Ne, leider nicht. Sieht terminlich gerade ganz schlecht aus. Und bald ist's ja schon wieder vorbei in Dasing. Aber vielleicht klappt's ja doch noch, mal sehen.Nscho-tschi hat geschrieben:Hallo giesbert und Charlotte,
wer war den nun von Euch beiden am letzten WE in Dasing?
Dasing 2010
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giesbert
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Re: Dasing 2010
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Methuselah
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Re: Dasing 2010
Hallo Nscho-Tschi und wen's sonst noch interessiert - war in Dasing am Samstag und versuch jetzt mal, hier meinen Eindruck zu vermitteln.Nscho-tschi hat geschrieben:Hallo giesbert und Charlotte,
wer war den nun von Euch beiden am letzten WE in Dasing?
Möchte gleich mal vorausschicken, dass ich nicht sagen kann, wie nah das Stück am Karl-May-Original angesiedelt ist. Hab das Buch zuletzt gelesen, da war ich grad mal elf oder zwölf Jahre alt ;o))
Und an den Film kann ich mich auch nicht erinnern (der hat mich nicht so sehr beeindruckt – und ist wahrscheinlich vom echten May sowieso viel zu weit entfernt.)
Also der Fred Rai ist ja nun nicht so ganz mein Fall (hat mich auch als Old Surehand nicht überzeugt) – als ich ankam stand er gerade im Saloon auf der Bühne – mitsamt seinem Pferd und sang "BONANZA". Na ja, auf das ganze Drum und Dran so ringsum hätte ich gut und gern verzichten können – das einzige, was mich gefreut hat, ich konnte noch ein paar ältere Plakate im Store ergattern. Ansonsten fand ich die Rundum-Atmosphäre in Bischofswerda schöner.
Der Herr Rai schmückt sich da wohl mit dem Häuptlingsfederbusch, aber der Drahtzieher des ganzen ist ja wohl doch eher Peter Görlach, der als Regisseur, Buchautor, Choreograph und als (für meine Begriffe) hervorragender Apanatschka dem Stück seinen Stempel aufdrückt.
Tja, Matthias M. „Wie kein zweiter entspricht er der Vorstellung des edlen Häuptling der Apachen. Er verkörpert den Stolz und die Ausstrahlung von Winnetou in Perfektion“ steht im Programmheft über ihn. Habe ja -außer dem Schiebocker Winnetou keinen Vergleich, aber ich fand ihn schon ganz gut in der Rolle – und seine Abseilaktion vom Tribünendach hatte schon was. Da baumelte dann der Traum meiner schlaflosen Kindernächte einen Meter vor meiner Nase………zwar mit Karabinerhaken (aber gar zu pingelig woll mer ja net sei, gelle)
Ganz hervorragend gefallen hat mir Michael Gleißner in der Rolle des Old Wabble (obwohl er für die Rolle viel zu jung ist – stell mir OW eigentlich als alten Mann vor). Wie er dann so dahingeschieden ist, war ich richtig traurig (und dann sang Fred Rai - nein nicht „When the saints….. – wie’s im KM & Co Bericht steht……..ich glaub, es war „Halleluja“ (oder?)………aber is ja egal – das hätten sie sich meiner Meinung nach komplett sparen können - soviel Rührseligkeit beim Tod eines Indianerhassers……..tztztztztztz).
Überzeugt haben mich auch Klaus Walesch als Ketana-Saritsch und Gisela Böhnisch als Kolma Puschi. Eine klasse schauspielerische Leistung bot auch Mike Dietrich als schrulliger Professor Dr. Eugenius Eugendorf (gab’s den eigentlich im Buch ???), wobei ich auf diese überdrehten Witz-Charaktere auch gut und gern verzichten könnte. Aber den Leuten hat’s gefallen……………………
Na gut – für mich war’s eine recht ansprechende Vorstellung, gewürzt mit echt guten Kampfszenen, schöner Choreographie und ein paar netten Pyro-Technik-Einlagen.
Was gäbe es sonst noch zu sagen? Die Darsteller hatten absolut keine Berührungsängste, mischten sich während der halbstündigen Pause unter die Zuschauer und bei der Autogrammstunde am Ende der Vorstellung konnte ich mich sogar kurz mit Apanatschka und Old Wabble unterhalten.
Das war jetzt meine ganz persönliche Meinung. Nscho-Tschi - wie siehst Du das?
