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Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Verfasst: 27. Dez 2016, 11:26
von Cinemascope
Sie haben mein Posting nicht verstanden.
Die 60er-Flme gehen in meine Bewertung nicht mit ein.
Die neuen Filme sind weder unter der Berücksichtigung einer Neuinterpretation eines Karl May-Werkes oder Filmes , noch eines guten Indianer-oder Westernfilmes einzuordnen.

Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Verfasst: 27. Dez 2016, 11:38
von Shatterhand24
Cinemascope hat geschrieben:Sie haben mein Posting nicht verstanden.
Die 60er-Flme gehen in meine Bewertung nicht mit ein.
Die neuen Filme sind weder unter der Berücksichtigung einer Neuinterpretation eines Karl May-Werkes oder Filmes , noch eines guten Indianer-oder Westernfilmes einzuordnen.
Da muss ich ihnen nur zu Teil recht geben. Den wenn man sie als Indianer oder Western film betrachtet finde ich das sie eher zu der Sorte guter Western zählen. Das ist jedoch aber auch immer Ansichtssache.

Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Verfasst: 27. Dez 2016, 11:55
von silbersee
Es geht doch nicht darum, ob die RTL-Filme mit den Karl-May-Filmen der 60er vergleichbar sind. Welche besser sind, May-näher etc.
Mir (und ich glaube auch Cinemascope) geht es darum, ob (bei egal welchem Film, egal welcher Bühnenaufführung) so große Abweichungen zur Vorlage nötig sind. Man kann keinen Roman (egal ob May oder Mann, Goethe oder Highsmith)bruchlos vom Medium Roman in das Medium Film transportieren. Es muss aber die Frage erlaubt sein, ob das Erggebnis eben auch dieser Transformation gelungen ist - nicht nur der bloße Film als solcher.
Am Anfang steht doch die Entscheidung des Produzenten: "Ich mache eine May-Verfilmung." Da muss man sicher streichen. 500 Seiten kann man nicht in 112 Minuten pressen. Wenn dann aber die Drehbuchautoren von der zu Grunde liegenden Handlung nicht mehr viel stehen lassen, Figuren uminterpretieren, dazu erfinden und sich hier und da zu Geschmacklosigkeiten versteigen, muss die Frage erlaubt sein: War das nötig? Warum bedient man sich der Charaktere, wenn man nicht einmal ihre Hauptcharakterzüge übernimmt? Warum schreibe ich "May" drauf, wenn es doch nur die Phantasie von Tinka Edel ist?
Das alles gilt für einen Großteil der alten Filme, der Freilichtbühneninszenierungen - aber eben auch für weite Teile der RTL-Filme. "Winnetou - Eine neue Welt" war kein schlechter Film, hat (offenbar nicht nur mir) in Teilen sogar sehr gut gefallen - aber hat eben auch viel sehr Schlechtes. Dazu gehört die pseudo-realistische Darstellung Karl Mays - die ganze Vorgeschichte tut nichts zur Figur bzw. Handlung und ist duftigste Phantasie, dazu gehören Hawkens alias "Mad Dog MacCarthy" - wozu das ganze? - die Figur Belle und Nscho-tschi als Schamanin. Das sind unrealistische oder klischeebehaftete Änderungen bzw. Zutaten, die völlig unnötig von der Romanhandlung entfernen. Und dazu gehören für mich eben auch die Grausamkeiten der Helden. Mays Helden sind Märchenfiguren, die töten nicht. Auch Rattlers stehende Wendung "Roter Nigger" ist ziemlich ekelhaft und ziemlich unhistorisch.
Trotz allem:
Ich bin gespannt, wie es heute Abend weitergeht und freue mich sehr auf Nik Xhelilaj und Milan Peschel (und auf Matthias Matschke als Professor Spengler, was wäre es toll, der Professor hieße tatsächlich, wie ursprünglich angekündigt "Traven")...

Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Verfasst: 27. Dez 2016, 12:03
von Rüdiger
silbersee hat geschrieben: Warum schreibe ich "May" drauf, wenn es doch nur die Phantasie von Tinka Edel ist?
Momenterl ... die Texte der Damen sind nach den Drehbüchern / Filmen entstanden.
Mays Helden sind Märchenfiguren, die töten nicht.
Das ist Unfug. (Ich habe keine Lust mir jetzt die Arbeit zu machen jede Menge Beispiele aufzuzählen, aber es gibt jede Menge ... in den grünen Bänden z.T. halt wegbearbeitet.)

Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Verfasst: 27. Dez 2016, 12:16
von Norbert.S
EINMAL GESEHEN REICHT FÜRS LEBEN!

Mit größtmöglicher Objektivität habe ich mir die neuen Filme auf Blu-ray angeschaut.
Mein Fazit dazu ist, wenn man die Filme einmal gesehen hat reicht es fürs ganze Leben.
Das Potential zu einen sogenannten „Evergreen“ besitzen diese Filme nicht.
Auf die Kritikpunkte und logischen Fehler die vorhanden sind will ich nicht eingehen.
Bei einem aber stellt sich mir die größte Frage, wie will man die Zeitenfolge rechtfertigen wenn weitere Filme gedreht würden?
Hier hat ja sozusagen ein Teil auf dem anderen lose aufgebaut und es sind also ca. 2 Jahre bis zu Winnetous Tod vergangen. Wann wurden dann die anderen Abenteuer (Ölprinz, Unter Geiern, Halbblut, Old Surehand usw.) erlebt?

Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Verfasst: 27. Dez 2016, 12:18
von Shatterhand24
Ich verstehe was ihr meint nur immer wieder kommt auf das die FILME schlecht sind und das finde ich überhaupt nicht

Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Verfasst: 27. Dez 2016, 12:36
von allwanderer
Hallo!
Ich habe bisher nur den 1. Teil des Dreiteilers gesehen, deshalb kann ich nur ihn beurteilen und auch diese Beurteilung ist rein persönlicher Natur. Alles ist eben eine Geschmacksache.
Jedenfalls fehlte mir beim 1. Teil der "sense of wonder", den ich beim Schauen einiger alter KM-Filme oder Festspielaufführungen gehabt habe. Die SEELE Karl Mays fehlt dieser Neuinterpretation.-
Die schauspielerische Leistung der Protagonisten fand ich gut. Sie können nur das umsetzen, was das Drehbuch hergibt. Von Mitic hätte ich gerne mehr gesehen; der Sam Hawkens dagegen gefiel mir absolut nicht. Zu langweilig und lieblos gespielt... über den konnte ich nicht schmunzeln. Man braucht ja Humor nicht in Albernheit ausarten zu lassen ( wie es mitunter Festspielbühnen zu eigen ist ), aber Humor durchzieht die Werke Karl Mays und nehmen so manchen harten Szenen die Schärfe und dieser auch in den alten Filmen vorkommende Humor hat mir in der Neuinszenierung gefehlt ( die Szene mit dem wiedererhaltenen Skalp war so witzig nicht ).
Das Nageln eines Menschen an eine Brücke, das Töten wehrloser Verwundeter, die Fäkaliensprache u.ä. sollte man in einem Film vermeiden, der auch von Kindern gesehen wird, auch wenn darauf heute mainstreammässig wenig geachtet wird.-
Natürlich kann man die alten mit den neuen Filmen nicht vergleichen, auch die Darsteller nicht. Aber ob die Filme die Seele Karl Mays wenigstens in Ansätzen atmen, das kann man schon beurteilen. Eine "Blutsbrüderschaft" genügt eben nicht, dies zu gewährleisten.-
Als Western a la "Der mit dem Wolf tanzt" oder "Broken Arrow" fand ich den 1. Teil gut. Aber Karl May?-
Trotzdem, wems gefällt, dem gönne ich die Freude daran. Denn das Gute daran ist, dass auch Karl May dadurch wieder im Gespräch ist.
Also, viel Spass am heutigen 2. Teil!

Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Verfasst: 27. Dez 2016, 12:54
von Rüdiger
allwanderer hat geschrieben:
Die SEELE Karl Mays fehlt dieser Neuinterpretation.-
In den alten Filmen fehlte sie gänzlich.(*)
In dem neuen (I.) gab's immerhin Ansätze.

((*) Wer sie wahrzunehmen glaubte hat sie falsch verstanden ... Meine Meinung, ganz subjektiv. Schon klar.)

Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Verfasst: 27. Dez 2016, 12:57
von Rüdiger
Der Humor kommt im ersten der neuen Filme so herüber wie bei Karl May: dezent ... (z.B. die prophylaktische förmliche Verabschiedung Old Shatterhands von Winnetou und dann der [absichtlich] nicht sonderlich "heldenhaft" aussehende Sprung ins Wasser ...)

Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Verfasst: 27. Dez 2016, 13:32
von OmasEnkel
Rüdiger hat geschrieben:
allwanderer hat geschrieben:
Die SEELE Karl Mays fehlt dieser Neuinterpretation.-
In den alten Filmen fehlte sie gänzlich.(*)

Finde ich nicht. Die alten Filme lehnten sich zwar nur an die Bücher und Charaktere an, entwickelten aber eine eigene Seele. Nur deswegen waren sie so unglaublich erfolgreich und haben so lange Bestand.

Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Verfasst: 27. Dez 2016, 13:34
von OmasEnkel
Ich habe den zweiten Teil nochmal angesehen und finde ihn nun ein bißchen besser, vielleicht auch weil ich bei der Zweitsichtung wusste was mich erwartet. Es gibt sogar einiges was ich mittlerweile ziemlich gut finde.


Gerade den 3. Teil gesehen:
Der zweite Teil hat dafür gesorgt, dass ich mich von den 60er Jahre Filmen gezwungenermaßen freigemacht habe und dafür wurde "Der letzte Kampf" dann auch der beste Film der Trilogie.
Sehr sehr düster, mit winterlicher Atmosphäre, sehr guter Bösewicht und tolle Auftritte von Mario Adorf. Klasse Setting und streckenweise ist mir auch die Musik positiv aufgefallen.
Das war schon ziemlich klasse!

Mein Fazit:
Teil 1: Großartig
Teil 2: Man kann damit leben
Teil 3: Großartig


Die Bewertungen haben sich aber nicht an den 60er Jahre Filmen orientiert.
Mir gefallen also die alten und die neuen aber trotzdem sind die 60er Verfilmungen das Non Plus Ultra, weil die neuen Winnetou Filme zwar eine schöne Zugabe sind aber keinem Vergleich standhalten können. Die alten Filme haben einen Zauber den wohl kein Regisseur jemals wieder erreichen wird, weil es sich keiner aus marktstrategischen Gründen jemals getrauen würde.


Wenn man ehrlich ist, liegen die neuen Filme in der Charaktertiefe näher an den Karl May Büchern als die 60er Jahre Verfilmungen aber letztendlich liegt für mich die Erfüllung eher in den epischen märchenhaften Verfilmungen der 60er Jahre, in der die Musik und die Landschaften 50% ausmachen und die Prärie viel weiter war.

Grundsätzlich hätte ich nichts gegen weitere Filme aber da der zeitliche Rahmen zwischen den 3 Teilen nicht gegeben ist, frage ich mich wann Winnetou uns Old Shatterhand noch weitere Abenteuer hätten erleben können? Außerdem werden sie erst im dritten Teil Blutsbrüder, insofern ist diese Interpretation für mich abgeschlossen. Ich bin auch ziemlich sicher dass da zumindest in Bezug auf diesen Dreiteiler nichts mehr nachkommt.

Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Verfasst: 27. Dez 2016, 13:40
von Shatterhand24
Für mich ist Teil 3 auch am besten. Und ich habe mir Teil 2auch nochmal angesehen und finde ihn jz garnicht mehr so schwach sondern echt gut genauso wie die anderen

Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Verfasst: 27. Dez 2016, 13:55
von Rüdiger
OmasEnkel hat geschrieben:entwickelten aber eine eigene Seele.
eben ... (will sagen: eine eigene, nicht die Mays ...)

Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Verfasst: 27. Dez 2016, 14:01
von HGS
Moin Moin und Frohe Weihnachten!

Ich bin ganz erstaunt wie weit auseinander die Bewertung der Winnetou Filme hier im Forum geht
Die Filme sind eigenständig und eine Bewertung "Neu/Alt" kann nicht funktionieren. Wie in den 60ern wurde auch heute das Sehverhalten des Publikums als Grundlage für das "wie" genommen. Völlig zu recht.

