Herr Klußmeier sah die KMG-Publikationen stärker in der Pflicht, auf forschungsrelevante Publikationen deutlich hinzuweisen. Die Mitglieder sollten über Inhalt und Gehalt und über die Bezugsmöglichkeiten besser informiert werden. Die Rubrik "Neues um Karl May" jedenfalls, in der einzelne Beiträge aus KM&Co. und dem Beobachter zwischen anderen Pressemeldungen ohne Information über Inhalt und Bedeutung eingereiht sei, sei völlig unzureichend.Sylvia hat geschrieben:"... stärker zu berücksichtigen."
Das heißt?
KMG-Kongress
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Hermesmeier
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Hermesmeier
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Rolf Dernen
- Beiträge: 1215
- Registriert: 27. Dez 2005, 23:38
Das tut er hiermit. Wegen der - übrigens hervorragend organisierten - Auktion war Wolfgang reichlich beschäftigt und hat sich mit Schreiben von Rechnungen etc. auch noch die Nächte um die Ohren geschlagen.Hermesmeier hat geschrieben:Ich war zu beschäftigt. Frag einfach Rolf. Der erteilt mir bestimmt Dispens.Du hättest es aber schon mal erwähnen können!
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Rüdiger
Vielleicht haben sie aber auch so etwas ähnliches in der Art wie „Vertell, vertell“ oder auch „Was tüterst du denn da“ gedacht; wenn man auf etwas nicht reagiert, heißt das nicht grundsätzlich, dass einem nichts einfiele … Man lasse sich nicht von [scheinbar] effektvollen Auftritten beeindrucken.Dem mit überdeutlich formulierter Kritik gespickten Beitrag folgte ziemlich betretenes Schweigen. Kein Mitglied, auch kein Vorständler, trat zur Verteidigung des eigenen Schrifttums an, nicht einmal mit dem sonst immer auftauchenden Totschlagargument einer Tradition und einer fast 30-jährigen Erfolgsgeschichte. Weder Herr Werder als Redakteur der Nachrichten noch Herr Biermann oder Frau Dr. Keindorf als Redakteure der Mitteilungen, beide am Vorstandstisch mit einem Mikrofon unmittelbar vor der Nase, fühlten sich zu einer Antwort herausgefordert.
Die KMG sollte, was ihre beiden Mitteilungshefte betrifft, primär gucken, dass die nicht zu gefälligen Blabla-Blättchen mutieren (Freilichtbühnen statt Forschung, Werbung statt kritischer Berichterstattung usw.); was die äußere Gestaltung betrifft, so kann von mir aus noch Jahrzehnte alles beim alten bleiben. Es gibt sicher noch eine Menge Leute, denen es auf zuverlässige, objektive Information & geistige Nahrung ankommt statt auf Äußerlichkeiten und Locker-Flockigkeit. Sicher, es spricht auch nichts dagegen, das Äußere aufzupeppen, meinetwegen, aber bitte nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten, schöne neue bunte Welt aufkosten des Niveaus und des Anspruchs, das ist auch nichts. Und die Tendenz vermeine ich generell leider schon seit langem zu spüren.
(Bevor Du nun wieder „Ach, Rüdiger“ oder sowas in der Art schreibst, lieber Wolfgang, vorsichtshalber: mir ging es ausschließlich um das von Dir mitgeteilte, nicht um Dich, also nicht darum, dass Du es warst, der es mitgeteilt hat.)
;-)
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sandhofer
- Beiträge: 96
- Registriert: 28. Dez 2005, 20:26
Die jetztige Zeit? Kurz nach elf ... Die aktuelle Entwicklung? Bald ist es fünf vor zwölf ...Sylvia hat geschrieben:Wenn man aber Karl May im Gespräch behalten will, so ist auch die jetzige Zeit und die aktuelle Entwicklung interessant.
Im Ernst: Ich verstehe diesen Satz nicht ganz. Zumal Du gleich im Folgesatz nicht auf die jetztige Zeit eingehst, sondern genau das Gegenteil postulierst:
Wozu ich anfügen möchte: Was zum Henker interessiert mich (und alle andern Dutzendleser) die Person May und die Geschichte des endenden 19. Jahrhunderts? Wir wollen spannende "Action" lesen.Sylvia hat geschrieben:Der Kongress in Berlin hat (mir) einmal mehr gezeigt, dass man den Schriftsteller und sein Schaffen besser verstehen kann, wenn man sich auch über die Geschichte seiner Zeit ein Bild machen kann. Ein Interesse am Menschen und Schriftsteller May ohne gleichzeitiges Interesse an der Geschichte der damaligen Zeit ist wohl kaum zu trennen.
Und solange die May-"Forschung" ihr Schwergewicht auf die Person May legt und nicht auf die Texte, wird weder in der (Literatur-)Wissenschaft noch beim breiten Publikum ein vergrössertes Interesse am May-Universum entstehen ... :(
(Und ... ach ja ... eine verlässliche HKA alleine ist nicht das, was ich unter Beschäftigung mit Mays Texten verstehe ...)
