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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 29. Dez 2016, 00:39
von Bärentöter
Ich bin ehrlich gesagt leider ein wenig enttäuscht vom Projekt "Winnetou 2016".... Wenn ich bedenke was es im Vorfeld für eine Werbekampagne gab...
und ich auch vollkommen dahinter stand und dies jetzt leider das Gesamtprodukt geworden ist. Irgendwie habe ich das Gefühl das alles viel zu schnell
heruntergekurbelt wurde, nur das man etwas im Kasten hat. 50 Komparsen im Apachenlager und 19 Wigwams sind einfach zu wenig. 3 Mexikaner
bewachen einen ganzen Stamm in einem Zelt, Shatterhand bekommt eine Tube Pomade und schmiert sie sich ins Haar, kurz danach ist das Gel schon wieder
draußen....und das Haar flattert im Wind...ein Fass als Sauerstoff zum tauchen, Ausschnitt aus Miramonte und der Villa Vermeulen...Winnetou ballert
mit seiner Silberbüchse als wäre dies der Henrystutzen (gut gab es auch schon zu Pierre Brice Zeiten...) Winnetou redet ununterbrochen ... Film 3
könnte eigentlich jetzt schon der Ölprinz heißen, wenn man Winnetous Tod herausschneidet...Winnetou greift mit seinen 8 Kriegern Roswell an als
ginge er zum Coburger Convent (da gibt es nämlich einen Fackelzug). Entweder muß heutzutage nichts mehr logisch sein oder ich sehe das vermutlich
alles vollkommen falsch. Wirklich sehr schade! Gerade weil auch noch die "Rialto-Film" Co-Produzent war.
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 29. Dez 2016, 00:44
von OmasEnkel
Da zwischen den Teilen kein zeitlicher Platz für weitere Abenteuer ist und man die Ölprinz und Silbersee Thematik bereits verschenkt hat, glaube ich nicht dass die Macher an weitere Filme denken, bzw. geplant sind.
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 29. Dez 2016, 01:14
von markus
Die Pomade war wohl eine Hommage an Lex Barker nicht wahr ;-)
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 29. Dez 2016, 04:43
von Formfehler
OmasEnkel hat geschrieben:Da zwischen den Teilen kein zeitlicher Platz für weitere Abenteuer ist und man die Ölprinz und Silbersee Thematik bereits verschenkt hat, glaube ich nicht dass die Macher an weitere Filme denken, bzw. geplant sind.
Ach zwischen Teil 2 & 3 kann man schon noch was einbauen, Old Shatterhand hat ja deutlich längere Haare und wer sagt denn das er gleich nach Teil 2 sein Haus baut.
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 29. Dez 2016, 08:13
von kleinerhalef
Fand den ersten Teil gut - bis auf diesen unmöglichen Angriff auf Roswell - auch witzig (Rattler verlegt die Eisenbahn um 10 Meter, weil genau hier sein zukünftiges Haus stehen wird), den zweiten Teil schlechter wegen zu vieler überflüssiger bzw falscher Szenen (Überfall aufs Lager, Sam u der Junge finden OS in Santa Fe so schnell, daß sie dann gleichzeitig am Silbersee sind, OS nimmt einfach ein einmaliges Gewehr - ohne Munition! - mit, das er dann sowieso nicht braucht, die Schlangengrube, Taucherfaß, usw)
Wenn der Qualitätsverlust so weitergeht, ist der dritte Teil Zeitverschwendung!
Die Schaupieler finde ich aber alle gut/sehr gut, besonders haben wir einen realistischeren Karl May als den fiktiven Old Shatterhand der alten Filme (wie auch in Ostwalds Buch "Aufbruch ins Ungewisse")
Ich möchte auch keineswegs einen Karl-May-Band als Drehbuch! So bin ich mit den Wandlungen der Charaktere absolut einverstanden - für originalen May genügt mir mein Kopfkino....
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 29. Dez 2016, 08:38
von Shatterhand24
kleinerhalef hat geschrieben:
Wenn der Qualitätsverlust so weitergeht, ist der dritte Teil Zeitverschwendung!
Teil 3 ist wieder richtig gut. Und meiner Meinung nach der beste Teil
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 29. Dez 2016, 10:18
von kleinerhalef
danke - werd schauen! (hätt ich wohl sowieso!)