LG Charlotte
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Rüdiger
Re: Dasing 2010
Methuselah hat geschrieben:stell mir OW eigentlich als alten Mann vor
Karl May hat geschrieben:In seiner Jugend war er der 'König der Cowboys' genannt worden; jetzt hatte er ein Alter erreicht, welches man auf über neunzig Jahre schätzte, doch sollte er noch ebenso rüstig wie ein junger sein, und nur sein langes, schneeweißes Haar, welches beim Schnellreiten wie eine Mähne hinter ihm wehte, verriet die Länge seines außerordentlich bewegten Lebens.
Methuselah hat geschrieben:Wie er dann so dahingeschieden ist, war ich richtig traurig (und dann sang Fred Rai [...] ich glaub, es war „Halleluja“ (oder?)………aber is ja egal – das hätten sie sich meiner Meinung nach komplett sparen können - soviel Rührseligkeit beim Tod eines Indianerhassers……..tztztztztztz).
Karl May hat geschrieben:»Die Hüte ab, Mesch'schurs!« bat ich. »Wir stehen vor einem hehren, heiligen Augenblick: Ein verlorener Sohn kehrt jetzt zurück ins Vaterhaus. Betet, betet, betet, daß der Inbegriff aller Liebe sich seiner erbarme, jetzt in dieser schweren, letzten Minute und jenseits in der Ewigkeit!«
Sie beteten; selbst die drei Häuptlinge beteten und --- Old Surehand betete auch! Die Sekunden dehnten sich zu Minuten und die Minuten zu Viertelstunden. Ein dünnes Zweiglein knickte unter den Zehen eines kleinen Vogels. Das klang durch diese tiefe, heilige Stille wie sonst das Brechen eines starken Baumes, so schien es uns, und der leichte Flügelschlag des Vogels dünkte uns das Rauschen von Adlerschwingen zu sein!
Da schlug Old Wabble die Augen auf und richtete sie auf mich. Sein Blick war klar und mild, und seine Stimme klang zwar leise doch deutlich, als er sagte:
»Ich schlief jetzt einen langen, langen, tiefen Schlaf und sah im Traum mein Vaterhaus und meine Mutter drin, die ich beide hier nie gesehen habe. Ich war bös, sehr bös gewesen und hatte sie betrübt, so träumte mir; ich bat sie um Verzeihung. Da zog sie mich an sich und küßte mich. Old Wabble ist nie im Leben geküßt worden, nur jetzt in seiner Todesstunde. War das vielleicht der Geist von meiner Mutter, Mr. Shatterhand?«
»Ich möchte es Euch gönnen. Ihr werdet's bald erfahren,« antwortete ich.
Da ging ein Lächeln über seine viel durchfurchten Züge, und er sprach in rührend frohem Tone:
»Ja, ich werde es erfahren, in wenigen Augenblicken. Sie hat mir verziehen, als ich sie darum bat! Kann Gott weniger gnädig sein als sie?«
»Seine Gnade reicht so weit, so weit die Himmel reichen; sie ist ohne Anfang und auch ohne Ende. Bittet ihn, Mr. Cutter, bittet ihn!«
Da legte er die unverletzte Hand in diejenige des gebrochenen Armes, faltete beide und sagte:
»So will ich denn gern beten, zum ersten und zum letzten Mal in diesem meinem Leben! Herrgott, ich bin der böseste von allen Menschen gewesen, die es gegeben hat. Es giebt keine Zahl für die Menge meiner Sünden, doch ist mir bitter leid um sie, und meine Reue wächst höher auf als diese Berge hier. Sei gnädig und barmherzig mit mir, wie meine Mutter es im Traume mit mir war, und nimm mich, wie sie es that, in Deine Arme auf. Amen!«
Welch ein Gebet! Er, der keine Schule genossen und nie mit seinem Gotte gesprochen hatte, betete jetzt in so geläufiger Weise, wie ein Pfarrer betet! Er hatte leise und mit Unterbrechungen gesprochen, war aber von uns allen verstanden worden. Dieser Sterbende war ein böser Mensch und zuletzt mein Todfeind gewesen, und doch liefen die Thränen, die ich nicht zurückzuhalten vermochte, mir über die Wangen herab.
»War es so richtig, Mr. Shatterhand?« fragte er.
