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Klöpse

Verfasst: 4. Nov 2006, 16:28
von sandhofer
Hallo zusammen!

Der Sandhofer überlegt zur Zeit immer noch, was das denn nun für 2 überdimensionale Möpse ... äh ... Klöpse ... äh ... Klösse waren, in ... äh ... an denen Halef, der (scheint's) Mays Manneskraft symbolisiere, stirbt, nicht ohne noch was von sich zu geben ...

Der Franzose spricht von "la petite mort" ...

Alles andere als eine sandige Gegend hier

findet

Sandhofer

Verfasst: 4. Nov 2006, 16:51
von Sylvia
Na bitte! Jenny sprach von Leseebenen.

Aber zum Sandsturm noch: Das "Kamel", Johnny, würde wohl als allerletztes "verrecken". Wieso sollte es? War es wieder verletzt?

Verfasst: 4. Nov 2006, 17:05
von Rüdiger
Halef, der (scheint's) Mays Manneskraft symbolisiere
Nicht immer und nicht überall. In der Geschichte hier & heute nicht. Nicht willentlich.

Verfasst: 4. Nov 2006, 18:36
von Rolf Dernen
Lassen wir das Kamel doch - erstmal - überleben. Hier ein Text für Sylvia und alle Tierfreunde:

Die Wüste Nefud im Inneren der Arabischen Halbinsel wird von den Beduinen auch „Der Glutofen der Hölle“ genannt. Wer sich in ihr verirrt ist verloren, und so meidet jeder, der irgendwie kann, den Weg direkt durch dieses Inferno aus Sand, Geröll und gnadenloser Sonne. Auch wir, mein Freund und Begleiter Halef und ich, hatten wenigstens den innersten Bereich der Nefud umritten, waren aber dann aber doch in arge Schwierigkeiten gekommen, was unsere Vorräte an Wasser und Nahrung betraf. Es fügte sich aber der glückliche Umstand, dass wir just in dem Moment, als wir uns wirklich Sorgen machen mussten, auf das Zeltlager einer Unterabteilung der Harith stießen, eine Stamm, der am Rande der Einöde seine spärlichen und mageren Herden weidet. Der Scheik Abu Muhammed Ibn Said empfing uns mit der vom Koran vorgeschriebenen Gastfreundschaft, ließ aber durchblicken, dass er uns so bald wie möglich wieder loswerden wollte. Man konnte es verstehen – der Stamm war bitterarm.
Nachdem man uns ein Abendessen bereitet hatte, lagen Halef und ich in dem uns zugewiesenen Zelt, und ich merkte, dass mein lieber Hadschi ebenso wenig wie ich Schlaf fand.
„Was gibt es, lieber Halef?“ fragte ich den sich auf seinem Decke ruhelos herumwälzenden Freund.
„Allahu akhbar – Gott ist groß, aber meine Zähne sind immer noch mit dem Gastmahl des Scheiks beschäftigt.“
Da auch ich auch noch nach zwei Stunden das Gefühl hatte, meine Kiefer seien von einem Fausthieb getroffen worden, stimmte ich Halef zu:
„Mir geht es ebenso. Das Kebab, das uns der gute Abu Muhammed servieren ließ, schien von einem steinzeitlichen Tier zu stammen“
„Lieber Sihdi, deine Gelehrtheit ist groß, und ich weiß leider nicht, was die Steinzeit ist, aber ich kann dir etwas erklären. Du hast gesehen, dass ich beim Kaffee – der übrigens auch scheußlich war – ein paar Worte mit Faradsch, dem älteren Sohn des Scheiks gewechselt habe.“
„Das ist mir aufgefallen, ebenso wie der miserable Mokka.“
„Nun“, fuhr Halef fort, „ du weißt, lieber Sihdi, dass die Nefud eine gute Vorübung für all die Sünder ist, die sich die Dschehennah (Hölle) einmal zu Lebzeiten vorstellen wollen. Manchmal versucht es jemand, sie zu durchreiten, aber er scheitert meist. Sein Reittier verdirbt im Allgemeinen mit ihm. Jedoch gestern, so hörte ich von Farradsch, erschien ein halb verdurstetes Kamel – es hatte wohl die Anwesenheit seiner Artgenossen gewittert – bei der Herde dieses Duars. Es trug einen Sattel, sein Reiter allerdings – Insh’allah! Sein toter Körper wird bereits in der Nefud verdorrt sein. Allah gebe ihm den ewigen Frieden! Das Kamel allerdings erschien dem Scheik als so ausgemergelt, alt und krank, dass er es nicht als Zuwachs für die Herde der Harith ansah, sondern für unser Gastmahl schlachten ließ.“

