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Verfasst: 18. Jul 2006, 16:19
von Rüdiger
Zumindest was das Alter betrifft, kann ich mich mit 50 wohl unter die zitierte reifere Zuschauerschaft zählen. Ich hab' den Mann einmal gesehen, 2003. Da fand ich ihn gut. Einen der besten in der Aufführung. Ich erinnere mich, damals etwas von "heftiger Sprachbarriere", aber eben auch von "anrührend" geschrieben zu haben. Und das zählt für mich. Der Mann spielt mit Herz.

Daß junge, orientierungssuchende Mädels auf eine gewisse Sorte schöner junger Herren abzufahren oder auch hereinzufallen pflegen, tut mir zwar auch sozusagen gelegentlich in der Seele weh, weil ich da immer gleich Unheil ohne Ende, Tränen und Elend wittere, aber das ist wohl der Lauf der Welt und nicht zu ändern. Hab' ich mal irgendwie bei Dostojewski gelesen.

;-)

Verfasst: 18. Jul 2006, 16:29
von Rolf Dernen
[quote="its claer"]Ok,
wahrscheinlich ist er für das weibliche Publikum nett anzusehen.
quote]

Da sagst Du natürlich etwas Wahres. Der Hormonfaktor sollte bei der Besetzung einer extrem wichtigen Rolle wie der des Winnetou nicht das entscheidende Moment sein. Wird es auch sicherlich nicht.

Verfasst: 18. Jul 2006, 16:53
von Christina
rolfd hat geschrieben: Der Hormonfaktor sollte bei der Besetzung einer extrem wichtigen Rolle wie der des Winnetou nicht das entscheidende Moment sein. Wird es auch sicherlich nicht.
Keine Sorge, wird es wohl kaum. Das Gesamtpaket muss stimmen. Nicht nur die Optik und der Sympathiebonus.
Und da dies nicht gegeben ist...

Lieben Gruß
Christina

Verfasst: 18. Jul 2006, 19:41
von reinhardhh
da von den anderen Indianern, ob nun von Joshy Peters oder Ben Bremer keiner unverständlich vor sich hin stammelt, ist mir schon klar, dass man bei einer derartigen Umfrage schnell auf Anderson Farah kommt. Ich mag ihn ja auch Mädels, aber nur nicht als Winnetou!!!! Als mexikanischen Schurken finde ich ihn sogar klasse, aber das hab ich ja schon gesagt!

Verfasst: 18. Jul 2006, 21:24
von HGS
Hallo!

Es ist wohl wirklich so, das man bi der "jüngeren", weiblichen Fraktion mit Anderson den "absoluten" Traum Winnetou hätte. Doch was sagt das "zahlungskräftige" Publikum. Ich schreibe dieses bewußt, denn ein Ü30 läßt am Berg wohl mehr Talerchen als die jüngere Zielgruppe. Deshalb meine ich, das man sich nicht für Anderson Farah entscheidet. Folgende Punkte sprechen meines Erachtens weiter gegen ihn:

-Die Aussprache (NICHT der Akzent), gepaart mit einer sichtlichen Nervosität und daraus entstehenden Fehlern. Spricht Anderson einen Monolog, muß man wohl befürchten, das das in die Hose geht.

-Die Reitkünste: Sorry, nach fünf Jahren sieht das noch immer so aus, als ob er es gerade es gelernt hatte. `Blick nach Links und grimmig gucken, egal welche Rolle`

-Die schauspielerische Qualität: Meines Erachtens nicht ausreichend. Er spricht seinen Text grundsätzlich in der identischen Tonlage und übertreibt sehr häufig

-Jetzt der vielelicht wichtigste Punkt gegen Anderson: Solte er den Winnetou spielen und das geht in die Hose, dann wird er nie wieder auf dieser Bühne stehen können und das wäre schade, denn:

Positiv:

-absoluter Publikumsliebling

-tolles Aussehen für einen Caballero oder auch einen "kleinen" Indianer (Pida 2006)

-"Dufter" Typ!

