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Verfasst: 2. Nov 2006, 15:32
von Helmut
Nur auf ein einziges winziges Detail möchte ich auch noch eingehen:
Und auch mit "Winnetous Erben", da steht die redaktionelle Veränderung ja schon im Titel.
Das ist da nicht der Fall. Ich habe ein Exemplar von "Winnetou's Erben" vom "Verlag der Karl May Stfitung" aus dem Jahr 1913, und das ist in der Tat bis auf den Titel satzgetreu identisch zur letzten Fehsenfeld-Ausgabe.
Da ist wirklich nur der Titel geändert, die Begründung dafür war, dass durch den Titel "Winnetou IV" den potentiellen Lesern und Käufern etwas versprochen wird (nämlich eine direkte Fortsetzung der Winnetou-Reihe), was der Text nicht einhält.
Und der neue Titel verschaffte dem Buch auch einen größeren kommerziellen Erfolg.
Helmut
Helmut
Verfasst: 2. Nov 2006, 16:33
von Rüdiger
?
Das mag ja sein, daß zunächst nur der Titel geändert war. Aber damit steht doch in der Tat eine redaktionelle Änderung [bereits] im Titel (wenn auch nur dort).
Verfasst: 2. Nov 2006, 16:38
von Rüdiger
Man hätte übrigens den "Faust" in "Frühreif in den Kerker" umbenennen können oder "Der alte Mann und das Meer" in "Von Haien zerfressen - Das Monster aus der Grusel-Bay". Hätte sicher mehr Umsatz gebracht. Beim "Faust" wäre dann auch die Verwechslungsgefahr mit Box-Fachliteratur ausgeschlossen gewesen.
;-)
"Winnetous Erben" (ohne Apostroph) gefällt mir übrigens besser als Winnetou IV.
;-))
Verfasst: 2. Nov 2006, 17:12
von Hermesmeier
Rüdiger, Deine Vorstellungen darüber, wie das mit dem Druck und dem Verhältnis zu Verlagen so aussieht, ist einigermaßen putzig und rührend naiv. Das ist ja ungefähr so, als würdest Du Dir einen Kredit bei einer Bank holen und gleichzeitig die Bedingungen für diesen Kredit bestimmen wollen.
Schau mal: Du gehst zu einem Verlag, weil Du das Geld für die Herstellung und die Erfahrungen mit dem Vertrieb Deines Buches nicht hast. Der Verlag soll also ein Risiko tragen, selbiges vorfinanzieren und darf zur Risikominimierung (Eingriffe in den Text technischer und inhaltlicher Art sind in der Regel genau das) nicht beitragen. Auf solche Autoren hat man dort gerade gewartet.
Dein Verzicht auf Honorar sieht zwar generös aus, bleibt aber bloße Theorie, weil eine solche Summe kaum ausgezahlt wird. Celebrities wie Pierre Brice und Dieter Bohlen können für die von Geisterhand geschriebenen Elaborate sicherlich ein Vorabhonorar fordern, sofern Sie sich nicht sowieso schon durch Exklusivvertrag an einen bestimmten Vertrag gebunden haben, per Ausschreibung einen solchen suchen. Das gilt auch für große und bekannte Literaten. ... und zwar deshalb, weil der Buchverkauf garantiert ist. Das Risiko ist überschaubar gering.
Alle anderen Autoren (bemühte wie Anfänger) müssen damit leben, dass sie - sofern sie denn überhaupt gedruckt werden - in halbjährlichen Abständen einen vertraglich vereinbarten Prozentsatz vom Nettoladenverkaufspreis nur der abgesetzten Exemplare bekommen und damit am Risiko des Verlages beteiligt werden.
Du theoretisiert da beeindruckend herum. Die Praxis sieht aber völlig anders aus. Vielleicht probierst Du sie einfach mal aus und berichtest dann darüber.
Verfasst: 2. Nov 2006, 17:25
von Johnny
Zum Titel: Also mir gefällt Winnetous Erben auch besser als Winnetou IV. Manche Eingriffe sind schon nötig oder machen es besser. Allerdings sollte man immer auf die Intention des Autors achten, wie z.B. bei dem Beispiel mit dem Verleger "Zimmermann".
Beim Beispiel "Emma Vollmer" halte ich es schon für in Ordnung, das zu ändern, da es ja keinerlei Auswirkungen auf das Werk hat. Aufmerksame Leser würden ebenjene Emma allerdings anders betrachten, wenn ihnen der Zusammenhang klar wäre.
Zu den Verlagsangelegenheiten: Bei einer Erstveröffentlichung muss man sich halt mit niedrigem Honorar abfinden und wenn man wirklich von seinem Werk überzeugt ist, dann macht es einem auch nichts, sein Gehalt in Prozenten vom Verkauf zu erhalten.
Man kann sowieso froh sein, wenn man etwas bekommt, denn man kann Bücher auch so veröffentlichen, dass man etwas zahlt, damit man sie gedruckt sieht. Wenn der Verlag einem aber etwas zahlt, dann sollte man sich freuen, denn das zeigt ja, dass der Verlag sich einen gewissen Umsatz verspricht, das Werk also folglich gar nicht übel ist.
Verfasst: 2. Nov 2006, 17:32
von Rolf Dernen
Hermesmeier hat geschrieben: [...] Du theoretisiert da beeindruckend herum. Die Praxis sieht aber völlig anders aus. Vielleicht probierst Du sie einfach mal aus und berichtest dann darüber.
(Habe gerade Hermesmeiers Text extremst bearbeitet, nämlich gekürzt. Darf man aber, wenn man zitiert, und der Autor wird nichts dagegen haben ;-))) .)