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 29. Dez 2016, 10:44
von Rüdiger
Heute gibt es eine lange Karl May - Nacht ... erst der dritte Film, dann 2 x Dokumentation, bis in die frühen Morgenstunden ...
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 30. Dez 2016, 15:57
von kleinerhalef
Rüdiger hat geschrieben: 2 x Dokumentation, bis in die frühen Morgenstunden ...
so lang war es bei mir nicht - habs aufgenommen, aber um Mitternacht war die Aufnahme aus, ich weiß leider nicht, was in der Doku dann noch kam.
Ganz klar für mich ist aber diese das Beste an den drei Filmen! Zumindest mir als absoluter Filmlaie war die Information über die Dreharbeiten wichtig und hat auch Verständnis für manche Fehler geweckt - mich hatte sehr gestört, daß sie im Jagdleder tauchen! Aber Neopren hätte mir noch weniger gefallen.....
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 31. Dez 2016, 22:24
von silbersee
Durch Zufall gerade bei tvforen.de gefunden (am Ende einer recht langen Filmkritik). Treffender kann man es kaum formulieren.
"So ist es, als ob man Dracula verfilmt und der Graf ist plötzlich ein Serienmörder, der nur vorgibt Vampir zu sein [und im Rest des Films] geht es darum, wie schlecht Ausländer, Frauen und Arbeiter im 19. Jahrhundert in London behandelt wurden."
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 1. Jan 2017, 09:54
von steve664
Drehbuchkritik: Old Shatterhand und Winnetou 2016 als Anti-Helden und Gutmenschen ...lieb aber blöd, rennen dauernd blind in Fallen, lassen sich verhaften, am Marterpfahl quälen, auf sinnlose Tauchtouren schicken, reiten blinde Angriffe ins Verderben, halten Versöhnungsessen mit kultureller Aufklärung für Flüchtlinge ..ähhhh Indianer .... sollte das eine Morallehrstunde für AfD Anhänger werden?
Einige Szenen witzig, generell gutes Casting, bemüht Indianerleben realistischer darzustellen (Experten sehens sicher anders) auch wenn die "Du Tarzan Ich Jane" Dialoge manchen Krampf verursachten.
Filmische Anspielungen (auch an Dead Man von JimJarmusch) interessant, literarische eher plump : Baudelaire, Richard Wagner (noch ein ein wahnsinniger Sachse) werden genannt, Franz Kafka taucht als Frantisek Rossmann auf (Karl Rossmann die Hauptfigur aus America)
Böttcher Musik hat bei dieser Anlage des ganzen nix verloren, entsprechend taucht sie nur als sehr fernes Zitat auf. Immerhin Unterhaltung für die Feiertage wars. Wenn Fortsetzung, dann Winnetou und OS bitte eine Spur schlauer :) Danke
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 1. Jan 2017, 20:56
von Hermesmeier
Nachdem ich mir heute Nachmittag die volle Dröhnung gegeben habe und die Filme nun auch endlich sah, muss ich sagen:
Lippen fehlen die richtigen Worte. Bekomme Krieg zwischen Verstand und Herz.
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 1. Jan 2017, 21:42
von Shatterhand24
Hermesmeier hat geschrieben:Nachdem ich mir heute Nachmittag die volle Dröhnung gegeben habe und die Filme nun auch endlich sah, muss ich sagen:
Lippen fehlen die richtigen Worte. Bekomme Krieg zwischen Verstand und Herz.
Und was heißt das jetzt? Gut oder Schlecht?
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 1. Jan 2017, 21:49
von mugwort
Hermesmeier hat geschrieben:Nachdem ich mir heute Nachmittag die volle Dröhnung gegeben habe und die Filme nun auch endlich sah, muss ich sagen:
Lippen fehlen die richtigen Worte. Bekomme Krieg zwischen Verstand und Herz.
Du musst schließen Friedensvertrag zwischen Dein Kopf und Dein Herz - dann Deine Zunge wird finden richtige Worte ;-)
Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film
Verfasst: 1. Jan 2017, 21:51
von mugwort
kleinerhalef hat geschrieben:.. mich hatte sehr gestört, daß sie im Jagdleder tauchen!
Ob es für "Ausziehen" zu kalt war? Ich habe die Doku nur "nebenbei" gesehen - aber hatten die nicht so weiße Neoprendinger unter dem Kostüm?