Seite 1 von 2

Directors Cut

Verfasst: 4. Jan 2013, 14:02
von Harty
Frage an die Experten: von zahlreichen Filmen auch aus der 60er Ära gibt es doch einige Directors Cut Versionen mit zusätzlichen Szenen. Besteht bei den Winnetou Filmen nicht die Möglichkeit, oder sind die Original Rollen verschollen ?

Re: Directors Cut

Verfasst: 5. Jan 2013, 11:23
von Hermesmeier
Vielleicht habe ich da ja was missverstanden. Aber: Die Regisseure sind doch tot, oder? Wie sollen sie da eine neue erweiterte Schnittfassung liefern? Selbst wenn es noch unverwendetes Film- und Tonmaterial gäbe: Für einen Director's Cut ist es zu spät.

Re: Directors Cut

Verfasst: 5. Jan 2013, 12:43
von Judge
Der Schlauste aller Schlauen hat mal wieder geantwortet. Ntürlich schlummert noch Material, es wird leider noch nicht herausgerückt.

Re: Directors Cut

Verfasst: 5. Jan 2013, 12:49
von markus
Für einen Directors Cut muss der Director doch nicht mehr leben. Für eine Bearbeitung muss ein Schriftsteller ja auch nicht mehr leben.

Re: Directors Cut

Verfasst: 5. Jan 2013, 13:02
von Rüdiger
Aber der Bearbeiter.

:-)

(Aber für die Herausgabe einer vorhandenen Bearbeitung muß auch der nicht mehr leben. Ebensowenig wie der Director für die Herausgabe des Directors Cut.)

Re: Directors Cut

Verfasst: 5. Jan 2013, 13:15
von Hermesmeier
Ein "Director's Cut" heißt so, weil der Regisseur selbst den Endschnitt gemacht hat, einen Film also so zusammengestellt hat, wie er es will - unbeinflusst von wirtschaftlichen Erwägungen von Studiobossen oder Kinobetreibern. Wenn der Regisseur nicht mehr lebt, kann er einen solchen Schnitt nicht mehr machen. Wenn dies von anderen erledigt wird, dann kann man eine "extended edition" oder "ultimate edition" oder sonstig fantasievoll benanntes herstellen, aber ganz sicher keinen "Director's Cut" mehr. Um den Vergleich aufzugreifen: Eine "Ausgabe letzter Hand" kann auch nur ein Schriftsteller selbst noch in die Welt setzen, nicht aber irgendwelche Bearbeiter postum. Punktum.

Re: Directors Cut

Verfasst: 5. Jan 2013, 14:22
von guenni
Hermesmeier hat geschrieben:Ein "Director's Cut" heißt so, weil der Regisseur selbst den Endschnitt gemacht hat, einen Film also so zusammengestellt hat, wie er es will - unbeinflusst von wirtschaftlichen Erwägungen von Studiobossen oder Kinobetreibern. Wenn der Regisseur nicht mehr lebt, kann er einen solchen Schnitt nicht mehr machen. Wenn dies von anderen erledigt wird, dann kann man eine "extended edition" oder "ultimate edition" oder sonstig fantasievoll benanntes herstellen, aber ganz sicher keinen "Director's Cut" mehr. Um den Vergleich aufzugreifen: Eine "Ausgabe letzter Hand" kann auch nur ein Schriftsteller selbst noch in die Welt setzen, nicht aber irgendwelche Bearbeiter postum. Punktum.
Gut das wir dich haben!!!!

Re: Directors Cut

Verfasst: 5. Jan 2013, 16:05
von Rüdiger
Was ein Directors Cut ist, dürfte hier vermutlich jedem klar gewesen sein ... Es kann ja eine solche Fassung vorliegen, ohne veröffentlicht worden zu sein. Denken wir z.B. im Buchbereich an "In der Heimath"; das wurde auch erst nach Jahrzehnten veröffentlicht (in GW 79), vorher gab's (bzw.: bekam man) nur "Professor Vitzliputzli" und "Wenn sich zwei Herzen scheiden"...

Re: Directors Cut

Verfasst: 5. Jan 2013, 17:19
von Rolf Dernen
Rüdiger hat geschrieben:Was ein Directors Cut ist, dürfte hier vermutlich jedem klar gewesen sein ... Es kann ja eine solche Fassung vorliegen, ohne veröffentlicht worden zu sein. Denken wir z.B. im Buchbereich an "In der Heimath"; das wurde auch erst nach Jahrzehnten veröffentlicht (in GW 79), vorher gab's (bzw.: bekam man) nur "Professor Vitzliputzli" und "Wenn sich zwei Herzen scheiden"...
Es kann allerhand vorliegen. Etwa bei wem auch immer auf dem Dachboden die Filmrollen von "Auf den Trümmern des Paradieses". Aber wo schlummert denn noch Material, das nicht herausgerückt wird? Ist das nur eine Vermutung, oder läßt sich das beweisen? Die Frage wäre dann aber auch, wer würde sowas unternehmen? Denn das macht natürlich niemand, wenn er sich nicht auch etwas an finanziellem Gewinn davon versprechen kann.