Allerdings reichen dieses positven Punkte nicht aus um DIE Rolle schlechthin am Kalkberg zu spielen.

Aber warten wir es ab. Schaut man in den Karl May und Festspielforen, hat er bei den weiblichen Zuschauern zwischen 10 und 30 einen Bonus und bei den männlichen gar keinen. Ich denke das er NICHT den Winnetou spielen darf.

LG

Verfasst: 23. Jul 2006, 10:34
von KlausS
Hallo erstmal,

grundsätzlich muss man sich natürlich erst einmal die Frage stellen: was macht der Schauspieler und was muss er gemäß Drehbuch/Regie machen. Und genau da schält sich das Hauptproblem des Kalkbergs, meiner Ansicht nach, heraus.

Ich mag Anderson Farah sehr gerne und könnte ihn mir sehr gut als neuen Winnetou vorstellen. Was man ihm aber bei der aktuellen Inszenierung in Form des Medizinmannes zugemutet hat, ist schon sehr tragisch. Das liegt aber, ebenso wenig wie die Rolle Alexandra Kamps, nicht an den Darstellern.
Für die Inszenierung von Winnetou I würde sein Akzent sogar recht authetisch wirken, daher eigentlich ein weiterer Pluspunkt.

Seit der Inszenierung von "Old Surehand" geht die Qualität von Regie/Drehbuch, und somit die Gesamtqualität der Inszenierungen am Kalkberg, im freien Flug nach unten. Von Jahr zu Jahr.
Daher ist man sicher gut beraten, mit dem Weggang von Gojko Mitic, einen kompletten Neuanfang zu wagen und gleich Regisseur und Drehbuchautor mit auszutauschen.
Die eingespielte Darstellerriege um Joshy Peters, Ben Bremer und eben Anderson Farah haben eine exzellente Qualität, können ihr Potential unter den gegebenen Bedingungen nicht völlig ausspielen. Daher müssen von Jahr zu Jahr mehr "prominente" Zugpferde angerheuert werden, um die immer schwächer werdenden Stories zu "puschen". Das ist wirklich schade. Eigentlich gehört "Winnetou III" zu meinen Lieblingsstoffen von Karl May, aber die inhaltlichen Ungereimtheiten sind schon fragwürdig. Die albernen Darstellungen von Stephen Moody und eben dem Medizinmann wurden ja schon erwähnt, aber was soll die Romanze zwischen Old Shatterhand und Hi-La-Dih? Die hatten den ganzen Abend noch kein Wort miteinander geredet (zumindest wäre es mir entgangen) und plötzlich erklären sie sich ihre Liebe. Hallo? Nichts gegen einen Sideplot in Geschichten, aber dann müssen sie schon ein wenig besser eingearbeitet werden.

Wie gesagt, entweder man entscheidet sich für ein neues Drehbuch/Regisseur-Duo und dann sähe ich eine Chance für Anderson Farah oder man behält den ausgelatschten Weg mit dem Duo Schulze/Stamp bei und dann muss man sich schon einen prominenten Schauspieler holen, um erneut als Zugpferd die Schwächen hinter den Kulissen zu "übertünchen".

Es tut einem als Segeberg-Fan schon sehr weh, solche Kritik zu schreiben, aber nach den letzten Jahren muss man sich da schon Gedanken machen.

Viele Grüße
KlausS

Verfasst: 26. Jul 2006, 08:58
von OldPetz
mir kam gerade ein völlig abwegiger, aber aufgrund der liste der premierengäste denkbarer nachfolger für den größten häuptling der apatschen in den sinn - schließlich geht es am kalkberg nicht um den mayster, sondern immer mehr im effekthascherei.

und jetzt verdehen gleich alle die augen: der neue winnetou wird patrick bach. silas im wilden westen ;-))) als er ins rund kam und zu seinem ehrenplatz ging, erhob sich ein raunen bei den besucherinnen...

denkt an meine worte!!!

Verfasst: 26. Jul 2006, 09:07
von Rüdiger
Warum nicht gleich Dirk Bach ?

