KMG-Kongress

Sylvia
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Beitrag von Sylvia »

Jadoch!

Gerade "Die Sklavenkarawane" könnte man heutzutage SOGAR in der Schule lesen! Aber ach! Die armen Kinderchen haben ja gar keine Zeit mehr für so ein umfangreiches Buch.
Jedoch! Würden man denen mal den Anfang in der Schule zum Lesen vorgeben, wäre es doch interessant zu sehen, wieviele es dann gefangen nimmt.
giesbert
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Beitrag von giesbert »

(Überflüssig. Nachträglich gelöscht)
Zuletzt geändert von giesbert am 16. Okt 2007, 14:34, insgesamt 1-mal geändert.
giesbert
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Beitrag von giesbert »

Rüdiger hat geschrieben:Ad 1: Das widerspricht ja nicht dem was Giesbert gesagt hat. Da werden sich die beiden einig gewesen sein daß sie da ein heißes Thema hatten.
ja, so habe ich das auch in Erinnerung.

Ansonsten skizzierte Zeilinger den zeithistorischen Hintergrund und dass die Anti-Sklaverei-Position in D aufs engste mit kolonialen Phantasien verknüpft war (nicht Menschlichkeit, sondern Machterwerb stand da im Vordergrund), denen May durch Verlegung des Schauplatzes (von Sansibar in den Sudan oder so ähnlich, da hätte ich besser aufpassen müssen) einerseits auswich, ohne andererseits das verkaufsfördernde Thema "Sklaverei" auszulassen.

Oder so. Mein Gedächtnis ist in solchen Dingen nicht sehr gut. Aber das wird man ja alles in ein paar Monaten nachlesen können 8-)
Rüdiger

Beitrag von Rüdiger »

(nicht Menschlichkeit, sondern Machterwerb stand da im Vordergrund)
Natürlich. Das ist doch auch der Witz an der zitierten Stelle. Sie betreiben den Sklavenhandel zukünftig "schlauer als bisher" und mit "mehr Menschlichkeit" (!) Das ist [auch] unterschwellige gallige Ironie, sieht man das nicht auf zehn Meter gegen den Wind ?
giesbert
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Beitrag von giesbert »

Rüdiger hat geschrieben:Das ist [auch] unterschwellige gallige Ironie, sieht man das nicht auf zehn Meter gegen den Wind ?
Ja natürlich. Ich meinte auch nicht Mays Text, sondern die Beweggründe und Motive der deutschen Anti-Sklavereibewegung, die May da anspricht.

Wenn ich das richtig behalten habe, ist zB Bismark erst dann öffentlich gegen die Sklaverei aufgetreten, als er mit dieser Position deutsche Vorteile in Afrika glaubte sichern zu können. Da war er dann auch eifrig dabei, besonders scheußliche Schilderungen und Gräuel präsentieren zu können, um sein Ziel zu erreichen. Das hieß *nicht* "Abschaffung der Sklaverei", sondern: Deutsche Kolonien in Afrika. Die Sklaverei-Debatte war da nur Mittel zum Zweck.

Ansonsten hat er wohl gesagt, dass ihn die Sklaverei nichts angehe, er kümmere sich um Weiße und in erster Linie um Deutsche.
Rüdiger

Beitrag von Rüdiger »

Ja natürlich. Ich meinte auch nicht Mays Text, sondern
Ich ahnte vorhin zu spät, dass ich es missverstanden hatte …
erst dann öffentlich gegen die Sklaverei aufgetreten, als er mit dieser Position deutsche Vorteile in Afrika glaubte sichern zu können. Da war er dann auch eifrig dabei, besonders scheußliche Schilderungen und Gräuel präsentieren zu können, um sein Ziel zu erreichen. Das hieß *nicht* "Abschaffung der Sklaverei", sondern: Deutsche Kolonien in Afrika. Die Sklaverei-Debatte war da nur Mittel zum Zweck.
So in der Art läuft es ja noch heut’; nicht nur Tiere werden erst gehegt und gepflegt und dann umgebracht, sondern auch Diktatoren (Regime), z.B. … Die vielzitierte „Freiheit“ (oder auch Demokratie u.dgl.) wird immer erst dann bemüht, wenn handfeste wirtschaftliche Interessen dahinterstecken …

„… den ganzen Schwindel auf dem Rücken“ (HD Hüsch)

Aber vorsichtshalber zurück zu Karl May;

einer der ärgsten Bearbeiter Karl Mays hieß – Karl May. Wie der sich seinen „Old Firehand“ versaut hat, das geht auf keine Kuhhaut. (Ich habe dieser Tage gerade seinen „Old Firehand“ und seine Winnetou II – Fassung bzw. deren Mittelteil zunächst parallel und anschließend noch einmal beide direkt hintereinander gelesen [von wegen Lesespaß, da haben wir es schon wieder, man gönnt sich ja sonst nichts]).

Oder die Veränderungen der launigen Anmerkungen zum „Greenhorn“ im „Scout“ (für die Buchausgabe). Oder die wundersame Wandlung der „Ehri“-Geschichte (für den katholischen „Hausschatz“ darf der Böse natürlich nicht der christliche Missionar sein, da drehen wir das mal eben einfach um). Oder oder oder.

(Das soll nun nicht etwa heißen, alle Veränderungen seiner Texte durch ihn selber seien schlimm. Oft ist ihm das wiederum auch sehr gelungen. Aber manchmal eben auch übel danebengegangen. – Und genauso ist es auch bei späteren. Alte Bauernweisheit, merke: nicht immer schwarz oder weiß oder gut oder schlecht, sondern überall und immer wieder: mal so, mal so.)

