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Verfasst: 13. Okt 2007, 11:33
von JennyFlorstedt
"Aber das war in einem anderen Land ..."
Das war VOR Hemingway auch schon Marlowe... ;)

Verfasst: 13. Okt 2007, 11:57
von n.f.
Dr. Johannes Zeilinger (59) ist neuer Vorsitzender der Karl-May-Gesellschaft. Von 170 stimmberechtigten Mitgliedern der KMG votierten 169 für ihn, es gab eine Enthaltung.

Herzlichen Glückwunsch!

Verfasst: 13. Okt 2007, 12:05
von JennyFlorstedt
Ich gratuliere Dr. Zeilinger und halte hiermit fest, dass ich am 13. Oktober um 12 Uhr wieder Mitglied der KMG geworden bin. Auf die Zukunft!

Na dann Herzlich Willkommen

Verfasst: 13. Okt 2007, 16:29
von oldray
Hallo ta
Da hat der neue Vorsitzende der KMG ja schon am ersten Tag etwas bewirkt.
Immerhin kommt damit jemand zurück, der trotz allem seit Jahren sehr aktiv ist in der Karl May Szene. Vielleicht werden andere jüngere Karl May Freunde dadurch motiviert, ebenfalls der Karl May Gesellschaft beizutreten. Letztlich stimmt es ja nicht, daß nur noch die "älteren Semester" von dem Autor fasziniert sind.
Viele liebe Grüße an alle
oldray

Re: Na dann Herzlich Willkommen

Verfasst: 13. Okt 2007, 17:05
von n.f.
Hallo zusammen!

Noch ein paar Informationen vom KMG-Kongress (soeben telefonisch übermittelt von Rolf Dernen):

Während der Mitgliederversammlung wurde der Antrang Dr. Christian Heermanns auf Satzungsänderung wie bereits zwei Jahre zuvor in Essen abgelehnt; Heermann hatte vorgeschlagen, die Satzung der KMG um einen Passus zu ergänzen, nach dem die KMG "dazu beitragen" solle, "dass Karl May und sein Werk in der Öffentlichkeit lebendig bleiben". In einer lebhaften Diskussion, an der auch der ehemalige Vorsitzende der KMG, Prof. Dr. Dr. Claus Roxin, teilnahm, wurde die Möglichkeit erörtert, den vorgeschlagenen Absatz zu einem späteren Zeitpunkt in abgewandelter Form aufzunehmen ("... durch wissenschaftliche Arbeit dazu beitragen, dass ...").

Lothar Schmid hat eine lange emotionale Ansprache gehalten.

Der nächste Kongress der Karl-May-Gesellschaft findet, wie heute beschlossen wurde, 2009 in Marburg statt.

Verfasst: 13. Okt 2007, 17:15
von Rüdiger
Glückwunsch an Herrn Dr. Zeilinger. Meine Stimme hätte er auch bekommen, wenn ich vor Ort gewesen wäre. Der Mann schwebt offenbar nicht irgendwo im luftleeren Raum abgehoben herum, sondern „macht und tut“, um es salopp auszudrücken. Die bisherigen Eindrücke sind jedenfalls in dieser Hinsicht sehr positiv.

(Dennoch: 169 von 170, das ist mir schon fast wieder „einer zuviel“. Wirkt ein bißchen nach Herdentrieb und Einheitslinie. Hoffentlich bleiben Farben, Vielfalt und fruchtbare, schöpferische Auseinandersetzung innerhalb der Gesellschaft erhalten.)

Und hoffen wir dass mit schwungvollem Neubeginn einige grundsätzliche Dinge nicht etwas aus den Augen verloren werden.

So heißt es in der Satzung

das literarische Werk Karl Mays erschließen und bewahren;

und

dem Autor und seinem Werk einen angemessenen Platz in der Literaturgeschichte verschaffen.

Die ganzen anderen Aspekte drumherum (Zeitgeschichte, Rezeption u.v.a.m.) sind ja meinetwegen auch interessant, aber das sollte man darüber nicht vergessen.

