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Vor 50 Jahren... Sie ritten wie der Wind

Verfasst: 11. Sep 2009, 21:14
von Reiner
Vor 50 Jahren, am 12. September 1959, ritten sie erstmals über den US-amerikanischen Bildschirm – die „Cartwrights“ in der Westernserie BONANZA. Die Serie, die 14 Jahre und 430 Episoden durchhielt, bleibt unvergessen. Hossa! Wer kennt nicht die Hauptprotagonisten? Ben Cartwright (Lorne Greene), den strengen, gütigen und gerechten Patriarch. Dann den ältesten Sohn Adam (Pernell Roberts), der die Herzen der Mädchen eroberte. Oder Hoss (Dan Blocker), der dicker als seine Brüder zusammen war, immer über guten Appetit verfügte und einen extrem großen Cowboyhut trug. Und natürlich Eric, genannt Little Joe (Michael Landon), den unbekümmerten Jüngling, dessen Leichtsinn und aufbrausendes Temperament immer wieder für Aufregung sorgte.
Legendär geworden ist der klassische Vorspann der Episoden, mit der in Flammen aufgehenden Landkarte und dem anschließenden Aufgalopp der Cartwrights. Natürlich auch die legendäre Titelmusik aus der Feder des Duos Jay Livingston und Ray Evans.
In Deutschland fand (und findet) die Serie viele Fans. Auf dem Höhepunkt grassierte wahrlich das „Bonanza“-Fieber. Das Jugendsprachrohr, die „Bravo“, machte die Ponderosa, das Ranchhaus der Cartwrights, zum Starschnitt und suchte über viele Ausgaben auch nach dem „Unbekannten“ (der letztlich „Little Joe“ war).
Dabei sah es anfangs gar nicht so rosig für die „Männer der Ponderosa“ aus. Keinesfalls berauschende Einschaltquoten und bösartige Kritiken hagelte es. Mit der Verlegung des Sendetermins auf den Sonntagabend gelang der Durchbruch. Fanclubs, genannt „BONANZA Boosters“, entstanden überall in den USA. Auch in Deutschland hatte es BONANZA zunächst schwer. Die ARD strahlte zwar Anfang der 1960er Jahre 13 Folgen aus, setzte die Serie dann aber wegen angeblicher Brutalität ab. 1967 war es das ZDF, das ebenfalls sonntags gegen Abend BONANZA sendete und somit auch den Siegesmarsch im deutschen Fernsehen ermöglichte.
Pernell Roberts stieg zwar nach sechs Jahren aus der Serie aus (er wollte sich nicht auf einen Fernseh-Cowboy festlegen lassen), trotzdem lief die Serie noch bis Anfang 1973. Mit dem Tod Dan Blockers war aber endgültig Schluss. Natürlich gab es längst neue Themen auf der Mattscheibe, die mehr zogen.
BONANZA hatte aber seinen Platz in der Fernsehgeschichte gefunden. Was ist geblieben? Wiederholungen im Fernsehen, drei (allerdings müde) Aufgüsse mit Fernsehfilmen der nächsten Generation. Dann doch lieber einige interessante CD-Veröffentlichungen. Unverzichtbar das 4-CD Box-Set mit Hop Singhs Samen oder der Sampler aus gleichem Hause von 2007 mit weiteren Aufnahmen. Auch wenn Heinos „Zu der Ponderosa reiten wir“ nicht viel mit der Serie gemein hat.
Apropos Hop Singh (Victor Sen Yung): Der chinesische Koch, bei dessen Kochkünsten Hoss’ Gesicht immer strahlte, war ein weiteres im Gedächtnis bleibendes Gesicht aus der Serie, genauso wie Sheriff Roy Coffee (Ray Teal). Sieben TV-Saisons (von insgesamt vierzehn) der Serie gibt es mittlerweile auf DVD. Bleibt zu hoffen, dass es mehr werden. Ansonsten hat sich viel getan auf dem großen Ponderosa Gebiet am Lake Tahoe in Nevada (das Original-Ranchhaus stand übrigens die meiste Zeit im Stage 16 der Paramount-Studios in Los Angeles). Der Nachbau des Ranchhauses am Lake Tahoe, eigentlich eine wahre „Bonanza“ (Goldgrube), ist seit fünf Jahren geschlossen. Landstreitigkeiten – ist fast so wie damals, als fast regelmäßig am Besitz von den Cartwrights gekratzt wurde. Die Wiese, auf der die Cartwrights im Vorspann auf die Kamera zureiten, ein Stück amerikanischer TV-Kultur, gibt es zwar immer noch unversehrt. Aber dunkle Wolken sind aufgezogen, seitdem Golf-Cowboy Tiger Woods ausgerechnet auf diesem Platz seine Luxus-Villa bauen möchte. Noch wehrt sich aber der Geist der Cartwrights. Letztlich würde auch das den Kult um BONANZA nicht zerstören. Die universellen Werte wie Menschlichkeit, Frieden oder Schutz der Natur werden bleiben, dazu viele Geschichten mit den Cartwrights.
Schauspieler der Karl-May-Filme gab es – nebenbei bemerkt – auch auf dem Schauplatz BONANZA zu bewundern. Rod Cameron (Old Firehand), in den USA ein bewährter Westerner, schaffte es in den einzigen Kinofilm mit den Cartwrights, der auch in zwei Folgen für das Fernsehen ausgewertet wurde. Cameron war darin der Bösewicht „Curtis Wade“. Im gleichen Jahr, im Winnetou-Film WINNETOU UND SEIN FREUND OLD FIREHAND, wird der „bürgerliche Name“ des Westmannes mit „Jason Waade“ angegeben. W(a)ade für ein Zufall? Und Jeff Corey (Abraham Lincoln) sah man in zwei Episoden (1966 und 1971), Walter Barnes (u. a. Mac Haller) gar in vier Beiträgen (1969 bis 1971).
Was ist noch erwähnenswert: Mit den Apachen bekamen es die Cartwrights einmal zu tun. In Folge 69 namens „The Honor of Cochise“ (Häuptling Cochise und die Cartwrights). Am Ende ritten Cartwrights und Cochises (Jeff Morrow) Apachen in Freundschaft auseinander. Der Frieden war gerettet. Wie bei Karl May.

