Dasing- ein Bericht und die totale Begeisterung
Verfasst: 23. Jul 2012, 18:33
Ich gehöre zu der Generation die 1977 das erste Mal in Elspe war und natürlich Pierre Brice dort nie vergessen haben. Bis 1985 war ich dort regelmäßiger Gast. Wer als Kind einmal Pierre Brice in Elspe mit Martin Böttchers "Winnetou-Melodie" den Hügel hat runterreiten sehen, ist für sein Leben damit geprägt.
Mit 22 Jahren besuchte ich, da ich auf dem Karl May Treffen in Segeberg war, die "berühmte" dortige Bühne und war doch sehr gelangweilt. Eine Ausnahme ?
Doch 93 und 94 ging es mir nicht anders! Zu langatmige Tanzszenen, alberner Klamauk und ein Winnetou, dem das Alter ins Gesicht geschrieben stand.
Da erinnerte ich mich wieder an Elspe! War das nicht damals so toll? Fuhr hin und war voller Erwartungen, als ich nach 14 Jahren wieder mal auf der Tribüne saß. Zwar deutlich besser die Atmosphäre- alleine schon durch die "Cinemascope-Bühne", doch natürlich waren die Erwartungen zu groß und zudem wieder ein Winnetou, der locker sein Vater hätte sein können! Man war eben nicht mehr 7.
Aber irgendwie vermisste ich die kindliche Freude von damals und versuchte es noch in Rathen und Annaberg-Buchholz, aber auch hier wollte sich keine Gänsehaut mehr einstellen.
Mental von der "Freilichtbühnen-Welt" schon lange verabschiedet fuhr ich letzten Samstag mit doch jetzt schon 42 Jahren -primär wegen meiner 3 Kinder- nach Dasing!
Ist ja in der Nähe und den Kindern wird es schon gefallen.
Aber was soll ich sagen, nach 5 Minuten Spielzeit war es wieder da! Das Gänsehautgefühl!!
Ein Winnetou, wie man ihn sich vorstellt. Endlich wieder jung, kriegerisch, edel und anmutig. Mit einer unendlichen Bühnenpräsenz. Selbst meine Frau war eingetaucht in das Abenteur im Llano Estacado. Spätestens als Matthias M. sein Pferd mit einem eleganten und gekonnten Ein-Bein-Hüftschwung besteigt, war das ganze perfekt. Eine nahezu kongenial Verkörperung des Apatschen-Häuptlings. Der nachdenkliche Blick in die Ferne wird genauso beherrscht, wie die bestimmende abnickende Kopfneigung.
Dazu eine Bühne auf der man dem Geschehen sehr nah ist in einer sehr guttuenden fast "heimischen" Atmosphäre. Zudem kann sie ähnlich wie in Elspe durchritten werden, was der Inszenierung enorme Kraft verleiht!
Sehr schön fand ich auch das Bühnenbild "Helmers-Home"! Genial gelöst die "verandaartige Darstellung des Hauses mit liebevoller detaillierter Einrichtung.
Was Peter Görlach hier als Drehbuch und Darstellung geschaffen hat, gehört für mich zum Besten, was ich je auf einer Bühne gesehen habe.
Gekonnt wird der doch teilweise etwas angestaubte "Mayster" bühnegerecht gemacht. Keine langweilige Minute. Man wird von Szenen zu Szene als Betrachter geradezu getragen. Dabei halten sich Action aber auch der typische Maysche Flair gekonnt die Waage. Peter Görlach erweist sich als echter May-Kenner. Meistert gekonnt den Spagat zwischen heutigem "Action-Anspruch" und dem Geist Karl Mays.
Dazu eine ausgesuchte Musik, die ihn ganz klar als Kenner pathetischer Soundtracks ausweist.
Wer Hans Zimmers "Chevalier de Sangreal " kennt und auf die Idee kommt diesen Meilenstein der Filmmusik in ein Bühnenstück von Karl May einzuarbeiten, weiß wie man Gänsehaut erzeugt.
Aber auch die Liebhaber Martin Böttchers sind mit sehr schönen und eher seltenen Stücken "Winnetou hört die Sioux kommen" aus "...Tal der Toten" und den Klassikern reichlich bedient.
Ja, ich bin ins Schwärmen geraten und wenn ich nach rechts zu meinen mit offenem Mund und voller Ehrfurcht da stehenden Kindern schaute, musste ich unweigerlich an meine ersten Bühnenerfahrungen 1977 in Elspe denken. Schon das brachte mir die Gänsehaut zurück!
Summa summarum eine totale Überraschung, die ich niemals erwartet hätte. Dazu unheimlich nette Mitarbeiter und eine tolle Atmosphäre in den Rahmenprogrammen.
Ich wünsche Dasing auf jeden Fall einen weiter steigenden Erfolg und den Bekanntheitsgrad, den sie verdient haben. Langeweile kommt hier nicht auf und wer die May-Filme und ihren Pathos mag, wird hier bis zur Träne im Auge bedient.
