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Für die Profiexperten: Heilige Steinbrüche in Minnesota

Verfasst: 25. Mai 2008, 22:04
von markus
Hallo,

da hier ja ausnahmsweise mal etwas mehr über Mays Werke im engeren Sinn die Rede ist, will ich auch mal was beisteuern.

Befinde mich zur Zeit im Llano Estakata und dort ist zum wiederholten Male (in anderen Werken Mays auch) die Rede von dem Ton für die Pfeifenköpfe der Calumets der Indianer, daß es ausschließlich nur in den heiligen Steinbrüchen von Minnesota zu holen ist.
Meine Frage lautet ob da was wahres dran ist, oder ob es noch mehr Stellen gab wo es zu holen war?
Woraus wurde überhaupt so eine indianische Friedenspfeife gemacht?

Vielen Dank schonmal:)

Markus

Re: Für die Profiexperten: Heilige Steinbrüche in Minnesota

Verfasst: 25. Mai 2008, 22:27
von Rolf Dernen
Es ist Wahres dran. Ich zitiere mal:

Der Pfeifenstein wird auch Catlinit genannt, er erhielt den Namen zu Ehren des großen Naturforschers, Malers und Indianerfreundes George Catlin (26.7. 1796 bis 23.12. 1872). Catlin besuchte von 1832 - 1840 48 nordamerikanische Indianerstämme deren Leben er erforschte. Seine Bilder die er während dieser Zeit malte sind nicht nur von hohem kunsthistorischen und künstlerischen Wert, sondern zeigen uns auch die untergegangene Kultur der Indianer in eindringlichen Bildern.

Der Pfeifenstein ist durch das Fehlen von Quarz ein relativ weiches Ton-Gestein, dass sich im frischen Zustand leicht bearbeiten lässt. Mit dem austrocknen wird es zunehmend härter und damit auch in einem bestimmten Umfang widerstandskräftiger, in diesen Eigenschaften ist es in etwa dem Meerschaum gleichzustellen. Die rote Farbe des Pfeifensteins kommt vom Hämatit (Roteisenstein) der in dem Ton gelöst ist.

Der Pfeifenstein ist ein ziemlich seltenes Mineral, außer der Fundstelle in Minnesota existieren nur noch Lagerstätten in Wisconsin, Ohio, Arizona, Kansas und Kanada. Seine Gewinnung bzw. Förderung ist nicht ganz einfach, denn die Pipestone-Lagerstätten sind in Schichten von hartem Quarzit eingebettet, die erst in mühevoller Handarbeit weggeräumt werden mussten.

Quelle: http://www.pfeife-tabak.de/Artikel/Pfei ... ianer3.htm" onclick="window.open(this.href);return false;

Re: Für die Profiexperten: Heilige Steinbrüche in Minnesota

Verfasst: 25. Mai 2008, 23:01
von Angel
Aber Hallo
das ist mal eine informative Klasse Site, mit jeder Menge Informationen und Quellennachweise über Pfeifen und Tabak ...
Danke!

Re: Für die Profiexperten: Heilige Steinbrüche in Minnesota

Verfasst: 25. Mai 2008, 23:11
von Rüdiger
Auch Karl May trägt, wie immer sachdienlich-seriös, zu der interessanten Thematik bei:

Ich rauche sehr gern, und mir ist nie im Leben eine Zigarre zu stark gewesen. Ich habe sogar den famosen "Dreimännertabak" geraucht, welcher diesen Namen seinem fürchterlichen Geschmacke verdankt; wer ihn raucht, muß, wenn er nicht umfallen will, von drei Männern festgehalten werden. Ich konnte also erwarten, daß mich auch diese indianische Friedensröhre nicht über den Haufen werfen werde. Ich erhob mich also, machte mit der linken Hand eine zur Andacht auffordernde Bewegung und tat den ersten Zug. Ja, es stimmte, die vorhin angegebenen Ingredienzien, nämlich Rüben, Hanf, Eicheln und Sauerampfer, waren alle in dem Pfeifenkopfe anwesend; aber einen fünften Hauptstoff hatte ich nicht genannt; jetzt roch und schmeckte ich, daß auch ein Stückchen Filzschuh dabei sein müsse. Ich blies den Rauch auch gegen den Himmel und gegen die Erde und sagte dann:

