Nscho-tschi hat geschrieben:Hallo giesbert und Charlotte,
wer war den nun von Euch beiden am letzten WE in Dasing?
Hallo Nscho-Tschi und wen's sonst noch interessiert - war in Dasing am Samstag und versuch jetzt mal, hier meinen Eindruck zu vermitteln.
Möchte gleich mal vorausschicken, dass ich nicht sagen kann, wie nah das Stück am Karl-May-Original angesiedelt ist. Hab das Buch zuletzt gelesen, da war ich grad mal elf oder zwölf Jahre alt ;o))
Und an den Film kann ich mich auch nicht erinnern (der hat mich nicht so sehr beeindruckt – und ist wahrscheinlich vom echten May sowieso viel zu weit entfernt.)
Also der Fred Rai ist ja nun nicht so ganz mein Fall (hat mich auch als Old Surehand nicht überzeugt) – als ich ankam stand er gerade im Saloon auf der Bühne – mitsamt seinem Pferd und sang "BONANZA". Na ja, auf das ganze Drum und Dran so ringsum hätte ich gut und gern verzichten können – das einzige, was mich gefreut hat, ich konnte noch ein paar ältere Plakate im Store ergattern. Ansonsten fand ich die Rundum-Atmosphäre in Bischofswerda schöner.
Der Herr Rai schmückt sich da wohl mit dem Häuptlingsfederbusch, aber der Drahtzieher des ganzen ist ja wohl doch eher Peter Görlach, der als Regisseur, Buchautor, Choreograph und als (für meine Begriffe) hervorragender Apanatschka dem Stück seinen Stempel aufdrückt.
Tja, Matthias M. „Wie kein zweiter entspricht er der Vorstellung des edlen Häuptling der Apachen. Er verkörpert den Stolz und die Ausstrahlung von Winnetou in Perfektion“ steht im Programmheft über ihn. Habe ja -außer dem Schiebocker Winnetou keinen Vergleich, aber ich fand ihn schon ganz gut in der Rolle – und seine Abseilaktion vom Tribünendach hatte schon was. Da baumelte dann der Traum meiner schlaflosen Kindernächte einen Meter vor meiner Nase………zwar mit Karabinerhaken (aber gar zu pingelig woll mer ja net sei, gelle)
Ganz hervorragend gefallen hat mir Michael Gleißner in der Rolle des Old Wabble (obwohl er für die Rolle viel zu jung ist – stell mir OW eigentlich als alten Mann vor). Wie er dann so dahingeschieden ist, war ich richtig traurig (und dann sang Fred Rai - nein nicht „When the saints….. – wie’s im KM & Co Bericht steht……..ich glaub, es war „Halleluja“ (oder?)………aber is ja egal – das hätten sie sich meiner Meinung nach komplett sparen können - soviel Rührseligkeit beim Tod eines Indianerhassers……..tztztztztztz).
Überzeugt haben mich auch Klaus Walesch als Ketana-Saritsch und Gisela Böhnisch als Kolma Puschi. Eine klasse schauspielerische Leistung bot auch Mike Dietrich als schrulliger Professor Dr. Eugenius Eugendorf (gab’s den eigentlich im Buch ???), wobei ich auf diese überdrehten Witz-Charaktere auch gut und gern verzichten könnte. Aber den Leuten hat’s gefallen……………………
Na gut – für mich war’s eine recht ansprechende Vorstellung, gewürzt mit echt guten Kampfszenen, schöner Choreographie und ein paar netten Pyro-Technik-Einlagen.
Was gäbe es sonst noch zu sagen? Die Darsteller hatten absolut keine Berührungsängste, mischten sich während der halbstündigen Pause unter die Zuschauer und bei der Autogrammstunde am Ende der Vorstellung konnte ich mich sogar kurz mit Apanatschka und Old Wabble unterhalten.
Das war jetzt meine ganz persönliche Meinung. Nscho-Tschi - wie siehst Du das?
LG Charlotte