Das Buch Winnetou I z.B. (ich komme darauf, weil es in einem anderen Thread um dessen Empfehlung durch eine Zeitung sowie um dessen Preis ging) ist in der Fassung von Karl May nicht im Handel erhältlich (so absurd es klingen mag, es ist so). Als Reprint ist es einzeln nicht mehr zu bekommen, nur antiquarisch, und den Weltbild-Band gibt’s einzeln nur im Museumsshop in Radebeul. Andere originale (= Fassung "letzter Hand" zu Lebzeiten) Ausgaben sind sämtlich nicht mehr auf dem Markt. Wer aber weiß so etwas in der Öffentlichkeit, jenseits der Insiderkreise. Vermutlich so gut wie niemand.

(Nichts gegen den großen Wollschläger, aber wenn ich Karl May lese, möchte ich dessen Formulierungen lesen und nicht die Wollschlägers, der diesen Band seinerzeit überarbeitet hat).

Wenn KMG und KMV jetzt konstruktiv zusammenzuarbeiten gedenken, dann wird man sicher auch über eine vernünftige Werkausgabe für 2012 nachdenken. Nur dieser Versandshop (auch für die HKA) und sonst nichts, das wäre ja wirklich ein bisschen wie im Reservat …

Da gibt es also noch genug zu tun um den ursprünglichen Auftrag nach der bislang geltenden Satzung zu erfüllen, da braucht man sie wahrlich noch nicht zu erweitern. Eins nach dem anderen.

Glückauf !

Verfasst: 13. Okt 2007, 17:59
von n.f.
Nur dieser Versandshop (auch für die HKA) und sonst nichts, das wäre ja wirklich ein bisschen wie im Reservat …
Ich halte das auch für etwas ungünstig. Es mag ein Einzelfall gewesen sein, aber eine mir sehr bekannte Person versuchte kürzlich, über den Shop des Museums ein Exemplar der "'Rettung' des Herrn Cardauns" zu beziehen. Als nach über einem Monat noch nichts geliefert worden war und sie auch keine Verzögerungsnachricht erhalten hatte, stornierte sie entnervt. Vielleicht ist das auch einfach ausnahmsweise dumm gelaufen, doch: Eine größere Vielfalt bei den HKA-Bestellmöglichkeiten wäre in jedem Fall wünschenswert, vielleicht auch, weil eine überlastete Anlaufstelle (in diesem Fall eben leider die einzige) dann etwas entlastet würde... Außerdem könnten weitere Bezugsquellen ja auch den Absatz der Bände erhöhen.

Verfasst: 13. Okt 2007, 22:07
von Werner Fleischer
Historisch-Kritische Ausgabe ein interessantes Thema - nur wer soll sie kaufen,

Schon viele Verlage haben sich mit den Originaltexten Karl Mays versucht und alle hatten ihre Probleme mit der Auflage. Nun leben wir in einer kapitalistischen Gesellschaftsform in der die Gesetze der Marktwirtschaft gelten.

Mutig von der Karl May Gesellschaft und ihrem neuen Vorsitzenden wäre es doch einmal eine Umfrage in Auftrag zu geben

a) wieviel Prozent ihrer Mitglieder überhaupt ein Interesse an einer solchen Ausgabe haben
b) wieviel Prozent der Karl May Leser überhaupt ein Interesse an einer solchen Ausgabe besitzen.

Wer Karl May heute im Urtext oder was er immer dafür halten mag (für alles andere benötigen wir leider eine Zeitmaschine) lesen will hat ausgiebig Gelegenheit dazu. Ebay, Amazon, Weltbild, Reprints usw.

Wichtig wäre es das Überleben Karl Mays im Bewußtsein der Leser zu bewahren. Und hier finden allerdings ganz andere Diskussionen in diversen Foren statt wie im abgeschotteten Kreis einer edlen Gesellschaft.

Verfasst: 14. Okt 2007, 07:45
von Rüdiger
Historisch-kritisch samt Anhang muß gar nicht sein, aber zuverlässige Textfassung wär' schon schön.

(Wenn die Boulevardzeitung Winnetou I von Karl May schon empfiehlt, sollte Otto Normalkunde es vielleicht auch irgendwo bekommen können ...)

Aber das wird schon, 2012, verlassen 'sich drauf.

Mit dem Einwand, daß verschiedene Verlage das schon versucht haben, haben Sie natürlich Recht. Das ist übrigens wirklich erstaunlich (nicht daß Sie Recht haben, sondern daß all die z.T. wirklich schönen Ausgaben gescheitert sind).

