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Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Verfasst: 2. Sep 2009, 09:31
von Rüdiger
Giesbert hat geschrieben:
Das sind dann so die Meldungen, bei denen ich mich frage, warum ich eigentlich in der KMG bin.
... und ich mich frage, was wohl Leute wie Roxin denken und empfinden mögen, wenn sie wahrnehmen, daß einige, denen es vielleicht nicht allzu bewußt ist was sie tun, derzeit drauf und dran sind, 40 Jahre Arbeit kaputtzumachen ...
Was die Mitgliedschaft betrifft, habe ich mir die o.g. Frage bereits beantwortet. Wegen der Zugänglichkeit von Informationen. Wenn ich die (MKMG u.a.) auch ohne Mitgliedschaft käuflich erwerben könnte, wäre ich nicht mehr Mitglied.
Die Gesellschaft mutiert offenbar unaufhaltsam zum gefälligen Beliebigkeitsverein, verflacht zunehmend … Die seit einiger Zeit in Gang gekommene Entwicklung, die Mechanismen, die da ablaufen, sind aus der Ferne so glasklar zu beobachten, daß ich mich nur wundere, daß das alles kaum weiter thematisiert wird … haben es Andere sozusagen auf den Augen ?
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Verfasst: 2. Sep 2009, 09:40
von Werner Fleischer
Ich denke auch Menschen in der KMG sind lernfähig!
Wem nützt die beste wissenschaftliche Geselleschaft wenn niemand mehr Karl May lesen will! Es gibt im einen guten Cartoon der das Problem der Bearbeitungen darstellt. Ein Lehrer läßt in einer Klasse einen Klassiker lesen und sagt, wir beginnen auf Seite 43 und Seite 3 für diejenigen die die Illustrierten Klassiker Lesen.
Für viele Menschen in den 50iger Jahren waren die "Illustrierten Klassiker" eine erste Begegnung mit großer Literatur. Jedes Heft endete mit der Empfehlung sich doch auch das komplette Buch zu besorgen und zu lesen.
Es ist doch schön wenn Karl May im Urtext komplett lieferbar ist, aber genauso sollte daran gedacht werden neue Leserschichten zu erschließen. Das ist heute sicherlich nicht mehr so einfach wie früher. Und hier gilt es neue innovative Wege zu gehen - frei nach dem Motto "Wenn die Schlange sich nicht häutet so muß sie sterben. Und wollen wir das tatsächlich das Karl May mehr und mehr aus dem öffentlichen Bewußtsein verschwindet. Wenn ja dann gibt sich die KMG selber auf. Es scheint Menschen zu geben die das erkannt haben.
Seltsam mutet der Widerstand gegen dieses Projekt, daß zudem nur ein Vorschlag von Petzel ist, wenn man bedenkt das diejenigen die sich dagegen stemmen ihren Weg bereits zu May bereits hinter sich haben, bereits katholisch sind und wissen das der Papst in Rom wohnt. Aber es gibt genügend Menschen jüngerer Generation die dies nicht mehr wissen und diese verdienen eine Hilfestellung.
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Verfasst: 2. Sep 2009, 09:45
von Werner Fleischer
Wünschenswert wäre es wenn die betreffenden Passagen von Petzel und Klußmeier hier verewigt würden.
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Verfasst: 2. Sep 2009, 09:58
von Rüdiger
Es geht ja nicht nur um diesen m.E. nicht allzu ernst zu nehmenden Vorschlag (neue Bearbeitungen) eines offenbar Profilierungsbedürftigen. (Davon gibt's mehrere, 'ne ganze Menge, deren Stunde derzeit offenbar geschlagen hat ...) Das ist nur ein Mosaiksteinchen, das ins Gesamtbild paßt ...
Werner Fleischer hat geschrieben: gibt sich die KMG selber auf. Es scheint Menschen zu geben die das erkannt haben.
Das ist wörtlich richtig. Auch wenn's ganz anders gemeint ist.
:-)
(aber für gleichsam vogelperspektivische Einwürfe dieser Art ist dieser Thread vielleicht der falsche Ort. Es ist auch müßig. Wie hieß es in einem klugen Buch, 'ich lobe nicht und tadle nicht, ich schaue an'. Oder, etwas pessimistischer eingefärbt bei Brecht, 'die Blinden reden von einem Ausweg. Ich sehe' ...)
;-]
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Verfasst: 2. Sep 2009, 10:29
von markus
Ach Kinders, laßt doch mal die Kirche im Dorf. Solange der "Originaltext" weiterhin frei zugängig bleibt, können die von mir aus bearbeiten bis der Arzt kommt. Im übrigen soll ja, wenn ich das richtig verstanden habe, noch konsequenter bearbeitet werden als es der KMV je in seinen kühnsten Träumen gewagt hat. Aber es soll bearbeitet werden, d.h. das Kind bekommt endlich einen Namen, im Gegensatz zum KMV der es ja mehr oder weniger geleugnet hat oder in den Bänden was von "Originalausgabe" stand das dem Leser etwas suggeriert (so wie die SPD seit Sonntag wohl endlich zugegeben hat daß sie Konkurenz von links bekommen hat, obwohl, die katholische Kirche war noch langsamer als sie nach 500 Jahren zugab daß die Erde eine Kugel ist).