Verfasst: 4. Nov 2006, 18:49
von Jutta
Bravo, Rolf!

Sehr schön, das gefällt mir! Schreib doch bitte weiter.

Gruß - Jutta

Verfasst: 4. Nov 2006, 18:56
von Rolf Dernen
Es ist eine Sache, sich mal gerade ein paar Zeilen in imitatio zu versuchen, eine ganz andere, das dann auch länger durchzuhalten...

Ganz wie bei Karl May ...

Verfasst: 4. Nov 2006, 18:58
von sandhofer
Rüdiger hat geschrieben:Nicht immer und nicht überall. In der Geschichte hier & heute nicht. Nicht willentlich.
Ganz wie beim Mayster, ganz wie beim Mayster ...

*ggg*

Grüsse

Sandhofer

Verfasst: 4. Nov 2006, 19:01
von Jutta
Ich weiß,

Du kannst das. Es muss ja kein Roman werden, aber über ein paar weitere Zeilen würden sich außer mir bestimmt viele andere freuen.

Gruß - Jutta

Verfasst: 4. Nov 2006, 19:47
von Rolf Dernen
Einen habe ich noch. Ist aber eher an Tucholsky angelehnt:

Wir saßen auf der Wolke und baumelten mit den Beinen. Na ja, erst saß ich alleine wie so oft, dann kam aber tatsächlich Timon in leichtem Schrägflug vorbei, beäugte mich erst etwas misstrauisch durch seine dicken Brillengläser und setzte sich dann doch neben mich. Da saßen wir schweigend. Wohl wissend, dass Schweigen die dritte Stufe der Erkenntnis ist. Sein sollte wenigstens. Sprechen, schreiben, schweigen. Aber wer kann das aushalten? Besonders dann, wenn mal wieder Karl vorbeiflatterte! Er sah aber auch wieder mal reichlich deprimiert aus, vielleicht lag es aber auch an dem umfangreichen Aktenordner, den er unter dem rechten Arm trug.
„Was’n los?“ rief Timon ihn an. „Prozessierste wieder?“
„Dafür habe ich da-unten meine Leute“, entgegnete Karl und lies kurz eine Weltkarte erscheinen, die (technisch waren sie hier oben in letzter Zeit besser geworden, Respekt!) ohne großes Ruckeln erst Deutschland und dann fränkisches Gefilde heranzoomte.
„Äh ja“, Timon flatterte ein bisschen mit dem Flügeln, als wolle er einen unangenehmen Gedanken vertreiben. – „Ach ich weiß jetzt: Du hast mal wieder den Heiligenschein beantragt.“
„Und bist mal wieder…“, ergänzte ich.
„Abgewiesen worden! Natürlich!“ Karls blaue Augen blitzten auf. „ Dabei hatte ich diesmal wirklich alle Unterlagen dabei. All die Briefe, die man mir geschrieben hat, alles Gute, was mir da bescheinigt wird.“
„Och, wir kommen eigentlich ganz gut ohne Heiligenschein aus“, sagte Timon (der eigentlich froh sein durfte, überhaupt auf einer Wolke sitzen zu dürfen – & auch ich hatte es eigentlich nur durch Protektion geschafft). „Was haste denn da eingereicht? Zeig doch mal.“
„Ausgerechnet dir?“ Karl zog die Stirn kraus, reichte dann aber trotzdem den Ordner rüber. Timon und ich lasen den oben eingehefteten Brief eines Leserkindchens mit der markierten Zeile: „Seitdem wir Ihre Bücher lesen, sind wir keine Socialdemokraten mehr.“
„Na?“ Karl sah uns auf seine offen-naive Art an, während wir uns das Grinsen kaum verkneifen konnten.
„Äh ja. Nett. Zeitbezogen natürlich…“ fing ich an, aber Timon unterbrach mich: „So blöd möchte ich mal sein! Und außerdem war der Zeitpunkt eher ungünstig. Wie ich vorhin hörte…“
Er drehte sich zur Seite, auch ich hatte einen Flügelschlag gehört und tat es ihm nach: Vorbei flog Willy Brandt mit einem offensichtlich flammneuen Heiligenschein.