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Rolf Dernen
- Beiträge: 1215
- Registriert: 27. Dez 2005, 23:38
Hallo Rüdiger!
Man kann auch seriöse Forschungsergebnisse ansprechend layouten. Ich gestatte mir, auf die Beiträge von Hermesmeier/Schmatz in KARL MAY & Co. hinzuweisen. Es war nirgendwo die Rede davon, daß sich die Publikationen der KMG mit Festspielen etc. beschäftigen soll - das können wir sowieso besser ;-))).
Man kann auch seriöse Forschungsergebnisse ansprechend layouten. Ich gestatte mir, auf die Beiträge von Hermesmeier/Schmatz in KARL MAY & Co. hinzuweisen. Es war nirgendwo die Rede davon, daß sich die Publikationen der KMG mit Festspielen etc. beschäftigen soll - das können wir sowieso besser ;-))).
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Rüdiger
Ach, dieser Sandhofer ... herrlich ... Schade, daß ich nicht nach Sinzig gefahren bin.Die jetztige Zeit? Kurz nach elf ... Die aktuelle Entwicklung? Bald ist es fünf vor zwölf ...
Und weiter unten macht er das gleich wieder kaputt. Aber so ist das halt. Muß man mit leben. Kenn' ich noch einen.
:-))
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Rüdiger
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Sylvia
- Beiträge: 231
- Registriert: 29. Dez 2005, 10:43
Sandhofer hat das Folgende geschrieben und mich nicht verstanden:
"Die jetztige Zeit? Kurz nach elf ... Die aktuelle Entwicklung? Bald ist es fünf vor zwölf ...
Im Ernst: Ich verstehe diesen Satz nicht ganz. Zumal Du gleich im Folgesatz nicht auf die jetztige Zeit eingehst, sondern genau das Gegenteil postulierst"
Ist es nicht so, dass ein heutzutäglicher Jugendlicher andere Geschichten interessanter findet als wir dazumal die Sachen über fremde Länder (als "fremde Länder" noch ziemlich unerreichbar waren) und andere Kulturen. Und haben nicht diese Interessen auch damit was zu tun in welcher Zeit wir leben. Die Welt ist entdeckt und touristisch erschlossen.
May hat zu seiner Zeit den Nerv der Zeit getroffen und hat den damaligen modernen Strömungen (Kolonien gründen, auswandern, im Fernen sein Glück suchen und finden, entdecken..) die dazu passenden Geschichten gegeben. Das passte wie die Faust auf's Auge. Und damit konnte er DER deutsche Schriftsteller mit den höchsten Auflagen werden. Damals. Würde er heute leben und das Gleiche schreiben, so glaube ich kaum, dass er nochmals diese Höhe erreichen würde. Also ist es heute wohl nicht nur die Lust am Lesen von guten Geschichten, sondern auch das Interesse am Hintergrund, die die Sache Karl May am Leben halten kann. Und das will ja die KMG nicht wahr?
"Die jetztige Zeit? Kurz nach elf ... Die aktuelle Entwicklung? Bald ist es fünf vor zwölf ...
Im Ernst: Ich verstehe diesen Satz nicht ganz. Zumal Du gleich im Folgesatz nicht auf die jetztige Zeit eingehst, sondern genau das Gegenteil postulierst"
Ist es nicht so, dass ein heutzutäglicher Jugendlicher andere Geschichten interessanter findet als wir dazumal die Sachen über fremde Länder (als "fremde Länder" noch ziemlich unerreichbar waren) und andere Kulturen. Und haben nicht diese Interessen auch damit was zu tun in welcher Zeit wir leben. Die Welt ist entdeckt und touristisch erschlossen.
May hat zu seiner Zeit den Nerv der Zeit getroffen und hat den damaligen modernen Strömungen (Kolonien gründen, auswandern, im Fernen sein Glück suchen und finden, entdecken..) die dazu passenden Geschichten gegeben. Das passte wie die Faust auf's Auge. Und damit konnte er DER deutsche Schriftsteller mit den höchsten Auflagen werden. Damals. Würde er heute leben und das Gleiche schreiben, so glaube ich kaum, dass er nochmals diese Höhe erreichen würde. Also ist es heute wohl nicht nur die Lust am Lesen von guten Geschichten, sondern auch das Interesse am Hintergrund, die die Sache Karl May am Leben halten kann. Und das will ja die KMG nicht wahr?