(Und das wäre halt auch interessant gewesen in Berlin, Thema Veränderung der Texte DURCH IHN SELBER UND durch andere. Aber man kann so was natürlich vorsichtshalber auch lieber weglassen, aus Bedenken man könnte in dem Zusammenhang vielleicht jemanden (unbeabsichtigt) auf die Füße treten)

Jedenfalls (das Wort hat er auch gern benutzt) hätte es ohne weiteres passieren können, dass er selber die Stelle am Schluß der „Sklavenkarawane“ in etwa so geändert hätte, wie das später andere taten. Er war da nix besser. Nur mal so angemerkt.
giesbert
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Beitrag von giesbert »

und prompt hab ich mich gerade bei einer Newsmeldung verlesen:

"Interessenverband des Video- und Menschenhandels" las ich. Gemeint war allerdings der sehr viel harmlosere "Interessenverband des Video- und Medienfachhandels (IVD)"
JennyFlorstedt
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Beitrag von JennyFlorstedt »

In der Tageszeitung "Neues Deutschland" gab es heute auch kurzen Artikel über den Kongress. Wie (ND-)üblich mit einigen polemischen Querschlägern in die Politik. Aber berichtet hamse.
Rüdiger

Beitrag von Rüdiger »

Ich kenne den Artikel nicht, da ich mittlerweile doch eher die "Süddeutsche" bevorzuge, würde aber

"polemischen Querschlägern"

durch

"interessanten Querverweisen"

ersetzen, dann stimmt der Satz.

;-)
JennyFlorstedt
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Beitrag von JennyFlorstedt »

Du kennst den Artikel nicht und korrigierst mich trotzdem? Dein Selbstbewusstsein ist manchmal erstaunlich.
Kennst Du wenigstens die Zeitung?
Ich lese die ja nur sehr sporadisch und parasitär, aber ich würde bei dem journalistischen Stil auf "polemischen Querschlägern" beharren wollen.

ta
Rüdiger

Beitrag von Rüdiger »

Ich "korrigiere" Dich nicht, sondern teile meine Meinung mit. Mit "Selbstbewußtsein" hat das nichts zu tun.

Ich muß den speziellen Artikel nicht kennen, um die Aussage, eine Zeitung mache üblicherweise polemische Querschläger in die Politik, aus meiner Sicht dahingehend abzuändern, daß ich sage, das sind (m.E.) üblicherweise nicht polemische Querschläger, sondern interessante Querverweise. Ich kenne die Zeitung recht gut, sonst würde ich mich nicht äußern.

Und den augenzwinkernden Unter- oder auch Grundton hast Du offenbar trotz Smiley nicht bemerkt, meine Güte, wieviel Smileys muß man denn machen ...
Hermesmeier

Beitrag von Hermesmeier »

Zum folgenden nicht gerade aktuellen Zitat:
Hermesmeier hat geschrieben:Die KMG hatte tatsächlich ihre Powerpoint-Premiere mit Beamer, nur ausgerechnet mit diesem Rechner, der mit gar nichts (nunja: fast nichts) kompatibel ist
erreichte mich soeben privat folgende Korrektur von Dr. Jochen Rascher:
..sorry, Herr Hermesmeier, die Premiere war schon zum Kolloquium in Lubbock in 2000, wo ich meinen dortigen Vortrag zu Klara Mays Amerikareise 1930 eben damit unterstützte (war notwendig, da der Beitrag mit einigen Szenen aus einem von Klara gedrehten Schmalfilm von der Reise angereichert war und außerdem von Reisebildern lebte). Klappte übrigens technich hervorragend, obwohl ich nur mit CD angereist war und die Technik der Hochschule vor Ort nutzen mußte.
Da die Teilnehmerzahl in Lubbock peinlich klein war, wird es Dr. Rascher mit einem gewissen Verständnis quittieren, dass die dortige technische Ausstattung sich nicht bis nach Berlin herumgesprochen hat. Nichts desto trotz: Das musste natürlich richtig gestellt werden.
Rolf Dernen
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Beitrag von Rolf Dernen »

giesbert hat geschrieben:
Wenn ich das richtig behalten habe, ist zB Bismark erst dann öffentlich gegen die Sklaverei aufgetreten, als er mit dieser Position deutsche Vorteile in Afrika glaubte sichern zu können. Da war er dann auch eifrig dabei, besonders scheußliche Schilderungen und Gräuel präsentieren zu können, um sein Ziel zu erreichen. Das hieß *nicht* "Abschaffung der Sklaverei", sondern: Deutsche Kolonien in Afrika. Die Sklaverei-Debatte war da nur Mittel zum Zweck.

Ansonsten hat er wohl gesagt, dass ihn die Sklaverei nichts angehe, er kümmere sich um Weiße und in erster Linie um Deutsche.
Erinnert an die Politik der USA gegen Saddam Hussein. Solange der sich mit dem Iran rumprügelte, war er durchaus gelitten, und sein Folterregime interessierte nicht weiter. Aber dann plötzlich erinnerte man sich an die armen unterdrückten Iraker, die nach den Segnungen der westlichen Demokratie lechzten.
Blechmops
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Berlin - Du bist so wunderbar

Beitrag von Blechmops »

Für alle, die sich auch musikalisch an die beiden Events erinnern möchten und auch mal vor dem legalen Download von mp3 nicht zurückschrecken, ist es vielleicht interessant.

Unter http://www.berliner-pilsner.de ist der OST des Berliner Karl-May-Herbstes (sicher allen bekannt aus der Fernsehwerbung) downloadbar.

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_________________
Frank (sonst Pilsner Urquell-Trinker (http://www.pilsner-urquell.de))

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