Re: Vor 50 Jahren... Sie ritten wie der Wind

Verfasst: 11. Sep 2009, 22:37
von Rüdiger
Danke für den Beitrag.

Siehe auch Thread "Bonanza-Nostalgie" vom Januar 2006 (unter "Der Rest").

(Da steht schon alles drin, was ich eigentlich gerade noch einmal so ähnlich hatte schreiben wollen ... Das geht einem manchmal so, man blättert in alten Beiträgen und wundert sich, was man schon alles so von sich gegeben hat ...)

;-)

Re: Vor 50 Jahren... Sie ritten wie der Wind

Verfasst: 11. Sep 2009, 22:45
von Angel
Rüdiger hat geschrieben:Danke für den Beitrag.

Siehe auch Thread "Bonanza-Nostalgie" vom Januar 2006 (unter "Der Rest").

(Da steht schon alles drin, was ich eigentlich gerade noch einmal so ähnlich hatte schreiben wollen ... Das geht einem manchmal so, man blättert in alten Beiträgen und wundert sich, was man schon alles so von sich gegeben hat ...)

;-)
... ist trotzdem einen Dank an Reiners Adresse und seine Erinnerung anlässlich des 50. Jahrestag wert!

Re: Vor 50 Jahren... Sie ritten wie der Wind

Verfasst: 11. Sep 2009, 22:54
von Rüdiger
Richtig. Stand deshalb gleich im ersten Satz.

;-)

Re: Vor 50 Jahren... Sie ritten wie der Wind

Verfasst: 11. Sep 2009, 23:13
von markus
In den 90er Jahren gab es auch ein sehr erfolgreiches deutsches Remake davon:

http://www.youtube.com/watch?v=ee1iyxYg-p8

Wers nicht mag, hier das Original:

http://www.youtube.com/watch?v=T6Gcr4k16EQ

;-))

Re: Vor 50 Jahren... Sie ritten wie der Wind

Verfasst: 11. Sep 2009, 23:41
von Angel
Hi, Hi, Hi ... Bonn-anza wirklich gut, mit meinem ganz besonderen "Liebling" Tritt-i(h)n.

;-)))

Re: Vor 50 Jahren... Sie ritten wie der Wind

Verfasst: 11. Sep 2009, 23:45
von markus
Angel hat geschrieben:Hi, Hi, Hi ... Bonn-anza wirklich gut, mit meinem ganz besonderen "Liebling" Tritt-i(h)n.

;-)))
Obwohl er in der Folge selber ja gar nicht auftaucht (oder hab ich ihn verpasst?).

