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Re: ach, und
Verfasst: 30. Mär 2009, 16:08
von Rüdiger
Helmut hat geschrieben:
Namenspatron
Markus hat geschrieben:
Wer isn das, wer war denn der? ;-)
Vielleicht ist mit dem Namenspatron auch "Co." gemeint, das steht, wie seinerzeit E.v.T. für Ernst von Thal, für Wilkie Collins, einen Zeitgenossen Mays. Der ist zwar nicht am 30. März gestorben, aber man kann sich ja mal irren.
;-)
(Auch so ein Abenteuerfex. An dessen Conte Fosco alias Eric Pohlmann als dessen kongenialen Darsteller erinnere ich mich heute noch bestens, auch wenn es 1971 war mit der Verfilmung im Fernsehen. Thomas Schwettmann erinnerte sich übrigens auch. Wenigstens einer, mit dem man mal ab und zu über solche Sachen sich austauschen konnte. Und der Sandhofer, der erinnerte sich mit mir an Gerd Baltus als Dostojewskis "Idiot" (muß auch so Anfang der Siebziger gewesen sein) und wunderte sich gleichfalls, daß darüber im Internet nichts zu finden ist. Leider hat er uns nie verraten, ob er in der Zwischenzeit eine Aufklärung zu diesem merkwürdigen Sachverhalt gefunden hat.)
(Wie heißt der Thread ? "ach, und" ? Ja, das paßt ...)
;-)
Re: ach, und
Verfasst: 30. Mär 2009, 17:03
von Angel
Rüdiger hat geschrieben:
Ich hab' Dein Knie geseh'n
Das war so ungeschickt
(Nein, das reimt sich nicht, aber es kommen ja auch noch zwei Zeilen)
doch wurd' erhört mein Fleh'n
ich hab's geseh'n; äh, erblickt
Ach, unser Dichterfürst ... ich schwelge in Deiner Poesie *schwärm, schmacht, hust*
markus hat geschrieben:
Der Vers war auch nicht speziell für dich gedacht (oder vieleicht doch, wer weiß...;-) ), sondern für die Allgemeinheit;-)
Rüdiger hat geschrieben:
Wie sagt der eine in den 'Buddenbrooks', "ich dachte, es käme nichts mehr", und wenn es denn soweit ist, dann ist es ok
Ich sag schon nix mehr, bin von Eueren heutigen Gefühlsplattitüden ganz dusselig im Koppe, eben wie der Name schon auszudrücken pflegt, geplättet, da bleibt einem die Spucke trocken ...
;-)
Hasta la vista ...
Bis irgendwann zu einem erneuten Schlagabtausch
Re: ach, und
Verfasst: 30. Mär 2009, 19:58
von Helmut
Rüdiger hat geschrieben:Helmut hat geschrieben:
Namenspatron
Markus hat geschrieben:
Wer isn das, wer war denn der? ;-)
Vielleicht ist mit dem Namenspatron auch "Co." gemeint, das steht, wie seinerzeit E.v.T. für Ernst von Thal, für Wilkie Collins, einen Zeitgenossen Mays. Der ist zwar nicht am 30. März gestorben, aber man kann sich ja mal irren.
;-)
(Auch so ein Abenteuerfex. An dessen Conte Fosco alias Eric Pohlmann als dessen kongenialen Darsteller erinnere ich mich heute noch bestens, auch wenn es 1971 war mit der Verfilmung im Fernsehen. Thomas Schwettmann erinnerte sich übrigens auch. Wenigstens einer, mit dem man mal ab und zu über solche Sachen sich austauschen konnte. Und der Sandhofer, der erinnerte sich mit mir an Gerd Baltus als Dostojewskis "Idiot" (muß auch so Anfang der Siebziger gewesen sein) und wunderte sich gleichfalls, daß darüber im Internet nichts zu finden ist. Leider hat er uns nie verraten, ob er in der Zwischenzeit eine Aufklärung zu diesem merkwürdigen Sachverhalt gefunden hat.)
(Wie heißt der Thread ? "ach, und" ? Ja, das paßt ...)
;-)
Hab ich schon mal erwähnt (ich glaube mich erinnern zu können) dass derjenige, der mich am besten interpretiert, ich selbst bin?
;-)
Ach, und übrigens der "Conte Fosco" ist eine Figur aus "Woman in White" (die Frau in Weiß); und diesen Roman hat niemand geringeres als Arno Schmidt ins Deutsche übersetzt. Womit sich auch hier wieder (einigermaßen) der Kreis schließt.