»Ja, so war es gut.«
»Und wird Gott mir meine Bitte erfüllen?«
»Ja.«
»Ah, wenn ich das doch deutlich aus Eurem Munde hören könnte!«
»Ihr sollt es hören. Ich bin zwar kein geweihter Priester, und keine Macht der Kirche ist mir anvertraut; wenn ich damit eine Sünde begehe, so wird Gott auch mir gnädig sein; ich bin ja der einzige hier, der zu Euch reden kann! Spricht die Stimme wahr, die ich jetzt in mir höre, so seid Ihr von Gottes Gerechtigkeit gerichtet, aber von seiner Barmherzigkeit begnadigt worden. Geht also heim in Frieden! Ihr habt im Traum das irdische Vaterhaus gesehen; es steht Euch nun die Thür des himmlischen offen. Eure Sünden bleiben hier zurück. Lebt wohl!«
Ich nahm seine Hand in die meinige. Er hatte die Augen wieder geschlossen. Ich legte mein Ohr an seinen Mund und hörte ihn noch hauchen:
»Lebt - - wohl! - - Ich --- bin - - so froh, - - so froh ----!«
Das Lächeln war in seinem Angesichte geblieben; es war so mild, als ob er wieder von seiner Mutter träumte. Doch war's kein Traum mehr, der ihm die Erbarmung zeigte; er sah sie jetzt in Wirklichkeit, in jener Wirklichkeit, die über allem Irdischen erhaben ist; - - er war tot! -
Was für ein sonderbares Geschöpf ist doch der Mensch! Welche Gefühle hatten wir noch vor wenigen Stunden für diesen nun Verstorbenen gehabt! Und jetzt stand ich so tief berührt vor seiner Leiche, als ob mir ein lieber, lieber Kamerad gestorben sei! Seine Bekehrung hatte alles Vergangene gut gemacht. Und ich war nicht der einzige, dem es so erging. Dick Hammerdull kam herbei, ergriff die Hand des Toten, schüttelte sie leise und sagte:
»Leb wohl, alter Wabble! Hättest du eher gewußt, was du jetzt weißt, so wärest du nicht eines so elenden Todes gestorben. Das war gewaltig dumm von dir; ich trage es dir aber nicht nach! Pitt Holbers, gieb ihm auch die Hand!«
Holbers brauchte gar nicht dazu aufgefordert zu werden, denn er stand schon bereit dazu. Er sagte dabei, und zwar gar nicht in seiner trockenen Weise, sondern tief bewegt:
»Farewell, alter King! Dein Königreich hat nun ein Ende. Wärest du gescheit gewesen, so hättest du mit uns anstatt mit den Tramps reiten können. Schade, jammerschade um so einen tüchtigen Boy, der du früher gewesen bist! Komm, lieber Dick! Wollen ihn in sein letztes Bette legen!«
Nein.Methuselah hat geschrieben:Professor Dr. Eugenius Eugendorf (gab’s den eigentlich im Buch ???)
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Methuselah
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Re: Dasing 2010
Hallo Rüdiger,
danke für die Sterbeszene - hab jetzt wirklich schlucken müssen. Kennst Du die Bücher eigentlich alle auswendig, dass Du gleich die passende Stelle gefunden hast?
Das kam auf der Bühne überhaupt nicht rüber - da war er bis zum Schluss böse - kein Wort der Reue - und dann sind auf einmal alle tief betroffen.
danke für die Sterbeszene - hab jetzt wirklich schlucken müssen. Kennst Du die Bücher eigentlich alle auswendig, dass Du gleich die passende Stelle gefunden hast?
Das kam auf der Bühne überhaupt nicht rüber - da war er bis zum Schluss böse - kein Wort der Reue - und dann sind auf einmal alle tief betroffen.
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Rüdiger
Re: Dasing 2010
Nein, aber ich weiß manchmal in etwa, was wo steht.Methuselah hat geschrieben:Kennst Du die Bücher eigentlich alle auswendig, dass Du gleich die passende Stelle gefunden hast?
;-)
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GP
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Re: Dasing 2010
Wie sagte doch mein BGB-Dozent damals?
"Der Jurist muss nix wissen. Nur finden."
;-)
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Rüdiger
Re: Dasing 2010
... wobei das Wissen (von dem übrigens auch die Rede war, und nicht vom Finden ...) das Finden gelegentlich durchaus erleichtert ...
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Leotie
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- Registriert: 5. Jan 2008, 13:31
Re: Dasing 2010
Eigentlich ist Western City recht gut organisiert. Das einzige was echt nervt: das es während der Vorstellung offensichtlich keine Ordner gibt, die mal nach dem Rechten sehen. Da rennen Kinder permanet die 1. Reihe hin und her und die Treppen rauf und runter oder "bedrohen" die Pferde mit Ihren Colt's. Wohlbemerkt alles, während der Aufführung. Und leider immer wieder - also kein Einzelfall bei nur einer Vorstellung. In der Pause laufen die Zuschauer auch schon mal über die Bühne. Das wäre in Rathen, Elspe und Bad Segeberg gar nicht denkbar.