Re: Vor 50 Jahren... Sie ritten wie der Wind

Verfasst: 12. Sep 2009, 00:19
von Angel
markus hat geschrieben:Obwohl er in der Folge selber ja gar nicht auftaucht (oder hab ich ihn verpasst?).
Ganz am Anfang, bei der Namenseinblendung war er kurz im Bild zu sehen.

Re: Vor 50 Jahren... Sie ritten wie der Wind

Verfasst: 12. Sep 2009, 00:38
von Reiner
Hier geht es um BONANZA, wenn zu dem anderen Mist (der gar nichts damit zu tun hat) diskutiert werden soll, bitte neues Thema anlegen... Vielleicht auch als Hinweis an den Administrator.
Der Spaßvogel sollte seinen eigenen Thread zu BONNANZA bekommen. Schade, dass für ihn so flache Beigaben lustig sind. Immer auf der Suche nach überflüssigen Beigaben. Wenn es befriedigt, mag es ihn trösten.

Re: Vor 50 Jahren... Sie ritten wie der Wind

Verfasst: 12. Sep 2009, 09:29
von Rüdiger
Bissel humorlos ging's manchmal zu auf der Bonanza ...

;-)

(Die saßen oft am Tisch als wären sie bei einer Beerdigung. Hat auch einen gewissen Reiz, so eine konsequent durchgezogene disziplinierte 'Wohlanständigkeit' ... Aber man kann es halt in beiden Richtungen übertreiben ... Die Mitte macht's ...)

;-)

Re: Vor 50 Jahren... Sie ritten wie der Wind

Verfasst: 12. Sep 2009, 09:34
von markus
Angel hat geschrieben:
markus hat geschrieben:Obwohl er in der Folge selber ja gar nicht auftaucht (oder hab ich ihn verpasst?).
Ganz am Anfang, bei der Namenseinblendung war er kurz im Bild zu sehen.
Ich meinte in der Folge.

Re: Vor 50 Jahren... Sie ritten wie der Wind

Verfasst: 12. Sep 2009, 09:36
von markus
Reiner hat geschrieben:Hier geht es um BONANZA, wenn zu dem anderen Mist (der gar nichts damit zu tun hat) diskutiert werden soll, bitte neues Thema anlegen... Vielleicht auch als Hinweis an den Administrator.
Der Spaßvogel sollte seinen eigenen Thread zu BONNANZA bekommen. Schade, dass für ihn so flache Beigaben lustig sind. Immer auf der Suche nach überflüssigen Beigaben. Wenn es befriedigt, mag es ihn trösten.
So isses Herr Oberlehrer...;-)))

Re: Vor 50 Jahren... Sie ritten wie der Wind

Verfasst: 12. Sep 2009, 09:50
von Norbert.S
BONANZA, die Serie die bis jetzt die beste ist die ich kenne.

Dieses Serie zeigt als roter Faden (mal stärker mal weniger aber immer erkennbar) die Achtung vor der Natur und den Menschen die man ja leider gerade heute nur noch mit den Füßen tritt.

Re: Vor 50 Jahren... Sie ritten wie der Wind

Verfasst: 12. Sep 2009, 10:45
von Reiner
Auf der Ponderosa gab es eigentlich oft Humor.

Es gab da mal einen Mitch Vogel (fängt auch mit "M") an. Ein (erfolgloser) Versuch Richtung mehr Humor. Für einige Zeit sorgte Mitch für Aufsehen, dann verschwand er bedeutungslos. Im Rückblick auf BONANZA war er "ein durchlaufender Posten"... Wenn seinem Charakter "Jamie Hunter Cartwright" in der Serie bei den meist auch nicht niveauvollen Darbietungen einer mal auf die Füße stieg, dann kreischte er auch so etwas wie "Oberlehrer". Parallelen scheinen hier vorhanden zu sein.

Re: Vor 50 Jahren... Sie ritten wie der Wind

Verfasst: 12. Sep 2009, 11:01
von Rüdiger
Ich mochte immer den Hoss. Vielleicht nicht immer unbedingt der Geschickteste oder auch Gescheiteste, aber letzten Endes gutmütig wie Winnie the pooh.

:-)

Im Großen und Ganzen haben sie sich ja immer ganz gut vertragen, die Ponderosa-Männer. Vielleicht lag's daran, daß keine Frau dabei war ...

:-))