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Re: Winnetou`s Synchronsprecher der 60iger Jahre lebt!
Verfasst: 24. Dez 2008, 20:53
von GP
Duke hat geschrieben:
Was Stewart und Wayne angeht, so eindeutig war das mit den Stimmen ja nu auch nicht. Wobei Stewart mit Siegmar Schneider und später Siegmar Solbach noch wesentlich besser weggekommen ist.
Solbach? Für wen hat der denn gesprochen??
Duke hat geschrieben:
einen unpassenderen Wayne-Sprecher konnte es gar nicht geben. Er poltert ihn genauso runter wie Leif Erickson oder Lionel Stander. Wer sich die schauderprächtige Single anhört, die er nach Waynes Tod aufgenommen hat, merkt schnell, dass er bei Wayne überhaupt nichts verstanden hat.
Naja, das ist vielleicht auch wieder subjektiv. Rein objektiv stimmt es allerdings, mit dem leicht lispelnd-schüchternen Originalklang von Waynes Stimme, der ja seine Charaktere eigentlich erst so richtig interessant gemacht hat, hatte Marquis nicht viel gemein. Aber er war wohl einer derjenigen wenigen, die wirklich von "oben" ausgewählt wurden und dann eben "die" Stimme von ... geworden sind. Aber solche Fälle sind sehr rar.
Duke hat geschrieben: Nur bei Richard Widmark hat Marquis einen anderen Zugang gefunden. Da klingt er ganz anders. Erstaunlich.
Sowas ist pauschal schwer zu sagen. Gerade in den umfangreichen Rollen sind haufenweise Passagen vorhanden, in denen selbst ein Wayne oder ein Widmark Schwierigkeiten hatten, in der Rolle zu bleiben, oder aber die ihnen ganz großartig gelungen sind. Dasselbe Problem tritt natürlich auch beim Synchron auf.
Erst vor ein paar Tagen lief irgendwo "Der letzte Scharfschütze". Ich liebe diesen Film. Und Marquis gibt an manchen Stellen der Rolle des Books so eine Wärme und einen Charme, ich würde zumindest sagen, dass Waynes Darstellung dadurch nichts an ihrer Intensivität verloren hat. Eher im Gegenteil.
Wo mir Marquis übrigens auch außerordentlich gut gefallen hat, war auf Robert Mitchum. Ich habe vor ein paar Jahren mal "El Dorado" im Original-Ton gesehen - sehr treffend!! Übrigens ein Beispiel dafür, dass man Marquis, wenn in einem Film neben Wayne auch einer seiner anderen "Kandidaten" vorkam, doch meist *nicht* für Wayne besetzt hat.
Re: Winnetou`s Synchronsprecher der 60iger Jahre lebt!
Verfasst: 24. Dez 2008, 20:57
von GP
GP hat geschrieben:
Solbach? Für wen hat der denn gesprochen??
Schon gefunden....
Das sind dann "Neu-Synchros". Erstaunlich. Das habe ich noch gar nicht gewusst. Jetzt bin ich aber wirklich mal neugierig. Die Kartei nennt seine Arbeit "bemerkenswert"...
Re: Winnetou`s Synchronsprecher der 60iger Jahre lebt!
Verfasst: 24. Dez 2008, 21:06
von GP
markus hat geschrieben:
Übrigens, als ich als Kind die Hörspiele von "Mein Freund Winnetou" hörte, war mir klar daß Christian Brückner die Stimme für den edlen Häuptling ist.
Gute Überlegung...
Wenn es in naher Zukunft tatsächlich mal Neuverfilmungen geben sollte....
...und wenn - so wie ich das favorisieren würde - Herr Brice da einen würdigen Abschied als Intschu-tschuna geben würde...
...dann würde ich ihn auch wieder mit dem Kollegen Brückner besetzen...
Allerdings...
könnte das daran scheitern, dass Pierre Brice doch zu gern selbst deutsch spricht. ;-)
Re: Winnetou`s Synchronsprecher der 60iger Jahre lebt!
Verfasst: 24. Dez 2008, 21:59
von Duke
GP hat geschrieben:GP hat geschrieben:
Solbach? Für wen hat der denn gesprochen??
Schon gefunden....
Das sind dann "Neu-Synchros". Erstaunlich. Das habe ich noch gar nicht gewusst. Jetzt bin ich aber wirklich mal neugierig. Die Kartei nennt seine Arbeit "bemerkenswert"...
