Duke hat geschrieben:
Eigentlich geht es nicht um die Charaktere, sondern um den Schauspieler. Und bei Marquis klingt nun mal John Wayne genauso wie Leif Erickson oder James Arness, Lionel Stander oder George Kennedy.
Und das ist genau das, was ich etwas anders sehe/höre. Bleiben wir meinetwegen bei einem Schauspieler, der in nicht allzu großem Abstand verschiedene Charaktere spielt. Neulich habe ich Mitchum wieder in "Ein Köder für die Bestie" gesehen (mit Marquis), vier Jahre später etwa macht er "El Dorado". Das diabolische Moment im ersteren Film ist einfach klasse, dafür ist er im letzteren die Knallcharge. Das ist nicht dasselbe. Fühlt sich für mich zumindest nicht so an ;-)
Duke hat geschrieben:
Vielleicht bin ich ja kleinlich, aber Eckart Dux schafft es zum Beispiel, Audie Murphy, für den er natürlich eine perfekte Besetzung war, anders klingen zu lassen, als Jimmy Stewart oder Fred Astaire. Dem Genre und dem Schauspieler angemessen. Auch GGH schafft das, wenn er will. Aber bei Marquis klingen alle gleich, vor allem in den 70-er Jahren.
Okay, mit der Einschränkung kann man leben. Aber das ist ja auch das Ergebnis von immer gleichen Rollen und immer wiederkehrenden Besetzungen. Da gab's auch für einen Marquis in den Siebzigern nicht mehr die Riesenvielfalt wie noch zwanzig Jahre früher. "Faulheit der Produzenten" hat GGH das genannt. Kein Mut, kein Risiko, man guckt schnell nach, wer hat den denn letztes Mal gesprochen, aha, der und der, ist der Film angekommen, ja?, okay, dann nehmen wir den wieder.... So läuft's doch, seien wir doch mal ehrlich. Du würdest vielleicht selbst gern mal was anderes machen, bekommst aber immer nur dieselben Charaktere präsentiert. Schublade halt.
Und sicher hat man ihm keinen zu großen Gefallen damit getan, wenn man ihn wieder und wieder besetzt hat. Irgendwann kann "man" gewisse Stimmen auch einfach nicht mehr hören. Heißt es. Hier und da.
Duke hat geschrieben:
Sieh Dir fünf Filme an, die im gleichen Zeitraum entstanden sind, und der Italo-Western-Baddie wird genauso klingen, wie Duke. Das hat nicht nur mit dem Regisseur zu tun, das ist auch Einstellung oder einfach Können.
Nicht nur mit dem Regisseur, aber auch. Eben. Und Können... naja, das würde ich so nicht sagen, denn wenn Marquis nichts gekonnt hätte, wäre er spätestens nach seiner dritten Hauptrolle wieder aus dem Geschäft draußen gewesen. Einstellung, das vielleicht. Einfach eine mit den Jahren aufgestaute negative Routine. GGH war zuletzt höchst unzufrieden mit seinem Werk. Was natürlich auch wieder total überzogen und subjektiv war, aber er hat das alles für nichts Besonderes gehalten.
Duke hat geschrieben:
Ich will jezz auch gar nicht kleinlich werden und die mangelhaften Englischkenntnisse (Ball statt Bull zu A. Hunnicutts Charakter in El Dorado) anführen,
Das z.B. ist ein klarer Fall für die Regie ;-)
Das passiert dir auch beim x-en, wobei ich nicht glaube, dass das damals schon so war, da hat man diese Szenen noch "in Szene" aufgenommen. Aber wenn du nicht mitbekommst (oder fragst), wie die Kollegen den Namen im restlichen Film bislang aussprechen, stehst du plötzlich so da...
Duke hat geschrieben:
Aber für mich haben weder Arnold M. noch GGH den Titel des Königs der S-Sprecher verdient.
Naja, das ist ja sowieso ein subjektiver Titel und eh sehr zweifelhaft. Quantität wird ja auch da gern mit Qualität verwechselt. Und außerdem ist das Geschäft sowas von schnelllebig geworden, das lässt sich gar nicht sagen.
Allenfalls bei den jährlich verliehenen branchenimmanenten Preisverleihungen ergibt sich ein relativ repräsentatives Spiegelbild aktueller Leistungen.