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Kurzgeschichten von May-Fans
Verfasst: 3. Nov 2006, 14:37
von Johnny
Hallo!!!
Karl May hat schon viele Leute zum Schreiben inspiriert.
Manchmal kamen Bücher raus, manchmal wurden Sachen in Anthologien oder Zeitschriften veröffentlicht.
Aber nicht alles wurde veröffentlicht, oder eignete sich dazu.
Es gibt sicherlich Leute, die Kurzgeschichten im Sinne des Maysters (oder zumindest annähernd im Sinne) schrieben. Mir geht und ging es auch so.
Ich weis nicht, ob es so einen Thread schon gibt, oder ob er überhaupt Anklang finden würde, aber wie wäre es denn, hier Geschichten reinzustellen, die man durch May inspiriert geschrieben hat?
Bevor ich selbst eine Story hier hinein stelle, würde ich gerne ein paar Meinungen hören.
Verfasst: 3. Nov 2006, 14:43
von Rüdiger
Nur zu !
Verfasst: 3. Nov 2006, 14:51
von Johnny
Ich warte noch mal ein paar mehr Meinungen ab, dann sehn wir mal.
Verfasst: 3. Nov 2006, 15:02
von Rehkitz
Nur zu !
Verfasst: 3. Nov 2006, 15:47
von Johnny
Ich meinte das so, dass jeder hier seine Kurzgeschichten reinstellen kann, nicht nur ich.
Da aber keiner anfängt, tu ichs mal. Die Story, die jetzt folgt, spielt in der Sahara. Ich will mich auch nicht anmaßen, in Mays Stil geschrieben zu haben, aber er hat mich zu dieser Kurzgeschichte inspiriert und "Fachbegriffe" aus seinen Büchern habe ich übernommen. Auch ist es ein paar Jahre her, seit diese Story entstand. Ich war damals 12 oder so.
Hier also die erste Kurzgeschichte:
El Büdsch
Ein einsamer Reiter ritt durch die gnadenlose Sahara.
Der Beduine hing halb tot auf seinem Hedschin (Reitkamel), das auch keinen munteren Eindruck machte. – Diese Situation war äußerst verwunderlich, denn normalerweise sind Beduinen nicht allein zu finden und schon gar nicht auf einem erschöpften Hedschin und in einem Teil der Sahara, in welchem es weit und breit kein Wasser gibt. –
Blicken wir doch einmal zurück:
Der Reiter gehörte eigentlich einer Tuchkarawane an, doch diese Karawane hatte kein gutes Kismet (Schicksal) gehabt. Der Schech el Dschemali (ältester Kameltreiber) war bestochen worden und hat-te die Karawane dann in einen Hinterhalt gelockt, wo sie dann von einer Gum (Raubkarawane) überfallen worden war.
So eine Gum verrichtet ihr Werk auf grausame Art – die Räuber schießen alle Beduinen nieder, nehmen die Beute an sich und überlassen den Rest El Büdsch (Bartgeier). So war es auch hier geschehen. Nur ein einziger Beduine konnte entkommen – allerdings ohne Wasser und auf einem angeschossenem Hedschin. Die Räuber hat-ten sich nicht die geringste Mühe gemacht den Entkommenen zu verfolgen, da er früher oder später sowieso verrecken musste. -
Der Tod schwebte nun in Form von El Büdsch über dem tapferen Beduinen. Die einzige Hoffnung des Beduinen war das immer schwächer werdende Kamel. Plötzlich stieg der Beduine ab und verschanzte sich hinter dem Hedschin, denn ein Sandsturm kam auf. Er wütete zwei Stunden, was für einen Sandsturm in der Sahara nicht sehr lang war. Jedoch war er dem Kamel zu Verhängnis geworden.
Der Beduine wusste allerdings auch diesen Verlust vorteilhaft aus-zunutzen – er trank das Blut des Tieres.
Etwas gestärkt schleppte sich der Beduine nun weiter – lange würde er nicht mehr durchhalten.
Plötzlich schrie er vor Freude auf und rannte los, was seine Kraft hergab und stand kurz darauf vor drei Kakteen. Sofort schnitt er ei-nen auf und trank den Saft. Danach folgte auch der Zweite. Der Dritte war ausgetrocknet. Trotzdem begann der weiterhin Durstige die Kakteen unten mit dem Messer anzuschneiden und sie so zu fällen. Er errichtete einen Haufen und zündete den trockenen Kaktus mit einem Feuerzeug an, das einem Punk (Präriefeuerzeug) ähnelte.
