnetou wohl in einem 1975er Drehbuch schon mit einem unsichtbaren Gaul galoppiert... den Drehbuchautoren fällt auf Dauer halt nicht mehr soviel ein!
Die Dialoge bei vielen anderen Klassikern sind auch nicht gerade von Pappe...
Verfasst: 4. Jan 2007, 16:38
von Karl-Heinz Becker
Unerträglich sind für mich die vielen Doppelungen und Schnittabfälle in der Pyramide des Sonnengottes. Entweder kennt man die Reitsequenzen schon aus dem Schatz der Azteken, oder es wurden total unterbelichtete Massenszenen aus dem Popovopolje eingefügt.
Jenseits vom Schut hat Brauner mit seinen Zweiteilern wirklich nur den Rahm an der Kinokasse abgesahnt, aber den May-Freunden nichts Herausragendes hinterlassen. Traurig.
Karl-Heinz
Verfasst: 4. Jan 2007, 17:51
von guenni
Diese Lächerlichen Szenen wurden halt gebraucht um in der freiwilligen Selbstkontrolle punkten zu können. Wie ihr ja schon geschrieben habt Chris Howland rein oder raus aus dem Film es wäre nicht von Wichtigkeit gewesen. Genauso wurde in diesem Forum schon über die Szene vom Silbersee geschrieben. Aber ich muss sie erwähnen. Der Posthalter, oder was auch immer er darstellen sollte, mit Baseballkappe und typischer Brille aus den 60gern. Angeblich weiß heute noch niemand wie der Mann vor die Kamera gekommen ist. Oder aus dem gleichen Film, der übermotivierte Götz George wie er versucht die Postkutsche zu stoppen. Da ist so ein bewusst eingebauter Howland ein Waisenknabe dagegen. Haben doch solche versemmelte Szenen was mit handwerklichen Geschick zu tun.
Verfasst: 4. Jan 2007, 18:21
von andrea
Ja, der Flug mit dem Heißluftballon - das ist wirklich das Oberpeinlichste aus allen Karl-May-Filmen. Das ist sooo schlecht, da krieg ich "schliehe Zähn" von. Grauuuusam. Schneller Vorlauf, damit das ja keiner mitbekommt, dass ich mir sowas ansehe. Wenn ich´s rausschneiden könnte, ich tät´s.
Die Szenen mit den Fackeln an den Tieren - die empfinde ich auch als ganz und gar schrecklich. Schon in meinen jugendlichen Jahren hat mich das sehr abgestoßen. Da stimme ich Uli zu, was haben die sich bei sowas gedacht.
Oder Rolfs Lieblingsfilm mit Rolfs Lieblingsschauspielerin: Der Satz "Gewalt muss mit Gewalt beantwortet werden" - Der steht so im Gegensatz zu Mays Intentionen, das ist schon traurig.
Ich habe ja fast alle May-Filme auf DVD, aber der wird nie dazu gehören, genauso wenig wie die Surehand-Filme, die mag ich auch nicht.
Verfasst: 4. Jan 2007, 18:49
von JennyFlorstedt
<hüstel>
Da bin ich ja froh, dass ich meinem Kind das Elend doch noch ein Jahr erspart habe.
Ich hab nur eine absolut rudimentäre Erinnerung an einige Szenen und kann diese nicht einmal mehr den einzelnen Filmen zuordnen.
ta
Verfasst: 4. Jan 2007, 18:50
von Rolf Dernen
Da ist ja schon einiges zusammengekommen:
Der Ballon ist natürlich der absolute Hammer. Heißluft? Wie wurde die Luft denn heiß? Es war kein Brenner zu sehen. Sowas fand ich schon als 12-Jähriger peinlich und fühlte mich verarscht. Die von Andrea genannte Tiergeschichte mit den Fackeln: erstens mal, wie blöd kann jemand sein, der der Auslieferung von Hund und Katz durch den Belagerer nachkommt? Sieht man übrigens genau hin, wird man feststellen, daß für die Filmaufnahmen den Tieren gar nichts Brennendes angebunden wurde. - Egal: ein völliger Mist! Die Schirmmütze im "Silbersee" ist mir 1962 allerdings nicht aufgefallen, das ist auch eher eine Kuriosität als eine peinliche Szene.
Karl-Heinz kann ich nur zustimmen: Brauners Filme sind mit der heißen Nadel gestrickt, speziell die Zweiteiler. Resteverwertungen, Gemurkse übelster Art, speziell bei der "Pyramide" zu besichtigen. Gemalte Kulissen, Kampfszenen, in denen die Einstellung eines springender Indianer mehrmals vorkommt, das Grauen in Tüten!
@ Reiner: Schöner Vergleich mit der (hättest Du ruhig hinschreiben können) James-Bond-Serie. Allerdings ist da eine große Menge mehr vernünftiger Filme bei rausgekommen. Das "unsichtbare" Auto war allerdings auch bei mir der Moment, wo ich die Nase voll hatte. Jedoch: "Casino Royale" ist ein ausgezeichneter Neuanfang.
Grüße
Rolf
Verfasst: 4. Jan 2007, 20:03
von Reiner
... Über eine Dauer von 40 Jahren fällt unterschiedlichen Autoren auch mehr ein. Richtig, "Casino Royale" ist ein gelungener Neuanfang.
... Artur Brauners Karl-May-Filme nach "Der Schut" bieten natürlich auch einige gelungene Szenen, gelegentlich auch "im Sinne" Karl Mays. Es ist halt wie überall: Massenproduktion geht immer auf Kosten erstklassiger Qualität... außer es gibt eine eigens eingerichtete Qualitätskontrolle. Die kam dann letztlich vom Publikum.
... Außerdem: Wer ein Mexiko-Abenteuer auf dem Balkan dreht, wird immer Schwierigkeiten bekommen. Immerhin, und das muss man der Produktion anrechnen, gelangen doch wesentlich authentischere Aufnahmen wie im "Präriejäger in Mexiko". Also dagegen sieht es bei Brauner noch wunderbar nach "Mexiko" aus.
Verfasst: 4. Jan 2007, 20:50
von Waldläufer
Ich schliesse mich der Meinung voll an, dass "Old Shatterhand" gnadenlos überschätzt wird. Ich quäle mich jedesmal den Film wirklich zu ende zu schauen.
Keine Spannung, keine logische Handlung (Old Shatterhand rennt alleine durchs Fort um Tujunga zu befreien), keine Identifizierung mit den Personen (Tujungas Tod lässt mich total gleichgültig).
Obwohl ich den Film auch als kleiner Junge gesehen habe, fehlt hier sogar der Kindheits-Bonus.
Diesen habe ich allerdings zugegebn bei WuSiTdT, so dass ich hier gar nichts peinlich finde.
Ich finde es aber auch merkwürdig insgesamt bei den Filmen als Erwachsener über Logik zu sprechen. Die Filme sind und bleiben in meinen Augen naive Kinderträume. Und dafür sind sie herrlich.