(Und übrigens ich habe auch alle Wilkies in meinem Bücherschrank.)
Helmut
Re: ach, und
Verfasst: 30. Mär 2009, 20:13
von markus
Angel hat geschrieben:HGS hat geschrieben:Aber wieder zurück zum traurigen Anlass *schnief, heul, schluchz*
Ich bin froh das er nicht mehr unter uns weilt. Wär ein bißchen zu alt der gute :-)
Meenste er passt nicht mehr in unsere heutige Welt, da wär er fehl am Platze ... und Träumer/Phantasten schon gleich gar nicht? Haste ooch wieder recht, heute mußte mit beiden Beenen auf dem Teppich der Realität bleiben, sonst wirste untergebuttert! Ellenbogengesellschaft ist angesagt, nischt anderes!
;-)
Ich weiß wie es HGS meint. Es heißt nicht "Karl May passt nicht in unsere Zeit, da wäre er fehl am Platz...", sondern ganz einfach die Zeit passt nicht zu Karl May. Oder (ich will ihm jetzt nicht unrecht tun, aber nur loben geht auch nicht, bleibe schön differenziert) er hätte sich hier schön angepasst und die moderne Zeit voll ausgenutzt, so wie er zu seiner Zeit einer, auch aus einer Selbstinszenierung heraus, der ersten Popstars der Geschichte war, und hätte so geschrieben, so wie viele Bestseller-autoren es heute tun (ich durchschaue das), daß man seine Bücher leicht verfilmen kann (ich lese zur Zeit gerne Donna Leons "Commissario Brunetti", nicht schlecht, aber man merkt von Buch zu Buch daß sie es den Drehbuchautoren leicht machen will indem sie immer wieder beschreibt wer sich grade wann wie wo eine Tasse Kaffee einschüttet, was gegessen wird, wann das Telefon klingelt, was alles für die Handlung im Grunde ohne belang ist, obwohl ich sowas eigentlich mag, als wenn nur stur die Handlung vorangetrieben wird. May machte sowas ja auch, aber viel besser, nicht so plump (Er kannte ja auch kein Kino, oder kaum)).
Re: ach, und
Verfasst: 30. Mär 2009, 20:50
von markus
Rüdiger hat geschrieben:"kein Grund zum Kriesche" soll Adenauer gesagt haben, als sie alle entsprechend um ihn herumstanden, und so seh' ich das auch. Mays Leben war mit den letzten Werken und dem Vortrag in Wien vollendet. Wie sagt der eine in den 'Buddenbrooks', "ich dachte, es käme nichts mehr", und wenn es denn soweit ist, dann ist es ok. Am Anfang von "Antonias Welt", da wird auch gesagt daß die Antonia weiß daß es heute soweit ist, und wie ich meinen Karl kenne, könnte es auch bei ihm so gewesen sein. Entsprechend bewußt und sensibilisiert dürfte er zu der Zeit / in dem Alter gewesen sein.
Mit anderen Worten: Es hätte nach Mays Tod nichts mehr kommen brauchen, jedenfalls keine gesammelten Werke, Bühnen, Filme etc. (und vieleicht auch keine HKA, wie ich aus einigen aktuellen Beiträgen von dir im Stiftungsforum zwischen den Zeilen heraus lesen kann, oder ich irre mich und dir gehts nur um den Editorischen Bericht). Es genügt wenn es Reprints gibt (oder auch Weltbild- Stuttgarter Ausgabe), mehr braucht es nicht um May zu verstehen, wenn man denn das Talent dazu hat ihn zu verstehen.
Ich maße mich nicht an ihn in der kurzen Zeit schon voll verstanden zu haben. Aber es ist im Grunde leicht und es wird immer leichter, vor allem weil hier einige wenige Forumsteilnehmer Dinge erläutern, die bei mir "Klick" machen. Ich versteh nicht warum sich viele mit May so schwer tun, das war er nicht. Warum müssen sie auf Teufel komm raus eine Chronologie reinbringen, so mühseelig und am Ende scheitern sie doch. Oder historische Fakten, die sind bei May zwangsläufig zum scheitern verurteilt (zumal es bei May gar nicht darum geht, das ist etwas für die Geschichtsbücher, bei May geht es um Geschichten). Oder Asynchronitäten. Wenn der Held beschreibt in welcher Zeit er von A nach B gelangt ist, diese Strecke aber nie in der Zeit geschafft hätte bla bla... Dazu müßte ich mir jedesmal einen Atlas zur Hand nehmen und ausrechnen wie schnell er geritten ist oder gegangen. Wer macht denn sowas?
