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Nachgefragt bei... Horst Janson
Verfasst: 26. Jul 2006, 14:08
von ReinhardB
In der aktuellen Ausgabe der "BUNTE" findet sich am Schluß in der Rubrik "Nachgefragt..." ein Kurzinterview mit Horst Janson, der ja derzeit bekanntermassen den Old Shatterhand bei den Karl-May-Spielen im bayrischen Dasing gibt.
Nachfolgend im O-Text:
"Das man auch mit 70 noch den jugendlichen Helden spielen kann, beweist Horst Janson gerade bei den Süddeutschen Karl-May-Festspielen. Jedes Wochenende reitet er in Dasing bei Augsburg als Old Shatterhand über die Freilichtbühne (noch bis 1. Oktober).
Wie hat es sich angefühlt, wieder in das Kostüm von Old Shatterhand zu schlüpfen?
Vertraut. Das Kostüm ist mein eigenes, das trug ich auch schon 1998 bei den Festspielen in Bad Segeberg. Es ist eine echte Indianerjacke, die ich in Kanada gekauft habe. Da steckt auch ein bisschen Aberglaube dahinter.
Hätten Sie nicht auch gerne mal den Winnetou gespielt?
Nein, ich bin blond und blauäugig, das würde zu Winnetou nicht passen. Außerdem habe ich mich schon als Kind, als ich die Karl-May-Bücher gelesen habe, immer mit Old Shatterhand identifiziert."
Das war´s. Mehr Platz war wohl nicht bei Redaktionsschluss ... ;-)
(Quelle: BUNTE Nr. 30 (20.07.2006), Seite 110)
Dasing
Verfasst: 17. Sep 2006, 15:07
von Sylvia
So, jetzt ist es passiert: ich war das erste Mal bei einem Karl-May-Festspiel.
Dasing ist eine kleine Bühne mit guten Leuten. Mir hat es gefallen.
O.k, ich hatte nicht erwartet, hier den originalen "Schatz im Silbersee" zu sehen und ich denke, dass diese ganzen Festspiel-Darbietungen ja eh nur eine Mischung aus Typen und Ideen aus den Büchern, den Verfilmungen und eigenen Kreationen sein können, um das Ganze in ein Zweistundenprogramm für gemischtes Publikum aufzubereiten - aber auch das muss man können. Und das ist in Dasing gut gelungen.
Lobenswert ist auch, dass Karl May immerhin erwähnt wurde als der Schriftsteller, auf den das alles zurückgeht. Und auch im Programmheft sind ihm eineinhalb Seiten gewidmet (mit Abdruck einer Original-Postkarte und eines Briefes von Karl May ((wobei ich allerdings nicht entziffern kann, worum es darin geht. Die Sachen gehören Herrn Prof. Helmut Zöpfl)). Allerdings würde ich mir wünschen, dass man diese Erwähnung so formuliert, dass wieder klar wird: Karl May hat Bücher geschrieben. Vor über 100 Jahren. Und was heute auf dieser Bühne zu sehen ist, ist eine mehr oder weniger starke Bearbeitung oder Ummodelung zum Wildwest-Theaterstück.
Gefallen hat mir die Bühne. Und die überdachte Zuschauertribüne (ca.500 Leute haben Platz): klein aber mein. Oder anders gesagt, man hat eigentlich von jedem Platz aus einen guten Überblick, man ist ziemlich nah und dabei. Die Bühne selber hat alles: ein nach vorne und seitlich hin offenes Farmhaus, Berg, Höhle, Wasserfall, Indianerdorf, Waisenhaus und freie Fläche ohne überladen zu wirken.
Die Geschichte war geschickt aufgezogen: Der alte Old Shatterhand erzählt dem Jungen Fred von seinem Vater, von früher, und rückblickend erleben wir dann die Geschichte von der Schatzjagd des brutalen Cornel Brinkley.
An dieser Stelle: man muss schon mal gesehen haben, wie Fred Rai mit seinem Pferd verwachsen ist - aber das ist eine andere Geschichte von dieser Westernstadt.
Dasing
Verfasst: 17. Sep 2006, 16:54
von Sylvia
Ich bin unterbrochen worden, mal sehen, ob ich den Faden nochmal finde.
Was hat noch gefallen?
Horst Janson als Old Shatterhand war optimal an seinem Platz. Vergesst die 70 Jahre, die er angeblich sein soll. Ein Routinier ohne routiniert zu wirken.
Matthias mit dem geheimnisvollen M. als Winnetou war sehr angemessen und sieht gut aus. Sein weißes Stirnband, das mich auf den Bildern immer an einen Verband erinnert hat, stört in natura überhaupt nicht.
Rudi Sorger als Sam und Stefan Mayr als Tante Droll, man darf sich nicht fragen, wie die in den "Silbersee" gekommen sind, waren für die Lachnummern zuständig und haben diesen Part auch voll erfüllt. Allerdings fragt man sich als Karl-May-Leser schon auch, warum die Figur des Sam Hawkens immer zur totalen Witzfigur gemacht werden muss? Schade, Hawkens war von May anders vorgesehen gewesen.