Was haben wir gesehen:

einen starken, deutschen Western mit tollen Bildern und (teilweise) Figuren die der Feder Karl May´s entstammen. Wir haben außerdem eine Werkfreie "Karl May Geschichte" gesehen, die spätestens ab Minute 40 nichts mehr mit der Vorlage zu tun hat. Technisch war das ganze auf höchstem Niveau und diese Reihe gehört optisch sicher zu den stärksten der jüngeren, deutschen Filmgeschichte. Starke Darsteller!

Was haben wir nicht gesehen:

Karl May! Er war zwar als Person anwesend, seine Vorlage aber nicht. Wir haben fast keine großen Momente gesehen, die die Beziehung zwischen den Apachen und Old Shatterhand erklärt. Pathos gab es fast keinen obwohl es ohne Zweifel möglich gewesen wäre. Hat man bewußt darauf verzichtet?

Fazit meinerseits:

Wir sahen zwei sehr gute deutsche Western Filme und mit dem Silbersee eine kleinere Katastrophe. Der Silbersee ist eine Verfilmung die im Filmarchiv verstauben könnte. Schwaches Drehbuch, ganz schwacher Bösewicht, keine wirklich starken Momente. Leider. Dieser Silbersee könnte ein Genickbruch für RTL werden. Wurde der erste Teil vom Publikum sensationell angenommen, läuft man Gefahr das der zweite Teil das Publikum dazu verleitet den dritten teil nicht mehr anzusehen. Es wundert mich das bei der Produktionssumme nicht auf den zweiten Teil geachtet wurde. Schade.
Grundsätzlich sind es also gut gemachte Filme die man sich auch ein zweites und drittes mal ansehen kann. Da es aber zu einer Entmystifizierung der Helden kommt (sind diese überhaupt noch Helden?), glaube ich nicht das wir von neuen Klassikern sprechen können. Dafür fehlt einfach zu viel Karl May. Spaß gemacht hat es dennoch. Sollte es aber zu weiteren Verfilmungen kommen, braucht es ein bisschen mehr May. Nicht mal unbedingt Storytechnisch. Für die Figuren des May Universums aber sehr wohl.

Re: Winnetou-Neuverfilmung 2016: Kritik zum Film

Verfasst: 27. Dez 2016, 14:01
von Winnetoukarlmay2016
Im dritten Teil ist neben der Blutsbrüderschaft von Winnetou und Old Shatterhand und Winnetous Tod auch zu sehen, wer eigentlich der Nachfolger von Winnetou wird und an dessen Stelle als Häuptling der Apachen tritt. Zwar wird Old Shatterhand der neue Häuptling, was eigentlich nicht zum Buch passt, da eigentlich der junge Apache Til-lata es wird, aber auf diese Idee zu kommen als bei den damaligen Filmen ist schon positiv zu bewerten. Und es ist eine schöne Idee so was mal in einem Winnetou-Film zu zeigen - mal was anderes.

Wer diese Szenen nicht versteht und warum das so ist, dass Old Shatterhand Winnetous Nachfolger wird, hier die Begründung. Um ein Häuptling zu werden, muss auch das Blut eines Häuptlings in einem fließen. Nach dem Nscho-tschi eine Vision hat, in dem sie Winnetou sterben sieht, beschließt dieser für die Zukunft seines Volkes zu sorgen und mit old Shatterhand Blutsbrüderschaft zu schließen. Nach Winnetous Bestattung fragt Komantschen-Häuptling Tokvi-Kava: Haben die Apachen einen neuen Häuptling gewählt? und Nscho-tschi antwortet: Das haben sie. Daraufhin weichen die Apachen von Old Shatterhand weg und Tókvi-Kava fragt: Fließt in ihm das Blut eines Häuptlings? Nscho-tschi sagt: ''Das tut es''. In diesem Moment blickt Old Shatterhand auf die Schnittwunde auf seinem Arm und er begreift jetzt, dass Winnetou ihn durch die Blutsbrüderschaft zu seinem Nachfolger als Häuptling der Apachen bestimmt hat, falls er im Kampf fallen würde.