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Rüdiger
Karl May ist sehr aktuell, das Folgende (hat er auch geschrieben) fand ich gerade heute morgen in Silberlöwe I (Band 26):
»Der Hammel hatte vor schon so vielen Tagen den Tod erlitten, daß sein Duft sich nach der Beerdigung zu sehnen begann. Konnte ich da dir ihn zu essen geben?«
»Warum hast du ihn stinkend gekauft?«
»Weil. ich nicht beim Kassab (*Fleischer) war, als er noch nicht stank.«
»So hättest du einen frischen nehmen sollen!«
»Es war keiner da. Es stank das ganze Fleisch, welches bei ihm hing.«
;-)
»Der Hammel hatte vor schon so vielen Tagen den Tod erlitten, daß sein Duft sich nach der Beerdigung zu sehnen begann. Konnte ich da dir ihn zu essen geben?«
»Warum hast du ihn stinkend gekauft?«
»Weil. ich nicht beim Kassab (*Fleischer) war, als er noch nicht stank.«
»So hättest du einen frischen nehmen sollen!«
»Es war keiner da. Es stank das ganze Fleisch, welches bei ihm hing.«
;-)
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giesbert
- Beiträge: 232
- Registriert: 29. Dez 2005, 11:19
- Wohnort: München
- Kontaktdaten:
Rüdiger hat geschrieben:(Freilichtbühnen statt Forschung, Werbung statt kritischer Berichterstattung usw.);
Wenn ich Klußmeiner da richtig verstanden habe (so ganz bin ich aus seinem Beitrag nicht schlau geworden), sieht er das durchaus auch so. Nur solle man von Seiten der KMG die in KM&C und BadE publizierten Forchungsergebnisse nicht ignorieren. Was natürlich selbstverständlich ist und auch keiner weiteren Wortmeldung bedurfte.
tja. Es wäre sicherlich eine ansprechendere Gestaltung denkbar. Aber wenn sich niemand findet, der das macht (und finanziert), dann ist es auch kein Beinbruch, wenn die Mitteilungen und die Nachrichten weiterhin so erscheinen, wie sie erscheinen.was die äußere Gestaltung betrifft, so kann von mir aus noch Jahrzehnte alles beim alten bleiben.
Die Trennung von Mitteilungen und Nachrichten scheint in der Tat erklärugsbedürftig zu sein (ich hatte da allerdings nie ein Problem, das zu trennen).
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sandhofer
- Beiträge: 96
- Registriert: 28. Dez 2005, 20:26
Wer wird nicht Mays Karle loben?Sylvia - na ja ... fast - hat geschrieben:Klopstock hat zu seiner Zeit den Nerv der Zeit getroffen und hat den damaligen modernen Strömungen (u.a. einer Individualisierung des Glaubens, aber auch der Kreation der neuen deutschen Dichtersprache) die dazu passende Geschichte gegeben. Das passte wie die Faust auf's Auge. [Ok - den Ausdruck brauche ich eigentlich im diametral entgegengesetzten Sinne.] Und damit konnte er DER deutsche Schriftsteller mit den höchsten Auflagen werden. Damals. Würde er heute leben und das Gleiche schreiben, so glaube ich kaum, dass er nochmals diese Höhe erreichen würde. Also ist es heute wohl nicht nur die Lust am Lesen von guten Geschichten, sondern auch das Interesse am Hintergrund, die die Sache Friedrich Gottlieb Klopstock am Leben halten kann. Und das will ja die Klopstock-Gesellschaft nicht wahr? [Wobei ich auf die Schnelle keine Klopstock-Gesellschaft im Netz gefunden haben. Nur dies hier: http://www.klopstock2000.de/ ]
Doch wird ihn jeder lesen? Nein.
Wir wollen weniger erhoben
Und fleißiger gelesen sein.
;o))
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Sabine
- Beiträge: 71
- Registriert: 29. Dez 2005, 15:35
Der Klußmeier gespendete Beifall aus dem Auditorium sprach eine andere - und in meinen Augen deutliche - Sprache. Natürlich wird ein Wissenschaftler immer denken (und das mit Recht), dass allein das Ergebnis seiner Arbeit oder Forschung zählt. Aber Fakt ist, dass man wissenschaftliche Forschungsergebnisse nur dann einem breiteren Publikum schmackhaft bzw. interessant machen kann, wenn man verständlich schreibt und eben ein wenig "Firlefanz" wie vernünftiges Layout und passende Illustrationen bzw. Bilder ins Spiel bringt. Das bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse verwässert oder verfälscht werden.Vielleicht haben sie aber auch so etwas ähnliches in der Art wie „Vertell, vertell“ oder auch „Was tüterst du denn da“ gedacht; wenn man auf etwas nicht reagiert, heißt das nicht grundsätzlich, dass einem nichts einfiele …
Selbstverständlich kann auch wie bisher verfahren werden, dann läuft man aber Gefahr, dass irgendwann günstigstenfalls der Löwenanteil der KMG-Mitglieder die Jahrbücher, Mitteilungen und Nachrichten ungelesen wegpackt und die Damen und Herren Wissenschaftler auf ihrem Elfenbeinturm vor sich hin brummeln lässt (oder gar aus der Gesellschaft austritt).
No Comment! ;-)Man lasse sich nicht von [scheinbar] effektvollen Auftritten beeindrucken.