Verfasst: 4. Nov 2006, 19:57
von Jutta
"All die Briefe, die man mir geschrieben hat, alles Gute, was mir da bescheinigt wird."

Und dann auch noch dem Karl!

Gelungen!

Verfasst: 4. Nov 2006, 22:29
von Sylvia
Mögen sie gut schlafen, Kara Ben Nemsi Sihdi und sein treuer wiederkäuernder Halef, dort in jenem Zelt am Rande der Kakteen-losen Nefud, und wenn sie in ihren Träumen dann in die großen, gütigen Augen eines wahren Wüstenhedschahn blicken, in dessem linken vorderen Augenwinkel eine dicke schimmernde Träne steht, gleich einer Fata Morgana, die einem Verdürstenden klares und kühles Wasser verheißt dort in jener Wüste wo es gar kein Wasser nicht gibt, dann mögen die Reste eines kürzlich genossenen Kamel Kebabs noch lange ausgiebigst ihre Mägen beschäftigen.

Verfasst: 5. Nov 2006, 17:25
von Johnny
Zum "Sandsturm":
Das Kamel musste "verrecken", um die Lage eines Beduinen im Sandsturm als noch verzweifelter darzustellen.

Verfasst: 5. Nov 2006, 23:21
von Christina
Meine Damen und Herren!

Wie Sie vielleicht schon gehört haben, wurde ja neulich hier, von höchster Stelle, an die, na sagen wir: am weitesten entwickelten Freunde, eine interne Anfrage gerichtet und um Antworten gebeten: "Was sind eigentlich die Zukunftsaufgaben der Karl-May-Gesellschaft?" – Ja. – Ach, Sie haben nichts davon gehört?! – O weh, dann darf ich vielleicht gar nicht darüber reden? – Aber nun ist es ja schon heraus, - und hier, nicht wahr, - bleibt es doch ganz unter uns.
Also tatsächlich! – Es sind auch schon einige Antworten eingetroffen – die besten werden dann prämiert – und die Themen für das kommende Tagungsprogramm in Berlin daraus entnommen. – Nun sind wir in der erfreulichen Lage, Ihnen, meine, den wohl bedeutensten Vorschlag der eingereicht wurde, - dessen Verwirklichung Sie sicher bald erleben werden, jetzt schon zu Gehör bringen zu können. Er stammt nämlich von unserem Lieben, Ihnen ja schon bekannten Professor Pico. Er wird ihn nun selbst vorlesen.
Darf ich bitten, Herr Professor Dr. Dr. Pico vom Internationalen Freundeskreis .