Die Kostüme waren schön. Besonders die der Indianer.
Eine Sache an der Geschichte hat mich von Anfang an gestört: Cornel Brinkley knallt Leute ab, ziemlich rigoros und schnell, um an den Schatz zu kommen und vom Erlös des Schatzes Waisenhäuser aufzumachen (weil er selber als Kind seine Eltern verloren hatte). "Ein wahnsinniger Verbrecher" steht im Programmheft. Hm, irgendwo hakte da aber was. Vielleicht muss man den dann noch "wahnsinniger" spielen?
Re: Dasing
Verfasst: 17. Sep 2006, 18:29
von n.f.
Welch Zufall - auch ich war gerade erstmals in Dasing ;-)
Sylvia hat geschrieben:Die Bühne selber hat alles
Schön wär's. Was leider fehlt, ist der Reiz, das besondere Etwas, das die meisten anderen Karl-May-Freilichtbühnen bieten, etwa echte Felsen, Wald, ein See. Mit so etwas oder ähnlichem kann die kleine Bühne in Dasing leider nicht punkten. Dafür die Festspiele mit einem wirklich guten Winnetou-Darsteller und einem Team, das mit viel Begeisterung bei der Sache ist.
2007 soll es in Dasing "Winnetou II" geben, erneut mit Horst Janson (dann wohl als Old Firehand). "May-Fan-durch-und-durch" Peter Görlach soll dann voraussichtlich wieder für Buch und Regie verantwortlich zeichnen.
Dasing
Verfasst: 17. Sep 2006, 18:37
von Sylvia
Sie hatten einen Himmel! :-))
Re: Dasing
Verfasst: 17. Sep 2006, 18:45
von n.f.
Und was für einen! Wie konnte ich den nur vergessen.
Verfasst: 17. Sep 2006, 18:47
von Sylvia
Naja, kann ja mal vorkommen. Es war ja kein Schild dran.
Verfasst: 17. Sep 2006, 19:32
von Sven Margref
Komisch, hätte ich euch da treffen können? *g* Die angesprochene Brinkley-Moral ist auch für mich störend gewesen - nein, mehr als das. Das geht rein gar nicht - eine Art mordender Robin Hood kann ich mir bei Karl May nicht vorstellen. Entweder gut, oder böse.
Was auch zu bedenken ist - diese Festspiele gibt es erst seit zwei Jahren. Wenn man das mit den Festspiel-Versuchen in Hohenstein vergleicht - Hut ab! Großes Lob auch für die Kostüme, Waffen und Requisite auf Buttlers Farm. Das wurde mit Liebe gemacht.
Nur Karl May war leider im Stück kaum zu finden :-(
Verfasst: 18. Sep 2006, 19:18
von Stephan
Nur Karl May war leider im Stück kaum zu finden :-([/quote]
Hallo Sven,
dafür hat Horst Janson mir versprochen, sich - bei einem erneuten Gastspiel - auf alle Fälle für mehr den "echten" Karl May einzusetzen. Vielleicht hilft es ja.
Viele Grüße
Stephan
Verfasst: 19. Sep 2006, 05:30
von Sven Margref
Löblich, löblich - das wäre keine schlechte Sache.
Re: Dasing
Verfasst: 20. Sep 2006, 14:45
von Christina
Sylvia hat geschrieben:Cornel Brinkley knallt Leute ab, ziemlich rigoros und schnell, um an den Schatz zu kommen und vom Erlös des Schatzes Waisenhäuser aufzumachen (weil er selber als Kind seine Eltern verloren hatte).
Nun ja, die Waisenhäuser wollen doch auch gut gefüllt sein. Was nützt die "gute Tat", wenn sie dann kaum gebraucht, bzw. in Anspruch genommen wird?
[img]http://www.world-of-smilies.com/html/images/smilies/sonstige/bang.gif[/img]
Autsch!
Verfasst: 20. Sep 2006, 15:14
von Rüdiger
... das zeugt von tieferer Einsicht in weltwirtschaftliche Mechanismen ...
Verfasst: 20. Sep 2006, 15:29
von Sylvia
Wo Du gerade da bist, Rüdiger: Es ist schon frappierend, dass sich einem bei so einem Festspiel-Besuch öfters mal der Gedanke aufdrängt: "Das würde dem Rüdiger aber überhaupt nicht gefallen" und "Hier würder der Rüdiger aber wieder die Krise kriegen" usw.
Verfasst: 20. Sep 2006, 15:34
von Rüdiger
... mußt Du denn öffentlich verraten wie oft Du an mich denkst und Dich mit mir beschäftigst ...
:-)))))
Verfasst: 20. Sep 2006, 16:15
von Sylvia
Das ist das Rüdiger-Syndrom, und das kriegt man, wenn man lange genug in diesen Foren dabei ist :-))