Re: Directors Cut

Verfasst: 9. Jan 2013, 11:01
von Harty
oh oh Kaffeesatzleserei bei dem Begriff "Directors Cut". In der Regel gibt es Originalschnitte, diese aber für das Kino nochmals bearbeitet wurden. Gründe sind entweder die Länge, brutale Szenen etc. Eine Originalfassung kann durchaus vorliegen , wurde aber nochmals bearbeitet. Oftmals werden auch nach Previews Filme nochmals geschnitten.

Beispielsweise wurden bei einigen Elvis Filmen Songs noch geschnitten. Sein Film "Wild in the country" wurde nach der Preview das dramatische Ende in ein Happy End geändert. In den meisten Fällen ist die Kinofassung nicht die Urfassung.

Einige Sergio Leone Filme mit Clint Eastwood sind kürzlich ebenfalls in der Originalfassung erschienen. Das hat den Nachteil, das nachsynchronisiert wird, aber einige Szenen dann doch ihren Sinn ergeben. Oftmals gibt es auch einen Unterschied zwischen TV-und Kinofassung.

Sind denn Szenen bekannt, die nicht in der bekannten Version vorhanden sind ?

Re: Directors Cut

Verfasst: 21. Jan 2013, 19:52
von Raffael
Ich kann nur für den Film "Old Shatterhand" bestätigen, dass es da in der italienienischen Version tatsächlich vier kurze Einstellungen gibt, die ich in der deutschen Fassung nicht gesehen habe:
- Frau Kampendijk fasst sich an die Stelle, an der sie mit dem Pfeil getroffen wurde.
- Comanchen Häuptling Großer Bär ist auf dem Boden liegend mit dem Messer in der Brust zu sehen (in der deutschen Fassung gibt es eine Schwarz-Abblende).
- Beim Kampf ums Fort gibt es zwei kurze Einstellungen von zwei Soldaten, die Blut spucken, nachdem sie getroffen wurden. In der deutschen Fassung wurde da geschickt geschnitten.

Gibt es hier im Forum noch andere Mitglieder, die andere Fassungen von Winnetou-Filmen kennen, welche Alternativmaterial, z.B. neue Szenen, beinhalten?

Liebe Grüße

Re: Directors Cut

Verfasst: 22. Jan 2013, 00:56
von Werner Fleischer
Ich vermisse sowohl in den Videofassungen wie auch in der DVDfassung die Szene wo sich die beiden Wächter der Pferde am Silbersee gegenseitig erschiessen.

Re: Directors Cut

Verfasst: 22. Jan 2013, 05:51
von Norbert.S
Raffael hat geschrieben:Ich kann nur für den Film "Old Shatterhand" bestätigen, dass es da in der italienienischen Version tatsächlich vier kurze Einstellungen gibt, die ich in der deutschen Fassung nicht gesehen habe:

- Comanchen Häuptling Großer Bär ist auf dem Boden liegend mit dem Messer in der Brust zu sehen (in der deutschen Fassung gibt es eine Schwarz-Abblende).

Gibt es hier im Forum noch andere Mitglieder, die andere Fassungen von Winnetou-Filmen kennen, welche Alternativmaterial, z.B. neue Szenen, beinhalten?

Liebe Grüße
Der Komanchenhäuptling versucht hier auch noch das Messer aus seiner Brust zu ziehen (wurde wohl vergessen zu erwähnen).
Bei der tschechischen Version vom Silbersee reiten am Anfang die Blutsbrüder auf die Kamera zu und also nicht wie in der deutschen Version neben der Kamera her.

Re: Directors Cut

Verfasst: 22. Jan 2013, 10:42
von Karl-Heinz Becker
Zu der Italo-Version von "Old Shatterhand" wurde mir einmal berichtet, dass auch die Kampfszenen um Fort Grand ausführlicher sein sollen, als in der deutschen Fassung. Dafür sei angeblich die Nacktbadeszene von Paloma geschnitten.
Wenn es zutrifft, würde es dem römischen Zensurverständnis entsprechen: Gewalt ja, Erotik nein.

Re: Directors Cut

Verfasst: 22. Jan 2013, 10:55
von Rolf Dernen
Karl-Heinz Becker hat geschrieben:Zu der Italo-Version von "Old Shatterhand" wurde mir einmal berichtet, dass auch die Kampfszenen um Fort Grand ausführlicher sein sollen, als in der deutschen Fassung. Dafür sei angeblich die Nacktbadeszene von Paloma geschnitten.
Wenn es zutrifft, würde es dem römischen Zensurverständnis entsprechen: Gewalt ja, Erotik nein.
Katholische Moral halt.