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Sonntägliche Film-Eindrücke

Verfasst: 5. Dez 2006, 00:07
von Rüdiger
Am Sonntag geriet ich durch Zufall in die letzten fünf oder sieben Minuten eines Karl May -Films im Fernsehen. Ich weiß gar nicht genau, welcher das war, "Durchs wilde Kurdistan" oder "Im Reich des silbernen Löwen", vermutlich.

Da hauten sich der Held und der Oberschurke, in Holzgondeln stehend, minutenlang auf gut Deutsch gesagt in die Fresse (gibt es eine solche Szene irgendwo bei Karl May ? Ich erinnere mich nicht. Womit ich weniger die Gondeln als diese einfallslose Prügelei meine, bei Karl May geht es denn doch irgendwie immer etwas phantasievoller zu), bis der Schurke, von Anfang an vorhersehbar aber dann doch ein wenig sang- und klanglos und mit dem üblichen, hier ebenfalls etwas unspektakulär geratenen "Aaaaah", abstürzte. Dazu lief die ganze Zeit so etwas wie gefällige orchestrale Salonmusik. Kopfschüttelnd war ich froh, daß dann bald Schluß war und die Nachrichten kamen.

Ich weiß nicht, ich kann mit den Filmen meistens nicht mehr viel anfangen, da helfen auch schöne Landschaftsaufnahmen nicht.

;-)

Verfasst: 5. Dez 2006, 15:54
von Andy
Der Film war 'Im Reiche des silbernen Löwen'.

Es ist aber auch verdammt schwer das Mittelmaß zwischen Buch und Film zu finden.
Ein Film braucht - so die Produzenten - immer etwas Action.
Wirkliche "Karl-May"-Verfilmungen wie "Kara Ben Nemsi Effendi" werden deshalb von "Nicht-Fans" als zu langweilig oder lasch angesehen.

Deswegen finde ich haben auch alle Karl May Verfilmungen ihren eigenen Reiz.
Auch wenn sie eigentlich nur die Namen mit den Büchern bzw. deren Figuren gemeinsam haben. (Wie zB: W u. sein Freund Old Firehand oder gerade Im Reiche des silbernen Löwen)
Klar - Karl May hätte Mara Durimeh nie so sterben lassen wie im Silberlöwen-Film.

Also ich muss sagen, dass ich sowohl die Bücher als auch die Filme gut finde.

Aber ich war natürlich auch von Kara Ben Nemsi Effendi begeistert. Wenn man an manchen Stellen schon fast mitlesen kann, ist das eine wirklich hervorragende, werktreue Verfilmung.

lg Andy

Verfasst: 5. Dez 2006, 16:12
von Rüdiger
Ich war allerdings auch von Kara Ben Nemsi Effendi keineswegs begeistert. Bei Heinz Schuberts galligem Halef mußte ich unentwegt und zwangsläufig an Ekel Alfred denken, bei Hallervordens Wekil fühlte ich mich veräppelt, die Haddhedihn sind schon wieder komplett aus dem Gedächtnis verschwunden, ich weiß nicht mehr, wie sie aussahen, bei Therese Giese hatte ich die Assoziation eines sehr deutschen Kurdistans, und viel weiter habe ich dann auch nicht mehr geguckt (obwohl ich die Serie komplett zur Verfügung hatte, bevor sie als eine Art Dauerleihgabe ins Hessische wanderte).

Wenn man die Bücher zig mal gelesen hat dann hat man einen eigenen Film im Kopf und da kommt dann keine blasse Nachstellung heran, finde ich.