Na ja, die "Neu-Synchros" sind auch schon wieder ein paar Jahrzehnte her. Viele der 30-er Jahre-Filme von Stewart waren ja vorher gar nicht in Deutschland gelaufen. Und Solbach macht das wirklich gut. Wenn schon nicht das Original, dann ist er sehr hörenswert, bringt auch wirklich die Stewartsche Persönlichkeit rüber, im Gegensatz etwa zu O. E. Hasse. Aber das war ja auch eine andere Zeit. Der junge Wayne hatte es da auch wieder schlechter, richtig gute Leute wie Rüdiger Bahr oder Manfred Seipold, und dann Klaus Kindler. Der passt genauso wenig wie etwa Curt Ackermann.
Bei Brice zieh ich übrigens Brice vor. Nachdem ich ihn in Elspe auf der Bühne gehört hatte, fand ich es schon störend, dass er in der Serie noch synchronisiert wurde. Iss ohnehin ein Thema, das sich seeeehr lange diskutieren lässt...
Michael
Re: Winnetou`s Synchronsprecher der 60iger Jahre lebt!
Verfasst: 25. Dez 2008, 00:40
von markus
Warum nicht die alten Filme neu synchronisieren mit Brückner?
Re: Winnetou`s Synchronsprecher der 60iger Jahre lebt!
Verfasst: 25. Dez 2008, 11:21
von Duke
markus hat geschrieben:Warum nicht die alten Filme neu synchronisieren mit Brückner?
Warum dann nicht mit Brice???
Re: Winnetou`s Synchronsprecher der 60iger Jahre lebt!
Verfasst: 25. Dez 2008, 15:11
von markus
Duke hat geschrieben:markus hat geschrieben:Warum nicht die alten Filme neu synchronisieren mit Brückner?
Warum dann nicht mit Brice???
Damit alle Welt dann wirklich dran glaubt daß er Apahatschis Vater war, da er ein fließend perfektes französisch sprach?;-))
(literarisch würde er sich dann noch mehr von der Vorstellung Mays entfernen, da die Figur Winnetou laut May ein sehr reines Englisch spricht (in der Synchronisation müßte es natürlich ein reines Deutsch sein)).
Re: Winnetou`s Synchronsprecher der 60iger Jahre lebt!
Verfasst: 25. Dez 2008, 15:12
von GP
markus hat geschrieben:Warum nicht die alten Filme neu synchronisieren mit Brückner?
Weil:
1. nicht notwendig. Die Filme sind samt Synchro gut erhalten.
2. zu teuer. Ich könnte ja mal aus der Werbung plaudern.
3. völlig unpassend. Brückner klingt heute noch viel älter als Brice damals jung ausgesehen hat. Sozusagen. Es war schon ein Fehler, ihn beim Redux von "Apocalypse Now" wieder für Martin Sheen zu besetzen.
Re: Winnetou`s Synchronsprecher der 60iger Jahre lebt!
Verfasst: 25. Dez 2008, 15:14
von GP
Duke hat geschrieben:markus hat geschrieben:Warum nicht die alten Filme neu synchronisieren mit Brückner?
Warum dann nicht mit Brice???
Weil man sie heute auch nicht mit Barker synchronisieren würde, selbst wenn er noch lebte und auch er (annähernd) Deutsch sprach.
Ich würde mich in einem Film, in dem ich vor 30 Jahren aufgetaucht bin, ja heute auch nicht selbst synchronisieren.
;-)
Re: Winnetou`s Synchronsprecher der 60iger Jahre lebt!
Verfasst: 25. Dez 2008, 17:34
von GP
Aber um mal auf den Ausgang zurückzukommen:
Viel interessanter wäre ja jetzt die Antwort auf die Frage, was Herr Eckelmann heute macht?
Re: Winnetou`s Synchronsprecher der 60iger Jahre lebt!
Verfasst: 25. Dez 2008, 20:22
von Bärentöter
Tja gute Frage. Bei der Auskunft findet man ihn jedenfalls nicht. Man könnte es vielleicht mal in München
bei Osman Ragheb probieren. Ist ein ganz netter Mensch. Hat ein eigenes Synchronstudio und war der
"Hadschi Halef" in dieser Superserie von 1961 "MIT KARL MAY IM ORIENT".
Übrigens nochmal "Arnold Marquis"...es gibt da ja einen Western wo alle Widmark, Mitchum und Douglas
mitspielten. "Der Weg nach Westen". Da war ich also damals schon gespannt wer wen spricht. Ich halte
aber G.G. Hoffmann als Stimme von Widmark ungeeignet. Drache wäre da besser gewesen. Und Mitchum ist denk
ich mit Curt Ackermann auch o.k. Zumal er ja in den 50igern oft von diesem synchronisiert wurde. Es gab 1966
auch einen Synchronsprecher Streik.