;-))

Verfasst: 26. Jul 2006, 10:25
von OldPetz
der soll den shatterhand geben...

schließlich war doch der mayster auch ein kleiner mann... der sich viel gewicht gab *lach*

Bach & Bach - klingt wie Brunner & Brunner, und diese ähnlichkeit könnte wiederum weitere besucherkreise erschließen... segeberg wird zur gelddruckmaschine ;-)

mir mangelt es in folgender frage an erinnerung - wie groß war winnetou nach beschreibung mays? für eine adlige ausstrahlung muß man ja nicht groß sein... stellt euch nur mal vor, winnetou würde als durchschnittlich großer indsman beschrieben worden - dann wäre paddy doch die idealbesetzung... und so herrlich zielgruppenaffin jung...

Verfasst: 26. Jul 2006, 22:38
von KlausS
Bei der Größe von Winnetou in den Büchern kann ich leider auch nicht helfen.

Aber es würde mich auch nicht wundern, wenn es am Ende Joshy Peters würde. Vom Profil her, gibt er einen edlen Indianer ab. Verdient hätte er es auch und gönnen würden es ihm sicher die meisten.

Viele Grüße
KlausS

Verfasst: 27. Jul 2006, 10:59
von OldPetz
joshy peters ist ein perfekter shatterhand und ein perfekter roter halunke - aber niemals ein winnetou. das gleiche argument wie bei anderson farah - er klingt nicht, wie man sich winnetou vorstellt.

Verfasst: 27. Jul 2006, 18:34
von KlausS
Hmm, wie sollte ein Winnetou denn klingen? Eine wirkliche Vorstellung hätte ich da gar nicht. Gut, Otto Waalkes-Stimme sollte es nicht sein, Pumuckl auch nicht.

Es ginge mir daher eher um das optische Erscheinungsbild, denn wenn Du bei GM mal seine persönliche Aura weglässt, bleibt stimmlich auch nicht viel übrig. Da hätte z.B Konrad Halver als Stimme mehr zu bieten, seine schauspielerischen Qualitäten kann ich allerdings nicht beurteilen...:)...

Viele Grüße
Klaus

Verfasst: 28. Jul 2006, 10:34
von OldPetz
nicht der klang der stimme, mehr der ductus ist hier entscheidend. und da eignet sich JP eher zum wagnerschen heldentenor als zum edlen, aber jugendlichen häuptling der apatschen.

wobei... wenn man die hälfte der saison das rheingold spielen würde... siegfried! walhalla am kalkberg, mit einem lindwurm, dessen dampf aus den nüstern des eisernen rosses strömt - dann wäre auch gleich die lokomotive wieder in wasser und kohle...

ich bleibe bei anderson farah - nach der strafe, diesen schrägen medizinmann zu mimen, wäre das eine rehabilitierung erster kajüte.

Verfasst: 30. Jul 2006, 20:17
von Powersabs
Also . Ich war gestern am Kalkberg und muss sagen das Anderson als Medizinmann wircklich nicht überzeugen konnte, aber als Maram fand ich ihn wircklich toll. Er hat nach wie vor durch seine Bühnenpräsenz überzeugen können und seine Sache wircklich gut gemacht. Also für mich ist er nach wie vor einer der heißesten Favoriten für den neuen Winnetou. Fandest ihr in als maram soo schlecht?

Verfasst: 31. Jul 2006, 19:59
von reinhardhh
Ich war gestern abermals da, aber das hat meine Meinung nur verfestigt, dass Anderson Farah kein Winnetou ist. Er ist sympathisch, offen, liebenswürdig - auch im Gespräch, aber mir fehlt eben die edle, zurückhaltende Art, versehen mit ruhigen Gesten, trotzdem guter Reiter und Kämpfer, gepaart mit einer markanten Stimme.

Joshy ist als Winnetou in meinen Augen auch nicht der Richtige. Ihn sehe ich sowieso am liebsten als Schurken. (Für den Winnetou außerdem auch inzwischen zu alt)