Ich hoffe die meisten verstehen was ich meine, weiß nicht wie ich es sonst ausdrücken soll, aber man muß bei May ganz einfach ran gehen, nicht kompliziert, die Erzählung die man lesen will ganz leicht auf sich wirken lassen und nicht zuviel nachdenken ob sie wahr gewesen sein könnte oder nicht. Es geht bei May nicht primär um die eigentliche Handlung, obwohl das Abenteuer in das alles gepackt ist schon dazu gehört, es trägt alles, es geht darum daß May mit uns reden will, oder sagen wir, er führt Selbstgespräche und wir lauschen unbewußt seiner Worte... Oje, jetzt wirds vieleicht doch kompliziert, denkt man sich, aber wenn mans weiß ists ganz leicht.
Oder, entweder hat mans oder man hats nicht. Entweder liebt man May oder nicht, dazwischen gibts (fast) nichts.
Howgh;-))
Re: ach, und
Verfasst: 30. Mär 2009, 21:29
von Rüdiger
Helmut hat geschrieben:
Hab ich schon mal erwähnt (ich glaube mich erinnern zu können) dass derjenige, der mich am besten interpretiert, ich selbst bin?
Das geht mir mit mir ganz ähnlich ... Guckemal:
Rüdiger hat geschrieben:
(Wie heißt der Thread ? "ach, und" ? Ja, das paßt ...)
Das sollte nämlich die selbstironische Kommentierung der Tatsache sein, daß ich mal wieder mäandernderweise vom Hölzken aufs Stöcksken und kaum noch zurück kam, und sonst nichts.
Helmut hat geschrieben:
alle Wilkies
Müßte das nicht alle Collies bzw. alle Collinsen heißen ?
:-)
Re: ach, und
Verfasst: 30. Mär 2009, 21:42
von markus
Rüdiger hat geschrieben:Rüdiger hat geschrieben:
(Wie heißt der Thread ? "ach, und" ? Ja, das paßt ...)
Das sollte nämlich die selbstironische Kommentierung der Tatsache sein, daß ich mal wieder mäandernderweise vom Hölzken aufs Stöcksken und kaum noch zurück kam, und sonst nichts.
Komm ich ja auch oft, ach, und eben wars besonders schlimm, wie andere oft sagen was sie denken, schreib ich halt oft das was ich denke. Wems nicht gefällt, da bin ich wie Arno Schmidt, soll halt was anderes lesen.;-))
Re: ach, und
Verfasst: 30. Mär 2009, 21:42
von Rüdiger
markus hat geschrieben:
Mit anderen Worten: Es hätte nach Mays Tod nichts mehr kommen brauchen, jedenfalls keine gesammelten Werke, Bühnen, Filme etc. (und vieleicht auch keine HKA, wie ich aus einigen aktuellen Beiträgen von dir im Stiftungsforum zwischen den Zeilen heraus lesen kann, oder ich irre mich und dir gehts nur um den Editorischen Bericht). Es genügt wenn es Reprints gibt (oder auch Weltbild- Stuttgarter Ausgabe), mehr braucht es nicht um May zu verstehen, wenn man denn das Talent dazu hat ihn zu verstehen.
Nein, das habe ich alles in dem von Dir zitierten Beitrag überhaupt nicht gemeint. Mir ging es darum, daß Sterben und Tod nicht so traurig "besetzt" werden müssen, wie man das gemeinhin zu tun pflegt. Wenn es soweit ist ist es soweit.
Klar muß man manchmal heulen bei sowas, ich könnte Dir 'ein Lied davon singen', aber das ändert nichts daran daß wir in unserer Gesellschaft oft ganz stümperhaft hilflos mit dem Tod umgehen, weil wir halt völlig überfordert sind und es wirklich 'falsch sehen'. Hat die Kübler-Ross mal geschrieben, die Leut' weinen um sich und nicht um den Toten.
markus hat geschrieben:
nicht zuviel nachdenken ob sie wahr gewesen sein könnte oder nicht. Es geht bei May nicht primär um die eigentliche Handlung, [...] es geht darum daß May mit uns reden will, oder sagen wir, er führt Selbstgespräche und wir lauschen
Ja, genau so ist das.
markus hat geschrieben:
Oje, jetzt wirds vieleicht doch kompliziert,
Nö, überhaupt nicht.
