Bastian hat geschrieben: Kennt jemand alle verschiedene Versionen von Sherlock Holmes die im Laufe der Jahre erschienen sind? Hier wurde auch viel geändert und trotzdem hat vieles seinen Reiz und sorgt dafür, dass die Figur und ihr Autor bis heute allgemein bekannt sind. In „Sherlock“ ermittelt ein moderner Sherlock Holmes in der heutigen Zeit. In der US-Serie „Elementary“ ebenfalls, nun nicht mehr in London sondern in New York und die größte Änderung hier ist Joan Watson. Aus dem langjährigen Partner und Freund John Watson wurde eine Frau und trotzdem ist die Serie sehr gelungen.
Aber Holmes bleibt in diesen Neuinterpretationen immer noch Holmes, der clevere, alles durchschauende Detektiv.
Neuinterpretationen gehen nur bis zu einem gewissen Punkt, darüber hinaus entsteht ein neuer Charakter.
Man muss bei Sherlock Holmes auch sehen, dass dieser seit den Anfängen des Stummfilms unzählige Male verfilmt worden ist. Allein der „Der Hund von Baskerville“ wurde 20 (!) Mal verfilmt. Es gibt daher von Holmes originalgetreue Verfilmungen noch und noch. Wenn man alles schon hundertmal gezeigt hat, ist doch klar, dass man dann irgendwann stark vom Original abweicht, weil sonst der Wiederholungseffekt zu stark wird. Aber welche Winnetou-Erzählungen hat man denn schon originalgetreu vefilmt gesehen? Bestenfalls Der Schatz im Silbersee (1962) und Winnetou 1 (1963). Das war’s auch schon. Es besteht also kein Anlass, Shatterhand und Winnetou in frei erfundenen Handlungen neu zu erfinden.
Wenn man z.B. den letzten Mohikaner, wie 1992 gesehen, authentisch und nah am Buch verfilmen kann, dann sollte das mit Winnetou eigentlich auch kein Problem sein.
Was Stölzl dagegen macht, ist so wie wenn Lederstrumpf Chingachgooks Schwester heiratet, Häuptling der Mohikaner wird, für einen Trapper zu tölpelhaft Farmer wird und vielleicht demnächst noch eine Herrenboutique in Wuppertal eröffnet.