Die Kakteen gaben einen stinkenden Rauch ab. Ein Unwissender würde sich fragen, was das denn solle, doch der Beduine wusste genau, was er tat. – Plötzlich verdüsterte sich der Himmel und bald begann es in Strömen zu regnen. - Der giftige Rauch der Kakteen hat eine solche Auswirkung auf das Klima einer Wüste, dass es oft sofort anfängt zu regnen. –
Gestärkt ging er weiter und bemerkte nicht die schwarzen Punkte, die immer näher kamen. Als er sie endlich entdeckte, war es schon zu spät – es war die Gum. Er schleuderte sofort sein Messer dem Vordersten in die Brust, doch gleich darauf krachten mehrere Schüsse und der Beduine sackte getroffen zu Boden. –
El Büdsch hatte ein neues Opfer gefunden. - - -
Klar, die Forumulierungen sind etwas unflüssig.
Aber ich habe die Geschichte ja auch nicht überarbeitet.
Verfasst: 3. Nov 2006, 16:29
von Rüdiger
die Forumulierungen
Sehr hübsch (das Zitat), ob Absicht oder nicht.
Verfasst: 3. Nov 2006, 16:34
von Johnny
uuups;)
Ohne Absicht.
Ich lass es mal stehn, ist echt lustig;)
Verfasst: 3. Nov 2006, 16:56
von Rüdiger
nach Karl M. und Franz K.:
Es war sehr spät am Nachmittag, der Fluß ruhig und leer, ich ging zum Schiff. Als ich den Sonnenstand mit meiner Uhr verglich, sah ich, daß es schon viel später war, als ich geglaubt hatte, ich mußte mich sehr beeilen, die Überraschung über diese Entdeckung ließ mich im Weg unsicher werden, ich kannte mich in dieser Gegend noch nicht sehr gut aus, zufälligerweise war einer der Leute des Reis Effendina in der Nähe, ich ging zu ihm, fragte ihn aber nicht nach dem Weg. Er lächelte und sagte: „Von mir willst Du Unterstützung erfahren ?“ „Naja“, dachte ich, „da ich mich selbst nicht so auskenne …“. "Laß sein, laß sein“, sagte er und wandte sich mit einem großen Schwunge ab, so wie Leute, die in ihrem Glanze allein sein wollen.
Die Büchse der Pandora
Verfasst: 3. Nov 2006, 17:09
von sandhofer
Hallo Epimetheus-Johnny!
Ich sage nur: Büchse der Pandora ...
Grüsse
Sandhofer
Verfasst: 3. Nov 2006, 17:39
von Rolf Dernen
Tja, und nun kommt so ein böser Erbsenzähler wie Rolf - Rüdiger wird ausrufen: "Ist doch egal! Wenn der Autor es so empfindet!" - und bekrittelt die Tatsache, daß es in der Sahara gar keine Kakteen gibt.
Verfasst: 3. Nov 2006, 18:32
von Sylvia
Hallo Johnny!
Ein Unglück kommt selten allein, was?
Und es endet auch noch tragisch für die Hauptperson, das ist gar nicht Karl-May-like.
Als Zwölfjähriger hast Du alle interessanten Dinge auf einen Haufen gepackt und ein atemberaubendes kurz-aber-heftig-Abenteuer geschrieben, nun bist Du ein paar Jährchen älter, Karl May hätte daraus mindestens ein Kapitel gemacht.
Also auf geht's, ein paar Landschaftsbeschreibungen, mehr Details..
Und wehe, Du lässt das Dromedar nochmal sterben!
Gruß
Sylvia
Verfasst: 3. Nov 2006, 21:41
von JennyFlorstedt
Einen richtigen Fanfictionbereich bietet derzeit kein Karl-May-Forum, wenn ich so nachdenke.
Ich liebe ja Fanfiction über alles. Die IDEE jedenfalls, Fortsetzungen zu schreiben. Bedauerlicherweise bin auch sehr mäklig, was mir kürzlich auch einen wenig begeisterten Leserbrief eingetragen hat. ;-)
Welche Sorte Feedback möchtest Du? Konstruktive Kritik? Oder war das Posting nur informativ?
Beste Grüße
ta
Verfasst: 3. Nov 2006, 21:58
von Sylvia
Geschichten à la May hatten wir schon mal. Ist alles im alten Forum verstaubt.. eh, verstaut.
Wir hatten auch mal Fortsetzungsgeschichten, was aber ins Spaßige abgedriftet ist, wenn ich an den guten alten Old Rein mal erinnern darf.
Verfasst: 3. Nov 2006, 22:05
von JennyFlorstedt
Ich erinnere mich eigentlich nur an Ruths Geschichten und das ist eeeeeeeeeeeeeeewig her. Der Rest war doch mehr oder minder Silver-City-Klamauk, oder?
Verfasst: 4. Nov 2006, 00:08
von Christina
Neenee, Jenny, war noch lange vor dem Silver-City-Klamauk. Dürfte inzwischen auch schon wieder gute drei bis vier Jahre her sein. Hach, da war so manch phantasievolle Geschichte dabei!
Gab es da nicht auch eine geniale Fortsetzungsgeschichte in welcher Old Rein, Waukel und Andrea in einem reißenden Gewässer fast ertrunken wären? *hi*

Christina