Re: ach, und
Verfasst: 30. Mär 2009, 21:51
von markus
Rüdiger hat geschrieben:markus hat geschrieben:
Mit anderen Worten: Es hätte nach Mays Tod nichts mehr kommen brauchen, jedenfalls keine gesammelten Werke, Bühnen, Filme etc. (und vieleicht auch keine HKA, wie ich aus einigen aktuellen Beiträgen von dir im Stiftungsforum zwischen den Zeilen heraus lesen kann, oder ich irre mich und dir gehts nur um den Editorischen Bericht). Es genügt wenn es Reprints gibt (oder auch Weltbild- Stuttgarter Ausgabe), mehr braucht es nicht um May zu verstehen, wenn man denn das Talent dazu hat ihn zu verstehen.
Nein, das habe ich alles in dem von Dir zitierten Beitrag überhaupt nicht gemeint. Mir ging es darum, daß Sterben und Tod nicht so traurig "besetzt" werden müssen, wie man das gemeinhin zu tun pflegt. Wenn es soweit ist ist es soweit.
Dann habe ich das ganz anders interpretiert, oder sagen wir besser, interpretieren wollen. Wie nennt man sowas, Autosuggestion? Wenn man an etwas glaubt oder glauben will, was gar nicht vorhanden ist oder so nicht vorhanden ist?;-))
Re: ach, und
Verfasst: 30. Mär 2009, 22:06
von Rüdiger
Je nachdem. Als ich mal ins Sauerland gefahren bin, war es Autosuggestion. Manchmal erlebe ich aber auch Fahrradsuggestion.
:-)
Re: ach, und
Verfasst: 30. Mär 2009, 22:21
von markus
Ich erlebe fast jeden Tag Fahrradsuggestion, da ich mit dem Fahrrad meist zur Arbeit fahre. Dabei kann ich es einfach nicht glauben was ich da tue, erst wenn ich in der Firma bin weiß ich, es war keine Spritztour;-))
Re: ach, und
Verfasst: 30. Mär 2009, 22:32
von Rüdiger
Was die Leut' sich so für Gedanken machen auf dem Weg zur Arbeit ...
:-)
Re: ach, und
Verfasst: 30. Mär 2009, 23:20
von markus
In der Bewegung auf dem Fahrrad kommen diese Gedankenblitze von ganz alleine, ich kann nichts dagegen tun. Mich allein nur aufs fahren zu konzentrieren, fällt mir nicht ein. Hatte auch noch nie einen Unfall dadurch;-).
Re: ach, und
Verfasst: 30. Mär 2009, 23:27
von Rüdiger
Ich weiß jetzt nicht ob es am Fahrrad oder am Alter liegt, aber das kenne ich so nicht ... auch ich werde zwar durchaus gelegentlich von speziellen Gedankengängen aufgesucht, aber das ist vom Fahrradfahren ganz unabhängig ...
(für Frau D. und die HKA: aufgesucht ist Absicht. Sonst sagt man eher heimgesucht, stimmt. Ich meinte aber aufgesucht.)
:-)
Re: ach, und
Verfasst: 30. Mär 2009, 23:42
von markus
Rüdiger hat geschrieben:Ich weiß jetzt nicht ob es am Fahrrad oder am Alter liegt, aber das kenne ich so nicht ... auch ich werde zwar durchaus gelegentlich von speziellen Gedankengängen aufgesucht, aber das ist vom Fahrradfahren ganz unabhängig ...
Es funktioniert auch beim Spaziergang, oder faulem rumliegen oder halt immer dann wenn ich nicht gestört bin und nicht abgelenkt bin. Da denk ich über Gott und die Welt nach, oder wie der Kölner sagt, "Isch semmeliere", dann bitte nicht stören;-)
Rüdiger hat geschrieben:(für Frau D. und die HKA: aufgesucht ist Absicht. Sonst sagt man eher heimgesucht, stimmt. Ich meinte aber aufgesucht.)
:-)
Jetzt laß die "armen" Leut doch mal in Ruhe. Die haben sich schon in die hinterste Ecke verkrochen und schämen sich und rufen unentwegt:"Was haben wir nur getan, was haben wir nur getan..." (die beiden "nurs" bitte nicht in Anführungszeichen setzen, damit keine zweideutigen Mißverständnisse entstehen, es ist so gewollt wie es da steht;-) ).
;-))