Re: Winnetou`s Synchronsprecher der 60iger Jahre lebt!
Verfasst: 26. Dez 2008, 11:04
von Duke
GP hat geschrieben:Duke hat geschrieben:markus hat geschrieben:Warum nicht die alten Filme neu synchronisieren mit Brückner?
Warum dann nicht mit Brice???
Weil man sie heute auch nicht mit Barker synchronisieren würde, selbst wenn er noch lebte und auch er (annähernd) Deutsch sprach.
Ich würde mich in einem Film, in dem ich vor 30 Jahren aufgetaucht bin, ja heute auch nicht selbst synchronisieren.
;-)
Das mit Brice war auch nicht ganz ernst gemeint. Es gibt da übrigens ein schönschlimmes Beispiel. Heinz Engelmann hat Randy Scott in den 50-ern in Fighting Man Of The Plains gesprochen und wurde 30 Jahre später noch einmal geholt, um vorher geschnittene Szenen nachzusynchronisieren. Schrecklich das!! Bei Winnetou sind mir Eckelmann und Wolff aber wesentlich lieber als Brückner. Wobei "mein" Winnetou eh wie Konrad Halver klingt. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.
Re: Winnetou`s Synchronsprecher der 60iger Jahre lebt!
Verfasst: 26. Dez 2008, 12:30
von markus
Im Grunde hat Winnetou für mich gar keine Stimme. Wenn ich Karl May lese, klingen alle Figuren gleich (oder einige wenige sympathische Figuren bekommen besondere Stimmen, wie z.B. Hobbel-Frank. Kenne da einen, wenn der sächselt, denk ich sofort an den Forstbeamten aus Moritzburg, merschtenteels.).
Re: Winnetou`s Synchronsprecher der 60iger Jahre lebt!
Verfasst: 26. Dez 2008, 13:46
von Bärentöter
Nochmal zu Wayne. Heinz Engelmann war der optimale Sprecher für Ihn. Fand ich auch. Wenn aber die Cent-Fox lieber
Marquis wollte, konnte man halt nix machen. Hat ja auch gut dazu gepasst.
Übrigens läuft heut Abend auf HR (bzw. morgen früh) "Der Weg nach Westen". Da kann jeder mal vergleichen.
Und zu Winnetou muß man sagen, daß er im Silbersee relativ wenig Dialoge gehabt hat und damit die Stimme von
Tony Curtis ok gewesen ist. In Winnetou I und Shatterhand war Winnetou ehr mehr der ernste Typ und die Stimme
vom Förster auch. Und ab Winnetou II wurde es halt oft relativ sentimental und da war der Thomas Eckelmann der
richtige Organ dafür. Er konnte aber auch anders, siehe Tal der Toten.
Nur Christian Brückner als Stimme von Winnetou...konnte mich schon in den 80igern damit nicht anfreunden.
Re: Winnetou`s Synchronsprecher der 60iger Jahre lebt!
Verfasst: 26. Dez 2008, 22:03
von GP
Bärentöter hat geschrieben: Es gab 1966
auch einen Synchronsprecher Streik.
Und wen hat der gesprochen?
;-)
Nein, nochmal ernsthaft: gestern Nacht lief die "Meuterei auf der Bounty" mit Marquis für Trevor Howard. Das hat doch sehr gut harmoniert, was er da zum Bild abgeliefert hat. Und jetzt vergleiche ich diese Leistung mal mit z.B. Jason Robards in "Spiel mir das Lied vom Tod" oder George Kennedy in "Der Unbeugsame". Das sind doch ganz unterschiedliche Charaktere, die auch völlig anders bedient werden. Ich kann da kein 08/15-Schema bei Marquis entdecken, sorry.
Und selbst wenn das mal irgendwo nicht organisch klingt, was er macht, dann ist da am Ende immer noch ein Regie mitverantwortlich. Bei "Spiel mir das Lied vom Tod" z.B. schrieb GGH selbst das Dialogbuch und führte die Regie. Wenn man sich den Film und da insbesondere die deutsche Spur genau ansieht/anhört, merkt man, wie er die Sprecher jeweils geführt hat. Und im Gegensatz dazu mag es - und das kommt überall vor - auch mal "jüngere" Regisseure gegeben haben, die einfach vor Ehrfurcht erstarrt sind, wen sie da wohl vor sich hätten. Die haben den alten Recken dann mal machen lassen und kein Korrektiv geliefert. Ja, und dann kommt dann vielleicht so ein Herunternudeln raus, was weiter oben evtl. gemeint war...