Meine Damen und Herren! Lieben Freunden!
Als Mitglied von die Intelligenzia von Radebeul – die kybernetische brantrust, - auf mein Initiative, wir haben gemacht Analyse mit die große Computer, zu finden heraus exactement, was eigentlich ist das Aufgabe von die Gesellschaft de Karl May heute und pour la future für das Zukunft. –
So wir haben durchstudiert mit die moderne Lochkartensystem die Bücher und unsere Computer kommen zu die Resultat:
Radebeul soll werden une Oasis, ein Oase pour l` Edelmenschen, der Menschlichkeit, weil ringsum, , nicht wahr, ist großes Meer von Sünde – Sünmdflut man kann sagen – und nur wir hier sind in das Oase, wie Noah war in seine Schiff. – Allors, diese vollbedeutende Association, Analogie mit die Bibel, hat uns geführt zu die einzig richtige Gedanke, was ist zu tun. –
Allors, damals Monsier lieber Gott riefte an bei Noah, lui telefonait, - dass er machte eine serr große Kiste von Tannenbrettern – quil appalait, die er gab gesetzlich geschütze Name:
Die Arche. –
E bien, wir haben heute großes Haus: "Villa Shatterhand." , - das geistig gesehen, - schwimmen in eine Meer von schlechte Lüstbarkeit ringsum. – Ainsi, wenn wir sehen unsere geistige Lage – la situation spirituell commeca, - wir naturelement sofort wir wissen was wir haben zu macken: Wir müssen nehmen von jedes Fachgebiet deux personnage, zwei Persönlichkeiten: Zwei Hörspielexperten (feminine et masculin), Zwei Film-Fans mit beste Kenntnisse über Kroatische Landschaft (Geschlecht egal), Zwei Werk- Forscher (am besten nur männliche sehr alte mit Doktortitel) und nix-Alte, ca veux dire: nicht Starke,
eh Halbstarke von der Festspielszene et last but not least – nicht zuletzt, zwei Mitgliedern von das verehrte Vorstand.
Allors, diese auserlesene – most- devellopt -- personnages macken zusammen innerste cercle, Kreis, von die künftige Gesellschaft. Sie immer müssen sitzen beisammen in das neue Arche, das heißt toujour permanente Sitzungen machen und warten bis autours, ringsum die materialistische Sündflut langsam hört auf, descend, bis alle andere nicht entwickelte Menschen darin sein ersoffen. –

Allors, wenn Wasser gehen zurück, und man schon sieht Spitze von das Kalkberg, unsere verehrte Personnages – einzige Überlebende im Geiste, - lassen fliegen ein Geier in die Himmel – und wenn kommt zurück mit kleine Fichtenästchen in Schnabel, sie machen auf schwere Holztür von Villa Bärenfett und allen großen Tieren – eh, pardon, - die große Geistern, kommen heraus und sehen das alles ringsum ist verschwunden .Et puis nur noch sie sind vorhanden, - können also weiter bleiben ganz unter sich – und fangen an sich zu vermehren – natürlich auf geistige Art – und breiten aus ihre Oase l`Edelmenschen über das Wüste.

Merci für Ihre Aufmerksamkeit, e bien, ich hoffe auf eine formidable Diskussion in Berlin.

Verfasst: 6. Nov 2006, 07:07
von JennyFlorstedt
* vornehm zurückhaltend applaudier *
* Sektglas erheb *
* zur Tagesordnung übergeh *

Verfasst: 6. Nov 2006, 08:09
von Rüdiger
Als Gegenbewegung schlug das Festkommitee die Gründung der Bewegung “Amscha eve” vor, deren feministisch-alternative Zukunftssorientiertheit sich schon in der orginell-genialischen Schreibweise „eve“ statt „e.V.“ zeigt. Das Höchsteintrittsalter beträgt 32 Jahre, weibliches Geschlecht ist Bedingung. Eines der wesentlichsten Ziele der Organisation ist die Schaffung einer neuen Werksausgabe (sic), bei der es sich weder um die irrelevanten Originalfassungen noch um die gelegentlich etwas unflott geratenen Bearbeitungen handelt, sondern mit der eine zeitgemäße, im Sinne gesellschaftspolitisch verantwortlicher Erziehung kindgerechte, von allen Feinheiten, Charme, Witz und sonstigem Klamauk befreite sowie völlig verständnisfreie Fassung vorliegen wird.