Was Ihre Umfrage betrifft: bei a.) vermutlich über 90, bei b.) möglicherweise unter 10. Aber was soll's, darauf kommt es ja nun wirklich nicht an.

Übrigens ist die KMG weder "abgeschottet" noch "edel", aber es handelt sich halt überwiegend um Fachleute, im Gegensatz zu Hinz und Kunz, die Karl May nur vom Hörensagen kennen. Und was die Fachleute möchten, das ist schon etwas relevanter als was z.B. an Stammtischen palavert wird, das ist doch bei jedem Themenbereich so.

Verfasst: 14. Okt 2007, 13:18
von gilbert5
Ich fand die HKA bisher sehr gut und gehörte auch zum Käuferkreis, aber wenn die Ausgabe nur noch außerhalb des Buchhandels zu erwerben ist, kann man sich natürlich fragen, welchen Sinn das Ganze noch hat. Die meisten der Abonnenten werden ja vermutlich schon über diverse Reprintausgaben verfügen. Eins der ursprünglichen Ziele war ja wohl, dass mit dieser Ausgabe die ursprünglichen Texte einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden sollten - ob dies außerhalb des Buchhandels dann noch realistisch ist, wage ich zu bezweifeln. Ich denke daher auch, dass der Vertriebsweg nur über eine Institution und außerhalb des Buchhandles unbedingt noch einmal überdacht werden sollte.

Verfasst: 14. Okt 2007, 13:42
von Werner Fleischer
Ich gebe dem vorherigen Schreiber recht. In einer interessanten Diskussion hört ich vor einigen Wochen einmal den Satz "Historisch-Kritische-Editionen" werden niemals für die Masse erstellt." Ich glaube der Inhalt dieses Satzes trägt sehr viel Wahrheit in sich. Im Grunde ist die Abstimmung über das Leseverhalten doch schon entschieden und wenn der KMV dem ehemaligen Elvis Presley Manager Colonel Parker gehören würde hätte dieser sicherlich irgendwo den Vermerkt angebracht das einige Millionen Menschen nicht irren können.

Eine historisch-kritische Ausgabe wendet sich an Menschen die sich kritisch mit diesen Texten im historischen Kontext auseinandersetzen möchten. Dies ist vernünftig und diese sollen auch die Möglichkeit dazu erhalten. Eine kleine aber feine Nebenausgabe hat ja durchaus ihren Reiz.

Was bedeutet eigentlich der Punkt in der Satzung "Karl May einen angemessenen Platz in der Literaturgeschichte" zu verschaffen. Wer entscheidet das eigentlich, die KMG, die UNO, Stefan Raab oder wir alle. Karl May hat viele Plätze in der Literaturgeschichte, es wäre vernünftig gewesen, sich darauf zu konzentrieren daß Überleben von Karl May in einer sich veränderenden Medienwelt zu thematisieren. Ich glaube daß die Debatte um Textausgabe eine Debatte von gestern ist, niemand wird heute von irgend jemanden daran gehindert sich May Texte im Original zu verschaffen. Geht wunderbar mit einigen Klicks ins Internet.

Viel wichtiger ist doch die Frage wer wird zukünftig Karl May lesen. Übrigens eine Frage der sich auch ein Langzeitprojekt wie Perry Rhodan zuwendet.

Verfasst: 14. Okt 2007, 17:44
von sandhofer
Werner Fleischer hat geschrieben:In einer interessanten Diskussion hört ich vor einigen Wochen einmal den Satz "Historisch-Kritische-Editionen" werden niemals für die Masse erstellt."
Der Satz könnte glatt von mir sein ... ;o)
Werner Fleischer hat geschrieben:[...] einige Millionen Menschen nicht irren können.
Ach ja ... das Fliegenargument ... *g*
Werner Fleischer hat geschrieben:Eine historisch-kritische Ausgabe wendet sich an Menschen die sich kritisch mit diesen Texten im historischen Kontext auseinandersetzen möchten.
Einerseits, ja. Andererseits muss das Ganze auch einen gewissen Sinn machen. Wenn wir - wie meist bei Karl May - gar keine Handschriften mehr haben, wird eine Historisch-Kritische Ausgabe einigermassen sinnlos sein. Interessant und witzig sind ja zuallererst einmal, finde ich, die Änderungen, die ein Autor selber an seinem Text angebracht hat. Und je kürzer der Text, umso wichtiger, finde ich. Im Detail die verschiedenen Fassungen eines Gedichts von Hölderlin oder C.F. Meyer zu vergleichen, ist ungeheuer spannend. Bei mehrtausendseitigen Romanen wie denen von Mays sog. Kolportage ist eine HKA eigentlich doch nur noch L'art pour l'art. (Ich meine: Ich besitze zwar die HKA nach der Handschrift von Ardistan und Dschinnistan. Aber ich werde doch nicht auf jeder Seite nachschlagen, ob May nun "Halef" durch "der Hadschi" ersetzt hat oder ähnliches.)
Rüdiger hat geschrieben:Historisch-kritisch samt Anhang muß gar nicht sein, aber zuverlässige Textfassung wär' schon schön.
Völlig einverstanden. Allerdings fürchte ich, selbst zusammen mit den 170 Mitgliedern der KMG sind wir mit diesem Wunsch immer noch eine Minderheit.

