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Verpasste Chance? Pfarrer Braun darf nicht ermitteln

Verfasst: 7. Feb 2010, 20:05
von ReinhardB
Fernseh-Produzent Rainer Poelmeyer hatte sich die Sache so schön vorgestellt: Seine Serienfigur „Pfarrer Braun“, in der gleichnamigen ARD-Reihe dargestellt vom bajuwarischen Urgestein Ottfried Fischer, ermittelt in einem neuen Kriminalfall vor der beeindruckenden Kulisse des Freilichttheaters am Kalkberg und im Umfeld der Stadt Bad Segeberg. Doch aus der Idee wird nichts. Die Kalkberg GmbH hat eine Zusammenarbeit abgelehnt.

„Ich begreife das einfach nicht“, so Poelmeyer. „Die Serie läuft zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr im Ersten vor einem Millionenpublikum in Deutschand und Österreich.“ Der Werbeeffekt für die Spiele und die Stadt wäre seiner Meinung nach immens - und darüber hinaus für beide auch noch kostenlos. Ihm sei bis heute nicht wirklich klar, warum die Kalkberg GmbH und deren Geschäftsführerin Ute Thienel die Kooperation nicht wollen, in die auch Winnetou-Darsteller Erol Sander eingebunden werden sollte. „Es wurde nur mitgeteilt, die Geschichte sei nicht gut.“ Dabei habe er noch nicht einmal ein fertiges Drehbuch vorgelegt, sondern lediglich ein Exposé, also eine Art Entwurf der geplanten Handlung und der mitwirkenden Figuren.

Dennoch habe er um das Projekt in Bad Segeberg gekämpft, betonte der 53-Jährige, der in seiner „Filmographie“ auf etliche renommierte Produktionen verweisen kann. Gemeinsam mit dem Autor von „Pfarrer Braun“ sei er am Dienstag sogar extra noch zu einem klärenden Gespräch in Bad Segeberg gewesen: „Zwei Stunden haben wir mit Frau Thienel und drei weiteren Mitarbeitern der Kalkberg GmbH zusammengesessen.“ Erst am Ende sei ihm und dem Drehbuchschreiber halbwegs klar geworden, wo wohl das Problem liegt: „Die haben festgestellt, dass Pfarrer Braun eine klerikale Komödie ist, sie Bad Segeberg aber als eine Art Kirche Winnetous sehen“, glaubt der 53-Jährige. Ironie, geschweige denn Selbstironie, würden aus Sicht der Verantwortlichen wohl diesen Mythos gefährden. Ihm sei bei dem Treffen wörtlich gesagt worden: „Wir sind nicht selbstironisch, höchstens in den eigenen vier Wänden.“

Quelle: www.segeberger-zeitung.de (Auszug/05.02.10)