Vieleicht gibt es dann auch die eine oder andere gelungene Bearbeitung, sprich gelungene Alternative zum Original, so wie es der Rüdiger schon mal von "DH-DH" im Zusammenhang zu den GW-Bänden 60-63 meinte;-). Wir dürfen uns aber dann nichts vormachen, da, je mehr und weitgehender bearbeitet wird, Karl May desto weniger rüberkommt. Die Handlung, das Gerüst, Skelett bleibt erhalten, das Fleisch und vor allem die Seele seiner Erzählungen wären tot.
Sinn oder Unsinn von Bearbeitungen wäre dann aber ein anderes Thema. Ich wollte nur darlegen daß ich nicht grundsätzlich dagegen bin aber auch nicht total dafür.
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Verfasst: 2. Sep 2009, 10:46
von Werner Fleischer
Eine Originalausgabe ist etwas anderes wie ein Originaltext.
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Verfasst: 2. Sep 2009, 11:29
von markus
Sags dem Karl-May-Verlag, der weiß das noch nicht.
;-)
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Verfasst: 2. Sep 2009, 12:17
von Werner Fleischer
Ich denke schon das die das sehr gut wissen. Ich jedenfalls habe bereits in den 70iger Jahren aus mehreren Erwähnungen in den Karl May Büchern des Karl May Verlags entnommen, daß die Reihe bearbeitet war. Ich fand das auch gar nicht schlimm, schließlich ging es mir als 15 - 17 jährigen Menschen um eine spannende Geschichte und nicht um mutmassliche wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit dem Text. Karl May im Urtext lernte ich durch die Heyne Edition kennen - sie gefiel mir nicht und ich kehrte reumütig zu den Bearbeitungen zurück.
Originalausgabe bezieht sich schlicht und ergreifend auf das Erscheinungsbild der Bücher und nicht auf den Originaltext. Was den Originaltext anbelangt ist es natürlich schwierig, die meisten Manuskripte sind verloren gegangen und kein Mensch der Karl May Forschung hat jemals Manuskripte des Orientzyklus, des Winnetous oder der Kolportageromane in den Händen gehalten. Alle möglichen Erkenntnisse dazu sind im Grunde pure Spekulation.
Karl May hätte sicherlich Zeit seines Lebens einen guten Lektor gebraucht, der ihm beratend zur Seite gestanden hätte.
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Verfasst: 2. Sep 2009, 17:39
von Helmut
Ich frage mich immer wieder und auch hier zum wiederholten Mal, woher nur die "Leute" die Meinung hernehmen und auch noch begründen, dass man May nur genügend bearbeiten (wie denn noch frage ich mich so nebenbei) müsse, und dann wird er heutzutage von der Jugend (!!) gelesen werden. So etwas hat doch noch nie funktioniert (insbesondere dann, wenn sich darüber Leute, die in etwa meines Alters sind, den Kopf darüber zerbrechen).
Im übrigen scheint mir die Bemerkung von G. Klußmeier in den KMG-Nachrichten ziemlich "argumentationsfrei" zu sein, dass man dies als Meinung wohl nur kopfnickend, kopfschüttelnd, schulterzuckend oder wie auch immer zur Kenntnis nehmen kann.
Helmut
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Verfasst: 3. Sep 2009, 02:01
von giesbert
Helmut hat geschrieben:… und auch noch begründen, …
Also „begründen“ ist schon ein sehr starkes Wort. Petzel begründet genauso wenig wie Klußmeier; da wird den eigenen Kindheitserinnerungen nachgetrauert und ansonsten gehofft und geglaubt. Argumentieren kann man da eher schlecht. Andererseits gibt es imho auch nichts mehr zu disku- oder argumentieren.
Und ob ein zeitgemäß angepasst- und aufgepeppter May kommerziellen Erfolg haben würde, weiß man naturgemäß erst, wenn es versucht wurde. Ich bezweifel das sehr, allein - wer’s ausprobieren will, der soll das halt ausprobieren. Viel Glück.
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Verfasst: 3. Sep 2009, 08:32
von markus
Man kanns ausprobieren, aber was von May übrig bleibt können wir nur erahnen. So gut wie nichts.
Ich vergleich das mal mit jemanden der noch nie ein Brötchen gesehen hat, geschweigedenn gegessen. Man gebe ihm eins aus Kunststoff oder Pappe als Anschauungsmaterial. Er wird es sich genau betrachten, es drehen und wenden und es beschnuppern, es vieleicht ganz interessant finden, aber irgendwann würde das Interesse nachlassen und er es beiseite legen. Er wird niemals den Geruch, den Geschmack und die wahre Beschaffenheit eines richtigen Brötchens kennenlernen.
So, ich mache jetzt Frühstück. Guten Appetit;-).
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Verfasst: 3. Sep 2009, 08:39
von Rüdiger
Ich frühstücke auch gerade: Verlorner Sohn, HKA. Paßt. Haste gut erläutert.
;-)
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Verfasst: 3. Sep 2009, 09:19
von markus
Schmeckts denn, der verlorene Sohn, ist das gutes Papier?
;-))
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Verfasst: 3. Sep 2009, 09:30
von Rüdiger
Das Papier ist gut. Und das Werk schmeckt. Nicht immer, aber immer mal wieder.
;-)
Re: Michael Petzel fordert neue Karl May Bearbeitungen
Verfasst: 3. Sep 2009, 09:36
von markus
Ist schon schwere Kost, wie;-)
Der Trend geht ja heute zu leichter Kost;-)