»Vom Himmel kommt der Sonnenstrahl und der Regen; von ihm kommt jede gute Gabe und aller Segen. Die Erde empfängt die Wärme und Nässe und spendet dafür den Büffel und den Mustang, den Bären und den Hirsch, den Kürbis, den Mais und vor allem die edle Pflanze, aus welcher die klugen roten Männer den Kinnikinnik bereiten, welcher aus der Friedenspfeife den Duft der Liebe und Verbrüderung spendet.«

Ich hatte nämlich gelesen, daß die Indianer ihren Mischtabak Kinnikinnik nennen, und brachte diese Kenntnis heut schleunigst am richtigen Platz an. Nun sog ich mir den Mund zum zweitenmal voll von Rauch und blies denselben gegen die vier Himmelsgegenden. Der Geruch war noch voller und komplizierter als vorhin; ich glaubte ganz bestimmt, daß noch zwei weitere Bestandteile anzuführen seien, nämlich Kolophonium und abgeschnittene Fingernägel.


(Winnetou I)

;-)

Re: Für die Profiexperten: Heilige Steinbrüche in Minnesota

Verfasst: 25. Mai 2008, 23:58
von Angel
Ach ja, die Textpassagen mit dem Filzschuh und am Ende mit den abgeschnittenen Fingernägeln, die sind mir auch geläufig ...

Igitt, igitt, pfui Spinne, das verleidet einem den Apettit auf's Kalumet gründlich ...
Nö, danke, aber wenn man's ablehnt sind die Herren Indsmen vielleicht verschnupft und man landet aus Versehen am Marterpfahle
;-)))

und weils so schön ist und ich mich für heute in's Bettchen verkrümele...

Ein Sioux-Indianer,
ein ganz ein dicker, klaner,
sah eines Morgens eine Squaw,
so jung und fesch, er war ganz baff!
Er folgte ihrer Fährte,
weil er sie so begehrte,
bis in das nächste Jagdrevier.
Dort sprach er dann zu ihr:

Schnucki, ach Schnucki,
fahr' ma nach Kentucky!
In der Bar Old Shatterhand,
da spielt a Indianerband!
Dann in die Pampas
auf a Flaschen Schampas.
Um halber achte geht der Zug!
Ich hab' gesprochen! Hugh!

Das ist, sagt sie drauf schnippisch,
für so a Wülden typisch!
Ich geh' doch nicht mit so an Gauch
mit einer Glatzen und am Bauch!
Anstatt mir nachzuschleichen,
kauf lieber mir an neichen,
an schicken Indianerschal
und dann sag noch amal (wannst di traust):

Schnucki, ach Schnucki ...

Lasst du dich nicht verführen,
dann werd ich dich skalpieren!,
sprach drauf zu ihr der rote Mann,
weil ich das ausgezeichnet kann!
Sag ja, zum letzten Male!
Sonst wirst am Marterpfahle
gemartert du an einem Baam
dahaam in mei'n Wigwaam!

Schnucki, ach Schnucki ...

Du willst mich wirklich martern?
Das sag ich meinem Vatern!
Wenn ich ihm schreib' nach Idaho,
dann is er morgen wieder do!
Als Häuptling der Komantschen
wird er dir eine pantschen!
Das kann ich wirklich nicht riskiern,
drum lass ich mich verführn!

Schnucki, ach Schnucki ...

Minnesota,
Hiawota,
Manitu, der Himmelvota,
schuf die Liebe und den Suff.
Biffalo Buff,
uff, uff, uff!

Re: Für die Profiexperten: Heilige Steinbrüche in Minnesota

Verfasst: 26. Mai 2008, 17:42
von markus
Danke vielmals für eure Antworten.

Was die Indianer wohl zur heutigen Rauchverbotshysterie sagen würden?
Damit will ich aber keine neue Diskussionswelle schüren. Das gehört nämlich nicht hierher!

Markus