(Und das betrifft ja beileibe nicht nur Karl May. Besonders bei Übersetzungen - und da wieder besonders bei welchen aus dem Französischen oder Spanischen - fällt mir regelmässig auf, dass sich offenbar jeder Übersetzer auch gleich zum Bearbeiter berufen fühlt. Man suche - ausser der Übersetzung, die an und für sich natürlich auch schon eine Bearbeitung ist - man suche also eine unbearbeitete (= ungekürzte) Ausgabe von Jules Verne. Vom Gil Blas. Vom Glöckner von Notre Dame. Von den Elenden ... )

Verfasst: 14. Okt 2007, 21:51
von Hermesmeier
n.f. hat geschrieben:Dr. Johannes Zeilinger (59) ist neuer Vorsitzender der Karl-May-Gesellschaft. Von 170 stimmberechtigten Mitgliedern der KMG votierten 169 für ihn, es gab eine Enthaltung.
Die zum 100%-Ergebnis fehlende Stimme war übrigens die des Gewählten selbst. Angesichts der ambivalenten Reaktionen auf Dr. Zeilingers Enthüllungen zum Thema frühkindliche Erblindung bei Karl May hätte ich persönlich mindestens mit einigen Gegenstimmen gerechnet. Angesichts der vorzeigbaren Leistungen, die DHM-Ausstellung initiiert und kuratiert zu haben, den dazugehörigen Katalog und gleichzeitig einen Beitragsband "Karl May in Berlin" herauszugeben sowie beim Kongress gleich mit zwei Vorträgen vertreten zu sein (einschließlich der technischen Neuerung mit Laptop und Beamer), hat aber wohl auch die ärgsten Kritiker überzeugt. Ich gatuliere ihm ganz herzlich und hoffe, dass die bisher gezeigte Energie ihm erhalten bleibe, auch wenn ihm eine kleine (freilich klitzekleine) Erholungspause zu gönnen ist.

Es ging fast unter, dass er heute vormittag noch ein Life-Telefoninterview im ORB-Rundfunk zu führen hatte und er demnächst als Studiogast im ZDF zu sehen sein wird. Einen umfangreichen Bericht über Ausstellung und Kongress liefert ebenfalls das ZDF unter
http://www.zdf.de/ZDFheute/inhalt/11/0, ... 91,00.html
"KARL MAY & Co." wird übrigens auch positiv erwähnt.

Verfasst: 14. Okt 2007, 22:54
von Rolf Dernen
JennyFlorstedt hat geschrieben:Ich gratuliere Dr. Zeilinger und halte hiermit fest, dass ich am 13. Oktober um 12 Uhr wieder Mitglied der KMG geworden bin. Auf die Zukunft!
Willkommen daheim in der Einheitspartei ;-)))).

So, nun bin ich trotz aller Versuche der Deutschen Bahn, mich an der Heimkehr zu hindern, endlich wieder an meinem Rechner gelandet. Demnächst wird es ein paar mehr Bilder zu sehen geben, schätze ich...

Grüße
Rolf

Verfasst: 14. Okt 2007, 23:02
von n.f.
Willkommen zurück und danke schön für die besten Dienste in Sachen "rasender Reporter"!

In die Runde: Wir füllen die Online-Galerie nun mit allerhand weiterem Bildmaterial vom KMG-Kongress-Wochenende; Material, das Rolf mitgebracht hat.