Die Praxis kann durchaus so aussehen, wie es mir als jungem Redakteur passiert ist, nämlich daß ich zu große Ehrfurcht vor dem Text eines erfahrenen Autors hatte und von diesem nach dem Druck angepfiffen wurde, warum ich den Blödsinn, den er da geschrieben hatte, nicht verbessert hätte. - Übrigens sollten wir hier noch zwischen Korrektur lesen und Lektorat bzw. Redaktion unterscheiden. Das eine ist rein formal (und ich selbst beiße manchmal in die Tischkante, wenn mir bei "KARL MAY & Co." aus "Biographie" "Biografie" gemacht wird. Ich akzeptiere es aber, weil nach der neuen Rechtschreibung ja die Kinderchen nicht verwirrt werden sollen). Das andere betrifft Inhalt, Stil und all sowas, & mancher Autor ist heilfroh, wenn man ihm hier und da ein wenig aufhilft. Textänderungen ohne Kenntnisnahme des Autors sind allerdings von Übel, aber sowas passiert in der Praxis auch normalerweise nicht.
@Johnny : Du schreibst: "Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass der Thread nicht Korrekturlesen leicht gemacht ö. ä. heißt, sondern Winnetous Erben. Diese Diskussionen sind schon viel zu sehr abgeschweift und ich bitte, zum ursprünglichen Thema zurückzukehren."
Je nun, Diskussionen ufern schon mal in diese oder jene Richtung aus. Der eine oder ander Ordnungsruf mag da vielleicht angebracht sein, aber ich denke, wenn Leben in die Bude kommt, ist das doch auch eine schöne Sache.
Grüße
Rolf
Verfasst: 2. Nov 2006, 17:41
von Rüdiger
@Wolfgang
Deine arrogante Art ist einmal mehr unerträglich.
Der Vergleich mit dem Kredit hinkt völlig. Es ist ja ein Geschäft auf Gegenseitigkeit, der eine will Bücher verkaufen und Geld verdienen, der andere seinen Text veröffentlichen. Und nebenbei auch ein bisschen Geld verdienen.
Und so wie die Verlage „auf solche Autoren gerade gewartet“ haben, ist es durchaus auch umgekehrt.
Daß ich mich mit der Höhe von Honoraren nicht auskenne, habe ich doch selber deutlich mitgeteilt („was weiß ich“).
Arno Schmidt hat man seine „1“, seine „&“ usw. auch nicht abgeändert.
Die Praxis interessiert mich nicht. Ich schreibe für mich und würde mir kein Wort ohne Absprache ändern lassen. Fertig, punktum.
Verfasst: 2. Nov 2006, 17:55
von Sylvia
Immer erst dreimal ruhig durchschnaufen..
Verfasst: 2. Nov 2006, 17:57
von Rüdiger
Du mit Deinem Helfer-Syndrom
(Wie sagt doch der Biolek, Danke, mir geht's gut ...)
;-)
Verfasst: 2. Nov 2006, 18:03
von Sylvia
Mist! Es wirkt nicht mehr.
Eh, wir waren bei Winnetous 4 Erben...
Verfasst: 2. Nov 2006, 18:04
von JennyFlorstedt
Herjeee... Rüdiger, jetzt schalt doch mal wieder einen Gang zurück. Wolfgangs Antwort war nicht arrogant, sondern er hat Dir etwas erklärt. Du aber reagierst auf Erklärungen (fast) immer unglaublich aggressiv.
Übrigens betrifft die Art der Honorierung durch Gewinnbeteiligung nicht nur Neu-Autoren und nicht nur den Sachbuchbereich.
ta
Verfasst: 2. Nov 2006, 18:08
von andrea
Den "Mutter-Beimer"-Titel beanspruche ich aber für mich!! ;-))
Verfasst: 2. Nov 2006, 18:18
von Rüdiger
Wolfgangs Antwort war nicht arrogant,
Dasss Du offenbar kein Gefühl für Sprache hast, fällt mir heute nicht zum ersten Mal auf.
Du aber reagierst auf Erklärungen (fast) immer unglaublich aggressiv.
Gut, daß Du das "(fast)" eingebaut hast. Es trifft nämlich nicht zu. Wenn mir einer in akzeptabler Art und Weise etwas erklärt, habe ich überhaupt kein Problem damit, das anzunehmen. Ich erinnere mich z.B. an eine längere Mail von Herrn Kuegler (vom Magazin für Amerikanistik), der mir einen Sachverhalt erklärte, den ich vorher, offenbar fälschlicherweise, völlig anders sah: der Mann hat mich völlig überzeugt und sehr beeindruckt. Und es gäbe noch andere Beispiele.
Ich mag halt intelligente, differenzierende Menschen. Haudraufs haben auch ihren Charme, aber immer geht das auch nicht, insbesondere wenn man das Gefühl hat, es geht ihnen ums Rechthaben, ums Den-anderen-klein-machen, ums Glänzen usw.
Und im vorliegenden Fall gab es gar nichts zu erklären. Mir ging es ums Prinzip und nicht um Einzelheiten, die dafür gar nicht relevant waren.
Verfasst: 2. Nov 2006, 18:23
von JennyFlorstedt
Meinerseits Diskussion beendet.
Verfasst: 2. Nov 2006, 18:32
von Sylvia
Für alle Neuleser: Der hat das öfter, und der kömmt sich auch wieder.
Für die Familie: OMM!
Für Rüdiger: Ich finde auch, dass Du übergehst wie ein schnell eingeschenktes Weißbier.
Da hat Wolfgang Dir was erklärt, und Du nennst ihn arrogant. Da mache ich ein paar Atemübungen mit Dir, und Du wischt mich beiseite, und Jenny macht eine Feststellung und Du wirfst ausgerechnet ihr an den Kopf, dass sie kein Gefühl für Sprache hätte. Außerdem schreibt man "dass" mit zwei "ss"!