Auf auf Ihr Bleichgesichter zwischen 7 und 70- nach Dasing bei Augsburg !!!
Mit 22 Jahren besuchte ich, da ich auf dem Karl May Treffen in Segeberg war, die "berühmte" dortige Bühne und war doch sehr gelangweilt. Eine Ausnahme ?
Doch 93 und 94 ging es mir nicht anders! Zu langatmige Tanzszenen, alberner Klamauk und ein Winnetou, dem das Alter ins Gesicht geschrieben stand.
Da erinnerte ich mich wieder an Elspe! War das nicht damals so toll? Fuhr hin und war voller Erwartungen, als ich nach 14 Jahren wieder mal auf der Tribüne saß. Zwar deutlich besser die Atmosphäre- alleine schon durch die "Cinemascope-Bühne", doch natürlich waren die Erwartungen zu groß und zudem wieder ein Winnetou, der locker sein Vater hätte sein können! Man war eben nicht mehr 7.
Aber irgendwie vermisste ich die kindliche Freude von damals und versuchte es noch in Rathen und Annaberg-Buchholz, aber auch hier wollte sich keine Gänsehaut mehr einstellen.
Mental von der "Freilichtbühnen-Welt" schon lange verabschiedet fuhr ich letzten Samstag mit doch jetzt schon 42 Jahren -primär wegen meiner 3 Kinder- nach Dasing!
Ist ja in der Nähe und den Kindern wird es schon gefallen.
Aber was soll ich sagen, nach 5 Minuten Spielzeit war es wieder da! Das Gänsehautgefühl!!
Ein Winnetou, wie man ihn sich vorstellt. Endlich wieder jung, kriegerisch, edel und anmutig. Mit einer unendlichen Bühnenpräsenz. Selbst meine Frau war eingetaucht in das Abenteur im Llano Estacado. Spätestens als Matthias M. sein Pferd mit einem eleganten und gekonnten Ein-Bein-Hüftschwung besteigt, war das ganze perfekt. Eine nahezu kongenial Verkörperung des Apatschen-Häuptlings. Der nachdenkliche Blick in die Ferne wird genauso beherrscht, wie die bestimmende abnickende Kopfneigung.
Dazu eine Bühne auf der man dem Geschehen sehr nah ist in einer sehr guttuenden fast "heimischen" Atmosphäre. Zudem kann sie ähnlich wie in Elspe durchritten werden, was der Inszenierung enorme Kraft verleiht!
Sehr schön fand ich auch das Bühnenbild "Helmers-Home"! Genial gelöst die "verandaartige Darstellung des Hauses mit liebevoller detaillierter Einrichtung.
Was Peter Görlach hier als Drehbuch und Darstellung geschaffen hat, gehört für mich zum Besten, was ich je auf einer Bühne gesehen habe.
Gekonnt wird der doch teilweise etwas angestaubte "Mayster" bühnegerecht gemacht. Keine langweilige Minute. Man wird von Szenen zu Szene als Betrachter geradezu getragen. Dabei halten sich Action aber auch der typische Maysche Flair gekonnt die Waage. Peter Görlach erweist sich als echter May-Kenner. Meistert gekonnt den Spagat zwischen heutigem "Action-Anspruch" und dem Geist Karl Mays.
Dazu eine ausgesuchte Musik, die ihn ganz klar als Kenner pathetischer Soundtracks ausweist.
Wer Hans Zimmers "Chevalier de Sangreal " kennt und auf die Idee kommt diesen Meilenstein der Filmmusik in ein Bühnenstück von Karl May einzuarbeiten, weiß wie man Gänsehaut erzeugt.
Aber auch die Liebhaber Martin Böttchers sind mit sehr schönen und eher seltenen Stücken "Winnetou hört die Sioux kommen" aus "...Tal der Toten" und den Klassikern reichlich bedient.
Ja, ich bin ins Schwärmen geraten und wenn ich nach rechts zu meinen mit offenem Mund und voller Ehrfurcht da stehenden Kindern schaute, musste ich unweigerlich an meine ersten Bühnenerfahrungen 1977 in Elspe denken. Schon das brachte mir die Gänsehaut zurück!
Summa summarum eine totale Überraschung, die ich niemals erwartet hätte. Dazu unheimlich nette Mitarbeiter und eine tolle Atmosphäre in den Rahmenprogrammen.
Ich wünsche Dasing auf jeden Fall einen weiter steigenden Erfolg und den Bekanntheitsgrad, den sie verdient haben. Langeweile kommt hier nicht auf und wer die May-Filme und ihren Pathos mag, wird hier bis zur Träne im Auge bedient.
Auf auf Ihr Bleichgesichter zwischen 7 und 70- nach Dasing bei Augsburg !!!